Radioaktiver Müll lagert gleich nebenan in Leese Mitglieder aus Petershagen verstärken neue Bürgerinitiative / Sorgen wegen undichter Fässer / Treffen am 17. März Petershagen/Mittelweser-Leese (sk). Sorgen wegen undichter Fässer mit schwach radioaktivem Atommüll im niedersächsischen Leese führten zur Gründung einer Bürgerinitiative. Da das Risikogebiet nur wenige Kilometer von Petershagen entfernt ist, haben sich auch aus Nordrhein-Westfalen Mitglieder dem Kreis angeschlossen. Bereits ein Fass war durchgerostet und fiel auf. Es gehörte zu 1500 Behältern, die im Jahr 2000 von Steyerberg auf einen Industriepark in Leese umgelagert worden waren. Dort betreibt ein Unternehmen ein Zwischenlager für radioaktiven Abfall aus Medizin, Forschung und Technik. Das Material ist mehr als 30 Jahre alt.Am 24. Februar wurde nun im Hotel Pirandello in Leese die Bürgerinitiative Strahlenschutz (Biss) gegründet. Die Gruppe fordert, dass die Fässer schnellstmöglich auf ihren Inhalt überprüft werden. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte es dazu eine Bürgerversammlung gegeben. Das niedersächsische Umweltministerium prüfte verschiedene Möglichkeiten der Lagerungslogistik für die unter freiem Himmel stehenden Fässer und sprach sich für einen Hallenneubau aus.Auch Wolfgang Riesner, Architekt in Petershagen und Vorsitzender der Bürgerinitiative "Stoppt den Giftmüll", schloss sich der Biss aus Leese an. Nach seiner Auskunft sind etliche Bürger aus Petershagen ebenfalls Mitglied der Initiative."Der Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich zukünftig mit der Problematik des Atommülllagers beschäftigen wollen, geht deutlich über die Ortsgrenzen Leeses hinaus", sagt Riesner. So hätten einige Aktive aus Dörfern im Petershäger Stadtgebiet beim Gründungstreffen der Biss ihre Empörung zum Ausdruck gebracht, da es bislang keine Informationen über das Atommüllager im Nachbarkreis gegeben habe. Der Industriepark stelle nicht nur durch seine Nutzung als radioaktives Zwischenlager ein Risiko dar. Mit ihm seien auch Transporte belasteten Materials verbunden, die durch den Kreis Minden-Lübbecke gingen.Laut Riesner bringen die Mitglieder der neu gegründeten Bürgerinitiative Erfahrungen aus ihrem Engagement für andere Umweltkampagnen mit. Vertreten seien der Anti-Atom-Kreis Nienburg, der Runde Tisch Energiewende Stolzenau, die Bürgerinitiative "Bürger gegen Giftmüll" und "Stoppt den Giftmüll". Auch Kommunalpolitiker und Vertreter von Umweltverbänden engagierten sich.Die Bürgerinitiative Strahlenschutz trifft sich das nächste Mal am Montag, 17. März, 19 Uhr, im Hotel Pirandello in Leese. Weitere Informationen im Internet. biss-leese.de

Radioaktiver Müll lagert gleich nebenan in Leese

Petershagen/Mittelweser-Leese (sk). Sorgen wegen undichter Fässer mit schwach radioaktivem Atommüll im niedersächsischen Leese führten zur Gründung einer Bürgerinitiative. Da das Risikogebiet nur wenige Kilometer von Petershagen entfernt ist, haben sich auch aus Nordrhein-Westfalen Mitglieder dem Kreis angeschlossen.

Unter freiem Himmel stehen die Fässer im Zwischenlager in Leese. Mitglieder der Bürgerinitiative fordern, dass der Inhalt untersucht wird. - © Foto: pr
Unter freiem Himmel stehen die Fässer im Zwischenlager in Leese. Mitglieder der Bürgerinitiative fordern, dass der Inhalt untersucht wird. - © Foto: pr

Bereits ein Fass war durchgerostet und fiel auf. Es gehörte zu 1500 Behältern, die im Jahr 2000 von Steyerberg auf einen Industriepark in Leese umgelagert worden waren. Dort betreibt ein Unternehmen ein Zwischenlager für radioaktiven Abfall aus Medizin, Forschung und Technik. Das Material ist mehr als 30 Jahre alt.

Am 24. Februar wurde nun im Hotel Pirandello in Leese die Bürgerinitiative Strahlenschutz (Biss) gegründet. Die Gruppe fordert, dass die Fässer schnellstmöglich auf ihren Inhalt überprüft werden. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatte es dazu eine Bürgerversammlung gegeben. Das niedersächsische Umweltministerium prüfte verschiedene Möglichkeiten der Lagerungslogistik für die unter freiem Himmel stehenden Fässer und sprach sich für einen Hallenneubau aus.

Auch Wolfgang Riesner, Architekt in Petershagen und Vorsitzender der Bürgerinitiative "Stoppt den Giftmüll", schloss sich der Biss aus Leese an. Nach seiner Auskunft sind etliche Bürger aus Petershagen ebenfalls Mitglied der Initiative.

"Der Kreis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich zukünftig mit der Problematik des Atommülllagers beschäftigen wollen, geht deutlich über die Ortsgrenzen Leeses hinaus", sagt Riesner. So hätten einige Aktive aus Dörfern im Petershäger Stadtgebiet beim Gründungstreffen der Biss ihre Empörung zum Ausdruck gebracht, da es bislang keine Informationen über das Atommüllager im Nachbarkreis gegeben habe. Der Industriepark stelle nicht nur durch seine Nutzung als radioaktives Zwischenlager ein Risiko dar. Mit ihm seien auch Transporte belasteten Materials verbunden, die durch den Kreis Minden-Lübbecke gingen.

Laut Riesner bringen die Mitglieder der neu gegründeten Bürgerinitiative Erfahrungen aus ihrem Engagement für andere Umweltkampagnen mit. Vertreten seien der Anti-Atom-Kreis Nienburg, der Runde Tisch Energiewende Stolzenau, die Bürgerinitiative "Bürger gegen Giftmüll" und "Stoppt den Giftmüll". Auch Kommunalpolitiker und Vertreter von Umweltverbänden engagierten sich.

Die Bürgerinitiative Strahlenschutz trifft sich das nächste Mal am Montag, 17. März, 19 Uhr, im Hotel Pirandello in Leese. Weitere Informationen im Internet.
biss-leese.de

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