Jössen

Blühende Gedächtnisstütze für die Komplett-Freigabe der Jösser Brücke

Oliver Plöger

Die Kinder aus em Kindergarten Jöassen haben die Brücke verschönert. Die Idee kam auch aus der Kulturgemeinschaft, die mit der Aktion an die Forderung erinnert, die Brücke wieder komplett nutzbar zu machen. Aktuell können Fußgänger und Radfahrer passieren. MT- - © Foto: Oliver Plöger
Die Kinder aus em Kindergarten Jöassen haben die Brücke verschönert. Die Idee kam auch aus der Kulturgemeinschaft, die mit der Aktion an die Forderung erinnert, die Brücke wieder komplett nutzbar zu machen. Aktuell können Fußgänger und Radfahrer passieren. MT- (© Foto: Oliver Plöger)

Petershagen-Jössen (mt). Über die Jösser Brücke soll kein Gras wachsen. Bunte Blumen schon, wenn es nach den Kindern aus dem örtlichen Kindergarten geht. Und genau die haben mit Frühlingsblühern jetzt dafür gesorgt, dass die noch immer für den Fahrzeugverkehr gesperrte Brücke im Gedächtnis bleibt. Der kleine John etwa hievte den Topf gemeinsam mit Erzieherin Ulrike Schrage auf einen der Betonblocke, die die Durchfahrt größerer Fahrzeuge nach wie vor verwehren.

Die Idee zu der schmückenden Aktion hatten Ulrike Schrage, die auch in der Kulturgemeinschaft engagiert ist, und Jobst Dreier, der sich maßgeblich für den Erhalt der Brücke einsetzt. Das Bauwerk war seit Herbst 2016 zunächst komplett gesperrt. Zuvor hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Verden (WSA) noch mit der Instandsetzung begonnen. Wegen größerer Schäden stoppte die Behörde allerdings die Arbeiten. Schließlich hieß es, die Brücke sei nicht zu retten, eine Wirtschaftlichkeit sei nicht gegeben. „Für uns Bürger so nicht akzeptabel“, sagt Jobst Dreier.

Die Bürger protestierten, liefen in Stärke 40 im Bauausschuss auf, holten den Bundestagsabgeordneten Frank Scheffler (FDP) an Bord – und trugen dazu bei, dass das WSA die Brücke wieder für Fußgänger- und Radfahrer freigab. Und mehr noch: Schließlich erreichte die Bürger ein Schreiben, in dem das WSA mitteilte, die Brücke für weitere 30 Jahre auch für die Befahrbarkeit mit Autos zu ertüchtigen. Eine Bestätigung, dass der Umfang der Sanierungsmaßnahmen festgelegt wurde, kam dann auch vom Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU). Konkret ist daran gedacht, die die Betonfahrbahnplatte einschließlich der Lager und Übergänge zu ersetzen sowie die Stahlkonstruktion wieder herzustellen. „Das ist jetzt auch noch Stand der Dinge“, sagt Jobst Dreier heute, der hofft, dass die Bauarbeiten hier in Kürze beginnen.

Die Kulturgemeinschaft geht davon aus, dass die Brücke spätestens 2020 wieder für die normale Nutzung zur Verfügung steht. Dann, so die Aktiven aus der Kulturgemeinschaft, die die Aktion am Freitag unterstützt haben, habe sich der Protest der vergangenen Jahre wirklich gelohnt.

Und das war auch die Botschaft, die Jobst Dreier am Freitag den Kindergarten Kindern vermitteln wollte. „Wenn einem irgendetwas nicht passt, sollte man das auch sagen.“ Die Kinder stimmten ihm mit großen Augen zu – freuten sich aber genau so auf die Leckereien, die die „Jösser Weiber“ aus der Dorfgemeinschaft zubereitet hatten. „Die Kinder waren schon den ganzen Tag aufgeregt und haben sich auf die Aktion gefreut“, so Ulrike Schrage. Alle hoffen jetzt, dass die schweren Blumentöpfe nicht geklaut werden und noch einige Zeit auf den Sinn der „bunten Brücke“ verweisen.

Das machen nach wie vor auch die Plakate, die sich längst der Bundesstraße aufgestellt wurden. Die Kulturgemeinschaft will dranbleiben und bis zur endgültigen Freigabe weitere Aktionen starten. Spätestens 2020 soll es dann ein Fest geben.

Der Autor ist erreichbar unter (0571) 882n 264 oder Oliver.Ploeger@MT.de

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JössenBlühende Gedächtnisstütze für die Komplett-Freigabe der Jösser BrückeOliver PlögerPetershagen-Jössen (mt). Über die Jösser Brücke soll kein Gras wachsen. Bunte Blumen schon, wenn es nach den Kindern aus dem örtlichen Kindergarten geht. Und genau die haben mit Frühlingsblühern jetzt dafür gesorgt, dass die noch immer für den Fahrzeugverkehr gesperrte Brücke im Gedächtnis bleibt. Der kleine John etwa hievte den Topf gemeinsam mit Erzieherin Ulrike Schrage auf einen der Betonblocke, die die Durchfahrt größerer Fahrzeuge nach wie vor verwehren. Die Idee zu der schmückenden Aktion hatten Ulrike Schrage, die auch in der Kulturgemeinschaft engagiert ist, und Jobst Dreier, der sich maßgeblich für den Erhalt der Brücke einsetzt. Das Bauwerk war seit Herbst 2016 zunächst komplett gesperrt. Zuvor hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Verden (WSA) noch mit der Instandsetzung begonnen. Wegen größerer Schäden stoppte die Behörde allerdings die Arbeiten. Schließlich hieß es, die Brücke sei nicht zu retten, eine Wirtschaftlichkeit sei nicht gegeben. „Für uns Bürger so nicht akzeptabel“, sagt Jobst Dreier. Die Bürger protestierten, liefen in Stärke 40 im Bauausschuss auf, holten den Bundestagsabgeordneten Frank Scheffler (FDP) an Bord – und trugen dazu bei, dass das WSA die Brücke wieder für Fußgänger- und Radfahrer freigab. Und mehr noch: Schließlich erreichte die Bürger ein Schreiben, in dem das WSA mitteilte, die Brücke für weitere 30 Jahre auch für die Befahrbarkeit mit Autos zu ertüchtigen. Eine Bestätigung, dass der Umfang der Sanierungsmaßnahmen festgelegt wurde, kam dann auch vom Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU). Konkret ist daran gedacht, die die Betonfahrbahnplatte einschließlich der Lager und Übergänge zu ersetzen sowie die Stahlkonstruktion wieder herzustellen. „Das ist jetzt auch noch Stand der Dinge“, sagt Jobst Dreier heute, der hofft, dass die Bauarbeiten hier in Kürze beginnen. Die Kulturgemeinschaft geht davon aus, dass die Brücke spätestens 2020 wieder für die normale Nutzung zur Verfügung steht. Dann, so die Aktiven aus der Kulturgemeinschaft, die die Aktion am Freitag unterstützt haben, habe sich der Protest der vergangenen Jahre wirklich gelohnt. Und das war auch die Botschaft, die Jobst Dreier am Freitag den Kindergarten Kindern vermitteln wollte. „Wenn einem irgendetwas nicht passt, sollte man das auch sagen.“ Die Kinder stimmten ihm mit großen Augen zu – freuten sich aber genau so auf die Leckereien, die die „Jösser Weiber“ aus der Dorfgemeinschaft zubereitet hatten. „Die Kinder waren schon den ganzen Tag aufgeregt und haben sich auf die Aktion gefreut“, so Ulrike Schrage. Alle hoffen jetzt, dass die schweren Blumentöpfe nicht geklaut werden und noch einige Zeit auf den Sinn der „bunten Brücke“ verweisen. Das machen nach wie vor auch die Plakate, die sich längst der Bundesstraße aufgestellt wurden. Die Kulturgemeinschaft will dranbleiben und bis zur endgültigen Freigabe weitere Aktionen starten. Spätestens 2020 soll es dann ein Fest geben. Der Autor ist erreichbar unter (0571) 882n 264 oder Oliver.Ploeger@MT.de