Corona-Schutz Antikörpertest vor der Booster-Impfung: Wie sinnvoll ist das? Peter Heidbrink Deutschland ist im Booster-Modus. Vielerorts stehen Menschen Schlange, um sich den Auffrischungs-Piks zu holen und den Impfschutz damit noch einmal zu intensivieren. So manchem kommen dabei aber auch Zweifel: Ist der Booster jetzt wirklich schon nötig oder reicht die Grundimmunisierung noch aus? Viele wollen deshalb vorab zu einem Antikörpertest greifen – doch ist der sinnvoll? Das Robert-Koch-Institut (RKI) verweist darauf, dass viele Menschen fälschlicherweise annehmen, dass bei hohem Antikörperspiegel nach der Grundimmunisierung gegen Covid-19 oder einer Coronavirus-Infektion keine Auffrisch-Impfung verabreicht werden sollte. Dies sei jedoch falsch. Denn: Es sei nicht bekannt, ab welchem Wert von einem ausreichenden Schutz vor der Erkrankung ausgegangen werden kann. Es sei deshalb auch nicht empfohlen, vor der Booster-Impfung mittels Antikörpertest Antikörperwerte bestimmen zu lassen. Auch Immunologe Carsten Watzl rät davon ab, die Booster-Impfung von einem Antikörpertest abhängig zu machen. Zwar korreliere die Höhe der Antikörper mit dem Schutz, nur welcher Wert als gut anzusehen sei, sei fraglich. Genaue Grenzwerte seien noch nicht bekannt, wie er bei Twitter erklärt. Jedoch scheine es so, als ob Antikörperwerte von 1.000 BAU/ml mit einem recht guten Schutz vor symptomatischen Infektionen korrelieren. "Darunter kommen wir bald in einen Bereich, wo der Schutz nicht mehr so gut ist. Wo aber der Grenzwert liegt, kann niemand seriös sagen", schreibt er. Und weiter: "Wenn der Wert aber unter 100 BAU/ml liegt, ist man wahrscheinlich nicht mehr gut vor der Infektion geschützt." (1) Was sagen die Antikörperspiegel über meinen Schutz aus? Aktuell noch nicht viel, daher sollte man eine Booster Impfung auch nicht von einem Antikörpertest abhängig machen. ABER: Die Höher der Antikörper korreliert mit dem Schutz. Nur wie hoch ist gut? — Carsten Watzl (@CarstenWatzl) November 10, 2021Mit Antikörpertest Impf-Erfolg bestimmen? Und wie sieht es mit einem Antikörpertest als Impf-Erfolgskontrolle aus? Hier verweist das RKI auf die Ständige Impfkommission (STIKO). Demnach wird keine generelle Prüfung des Impferfolgs mittels Antikörpertest empfohlen. Ausnahmen stellen allerdings Patientinnen und Patienten mit einer Immundefizienz dar, also einer Erkrankung des Immunsystems, die mit einer Schwächung des Abwehrsystems einhergeht. Auch Personen, bei denen von einer erwartbar stark verminderten Impfantwort ausgegangen wird, bilden eine Ausnahme. Insgesamt verweist das RKI darauf, dass kein Schwellenwert existiert, ab dem eine Immunität angenommen werden kann und spricht deshalb auch keine Empfehlung für eine generelle Überprüfung mittels Antikörpertest aus. Wer kommt für die Kosten auf? Wer trotzdem einen Antikörpertest machen will, der muss in der Regel selbst für die Kosten aufkommen - sie gelten nicht prinzipiell als Kassenleistung. Die Techniker Krankenkasse verweist auf ihrer Internetseite beispielsweise darauf, dass ein solcher Test nur dann gezahlt werde, wenn dieser aus Sicht eines Arztes medizinisch notwendig sei. Die Testung müsse in einem direkten zeitlichen Bezug zu einer Covid-19-Symptomatik stehen. Ist dies nicht der Fall, kann der Test auf eigene Kosten beim Hausarzt auf Wunsch durchgeführt werden. Hierfür werden zwischen 20 und 50 Euro fällig. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, einen Antikörper-Selbsttest durchzuführen. Diesen gibt es zum Beispiel in Drogeriemärkten und Online-Shops. Käufer erhalten hier ein Test-Kit, mit dem sie sich selbst Blut abnehmen und die Probe dann per Post in ein Labor zur Analyse schicken können.
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Antikörpertest vor der Booster-Impfung: Wie sinnvoll ist das?

Ist die Booster-Impfung jetzt schon nötig oder kann ich noch warten? Viele sind verunsichert, was ihren Impfschutz angeht. © Symbolfoto: Pixabay

Deutschland ist im Booster-Modus. Vielerorts stehen Menschen Schlange, um sich den Auffrischungs-Piks zu holen und den Impfschutz damit noch einmal zu intensivieren. So manchem kommen dabei aber auch Zweifel: Ist der Booster jetzt wirklich schon nötig oder reicht die Grundimmunisierung noch aus? Viele wollen deshalb vorab zu einem Antikörpertest greifen – doch ist der sinnvoll?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) verweist darauf, dass viele Menschen fälschlicherweise annehmen, dass bei hohem Antikörperspiegel nach der Grundimmunisierung gegen Covid-19 oder einer Coronavirus-Infektion keine Auffrisch-Impfung verabreicht werden sollte. Dies sei jedoch falsch. Denn: Es sei nicht bekannt, ab welchem Wert von einem ausreichenden Schutz vor der Erkrankung ausgegangen werden kann. Es sei deshalb auch nicht empfohlen, vor der Booster-Impfung mittels Antikörpertest Antikörperwerte bestimmen zu lassen.

Auch Immunologe Carsten Watzl rät davon ab, die Booster-Impfung von einem Antikörpertest abhängig zu machen. Zwar korreliere die Höhe der Antikörper mit dem Schutz, nur welcher Wert als gut anzusehen sei, sei fraglich. Genaue Grenzwerte seien noch nicht bekannt, wie er bei Twitter erklärt. Jedoch scheine es so, als ob Antikörperwerte von 1.000 BAU/ml mit einem recht guten Schutz vor symptomatischen Infektionen korrelieren. "Darunter kommen wir bald in einen Bereich, wo der Schutz nicht mehr so gut ist. Wo aber der Grenzwert liegt, kann niemand seriös sagen", schreibt er. Und weiter: "Wenn der Wert aber unter 100 BAU/ml liegt, ist man wahrscheinlich nicht mehr gut vor der Infektion geschützt."

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Mit Antikörpertest Impf-Erfolg bestimmen?

Und wie sieht es mit einem Antikörpertest als Impf-Erfolgskontrolle aus? Hier verweist das RKI auf die Ständige Impfkommission (STIKO). Demnach wird keine generelle Prüfung des Impferfolgs mittels Antikörpertest empfohlen. Ausnahmen stellen allerdings Patientinnen und Patienten mit einer Immundefizienz dar, also einer Erkrankung des Immunsystems, die mit einer Schwächung des Abwehrsystems einhergeht. Auch Personen, bei denen von einer erwartbar stark verminderten Impfantwort ausgegangen wird, bilden eine Ausnahme.

Insgesamt verweist das RKI darauf, dass kein Schwellenwert existiert, ab dem eine Immunität angenommen werden kann und spricht deshalb auch keine Empfehlung für eine generelle Überprüfung mittels Antikörpertest aus.

Wer kommt für die Kosten auf?

Wer trotzdem einen Antikörpertest machen will, der muss in der Regel selbst für die Kosten aufkommen - sie gelten nicht prinzipiell als Kassenleistung. Die Techniker Krankenkasse verweist auf ihrer Internetseite beispielsweise darauf, dass ein solcher Test nur dann gezahlt werde, wenn dieser aus Sicht eines Arztes medizinisch notwendig sei. Die Testung müsse in einem direkten zeitlichen Bezug zu einer Covid-19-Symptomatik stehen.

Ist dies nicht der Fall, kann der Test auf eigene Kosten beim Hausarzt auf Wunsch durchgeführt werden. Hierfür werden zwischen 20 und 50 Euro fällig. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, einen Antikörper-Selbsttest durchzuführen. Diesen gibt es zum Beispiel in Drogeriemärkten und Online-Shops. Käufer erhalten hier ein Test-Kit, mit dem sie sich selbst Blut abnehmen und die Probe dann per Post in ein Labor zur Analyse schicken können.

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