Ahnenstätte Seelenfeld: Buschke bittet um Fairness

Oliver Plöger

Was steckt wirklich hinter dem Friedhof in Seelenfeld? Die Historiker sollen aufklären. MT- - © Foto: O. Plöger
Was steckt wirklich hinter dem Friedhof in Seelenfeld? Die Historiker sollen aufklären. MT- (© Foto: O. Plöger)

Petershagen-Seelenfeld (mt). Die Seelenfelder werden sich daran gewöhnen müssen, dass ihr Dorf weiter mit Argusaugen betrachtet wird – jedenfalls, was die Ahnenstätte betrifft. Und das weiß auch Ortsbürgermeister Jürgen Buschke, der im Rat vor allem um Fairness bat. „Als Ortsbürgermeister begrüße ich den Einsatz der beiden Historiker. Und die Herren bekommen unsere vollste Unterstützung."

Buschke lobte die bislang zwei Veranstaltungen, die zur Aufklärung auch der Zusammenhänge rund um die Ahnenstätte beigetragen haben (das MT berichtete). Gegenüber der Presse bat er um faire Berichterstattung, sie möge „nicht gleich negativ" berichten und kommentieren.

Auch der Rat votierte abschließend für den Einsatz von Thomas Lange und Dr. Karsten Wilke. Sie sind mit der Ermittlung von Fakten und Hintergründe zur geschichtlichen Einordnung der Ahnenstätte beauftragt. Dabei sollen sie sowohl die Vergangenheit als auch die Bezüge zur Gegenwart aufarbeiten. Dazu wurde Haushaltsmittel von 10.000 Euro bereitgestellt. Lange und Wilke werden bis Ende 2018/Anfang 2019 einen zweiteiligen Aufsatz zum Thema „Ahnenstätte Seelenfeld" erstellen, der anschließend veröffentlicht werden soll.

Im ersten Teil wird Thomas Lange die Entstehungsgeschichte der Anlage nachzeichnen und auch Aspekte wie „völkische Ideologie" und Totenkult analysieren. Langes Beitrag wird zudem die Nutzung der Anlage zur Zeit des Nationalsozialismus behandeln und 1945 enden.

Im zweiten Teil wird Karsten Wilke die Rezeption der Anlage in rechtsradikalen und rechtsextremen Kreisen nach 1945 nachvollziehen. Dies solle dann auch „für Außenstehende" verstehbar gemacht werden, heißt es in der Vorlage, die der Rat beschlossen hat.

2019 schlagen die Historiker eine Fachtagung vor, in der „ähnliche Rezeptionsvorgänge" dargestellt werden könnten, darunter zu den Externsteinen oder dem Freilichtmuseum Oerlinghausen.

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Ahnenstätte Seelenfeld: Buschke bittet um FairnessOliver PlögerPetershagen-Seelenfeld (mt). Die Seelenfelder werden sich daran gewöhnen müssen, dass ihr Dorf weiter mit Argusaugen betrachtet wird – jedenfalls, was die Ahnenstätte betrifft. Und das weiß auch Ortsbürgermeister Jürgen Buschke, der im Rat vor allem um Fairness bat. „Als Ortsbürgermeister begrüße ich den Einsatz der beiden Historiker. Und die Herren bekommen unsere vollste Unterstützung." Buschke lobte die bislang zwei Veranstaltungen, die zur Aufklärung auch der Zusammenhänge rund um die Ahnenstätte beigetragen haben (das MT berichtete). Gegenüber der Presse bat er um faire Berichterstattung, sie möge „nicht gleich negativ" berichten und kommentieren. Auch der Rat votierte abschließend für den Einsatz von Thomas Lange und Dr. Karsten Wilke. Sie sind mit der Ermittlung von Fakten und Hintergründe zur geschichtlichen Einordnung der Ahnenstätte beauftragt. Dabei sollen sie sowohl die Vergangenheit als auch die Bezüge zur Gegenwart aufarbeiten. Dazu wurde Haushaltsmittel von 10.000 Euro bereitgestellt. Lange und Wilke werden bis Ende 2018/Anfang 2019 einen zweiteiligen Aufsatz zum Thema „Ahnenstätte Seelenfeld" erstellen, der anschließend veröffentlicht werden soll. Im ersten Teil wird Thomas Lange die Entstehungsgeschichte der Anlage nachzeichnen und auch Aspekte wie „völkische Ideologie" und Totenkult analysieren. Langes Beitrag wird zudem die Nutzung der Anlage zur Zeit des Nationalsozialismus behandeln und 1945 enden. Im zweiten Teil wird Karsten Wilke die Rezeption der Anlage in rechtsradikalen und rechtsextremen Kreisen nach 1945 nachvollziehen. Dies solle dann auch „für Außenstehende" verstehbar gemacht werden, heißt es in der Vorlage, die der Rat beschlossen hat. 2019 schlagen die Historiker eine Fachtagung vor, in der „ähnliche Rezeptionsvorgänge" dargestellt werden könnten, darunter zu den Externsteinen oder dem Freilichtmuseum Oerlinghausen.