Tourismus Die Deutschen sind nach Corona-Lockdowns heiß auf den Herbsturlaub An diesem Wochenende starten viele Menschen in NRW in den Herbsturlaub. Allerdings behindern im Inland 1.000 Baustellen auf Autobahnen den Verkehr. An Nord- und Ostsee gibt es kaum freie Quartiere. Matthias Bungeroth Bielefeld. Volle Quartiere an Nord- und Ostsee sowie in den Mittelgebirgen und den Alpenregionen: Pünktlich zum Beginn der Herbstferien in fünf großen Bundesländern ist die Lust auf Urlaub nach anderthalb Jahren mit Lockdown-Erfahrungen wieder zurückgekehrt. "Deutschland ist fast ausgebucht", sagt Ralf Collatz, Sprecher des ADAC Ostwestfalen-Lippe. Die Kieler Forschungsgemeinschaft für Urlaub und Reise hat herausgefunden, dass in diesem Jahr 42 Prozent der Deutschen einen Urlaub in diesem Herbst und Winter planen. "Es gibt eine Nachhol-Nachfrage", erläutert Torsten Kirstges, Tourismusexperte von der Jade Hochschule Wilhelmshaven. Einige Menschen hätten mit dem Reisen rund zwei Jahre lang ausgesetzt. Zudem gebe es eine gewisse Angst vor neuerlichen Lockdowns. "Es wird nicht mehr zu einem Lockdown kommen" Martin Linne, Tourismusexperte von der Hochschule Harz, sieht diese Gefahr als nicht so groß an. "Ich glaube, dass es nicht mehr zu einem Lockdown kommen wird und darf", sagt der Professor. Die touristischen Modellregionen wie in Schleswig-Holstein hätten bewiesen, dass das Infektionsgeschehen dort kontrollierbar gewesen sei. Die meisten Urlauber werden ihre Fahrt ans Reiseziel mit dem Auto zurücklegen, sagt Collatz voraus. Nachteil: "Urlauber, Tagesausflügler und am Freitag auch Berufspendler sorgen in Kombination mit vielen Baustellen und andauernden Sperrungen durch Hochwasserschäden für eine hohe Staugefahr in Nordrhein-Westfalen", sagt Florian Lange, Verkehrsexperte des ADAC in NRW. "Deutschlandweit sorgen rund 1.000 Herbstbaustellen auf den Autobahnen für mögliche Verzögerungen." "Der Deutschlandtourismus hat von der Krise profitiert" Selbst die am stärksten befahrenen Autobahnen in NRW werden laut Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg/Essen noch rund fünf Prozent mehr Verkehrsaufkommen haben als zu sonstigen Spitzenzeiten. Der Rat des Professors: "Man sollte sehen, dass man vor dem Berufsverkehr durch die Ballungsräume ist." "Der Deutschlandtourismus hat von der Krise relativ profitiert", sagt Kirstges. Gleichzeitig gelte die Feststellung: "Das Reisegeschäft wird 2021 gegenüber 2019 um 60 bis 80 Prozent im Minus bleiben." 2020 habe dieser Wert bei minus 90 Prozent gelegen. Der Deutsche Reiseverband sieht eine hohe Nachfrage nach Reisen in den Herbstferien und einen "anhaltenden Trend zu Zielen im eigenen und den angrenzenden Ländern". Im Ausland seien Mallorca und die Kanaren beliebt.
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Die Deutschen sind nach Corona-Lockdowns heiß auf den Herbsturlaub

Idyllische Atmosphäre: der kleine Hafen von Timmendorf. Ziele an Nord- und Ostsee sind zu den Herbstferien wieder angesagt. © Kurverwaltung Timmendorf

Bielefeld. Volle Quartiere an Nord- und Ostsee sowie in den Mittelgebirgen und den Alpenregionen: Pünktlich zum Beginn der Herbstferien in fünf großen Bundesländern ist die Lust auf Urlaub nach anderthalb Jahren mit Lockdown-Erfahrungen wieder zurückgekehrt. "Deutschland ist fast ausgebucht", sagt Ralf Collatz, Sprecher des ADAC Ostwestfalen-Lippe.

Die Kieler Forschungsgemeinschaft für Urlaub und Reise hat herausgefunden, dass in diesem Jahr 42 Prozent der Deutschen einen Urlaub in diesem Herbst und Winter planen. "Es gibt eine Nachhol-Nachfrage", erläutert Torsten Kirstges, Tourismusexperte von der Jade Hochschule Wilhelmshaven. Einige Menschen hätten mit dem Reisen rund zwei Jahre lang ausgesetzt. Zudem gebe es eine gewisse Angst vor neuerlichen Lockdowns.

"Es wird nicht mehr zu einem Lockdown kommen"

Martin Linne, Tourismusexperte von der Hochschule Harz, sieht diese Gefahr als nicht so groß an. "Ich glaube, dass es nicht mehr zu einem Lockdown kommen wird und darf", sagt der Professor. Die touristischen Modellregionen wie in Schleswig-Holstein hätten bewiesen, dass das Infektionsgeschehen dort kontrollierbar gewesen sei.

Die meisten Urlauber werden ihre Fahrt ans Reiseziel mit dem Auto zurücklegen, sagt Collatz voraus. Nachteil: "Urlauber, Tagesausflügler und am Freitag auch Berufspendler sorgen in Kombination mit vielen Baustellen und andauernden Sperrungen durch Hochwasserschäden für eine hohe Staugefahr in Nordrhein-Westfalen", sagt Florian Lange, Verkehrsexperte des ADAC in NRW. "Deutschlandweit sorgen rund 1.000 Herbstbaustellen auf den Autobahnen für mögliche Verzögerungen."

"Der Deutschlandtourismus hat von der Krise profitiert"

Selbst die am stärksten befahrenen Autobahnen in NRW werden laut Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg/Essen noch rund fünf Prozent mehr Verkehrsaufkommen haben als zu sonstigen Spitzenzeiten. Der Rat des Professors: "Man sollte sehen, dass man vor dem Berufsverkehr durch die Ballungsräume ist."

"Der Deutschlandtourismus hat von der Krise relativ profitiert", sagt Kirstges. Gleichzeitig gelte die Feststellung: "Das Reisegeschäft wird 2021 gegenüber 2019 um 60 bis 80 Prozent im Minus bleiben." 2020 habe dieser Wert bei minus 90 Prozent gelegen. Der Deutsche Reiseverband sieht eine hohe Nachfrage nach Reisen in den Herbstferien und einen "anhaltenden Trend zu Zielen im eigenen und den angrenzenden Ländern". Im Ausland seien Mallorca und die Kanaren beliebt.

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