So lebten die Heringsfänger

Ulrich Westermann

Besuchertag führt in die arbeitsreiche Vergangenheit hier und auf der Nordsee

Hochseetüchtig: Überlebensgroß lädt die Heringsfänger-Puppe nach Heimsen ein. - © Foto: Westermann
Hochseetüchtig: Überlebensgroß lädt die Heringsfänger-Puppe nach Heimsen ein. (© Foto: Westermann)

Petershagen-Heimsen (Wes). Zu den vielbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt Petershagen gehört das Heringsfängermuseum Heimsen. Am kommenden Sonntag, 14. Oktober, findet dort ab 14 Uhr der „Tag der Heringsfänger“ statt.

Neben den Mitgliedern der noch aktiven Seemannsvereine an der Mittelweser sind auch ihre Nachfahren sowie Freunde, Förderer und weitere Besucher willkommen. Beim geselligen Zusammensein und bei Führungen können Erinnerungen an den Heringsfang aufgefrischt und vertieft werden. Das musikalische Programm mit Seemannsliedern und Akkordeonklängen gestaltet der Shanty-Chor Rehburg-Loccum.

Die Besucher haben die Möglichkeit, die Ausstellungen im Haupthaus sowie im Meßlinger, Friller und Heimser Haus zu besuchen. In sachkundigen Führungen sind Einzelheiten über die harte Arbeit der Heringsfänger auf der Nordsee zu erfahren.

In der ersten Etage des Hauptgebäudes zeigt der Seemannsverein Wasserstraße Exponate über die Geschichte der deutschen Hochseefischerei. Zudem gibt es Informationen über das 75-jährige Vereinsbestehen. Neben verschiedenen Schiffstypen der Hochseefischerei wird im Raum „Logger und Fangmethoden“ das neue Modell des Fangfabrikschiffs „Mond“, präsentiert, auf dem in früheren Jahren der kürzlich verstorbene Bodo Schwier aus Wasserstraße als Kapitän tätig war.

Da das „Heimser Platt“ auch in der Umgangssprache der Hochseefischerei eine Rolle spielte, unterstützt das Heringsfängermuseum den Verkauf des Wörterbuchs „Wööre ut Heimsen“. Verfasser dieses Nachschlagewerkes sind Wilhelm Plönges (Heimsen) und Jana Bajorat (Lemgo).

In der Schrift geht es auf über 60 Seiten um kurze Texte, Grammatik, Aussprache, Begriffe, Redewendungen und Sprichwörter mit freier Übersetzung. In einem Kapitel stehen Wochentage, Zahlen, Ortsnamen, Uhrzeit und Gerichte im Mittelpunkt, beispielsweise Aafken unn Klümpe (Erbsen mit Grießklößen) und Gruumm unn Fietzebohnn (Graupensuppe mit Bohnen).

Weitere Themen sind die Namen Heimser Familien und deren Höfe mit Beinamen. Die Verfasser weisen darauf hin, dass das Hochdeutsche mit dem Wandel der Zeit gehe und sich ständig den Bedingungen seiner Sprecher anpasse. Beim Plattdeutschen müsse abgewartet werden, ob es den Sprung in die Moderne schaffe. Der Wortschatz sei besonders reich in den Bereichen, die das Dorfleben bis Ende des 20. Jahrhunderts umfasse.

Bei den Vornamen im Vergleich zwischen dem Platt- und Hochdeutschen werden unter anderem Hanerich (Heinrich), Rieke (Friederike) und Guste (Auguste) genannt. Die Ortsnamen Minden, Schlüsselburg und Nienburg heißen im Heimser Platt Minn, Schlötelbörch und Naienbörch. Mitautorin Jana Bajorat wird am kommenden Sonntag am Büchertisch im Museumscafé Auskunft über das Heimser Platt geben.

Der Eintritt zum „Tag der Heringsfänger“ kostet sieben Euro. Darin enthalten sind Kaffee, Kuchen, musikalische Unterhaltung und Führungen durch die Museumsgebäude.

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So lebten die HeringsfängerBesuchertag führt in die arbeitsreiche Vergangenheit hier und auf der NordseeUlrich WestermannPetershagen-Heimsen (Wes). Zu den vielbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt Petershagen gehört das Heringsfängermuseum Heimsen. Am kommenden Sonntag, 14. Oktober, findet dort ab 14 Uhr der „Tag der Heringsfänger“ statt. Neben den Mitgliedern der noch aktiven Seemannsvereine an der Mittelweser sind auch ihre Nachfahren sowie Freunde, Förderer und weitere Besucher willkommen. Beim geselligen Zusammensein und bei Führungen können Erinnerungen an den Heringsfang aufgefrischt und vertieft werden. Das musikalische Programm mit Seemannsliedern und Akkordeonklängen gestaltet der Shanty-Chor Rehburg-Loccum. Die Besucher haben die Möglichkeit, die Ausstellungen im Haupthaus sowie im Meßlinger, Friller und Heimser Haus zu besuchen. In sachkundigen Führungen sind Einzelheiten über die harte Arbeit der Heringsfänger auf der Nordsee zu erfahren. In der ersten Etage des Hauptgebäudes zeigt der Seemannsverein Wasserstraße Exponate über die Geschichte der deutschen Hochseefischerei. Zudem gibt es Informationen über das 75-jährige Vereinsbestehen. Neben verschiedenen Schiffstypen der Hochseefischerei wird im Raum „Logger und Fangmethoden“ das neue Modell des Fangfabrikschiffs „Mond“, präsentiert, auf dem in früheren Jahren der kürzlich verstorbene Bodo Schwier aus Wasserstraße als Kapitän tätig war. Da das „Heimser Platt“ auch in der Umgangssprache der Hochseefischerei eine Rolle spielte, unterstützt das Heringsfängermuseum den Verkauf des Wörterbuchs „Wööre ut Heimsen“. Verfasser dieses Nachschlagewerkes sind Wilhelm Plönges (Heimsen) und Jana Bajorat (Lemgo). In der Schrift geht es auf über 60 Seiten um kurze Texte, Grammatik, Aussprache, Begriffe, Redewendungen und Sprichwörter mit freier Übersetzung. In einem Kapitel stehen Wochentage, Zahlen, Ortsnamen, Uhrzeit und Gerichte im Mittelpunkt, beispielsweise Aafken unn Klümpe (Erbsen mit Grießklößen) und Gruumm unn Fietzebohnn (Graupensuppe mit Bohnen). Weitere Themen sind die Namen Heimser Familien und deren Höfe mit Beinamen. Die Verfasser weisen darauf hin, dass das Hochdeutsche mit dem Wandel der Zeit gehe und sich ständig den Bedingungen seiner Sprecher anpasse. Beim Plattdeutschen müsse abgewartet werden, ob es den Sprung in die Moderne schaffe. Der Wortschatz sei besonders reich in den Bereichen, die das Dorfleben bis Ende des 20. Jahrhunderts umfasse. Bei den Vornamen im Vergleich zwischen dem Platt- und Hochdeutschen werden unter anderem Hanerich (Heinrich), Rieke (Friederike) und Guste (Auguste) genannt. Die Ortsnamen Minden, Schlüsselburg und Nienburg heißen im Heimser Platt Minn, Schlötelbörch und Naienbörch. Mitautorin Jana Bajorat wird am kommenden Sonntag am Büchertisch im Museumscafé Auskunft über das Heimser Platt geben. Der Eintritt zum „Tag der Heringsfänger“ kostet sieben Euro. Darin enthalten sind Kaffee, Kuchen, musikalische Unterhaltung und Führungen durch die Museumsgebäude.