Kyffhäuser-Kameradschaft Meßlingen feiert 140-jähriges Bestehen „Verpflichtung, mit der Zeit zu gehen“ / Lob für Verein für Engagement im Dorf Ulrich Westermann Petershagen-Meßlingen/Haselhorn (Wes). Die älteste Kyffhäuser-Kameradschaft (KK) des Kreisverbandes Minden ist mit 140 Jahren die KK Meßlingen. Der Geburtstag wurde in Verbindung mit dem Kreisverbandsfest jenseits der Landesgrenze im niedersächsischen Dorf Haselhorn gefeiert. Abordnungen hatten 15 Kyffhäuser-Kameradschaften und vier weitere Gastvereine geschickt. Dazu kamen zahlreiche Ehrengäste.Die weiteste Anfahrt mit 700 Kilometern hatte der frühere Petershäger Stadtverbandsvorsitzende Kurt Ruhe aus seinem neuen Wohnort in Österreich unternommen.Der Vizepräsident des deutschen Kyffhäuserbundes und Landesverbandsvorsitzende in Westfalen-Lippe, Wolfgang Rosendahl, war aus Bochum angereist. Er hatte für die Jubiläums-Kameradschaft als Geschenk ein Fahnenband mitgebracht.Durch das Programm führte Kreisvorsitzender Stefan Groditzki. Mit flotten Klängen unterhielt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Leese.„Heute eine sozial geprägte Institution“Die Festrede hielt der Vorsitzende der KK Meßlingen, Ulrich Meyer. Persönlichkeiten der alten Garde wie dem langjährigen Vorsitzenden August Poos sei es zu verdanken, dass die Kyffhäuser-Kameradschaft nach wie vor eine wichtige Rolle im örtlichen Vereinsleben spiele. „Der Wandel vom Kriegerverein zu einer sozial geprägten Institution wurde durch die Gründung einer Frauengruppe im Jahr 1985 und zahlreiche gemeinnützige Aktionen erfolgreich vollzogen. Wir sammeln Brillen und Korken, unterstützen die Elterninitiative krebskranker Kinder und veranstalten seit 1999 ein unterhaltsames Hundstageprogramm mit Volkstanz und Musik.“Bürgermeister Dieter Blume ging auf die Gründungszeit der KK Meßlingen im noch jungen Kaiserreich ein. Zwei Weltkriege und 140 Jahre später existiere die Kameradschaft noch immer, obwohl der Mitgliederstand mit 30 Personen ausbaufähig sei.Die Ziele des Vereins und die Beweggründe für sein Handeln und Tun seien aktueller denn je. „Der älteste Verein in Meßlingen trägt wesentlich dazu bei, dass das Dorf einen hohen Wohlfühlfaktor besitzt.“Für den Kreis Minden-Lübbecke gratulierte Hartmut Heinen. Bei den Grundsätzen der Kyffhäuser-Kameradschaften nannte er die Pflege bewährter Traditionen im Fortschritt der Zeit sowie den Erhalt der rechtsstaatlichen Demokratie, des Friedens und der Freiheit in einem geeinten Europa.„Ich möchte alle ermuntern, den Elan und Schwung, der vor 140 Jahren zur Gründung der Kameradschaft Meßlingen führte, aufzugreifen und zu bewahren“, bekräftigte Hartmut Heinen.„Nazis beschlagnahmten gesamtes Vermögen“Der Vizepräsident des Kyffhäuserbundes, Wolfgang Rosendahl, erinnerte an den Ersten Weltkrieg, als die Mitglieder für die Angehörigen der gefallenen Soldaten Sammlungen durchführten. Zudem seien Beiträge für Kriegsopfer, Jugend- und Waisenpflege geleistet worden.„Noch viel schlimmer kam es bei den Nationalsozialisten. Am 3. März 1943 fanden sie einen Grund, den Kyffhäuserbund mit seinen inzwischen 42 000 Kameradschaften und 4,3 Millionen Mitgliedern aufzulösen und das gesamte Vermögen zu beschlagnahmen“, wusste Rosendahl.Im Oktober 1951 sei dann in Dortmund ein Neuanfang gemacht worden. Daraus habe sich ein Volksbund entwickelt, dem inzwischen auch Frauen und Jugendliche angehörten, betonte der Vizepräsident.Der Meßlinger Ortsvorsteher Günter Wehmeyer stellte die Tradition des Jubiläumsvereins heraus, die zugleich eine Verpflichtung sei, mit der Zeit zu gehen. Die KK Meßlingen sei fest in das dörfliche Vereinsleben integriert. „Die Mitglieder sind beim Kürbismarkt, bei Pflanzaktionen und weiteren Veranstaltungen immer dabei.“

Kyffhäuser-Kameradschaft Meßlingen feiert 140-jähriges Bestehen

Der Vizepräsident des deutschen Kyffhäuserbundes und Landesverbandsvorsitzende in Westfalen-Lippe, Wolfgang Rosendahl (5. v. r.), gehörte zu den zahlreichen Ehrengästen. Er überreichte der KK Meßlingen mit seinem Ersten Vorsitzenden Ulrich Meyer (6. v. r.) zum 140-jährigen Bestehen ein Fahnenband. © Foto: Ulrich Westermann

Petershagen-Meßlingen/Haselhorn (Wes). Die älteste Kyffhäuser-Kameradschaft (KK) des Kreisverbandes Minden ist mit 140 Jahren die KK Meßlingen. Der Geburtstag wurde in Verbindung mit dem Kreisverbandsfest jenseits der Landesgrenze im niedersächsischen Dorf Haselhorn gefeiert.

Abordnungen hatten 15 Kyffhäuser-Kameradschaften und vier weitere Gastvereine geschickt. Dazu kamen zahlreiche Ehrengäste.

Die weiteste Anfahrt mit 700 Kilometern hatte der frühere Petershäger Stadtverbandsvorsitzende Kurt Ruhe aus seinem neuen Wohnort in Österreich unternommen.

Der Vizepräsident des deutschen Kyffhäuserbundes und Landesverbandsvorsitzende in Westfalen-Lippe, Wolfgang Rosendahl, war aus Bochum angereist. Er hatte für die Jubiläums-Kameradschaft als Geschenk ein Fahnenband mitgebracht.

Durch das Programm führte Kreisvorsitzender Stefan Groditzki. Mit flotten Klängen unterhielt der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Leese.

„Heute eine sozial geprägte Institution“
Die Festrede hielt der Vorsitzende der KK Meßlingen, Ulrich Meyer. Persönlichkeiten der alten Garde wie dem langjährigen Vorsitzenden August Poos sei es zu verdanken, dass die Kyffhäuser-Kameradschaft nach wie vor eine wichtige Rolle im örtlichen Vereinsleben spiele. „Der Wandel vom Kriegerverein zu einer sozial geprägten Institution wurde durch die Gründung einer Frauengruppe im Jahr 1985 und zahlreiche gemeinnützige Aktionen erfolgreich vollzogen. Wir sammeln Brillen und Korken, unterstützen die Elterninitiative krebskranker Kinder und veranstalten seit 1999 ein unterhaltsames Hundstageprogramm mit Volkstanz und Musik.“

Bürgermeister Dieter Blume ging auf die Gründungszeit der KK Meßlingen im noch jungen Kaiserreich ein. Zwei Weltkriege und 140 Jahre später existiere die Kameradschaft noch immer, obwohl der Mitgliederstand mit 30 Personen ausbaufähig sei.

Die Ziele des Vereins und die Beweggründe für sein Handeln und Tun seien aktueller denn je. „Der älteste Verein in Meßlingen trägt wesentlich dazu bei, dass das Dorf einen hohen Wohlfühlfaktor besitzt.“

Für den Kreis Minden-Lübbecke gratulierte Hartmut Heinen. Bei den Grundsätzen der Kyffhäuser-Kameradschaften nannte er die Pflege bewährter Traditionen im Fortschritt der Zeit sowie den Erhalt der rechtsstaatlichen Demokratie, des Friedens und der Freiheit in einem geeinten Europa.

„Ich möchte alle ermuntern, den Elan und Schwung, der vor 140 Jahren zur Gründung der Kameradschaft Meßlingen führte, aufzugreifen und zu bewahren“, bekräftigte Hartmut Heinen.

„Nazis beschlagnahmten gesamtes Vermögen“
Der Vizepräsident des Kyffhäuserbundes, Wolfgang Rosendahl, erinnerte an den Ersten Weltkrieg, als die Mitglieder für die Angehörigen der gefallenen Soldaten Sammlungen durchführten. Zudem seien Beiträge für Kriegsopfer, Jugend- und Waisenpflege geleistet worden.

„Noch viel schlimmer kam es bei den Nationalsozialisten. Am 3. März 1943 fanden sie einen Grund, den Kyffhäuserbund mit seinen inzwischen 42 000 Kameradschaften und 4,3 Millionen Mitgliedern aufzulösen und das gesamte Vermögen zu beschlagnahmen“, wusste Rosendahl.

Im Oktober 1951 sei dann in Dortmund ein Neuanfang gemacht worden. Daraus habe sich ein Volksbund entwickelt, dem inzwischen auch Frauen und Jugendliche angehörten, betonte der Vizepräsident.

Der Meßlinger Ortsvorsteher Günter Wehmeyer stellte die Tradition des Jubiläumsvereins heraus, die zugleich eine Verpflichtung sei, mit der Zeit zu gehen. Die KK Meßlingen sei fest in das dörfliche Vereinsleben integriert. „Die Mitglieder sind beim Kürbismarkt, bei Pflanzaktionen und weiteren Veranstaltungen immer dabei.“

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