SYR

Kämpfen in einem anderen Land

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Syrien - © Foto: Anas Alkharboutli/dpa
Die Menschen in Syrien leiden unter dem Krieg. Seit etwa acht Jahren wird dort gekämpft. (© Foto: Anas Alkharboutli/dpa)

Drei Chefs von Ländern treffen sich. Gemeinsam wollen sie über ein viertes Land reden. Das aber ist nicht dabei. Klingt merkwürdig? Ist aber am Montag passiert. Die Präsidenten der Länder Iran, Türkei und Russland trafen sich in der türkischen Stadt Istanbul. Es ging um Syrien und wie man die Kämpfe dort beenden kann.

Doch warum mischen sich die drei in Syrien ein? «Die Länder sind eh schon in den Konflikt verstrickt», erklärt der Experte Christian Tuschhoff. «Dabei verfolgen sie unterschiedliche Interessen.»

In Syrien herrscht seit etwa acht Jahren ein Bürgerkrieg. Mehrere Gruppen kämpfen gegeneinander. Zum Beispiel die Soldaten der Regierung, die Gegner der Regierung und Terror-Gruppen. Aber auch andere Länder wie eben Russland, die Türkei und der Iran haben Soldaten geschickt. Russland etwa will, dass der Herrscher in Syrien an der Macht bleibt. Andere unterstützen dessen Gegner.

Zusätzlich geht es den Ländern aber um sich selbst. Bei der Türkei etwa geht es um die Kurden. Dieses Volk hat kein eigenes Land. Kurden leben sowohl in der Türkei als auch in Syrien. Die Türkei fürchtet, beide Gruppen könnten zusammen ein eigenes Land gründen. «Das würde bedeuten, dass die Türkei an Land und an Herrschaft verliert», sagt Christian Tuschhoff. Auch der Iran und Russland verfolgen eigene Interessen, wie etwa Macht in der Region zu behalten.

Deswegen hält es Christian Tuschhoff auch für schwierig, dass diese drei Länder eine Lösung für den Krieg finden. «Ein Vermittler sollte keine eigenen Interessen haben», meint er. Außerdem sei Frieden schwierig, wenn man nicht alle Beteiligten einbezieht. «Warum sollten sie sich an eine Friedensvereinbarung halten, wenn sie daran gar nicht beteiligt waren?», fragt der Fachmann.

Um einen Frieden zu schließen, seien deshalb andere Vermittler sinnvoller, meint Christian Tuschhoff. Zum Beispiel von internationalen Organisationen, in denen sich viele Länder zusammengeschlossen haben.

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SYRKämpfen in einem anderen LandDrei Chefs von Ländern treffen sich. Gemeinsam wollen sie über ein viertes Land reden. Das aber ist nicht dabei. Klingt merkwürdig? Ist aber am Montag passiert. Die Präsidenten der Länder Iran, Türkei und Russland trafen sich in der türkischen Stadt Istanbul. Es ging um Syrien und wie man die Kämpfe dort beenden kann.Doch warum mischen sich die drei in Syrien ein? «Die Länder sind eh schon in den Konflikt verstrickt», erklärt der Experte Christian Tuschhoff. «Dabei verfolgen sie unterschiedliche Interessen.»In Syrien herrscht seit etwa acht Jahren ein Bürgerkrieg. Mehrere Gruppen kämpfen gegeneinander. Zum Beispiel die Soldaten der Regierung, die Gegner der Regierung und Terror-Gruppen. Aber auch andere Länder wie eben Russland, die Türkei und der Iran haben Soldaten geschickt. Russland etwa will, dass der Herrscher in Syrien an der Macht bleibt. Andere unterstützen dessen Gegner.Zusätzlich geht es den Ländern aber um sich selbst. Bei der Türkei etwa geht es um die Kurden. Dieses Volk hat kein eigenes Land. Kurden leben sowohl in der Türkei als auch in Syrien. Die Türkei fürchtet, beide Gruppen könnten zusammen ein eigenes Land gründen. «Das würde bedeuten, dass die Türkei an Land und an Herrschaft verliert», sagt Christian Tuschhoff. Auch der Iran und Russland verfolgen eigene Interessen, wie etwa Macht in der Region zu behalten.Deswegen hält es Christian Tuschhoff auch für schwierig, dass diese drei Länder eine Lösung für den Krieg finden. «Ein Vermittler sollte keine eigenen Interessen haben», meint er. Außerdem sei Frieden schwierig, wenn man nicht alle Beteiligten einbezieht. «Warum sollten sie sich an eine Friedensvereinbarung halten, wenn sie daran gar nicht beteiligt waren?», fragt der Fachmann.Um einen Frieden zu schließen, seien deshalb andere Vermittler sinnvoller, meint Christian Tuschhoff. Zum Beispiel von internationalen Organisationen, in denen sich viele Länder zusammengeschlossen haben.