Buchholz

Buchholz: Standortwechsel für 4.000 Jahre alte Eichenteile

Ulrich Westermann

Petershagen-Buchholz (Wes). Zu den vielbesuchten Naturdenkmälern der Stadt Petershagen gehört eine Eiche, die im Jahr 1986 bei Kiesabgrabungsarbeiten ans Tageslicht gekommen und auf einem Privatgrundstück am Buchholzer Wall in unmittelbarer Nähe des Radweges aufgestellt worden ist. Da diese Fläche in Zukunft nicht mehr zur Verfügung steht, muss das etwa 4.000 Jahre alte Relikt der Vergangenheit einen neuen Platz erhalten.

Witterungseinflüsse haben an dem Holz ihre Spuren hinterlassen. Die Planungen sehen vor, das Relikt der Vergangenheit von einem Privatgrundstück auf eine öffentliche Fläche zu verlagern. Fotos: Ulrich Westermann
Witterungseinflüsse haben an dem Holz ihre Spuren hinterlassen. Die Planungen sehen vor, das Relikt der Vergangenheit von einem Privatgrundstück auf eine öffentliche Fläche zu verlagern. Fotos: Ulrich Westermann

Bei dem außergewöhnlichen Fund im Juli 1986 handelte es sich um drei riesige Teile einer Eiche, die 1.000 Jahre alt geworden sein dürfte und dann noch einmal 3.000 Jahre in der Tiefe schlummerte und vom Sand konserviert wurde. Nach Sturmschäden und weiteren Witterungseinflüssen in den vergangenen Jahren ist das Holz allerdings teilweise auseinandergebrochen. Dazu kommt, dass die Oberfläche langsam zerbröselt. Ortsvorsteher Carsten Böttcher weist darauf hin, dass er sich in Zusammenarbeit mit der Kulturgemeinschaft darum bemühe, die Baumreste zu erhalten. Als neuer Standort könne die städtische Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft im Bereich der Schutz- und Rasthütte genutzt werden. „Dort wollen wir einen neuen Sockel für das Naturdenkmal errichten und auch eine Informationstafel aufstellen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Fördertopf der kleinen Dorferneuerung“, betont Böttcher.

Rückblende: Nach der Bergung der Kieseiche im Jahr 1986 setzten sich der damalige Ortsvorsteher Heinrich Berghorn und weitere Einwohner des Weserdorfes dafür ein, den außergewöhnlichen Fund gut sichtbar der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zu den Maßnahmen gehörte es, aus drei Sockeln und zwei übereinandergesetzten Brunnenringen einen stabilen Unterbau zu schaffen. Von der Stadt Petershagen wurde eine Firma beauftragt, die für den Transport über einen Kilometer einen Kran und einen Tieflader einsetzte. Filigranarbeit war erforderlich, um das elf Meter lange und 25 Tonnen schwere Hauptteil auf den Sockeln zu platzieren. Ein weiteres Fundstück mit einer Länge von acht Metern wurde senkrecht in die Brunnenringe gehievt. Der dritte Stamm kam in waagerechter Lage dazu.

Nach und nach hinterließ der Zahn der Zeit an dem „Eichenkunstwerk“ seine Spuren. An Bruchstellen des Holzes haben sich bereits kleine Bäume, Büsche und Rankengewächse angesiedelt. Der Rastplatz wird häufig von Radlern und Wanderern genutzt.

Bereits vor einigen Jahren sind dort Informationstafeln unter dem Motto „Mach` mal Pause in Petershagen“ und zum Thema „Vogelschutzgebiet Weseraue“ aufgestellt worden.

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BuchholzBuchholz: Standortwechsel für 4.000 Jahre alte EichenteileUlrich WestermannPetershagen-Buchholz (Wes). Zu den vielbesuchten Naturdenkmälern der Stadt Petershagen gehört eine Eiche, die im Jahr 1986 bei Kiesabgrabungsarbeiten ans Tageslicht gekommen und auf einem Privatgrundstück am Buchholzer Wall in unmittelbarer Nähe des Radweges aufgestellt worden ist. Da diese Fläche in Zukunft nicht mehr zur Verfügung steht, muss das etwa 4.000 Jahre alte Relikt der Vergangenheit einen neuen Platz erhalten. Bei dem außergewöhnlichen Fund im Juli 1986 handelte es sich um drei riesige Teile einer Eiche, die 1.000 Jahre alt geworden sein dürfte und dann noch einmal 3.000 Jahre in der Tiefe schlummerte und vom Sand konserviert wurde. Nach Sturmschäden und weiteren Witterungseinflüssen in den vergangenen Jahren ist das Holz allerdings teilweise auseinandergebrochen. Dazu kommt, dass die Oberfläche langsam zerbröselt. Ortsvorsteher Carsten Böttcher weist darauf hin, dass er sich in Zusammenarbeit mit der Kulturgemeinschaft darum bemühe, die Baumreste zu erhalten. Als neuer Standort könne die städtische Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft im Bereich der Schutz- und Rasthütte genutzt werden. „Dort wollen wir einen neuen Sockel für das Naturdenkmal errichten und auch eine Informationstafel aufstellen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Fördertopf der kleinen Dorferneuerung“, betont Böttcher. Rückblende: Nach der Bergung der Kieseiche im Jahr 1986 setzten sich der damalige Ortsvorsteher Heinrich Berghorn und weitere Einwohner des Weserdorfes dafür ein, den außergewöhnlichen Fund gut sichtbar der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zu den Maßnahmen gehörte es, aus drei Sockeln und zwei übereinandergesetzten Brunnenringen einen stabilen Unterbau zu schaffen. Von der Stadt Petershagen wurde eine Firma beauftragt, die für den Transport über einen Kilometer einen Kran und einen Tieflader einsetzte. Filigranarbeit war erforderlich, um das elf Meter lange und 25 Tonnen schwere Hauptteil auf den Sockeln zu platzieren. Ein weiteres Fundstück mit einer Länge von acht Metern wurde senkrecht in die Brunnenringe gehievt. Der dritte Stamm kam in waagerechter Lage dazu. Nach und nach hinterließ der Zahn der Zeit an dem „Eichenkunstwerk“ seine Spuren. An Bruchstellen des Holzes haben sich bereits kleine Bäume, Büsche und Rankengewächse angesiedelt. Der Rastplatz wird häufig von Radlern und Wanderern genutzt. Bereits vor einigen Jahren sind dort Informationstafeln unter dem Motto „Mach` mal Pause in Petershagen“ und zum Thema „Vogelschutzgebiet Weseraue“ aufgestellt worden.