Zwischen Vorsicht und Öffnungsrausch: Worüber am Mittwoch entschieden wird Berlin (nw). Das wird ein harter Tag. Da sind sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ausnahmsweise einmal einig. Wenn sie an diesem Mittwoch wieder darüber beraten, wie und wann und in welchen Schritten Deutschland aus dem Corona-Lockdown kommen soll, dürfte um jeden Halbsatz gerungen werden. Denn alle 16 Länderregierungschefs und die Kanzlerin wissen: Die Menschen haben die Nase ziemlich voll von Homeoffice, Kontaktbeschränkung und Vereinsamung. Wer das Glück hat, keinen Schaden durch Corona zu nehmen, ist noch lange nicht vor Schäden gefeit. Die monatelange Bewegungsunfreiheit hinterlässt Spuren, vor allem bei Kindern, und viele Unternehmen sorgen sich, ob sie solvent bleiben können. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der selbst über die Friseure hinaus bereits Garten- und Baumärkte geöffnet hat - andere Länder fahren hier noch einen vorsichtigeren Kurs - warnt vor einem „Öffnungsrausch". Er ist sicher: „Wenn wir einen Fehler machen, werden wir Vertrauen verspielen." Diese Angst sitzt allen im Nacken: Dass zu Ostern wegen der Virus-Mutation die dritte Corona-Welle anrollt und aus den Öffnungsschritten Rückschritte werden. Die Ausgangslage mit Erwartungen, Hoffnungen, Forderungen: SchnelltestsKostenlose Schnelltests sowie Selbsttests sind eine wichtige Stellschraube für Öffnungen. Allein, sie sind noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden. „Kurzfristig" werde das aber der Fall sein, erklärten Regierungssprecher am Montag. Wann das ist? „Nicht zu sagen", erklärte das Gesundheitsministerium und über die Menge gibt es auch noch keine Klarheit. SchulenLehrer und Schüler dringen auf den flächendeckenden Einsatz von Corona-Schnelltests in den Schulen. „Bund und Länder haben jetzt die Aufgabe, den Schülerinnen und Schüler regelmäßige Corona-Tests anzubieten. Diese Tests müssen kostenlos sein", sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. „ Auf diese Weise lässt sich das Infektionsrisiko vermindern", fügte er hinzu. Klar sei: „Die Politik darf insbesondere mit Blick auf die Schulen nur versprechen, was sie auch halten kann. Sonst werden immer neue Enttäuschungen produziert." Auch der Deutsche Lehrerverband besteht auf einer klaren Teststrategie. „Der flächendeckende und regelmäßige Einsatz von Schnelltests an Schulen ist unabdingbar", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. „Dabei sollte insbesondere geprüft werden, ob Gurgeltests die praktikabelste Lösung sind", forderte Meidinger. „Die Kosten muss natürlich der Staat übernehmen. Das ist ein überschaubarer und sinnvoller Aufwand bis zum Ende der Pandemie." Die unterschiedlichen Lehrerverbände und Gewerkschaften haben zudem bislang immer wieder einen festen, bundeseinheitlichen Plan gefordert, bei welcher Inzidenz in den Schulen was passieren soll. Den haben die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin allerdings bislang nicht erarbeitet. Da die Kanzlerin nach der letzten Ministerpräsidentenkonferenz – wenn auch widerwillig – die Verantwortung an die Länder gegeben hat, ist auch diesmal nicht damit zu rechnen. Ein Erfolg für die Lehrergewerkschaften ist aber, dass Grundschullehrer und Kitaerzieher früher geimpft werden als ursprünglich geplant. ImpfenDie Lage hat sich etwas gebessert: Waren noch in der vergangenen Woche nur 15 Prozent der gelieferten Dosen des Vakzins von Astrazeneca verimpft, stieg der Anteil bis Montag auf 31 Prozent. Gleichwohl liegen noch immer rund eine Million Dosen ungenutzt in den Kühlschränken. Mehrere Politiker fordern nun, diesen Impfstoff für alle freizugeben. Er solle möglichst schnell auch von Haus- und Betriebsärzten verimpft werden. Söder brachte eine Impfung älterer Schüler durch Schulärzte ins Gespräch. Regierungssprecher Steffen Seibert machte nach der Sitzung des Corona-Kabinetts allerdings deutlich, dass die Bundesregierung keine grundsätzliche Freigabe verfolge. Zusammen mit Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) forderte Söder eine grundsätzliche Änderung der bundesweiten Impfverordnung: Die bislang geltende Priorisierung bestimmten Bevölkerungsgruppen solle nicht mehr rechtlich bindend sein, sondern lediglich eine Empfehlung. Kretschmer schlug in diesem Zusammenhang zudem vor, die Impfstrategie in Corona-Hotspots grundlegend zu ändern: Dort sollten möglichst alle Menschen über 18 Jahre geimpft werden – unabhängig von jeglicher Priorisierung. Vorschlag: Frist bis zur Zweitimpfung maximal dehnen Unterdessen kamen auch aus der Forschung neue Vorschläge: Zusammen mit mehreren Wissenschaftlern schlug der Epidemiologe und SPD-Politiker Karl Lauterbach vor, stets alle zur Verfügung stehenden Vakzine sofort zu verimpfen und die Frist bis zur Zweitimpfung maximal zu dehnen. Ihr Argument: Besonders die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna schützten rund zwei Wochen nach der ersten Impfung bereits gut vor schweren und tödlichen Verläufen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Impfstoffknappheit könnten durch dieses Verfahren mehr Menschen geschützt werden, haben die Experten in Modellrechnungen ermittelt. WirtschaftWirtschaftsverbände und Landeswirtschaftsminister erhöhen den Druck auf die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten, umfangreiche Öffnungsschritte aus dem Lockdown bereits für März zu beschließen und dafür die bisherigen Grenzwerte für Neuinfektionen aufzuweichen. Das geht aus einem Papier von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hervor, das der Redaktion vorliegt. Die bisherige Festlegung von Bund und Ländern, dass angesichts der Mutation des Virus Öffnungen nur bei einem stabilen Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen möglich sein soll, will die Wirtschaft nicht akzeptieren. Große Einzelhandelsketten fordern, dass die Geschäfte am 8. März, wieder geöffnet werden. Sie werden dabei vom Branchendachverband HDE unterstützt. „Der Druck im Einzelhandel steigt, die Unternehmen brauchen dringend zeitnah eine Öffnungsperspektive. Dafür hat der HDE mit einem verschärften Hygienekonzept die Grundlage gelegt", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Massiv Druck macht die neue Initiative mit dem Namen „Das Leben gehört ins Zentrum", in der sich knapp drei Dutzend Unternehmen organisiert haben. Deichmann (Schuhe), Thalia (Bücher), S.Oliver, Kik und Breuninger (alle Bekleidung) gehören dazu, ebenso wie der Elektronikhändler Media Markt/Saturn. Die Initiative hat sieben Punkte als Selbstverpflichtung des Handels vorgeschlagen, mit denen Ansteckungen von Kunden und Beschäftigten verhindert werden sollen. Die Händler wollen sich verpflichten, den Zugang zu den Geschäften zu regulieren, Kontaktflächen regelmäßig zu reinigen und zu desinfizieren, sie wollen auch dafür sorgen, dass Abstände eingehalten und Mund-Nasenschutz konsequent getragen werden. NachverfolgungEine verbesserte Nachverfolgung von Infektionsketten hatten sich Bund und Länder davon versprochen, die Gesundheitsämter bundesweit mit der einheitlichen Software „Sormas" auszurüsten – doch die für Ende Februar geplante Einführung ist noch nicht überall gelungen. Laut Deutschem Städtetag liegt das nicht an einer Ablehnung von Sormas durch die Städte, sondern an der Überlastung der Ämter und mangelnder Einbindung der Kommunen durch den Bund. Der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, sagte: „Ein vollständiger Wechsel auf das System SORMAS, wie vom Bund gewünscht, wird deshalb nicht überall zeitnah gelingen." StimmungDie Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der Bekämpfung der Corona-Krise schwankt einer Forsa-Umfrage zufolge zwischen den Bundesländern massiv. Nach einer Repräsentativerhebung in der Zeit vom 18. bis 26. Februar ist die Einschätzung in Bayern und in norddeutschen Ländern überdurchschnittlich positiv, während in Berlin und den darum liegenden ostdeutschen Ländern sowie in Nordrhein-Westfalen die Stimmung vergleichsweise schlecht ist. In Mecklenburg-Vorpommern und in Bayern werden die Anstrengungen für die Bewältigung der Pandemie am positivsten bewertet. In beiden Ländern erklärten jeweils 72 Prozent der Befragten, die Krise sei bisher „alles in allem" gut bewältigt worden. In Schleswig-Holstein sind es 71 und in Hamburg 70 Prozent. Den schlechtesten Wert weist Thüringen mit nur 40 Prozent der Befragten aus, die mit der Krisenbewältigung alles in allem zufrieden sind. 57 Prozent gaben dort an, die Krise werde nicht so gut beziehungsweise schlecht bewältigt. In Sachsen äußerten sich 44 Prozent positiv, in Berlin und Nordrhein-Westfalen jeweils 45 und in Brandenburg 46 Prozent. Im Mittelfeld mit Zustimmungswerten zwischen 51 und 65 Prozent liegen das Saarland (51), Niedersachsen (53), Hessen (54), Sachsen-Anhalt (58), Baden-Württemberg (60), Rheinland-Pfalz (64) und Bremen (65). Befragt wurden insgesamt 7.980 Menschen. Die Zufriedenheit beziehungsweise Unzufriedenheit der Menschen korrespondiert nicht in jedem Fall mit den Inzidenzwerten. Auf die zum Teil harte Vorgehensweise in Städten mit „Verweilverbotszonen" und der Aufforderung, sich nicht auf einer Parkbank niederzulassen, reagierte Linken-Fraktionschef Dietar Bartsch so: „Ich unterstütze sehr, dass die beschlossenen Coronamaßnahmen eingehalten werden, aber hier wird über das Ziel hinausgeschossen." Er fordert von der MPK eine präzise Öffnungs- und Impf- und Schnelltestsstrategie.

Zwischen Vorsicht und Öffnungsrausch: Worüber am Mittwoch entschieden wird

In Sachsen-Anhalt sind diese Baumärkte seit Montag wieder geöffnet. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Berlin (nw). Das wird ein harter Tag. Da sind sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten ausnahmsweise einmal einig. Wenn sie an diesem Mittwoch wieder darüber beraten, wie und wann und in welchen Schritten Deutschland aus dem Corona-Lockdown kommen soll, dürfte um jeden Halbsatz gerungen werden. Denn alle 16 Länderregierungschefs und die Kanzlerin wissen: Die Menschen haben die Nase ziemlich voll von Homeoffice, Kontaktbeschränkung und Vereinsamung. Wer das Glück hat, keinen Schaden durch Corona zu nehmen, ist noch lange nicht vor Schäden gefeit. Die monatelange Bewegungsunfreiheit hinterlässt Spuren, vor allem bei Kindern, und viele Unternehmen sorgen sich, ob sie solvent bleiben können.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der selbst über die Friseure hinaus bereits Garten- und Baumärkte geöffnet hat - andere Länder fahren hier noch einen vorsichtigeren Kurs - warnt vor einem „Öffnungsrausch". Er ist sicher: „Wenn wir einen Fehler machen, werden wir Vertrauen verspielen." Diese Angst sitzt allen im Nacken: Dass zu Ostern wegen der Virus-Mutation die dritte Corona-Welle anrollt und aus den Öffnungsschritten Rückschritte werden. Die Ausgangslage mit Erwartungen, Hoffnungen, Forderungen:

Schnelltests
Kostenlose Schnelltests sowie Selbsttests sind eine wichtige Stellschraube für Öffnungen. Allein, sie sind noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden. „Kurzfristig" werde das aber der Fall sein, erklärten Regierungssprecher am Montag. Wann das ist? „Nicht zu sagen", erklärte das Gesundheitsministerium und über die Menge gibt es auch noch keine Klarheit.

Schulen
Lehrer und Schüler dringen auf den flächendeckenden Einsatz von Corona-Schnelltests in den Schulen. „Bund und Länder haben jetzt die Aufgabe, den Schülerinnen und Schüler regelmäßige Corona-Tests anzubieten. Diese Tests müssen kostenlos sein", sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm. „ Auf diese Weise lässt sich das Infektionsrisiko vermindern", fügte er hinzu. Klar sei: „Die Politik darf insbesondere mit Blick auf die Schulen nur versprechen, was sie auch halten kann. Sonst werden immer neue Enttäuschungen produziert."

Auch der Deutsche Lehrerverband besteht auf einer klaren Teststrategie. „Der flächendeckende und regelmäßige Einsatz von Schnelltests an Schulen ist unabdingbar", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. „Dabei sollte insbesondere geprüft werden, ob Gurgeltests die praktikabelste Lösung sind", forderte Meidinger. „Die Kosten muss natürlich der Staat übernehmen. Das ist ein überschaubarer und sinnvoller Aufwand bis zum Ende der Pandemie."

Die unterschiedlichen Lehrerverbände und Gewerkschaften haben zudem bislang immer wieder einen festen, bundeseinheitlichen Plan gefordert, bei welcher Inzidenz in den Schulen was passieren soll. Den haben die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin allerdings bislang nicht erarbeitet. Da die Kanzlerin nach der letzten Ministerpräsidentenkonferenz – wenn auch widerwillig – die Verantwortung an die Länder gegeben hat, ist auch diesmal nicht damit zu rechnen. Ein Erfolg für die Lehrergewerkschaften ist aber, dass Grundschullehrer und Kitaerzieher früher geimpft werden als ursprünglich geplant.

Impfen
Die Lage hat sich etwas gebessert: Waren noch in der vergangenen Woche nur 15 Prozent der gelieferten Dosen des Vakzins von Astrazeneca verimpft, stieg der Anteil bis Montag auf 31 Prozent. Gleichwohl liegen noch immer rund eine Million Dosen ungenutzt in den Kühlschränken. Mehrere Politiker fordern nun, diesen Impfstoff für alle freizugeben. Er solle möglichst schnell auch von Haus- und Betriebsärzten verimpft werden. Söder brachte eine Impfung älterer Schüler durch Schulärzte ins Gespräch. Regierungssprecher Steffen Seibert machte nach der Sitzung des Corona-Kabinetts allerdings deutlich, dass die Bundesregierung keine grundsätzliche Freigabe verfolge.

Zusammen mit Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) forderte Söder eine grundsätzliche Änderung der bundesweiten Impfverordnung: Die bislang geltende Priorisierung bestimmten Bevölkerungsgruppen solle nicht mehr rechtlich bindend sein, sondern lediglich eine Empfehlung. Kretschmer schlug in diesem Zusammenhang zudem vor, die Impfstrategie in Corona-Hotspots grundlegend zu ändern: Dort sollten möglichst alle Menschen über 18 Jahre geimpft werden – unabhängig von jeglicher Priorisierung.

Vorschlag: Frist bis zur Zweitimpfung maximal dehnen

Unterdessen kamen auch aus der Forschung neue Vorschläge: Zusammen mit mehreren Wissenschaftlern schlug der Epidemiologe und SPD-Politiker Karl Lauterbach vor, stets alle zur Verfügung stehenden Vakzine sofort zu verimpfen und die Frist bis zur Zweitimpfung maximal zu dehnen. Ihr Argument: Besonders die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna schützten rund zwei Wochen nach der ersten Impfung bereits gut vor schweren und tödlichen Verläufen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Impfstoffknappheit könnten durch dieses Verfahren mehr Menschen geschützt werden, haben die Experten in Modellrechnungen ermittelt.

Wirtschaft
Wirtschaftsverbände und Landeswirtschaftsminister erhöhen den Druck auf die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten, umfangreiche Öffnungsschritte aus dem Lockdown bereits für März zu beschließen und dafür die bisherigen Grenzwerte für Neuinfektionen aufzuweichen. Das geht aus einem Papier von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hervor, das der Redaktion vorliegt. Die bisherige Festlegung von Bund und Ländern, dass angesichts der Mutation des Virus Öffnungen nur bei einem stabilen Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen möglich sein soll, will die Wirtschaft nicht akzeptieren.

Große Einzelhandelsketten fordern, dass die Geschäfte am 8. März, wieder geöffnet werden. Sie werden dabei vom Branchendachverband HDE unterstützt. „Der Druck im Einzelhandel steigt, die Unternehmen brauchen dringend zeitnah eine Öffnungsperspektive. Dafür hat der HDE mit einem verschärften Hygienekonzept die Grundlage gelegt", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Massiv Druck macht die neue Initiative mit dem Namen „Das Leben gehört ins Zentrum", in der sich knapp drei Dutzend Unternehmen organisiert haben. Deichmann (Schuhe), Thalia (Bücher), S.Oliver, Kik und Breuninger (alle Bekleidung) gehören dazu, ebenso wie der Elektronikhändler Media Markt/Saturn. Die Initiative hat sieben Punkte als Selbstverpflichtung des Handels vorgeschlagen, mit denen Ansteckungen von Kunden und Beschäftigten verhindert werden sollen.

Die Händler wollen sich verpflichten, den Zugang zu den Geschäften zu regulieren, Kontaktflächen regelmäßig zu reinigen und zu desinfizieren, sie wollen auch dafür sorgen, dass Abstände eingehalten und Mund-Nasenschutz konsequent getragen werden.

Nachverfolgung
Eine verbesserte Nachverfolgung von Infektionsketten hatten sich Bund und Länder davon versprochen, die Gesundheitsämter bundesweit mit der einheitlichen Software „Sormas" auszurüsten – doch die für Ende Februar geplante Einführung ist noch nicht überall gelungen. Laut Deutschem Städtetag liegt das nicht an einer Ablehnung von Sormas durch die Städte, sondern an der Überlastung der Ämter und mangelnder Einbindung der Kommunen durch den Bund. Der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, sagte: „Ein vollständiger Wechsel auf das System SORMAS, wie vom Bund gewünscht, wird deshalb nicht überall zeitnah gelingen."

Stimmung
Die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit der Bekämpfung der Corona-Krise schwankt einer Forsa-Umfrage zufolge zwischen den Bundesländern massiv. Nach einer Repräsentativerhebung in der Zeit vom 18. bis 26. Februar ist die Einschätzung in Bayern und in norddeutschen Ländern überdurchschnittlich positiv, während in Berlin und den darum liegenden ostdeutschen Ländern sowie in Nordrhein-Westfalen die Stimmung vergleichsweise schlecht ist.

In Mecklenburg-Vorpommern und in Bayern werden die Anstrengungen für die Bewältigung der Pandemie am positivsten bewertet. In beiden Ländern erklärten jeweils 72 Prozent der Befragten, die Krise sei bisher „alles in allem" gut bewältigt worden. In Schleswig-Holstein sind es 71 und in Hamburg 70 Prozent. Den schlechtesten Wert weist Thüringen mit nur 40 Prozent der Befragten aus, die mit der Krisenbewältigung alles in allem zufrieden sind. 57 Prozent gaben dort an, die Krise werde nicht so gut beziehungsweise schlecht bewältigt. In Sachsen äußerten sich 44 Prozent positiv, in Berlin und Nordrhein-Westfalen jeweils 45 und in Brandenburg 46 Prozent.

Im Mittelfeld mit Zustimmungswerten zwischen 51 und 65 Prozent liegen das Saarland (51), Niedersachsen (53), Hessen (54), Sachsen-Anhalt (58), Baden-Württemberg (60), Rheinland-Pfalz (64) und Bremen (65). Befragt wurden insgesamt 7.980 Menschen. Die Zufriedenheit beziehungsweise Unzufriedenheit der Menschen korrespondiert nicht in jedem Fall mit den Inzidenzwerten.

Auf die zum Teil harte Vorgehensweise in Städten mit „Verweilverbotszonen" und der Aufforderung, sich nicht auf einer Parkbank niederzulassen, reagierte Linken-Fraktionschef Dietar Bartsch so: „Ich unterstütze sehr, dass die beschlossenen Coronamaßnahmen eingehalten werden, aber hier wird über das Ziel hinausgeschossen." Er fordert von der MPK eine präzise Öffnungs- und Impf- und Schnelltestsstrategie.

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