150 Teilnehmer bei Gedenkfahrt nach tödlichem Unfall Sebastian Radermacher Petershagen-Frille. Max Lawrentz fällt es sichtlich schwer, seine Trauer in Worte zu fassen. Die Stimme stockt, als er über seinen engen Freund spricht, der am 27. September bei einem tragischen Unfall am Bahnübergang in Frille ums Leben gekommen ist. Umso wichtiger ist dem 21-Jährigen und den übrigen Mitgliedern der Motorradgruppe „TDC“ die Aktion am gestrigen Sonntagnachmittag: Gemeinsam möchten sie dem Verstorbenen bei einer Gedenkfahrt die letzte Ehre erweisen. „Wir nehmen ihn heute mit auf eine letzte Fahrt – in unseren Herzen wird er immer dabei sein“, sagt Lawrentz. Rund 40 Motorräder und 60 Autos stehen auf dem Parkplatz im Gewerbegebiet Barkhausen, wo die Fahrt startet. Das Ordnungsamt und die Polizei wurden laut Lawrentz im Vorfeld informiert, eine Streifenwagenbesatzung sieht nach dem Rechten. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Petershagen oder Minden, es sind sogar Fahrzeuge aus Bielefeld und dem Landkreis Schaumburg zu sehen. Insgesamt sind rund 150 Menschen gekommen, um auf diese Weise Abschied zu nehmen. „Ich denke, er wäre stolz auf uns, wenn er das heute sehen könnte“, sagt Lawrentz. Der Unfall am Bahnübergang an der Holzstraße in Frille hat bei vielen Menschen tiefe Betroffenheit ausgelöst. Der 20-Jährige saß als Beifahrer in einem Auto, als dieses am unbeschrankten Bahnübergang von einem vorbeirasenden Zug erfasst wurde. Der 19-jährige Fahrer wurde bei dem Zusammenprall schwer verletzt, für den 20-Jährigen aus Quetzen kam jede Hilfe zu spät. Der Unfall hat die Diskussion um einen besseren Schutz an Bahnübergängen wieder in den Fokus gerückt. Vertreter von Stadt, Polizei und Bahn kündigten zuletzt an, die Gleisquerung in Frille noch einmal zu untersuchen und zu prüfen, wie sie sicherer gemacht werden kann. Ein Ergebnis liegt bislang allerdings noch nicht vor. Max Lawrentz kannte den Verstorbenen seit 2016. Die Nachricht über den tragischen Unfall habe im Freundeskreis an dem besagten Sonntag schnell die Runde gemacht. „Ich bin dann sofort zur Unfallstelle gefahren und habe das Auto dort liegen gesehen, es war schlimm“, sagt der 21-jährige Mindener gegenüber dem MT. Gemeinsam mit den Angehörigen habe er dann versucht, das Geschehene zu verarbeiten. Die Gedenkfahrt am Sonntag hilft ihm und den anderen Trauernden dabei. „Er war der lebensfroheste und lustigste Mensch, den man sich nur vorstellen kann“, sagt Lawrentz in seiner Rede vor dem Start der Gedenkfahrt. Die Motorrad-Crew habe viel zusammen erlebt. Er erzählt von Partys, gemeinsamen Fahrten, Motorradwochenenden. „Wir haben viel gelacht, aber auch Mist gebaut. Und er hat uns einfach in jeder Lebenslage geholfen.“ Dem Mindener ist es wichtig, den anderen Teilnehmern an diesem Nachmittag davon zu erzählen, die Trauer zu teilen und zu zeigen, wie schwer ihm und seinen Freunden der Abschied falle. „Es bricht uns das Herz, dass ein großer Teil unserer Gruppe nun für immer fehlen wird – er war wie ein Familienmitglied.“ Nach etwa 30 Minuten setzen sich die Autos und Motorräder in Bewegung und machen sich auf den Weg zur Unfallstelle. Dort hat jeder noch einmal für sich die Gelegenheit, zu trauern und Abschied zu nehmen. Lesen Sie auch: „Die Bilder im Kopf sind direkt wieder da“: Unfall an Bahnübergang in Frille weckt Erinnerungen„Die Bilder im Kopf sind direkt wieder da“: Unfall an Bahnübergang in Frille weckt Erinnerungen„Die Bilder im Kopf sind direkt wieder da“: Unfall an Bahnübergang in Frille weckt Erinnerungen

150 Teilnehmer bei Gedenkfahrt nach tödlichem Unfall

Die Motorrad-Crew „TDC" führte die Gedenkfahrt für ihr verstorbenes Mitglied an. Von Barkhausen fuhren sie gemeinsam zur Unfallstelle nach Frille. © Sebastian Radermacher

Petershagen-Frille. Max Lawrentz fällt es sichtlich schwer, seine Trauer in Worte zu fassen. Die Stimme stockt, als er über seinen engen Freund spricht, der am 27. September bei einem tragischen Unfall am Bahnübergang in Frille ums Leben gekommen ist. Umso wichtiger ist dem 21-Jährigen und den übrigen Mitgliedern der Motorradgruppe „TDC“ die Aktion am gestrigen Sonntagnachmittag: Gemeinsam möchten sie dem Verstorbenen bei einer Gedenkfahrt die letzte Ehre erweisen. „Wir nehmen ihn heute mit auf eine letzte Fahrt – in unseren Herzen wird er immer dabei sein“, sagt Lawrentz.

Rund 40 Motorräder und 60 Autos stehen auf dem Parkplatz im Gewerbegebiet Barkhausen, wo die Fahrt startet. Das Ordnungsamt und die Polizei wurden laut Lawrentz im Vorfeld informiert, eine Streifenwagenbesatzung sieht nach dem Rechten. Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Petershagen oder Minden, es sind sogar Fahrzeuge aus Bielefeld und dem Landkreis Schaumburg zu sehen. Insgesamt sind rund 150 Menschen gekommen, um auf diese Weise Abschied zu nehmen. „Ich denke, er wäre stolz auf uns, wenn er das heute sehen könnte“, sagt Lawrentz.

Max Lawrentz hielt eine emotionale Rede. - © Sebastian Radermacher
Max Lawrentz hielt eine emotionale Rede. - © Sebastian Radermacher

Der Unfall am Bahnübergang an der Holzstraße in Frille hat bei vielen Menschen tiefe Betroffenheit ausgelöst. Der 20-Jährige saß als Beifahrer in einem Auto, als dieses am unbeschrankten Bahnübergang von einem vorbeirasenden Zug erfasst wurde. Der 19-jährige Fahrer wurde bei dem Zusammenprall schwer verletzt, für den 20-Jährigen aus Quetzen kam jede Hilfe zu spät. Der Unfall hat die Diskussion um einen besseren Schutz an Bahnübergängen wieder in den Fokus gerückt. Vertreter von Stadt, Polizei und Bahn kündigten zuletzt an, die Gleisquerung in Frille noch einmal zu untersuchen und zu prüfen, wie sie sicherer gemacht werden kann. Ein Ergebnis liegt bislang allerdings noch nicht vor.

In einer Spendenbox sammelten die Freunde Geld, um die Familie des Verstorbenen zu unterstützen. - © Sebastian Radermacher
In einer Spendenbox sammelten die Freunde Geld, um die Familie des Verstorbenen zu unterstützen. - © Sebastian Radermacher

Max Lawrentz kannte den Verstorbenen seit 2016. Die Nachricht über den tragischen Unfall habe im Freundeskreis an dem besagten Sonntag schnell die Runde gemacht. „Ich bin dann sofort zur Unfallstelle gefahren und habe das Auto dort liegen gesehen, es war schlimm“, sagt der 21-jährige Mindener gegenüber dem MT. Gemeinsam mit den Angehörigen habe er dann versucht, das Geschehene zu verarbeiten. Die Gedenkfahrt am Sonntag hilft ihm und den anderen Trauernden dabei.

„Er war der lebensfroheste und lustigste Mensch, den man sich nur vorstellen kann“, sagt Lawrentz in seiner Rede vor dem Start der Gedenkfahrt. Die Motorrad-Crew habe viel zusammen erlebt. Er erzählt von Partys, gemeinsamen Fahrten, Motorradwochenenden. „Wir haben viel gelacht, aber auch Mist gebaut. Und er hat uns einfach in jeder Lebenslage geholfen.“ Dem Mindener ist es wichtig, den anderen Teilnehmern an diesem Nachmittag davon zu erzählen, die Trauer zu teilen und zu zeigen, wie schwer ihm und seinen Freunden der Abschied falle. „Es bricht uns das Herz, dass ein großer Teil unserer Gruppe nun für immer fehlen wird – er war wie ein Familienmitglied.“

Nach etwa 30 Minuten setzen sich die Autos und Motorräder in Bewegung und machen sich auf den Weg zur Unfallstelle. Dort hat jeder noch einmal für sich die Gelegenheit, zu trauern und Abschied zu nehmen.

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