Kinderärzte dringen auf Öffnung von Schulen und Kitas Tim Szent-Ivanyi Berlin. Die Kinderärzte dringen auf eine schnelle Öffnung von Schulen und Kitas. „Auch nach dem Auftreten von Virusmutationen bleibt es dabei, dass Kinder und Jugendliche keine Treiber der Pandemie sind", sagt der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach. „Deshalb können und müssen alle Schulen und die Kitas umgehend wieder geöffnet werden." Eine weitere Schließung der Schulen würde die Kollateralschäden für Kinder und Jugendliche massiv erhöhen, sagte Fischbach weiter. Neben Vereinsamung, Depression, aggressivem Verhalten und innerfamiliären Konflikten sei auch eine Zunahme der Fettleibigkeit aufgrund von Bewegungsmangel zu beobachten. „Je länger der Lockdown dauert, desto massiver werden aller Voraussicht nach die Langzeitfolgen sein", sagte Fischbach. Laien-Schnelltests böten „allenfalls eine Scheinsicherheit" Wichtig sei nun, dass nicht nur Grundschullehrer, sondern auch Lehrer weiterführender Schulen geimpft würden. „Gerade die weiterführenden Schulen spielen in der Virusverbreitung gegenüber den Kitas und Grundschulen eine deutlich relevantere Rolle", sagte Fischbach. Auch die Entwicklung eines Impfstoffs für Kinder und Jugendliche müsse stärker vorangetrieben werden. Laien-Schnelltests böten „allenfalls eine Scheinsicherheit". Der Präsident des Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, brachte ein freiwilliges Zusatzjahr für Schüler ins Gespräch. Damit ließe sich darauf reagieren, dass nach einem Jahr Homeschooling „viele Schüler den Anschluss nicht mehr schaffen", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. In dem Zusatzjahr sollten nur die Fächer mit Nachholbedarf eine Rolle spielen. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) forderte Öffnungsstrategien. „Das Auftreten von Mutationen ändert nichts daran, dass ein Dauerlockdown keine Option ist", sagte KBV-Vizechef Stephan Hofmeister. Die Kollateralschäden seien inzwischen immens, insbesondere für Kinder und Jugendliche, aber auch für die Wirtschaft. Seit einigen Tagen steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder Hofmeister distanzierte sich von der Orientierungsmarke der Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und zuvor 50 Neuinfektionen pro 100 .000 Einwohnern. Es handele sich um gegriffene, unwissenschaftliche Festlegungen. Am Mittwoch stehen die nächsten Bund-Länder-Beratungen über den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie an. Die Zahl der Neuinfektionen steigt seit einigen Tagen wieder an. Unter anderem die kurz vor einer Landtagswahl stehenden Ministerpräsidenten sprachen sich für Öffnungsstrategien aus. So befand die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD), Erleichterungen für die Außengastronomie seien angesichts des besser werdenden Wetters sinnvoll. Es sei schwierig, Gastronomen ihr Geschäft zu verbieten, wenn Menschen auf Bänken und Treppen Kaffee tränken und sich an Abstandsregeln hielten, sagte sie dem „Tagesspiegel".

Kinderärzte dringen auf Öffnung von Schulen und Kitas

Es bleibe dabei, dass KInder und Jugendliche keine Treiber der Pandemie seien, sagt der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach. © picture alliance/dpa | Gregor Fischer

Berlin. Die Kinderärzte dringen auf eine schnelle Öffnung von Schulen und Kitas. „Auch nach dem Auftreten von Virusmutationen bleibt es dabei, dass Kinder und Jugendliche keine Treiber der Pandemie sind", sagt der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach. „Deshalb können und müssen alle Schulen und die Kitas umgehend wieder geöffnet werden."

Eine weitere Schließung der Schulen würde die Kollateralschäden für Kinder und Jugendliche massiv erhöhen, sagte Fischbach weiter. Neben Vereinsamung, Depression, aggressivem Verhalten und innerfamiliären Konflikten sei auch eine Zunahme der Fettleibigkeit aufgrund von Bewegungsmangel zu beobachten. „Je länger der Lockdown dauert, desto massiver werden aller Voraussicht nach die Langzeitfolgen sein", sagte Fischbach.

Laien-Schnelltests böten „allenfalls eine Scheinsicherheit"

Wichtig sei nun, dass nicht nur Grundschullehrer, sondern auch Lehrer weiterführender Schulen geimpft würden. „Gerade die weiterführenden Schulen spielen in der Virusverbreitung gegenüber den Kitas und Grundschulen eine deutlich relevantere Rolle", sagte Fischbach. Auch die Entwicklung eines Impfstoffs für Kinder und Jugendliche müsse stärker vorangetrieben werden. Laien-Schnelltests böten „allenfalls eine Scheinsicherheit".

Der Präsident des Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, brachte ein freiwilliges Zusatzjahr für Schüler ins Gespräch. Damit ließe sich darauf reagieren, dass nach einem Jahr Homeschooling „viele Schüler den Anschluss nicht mehr schaffen", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. In dem Zusatzjahr sollten nur die Fächer mit Nachholbedarf eine Rolle spielen.

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) forderte Öffnungsstrategien. „Das Auftreten von Mutationen ändert nichts daran, dass ein Dauerlockdown keine Option ist", sagte KBV-Vizechef Stephan Hofmeister. Die Kollateralschäden seien inzwischen immens, insbesondere für Kinder und Jugendliche, aber auch für die Wirtschaft.

Seit einigen Tagen steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder

Hofmeister distanzierte sich von der Orientierungsmarke der Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und zuvor 50 Neuinfektionen pro 100 .000 Einwohnern. Es handele sich um gegriffene, unwissenschaftliche Festlegungen.

Am Mittwoch stehen die nächsten Bund-Länder-Beratungen über den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie an. Die Zahl der Neuinfektionen steigt seit einigen Tagen wieder an. Unter anderem die kurz vor einer Landtagswahl stehenden Ministerpräsidenten sprachen sich für Öffnungsstrategien aus.

So befand die rheinland-pfälzische Regierungschefin Malu Dreyer (SPD), Erleichterungen für die Außengastronomie seien angesichts des besser werdenden Wetters sinnvoll. Es sei schwierig, Gastronomen ihr Geschäft zu verbieten, wenn Menschen auf Bänken und Treppen Kaffee tränken und sich an Abstandsregeln hielten, sagte sie dem „Tagesspiegel".

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