Windheim

Wiederaufbau von Harms Backhaus in Windheim startet nicht vor April

Hans-Georg Gottfried Dittmann

Architekt Wolfgang Riesner (rechts) überwacht den Abbau des Backofens. Foto: pr - © pr
Architekt Wolfgang Riesner (rechts) überwacht den Abbau des Backofens. Foto: pr (© pr)

Petershagen-Windheim (mt). Der erste Teil ist geschafft. In einer Gemeinschaftsaktion transportierte der Verein „Denk-mal!“ mit zwei Treckern, vier Gummiwagen und großen Auto-Anhängern das zum Wiederaufbau bestimmte Backhaus von Warmsen in der Samtgemeinde Uchte nach Windheim. „Bislang haben etwa 20 Personen bei Abbau, Transport und Einlagerung geholfen“, sagt Dr. Alfons Bense, einer der beiden Vorsitzenden des Vereins.

Alle historischen Baumaterialien seien gut in Windheim angekommen und warten unter Planen verstaut darauf wieder aufgebaut zu werden, sagt Architekt Wolfgang Riesner, ebenfalls „Denk-Mal!“-Vorsitzender. Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege (NRW-Stiftung) hat den Erwerb, Abbau und Transport des Gebäudes nach Windheim unterstützt. Mit den Fördermitteln in Höhe von 9.000 Euro konnte der Verein den Kauf und Rückbau des Fachwerks finanzieren. „Weitere sieben bis acht Tausend Euro sind als Eigenleistung mit drin“, sagt Riesner.

Backhaus wandert von Warmsen nach Windheim (Plus-Inhalt)

Um das Gebäude wieder aufzubauen und zu restaurieren, braucht der Verein aber zusätzliche Fördermittel der NRW-Stiftung. Und zwar deutlich mehr als 9.000 Euro, wie Riesner betont. Im April wird die nächste Sitzung der entscheidenden Gremien in Düsseldorf stattfinden, bis dahin heißt es Warten.

Wer genau das Backhaus gebaut hat, ist nicht bekannt. „Wahrscheinlich waren es regionale Zimmerleute“, sagt der Warmser Schreiner Hans-Peter Rohde. Der Fachmann ist auf Restaurierung und ökologisches Bauen spezialisiert und hat die Abbauarbeiten begleitet.

Nicht nur beim Zerlegen, sondern auch beim Aufbau werden Rohde die Zimmerleute, die das Backhaus 1841 erbaut haben, helfen. „An den Balken gibt es Markierungen, die die genaue Position verraten“, sagt der Experte. Dargestellt werde, an welcher Position welcher Balken zu stehen hat. „Zwar hat jeder Zimmermann seine eigene Sprache, die hier an den Balken aber ist gut zu verstehen.“ Ähnlich eines Modellbausatzes kann das Gebäude anhand dieser Zeichen an seinem neuen Standort wieder eins zu eins aufgebaut werden. Auch in Windheim soll das Haus den Namen „Harms Backs“ – eine Kurzform von Harms Backstube – behalten. Das haben Bense und Riesner Stifterin Gertrud Könemann versprochen.

Da die personellen Möglichkeiten des Vereins begrenzt seien, wünscht sich Riesner eine eigenständige Gruppe, die das Backhaus betreiben wird. Die Idee: Unter der Schirmherrschaft von Windheim No.2 soll Harms Backs autark bleiben. „Die Federführung kann bei der Gruppe selbst liegen“, sagt Riesner und betont, dass die Räumlichkeiten nicht nur zum Backen genutzt werden könnten. Wichtig sei nur, dass das neue Gebäude mit Leben erfüllt werde, sagt Riesner.

Das historische Gebäude misst 5,5 mal 6,5 Meter und hat einen außen angesetzten Stein-Lehm-Ofen. Es hat eine Zwischendecke, auch oben mit teilweiser Stehhöhe, so dass es den Charakter eines Backspeichers hat. Der Bauplatz ist neben dem Storchenspielplatz auf dem Gelände No.2 vorgesehen.

Das Backhaus soll ein weiterer Schritt in der Entwicklung von Windheim No.2 werden: Der Verein „Denk-Mal!“ kaufte das Hauptgebäude 1989, sanierte, restaurierte und eröffnete es 2004 als Veranstaltungsstätte. Das Areal wuchs beständig weiter, zuletzt entstanden der Storchenspielplatz und der Hof erhielt ein neues Pflaster. Die Errichtung des Backhauses sei ehrgeizig, aber machbar, so Bense. Und selbstverständlich solle es dort einen Backbetrieb geben.

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WindheimWiederaufbau von Harms Backhaus in Windheim startet nicht vor AprilHans-Georg Gottfried DittmannPetershagen-Windheim (mt). Der erste Teil ist geschafft. In einer Gemeinschaftsaktion transportierte der Verein „Denk-mal!“ mit zwei Treckern, vier Gummiwagen und großen Auto-Anhängern das zum Wiederaufbau bestimmte Backhaus von Warmsen in der Samtgemeinde Uchte nach Windheim. „Bislang haben etwa 20 Personen bei Abbau, Transport und Einlagerung geholfen“, sagt Dr. Alfons Bense, einer der beiden Vorsitzenden des Vereins. Alle historischen Baumaterialien seien gut in Windheim angekommen und warten unter Planen verstaut darauf wieder aufgebaut zu werden, sagt Architekt Wolfgang Riesner, ebenfalls „Denk-Mal!“-Vorsitzender. Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege (NRW-Stiftung) hat den Erwerb, Abbau und Transport des Gebäudes nach Windheim unterstützt. Mit den Fördermitteln in Höhe von 9.000 Euro konnte der Verein den Kauf und Rückbau des Fachwerks finanzieren. „Weitere sieben bis acht Tausend Euro sind als Eigenleistung mit drin“, sagt Riesner. Um das Gebäude wieder aufzubauen und zu restaurieren, braucht der Verein aber zusätzliche Fördermittel der NRW-Stiftung. Und zwar deutlich mehr als 9.000 Euro, wie Riesner betont. Im April wird die nächste Sitzung der entscheidenden Gremien in Düsseldorf stattfinden, bis dahin heißt es Warten. Wer genau das Backhaus gebaut hat, ist nicht bekannt. „Wahrscheinlich waren es regionale Zimmerleute“, sagt der Warmser Schreiner Hans-Peter Rohde. Der Fachmann ist auf Restaurierung und ökologisches Bauen spezialisiert und hat die Abbauarbeiten begleitet. Nicht nur beim Zerlegen, sondern auch beim Aufbau werden Rohde die Zimmerleute, die das Backhaus 1841 erbaut haben, helfen. „An den Balken gibt es Markierungen, die die genaue Position verraten“, sagt der Experte. Dargestellt werde, an welcher Position welcher Balken zu stehen hat. „Zwar hat jeder Zimmermann seine eigene Sprache, die hier an den Balken aber ist gut zu verstehen.“ Ähnlich eines Modellbausatzes kann das Gebäude anhand dieser Zeichen an seinem neuen Standort wieder eins zu eins aufgebaut werden. Auch in Windheim soll das Haus den Namen „Harms Backs“ – eine Kurzform von Harms Backstube – behalten. Das haben Bense und Riesner Stifterin Gertrud Könemann versprochen. Da die personellen Möglichkeiten des Vereins begrenzt seien, wünscht sich Riesner eine eigenständige Gruppe, die das Backhaus betreiben wird. Die Idee: Unter der Schirmherrschaft von Windheim No.2 soll Harms Backs autark bleiben. „Die Federführung kann bei der Gruppe selbst liegen“, sagt Riesner und betont, dass die Räumlichkeiten nicht nur zum Backen genutzt werden könnten. Wichtig sei nur, dass das neue Gebäude mit Leben erfüllt werde, sagt Riesner. Das historische Gebäude misst 5,5 mal 6,5 Meter und hat einen außen angesetzten Stein-Lehm-Ofen. Es hat eine Zwischendecke, auch oben mit teilweiser Stehhöhe, so dass es den Charakter eines Backspeichers hat. Der Bauplatz ist neben dem Storchenspielplatz auf dem Gelände No.2 vorgesehen. Das Backhaus soll ein weiterer Schritt in der Entwicklung von Windheim No.2 werden: Der Verein „Denk-Mal!“ kaufte das Hauptgebäude 1989, sanierte, restaurierte und eröffnete es 2004 als Veranstaltungsstätte. Das Areal wuchs beständig weiter, zuletzt entstanden der Storchenspielplatz und der Hof erhielt ein neues Pflaster. Die Errichtung des Backhauses sei ehrgeizig, aber machbar, so Bense. Und selbstverständlich solle es dort einen Backbetrieb geben.