Wenn Stufen beim Wählen stören Ziel: Keine Hürden für Menschen mit Behinderungen / Flexibles und barrierefreies Bauen nötig Von Nadine Schwan Minden (nas). Nicht jedes Wahllokal in Minden ist frei von Barrieren. So kann schon eine Treppenstufe zum Problem werden. Menschen mit Rollstuhl müssen dann andere Möglichkeiten nutzen, um ihr Kreuz zu machen. In der Sitzung des Beirates für Menschen mit Behinderungen ging es um barrierefreies Bauen und Wählen. "Mit Barrierefreiheit meinen wir alle, auch Blinde oder Behinderte mit Rollstühlen", sagte Eckhard Rüter, Vorsitzender des Beirates für Menschen mit Behinderungen und erklärte, dass der Begriff "barrierefrei" eine Erweiterung von "behindertengerecht" sei.Wegen der anstehenden Wahlen berichtete Helmut Kruse, Leiter des Bürgerbüros der Stadt Minden, zum Thema. "Wir haben 54 Wahllokale im Kreis, neun davon gelten als nicht barrierefrei." Als Beispiele nannte Kruse die Wahllokale in der Eine-Welt-Schule oder in der Arbeiterwohlfahrt, bei der zwölf Treppenstufen zu überwinden sind. "Schon eine Stufe kann zum Problem werden", so Kruse."Wir arbeiten weiter daran, bei jeder Änderung eines Wahllokales die Barrierefreiheit zu berücksichtigen." Allerdings will Kruse keine Behelfslösungen sondern, "wenn, dann etwas Anständiges machen" oder ein neues und barrierefreies Wahllokal finden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Wahlschein zu beantragen und in ein anderes nahegelegenes Wahllokal zu gehen. "Zum anderen bieten wir etwa vier Wochen vor einer Wahl an, im Bürgerbüro direkt vor Ort wählen zu gehen." Auch die Briefwahl ist eine Möglichkeit, den Gang ins Wahllokal zu umgehen.Vertrauensperson kann blinden Menschen helfenFür Sehbehinderte und Blinde besteht zudem die Möglichkeit, eine Person ihres Vertrauens mit ins Wahllokal zu nehmen. Gemeinsam gehen sie dann den Stimmzettel durch und machen das Kreuz. "Seit 2005 gibt es außerdem von den Blindenverbänden eine Schablone für überregionale Wahlen, sodass man selbstständig ankreuzen kann."Weiter ging es bei der Sitzung um barrierefreies Planen und Bauen. Dazu berichtete Gerald Schüler, Betriebsleiter der Städtischen Betriebe, von einer vielschichtigen Problemstellung. "Wir können nicht das gesamte Stadtgebiet verändern, sondern nur flexible Änderungen vornehmen. Hiermit möchte ich das Signal geben, Mut zu haben und auf uns zu- zukommen", sagte Gerald Schüler.Was den Straßenbau und die Ampeln angeht, sieht Schüler die aktuelle Situation als ausreichend an. "Das können wir nur so weiterführen und eventuell an die aktuelle Bedarfslage anpassen.""Im Bereich Gebäudewirtschaft driften Wunsch und Wirklichkeit meist am weitesten auseinander", so Schüler. Um die umfangreichen Aufgaben auf "mehrere Schultern" zu verteilen, wurden gezielte Ansprechpartner benannt. "Für eine Person alleine wäre die Aufgabe zu vielschichtig", sagte Rüter.Nun teilen sich drei Personen von der Stadt Minden den Aufgabenbereich. "Für Gebäude ist Günther Hick, für Straßen Helmut Rodenbeck und für die Planung und Genehmigung Ernst Meistrell zuständig."In Zukunft wollen der Beirat für Menschen mit Behinderungen und die Städtischen Betriebe Minden verstärkt zusammenarbeiten und mehr kommunizieren. Dann sollen regelmäßige Treffen mit der Arbeitsgemeinschaft Bau des Beirates stattfinden.

Wenn Stufen beim Wählen stören

Minden (nas). Nicht jedes Wahllokal in Minden ist frei von Barrieren. So kann schon eine Treppenstufe zum Problem werden. Menschen mit Rollstuhl müssen dann andere Möglichkeiten nutzen, um ihr Kreuz zu machen.

Schon eine Stufe kann zum Problem werden. - © Foto: Nadine Schwan
Schon eine Stufe kann zum Problem werden. - © Foto: Nadine Schwan

In der Sitzung des Beirates für Menschen mit Behinderungen ging es um barrierefreies Bauen und Wählen. "Mit Barrierefreiheit meinen wir alle, auch Blinde oder Behinderte mit Rollstühlen", sagte Eckhard Rüter, Vorsitzender des Beirates für Menschen mit Behinderungen und erklärte, dass der Begriff "barrierefrei" eine Erweiterung von "behindertengerecht" sei.

Wegen der anstehenden Wahlen berichtete Helmut Kruse, Leiter des Bürgerbüros der Stadt Minden, zum Thema. "Wir haben 54 Wahllokale im Kreis, neun davon gelten als nicht barrierefrei." Als Beispiele nannte Kruse die Wahllokale in der Eine-Welt-Schule oder in der Arbeiterwohlfahrt, bei der zwölf Treppenstufen zu überwinden sind. "Schon eine Stufe kann zum Problem werden", so Kruse.

"Wir arbeiten weiter daran, bei jeder Änderung eines Wahllokales die Barrierefreiheit zu berücksichtigen." Allerdings will Kruse keine Behelfslösungen sondern, "wenn, dann etwas Anständiges machen" oder ein neues und barrierefreies Wahllokal finden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, einen Wahlschein zu beantragen und in ein anderes nahegelegenes Wahllokal zu gehen. "Zum anderen bieten wir etwa vier Wochen vor einer Wahl an, im Bürgerbüro direkt vor Ort wählen zu gehen." Auch die Briefwahl ist eine Möglichkeit, den Gang ins Wahllokal zu umgehen.

Vertrauensperson kann blinden Menschen helfen

Für Sehbehinderte und Blinde besteht zudem die Möglichkeit, eine Person ihres Vertrauens mit ins Wahllokal zu nehmen. Gemeinsam gehen sie dann den Stimmzettel durch und machen das Kreuz. "Seit 2005 gibt es außerdem von den Blindenverbänden eine Schablone für überregionale Wahlen, sodass man selbstständig ankreuzen kann."

Weiter ging es bei der Sitzung um barrierefreies Planen und Bauen. Dazu berichtete Gerald Schüler, Betriebsleiter der Städtischen Betriebe, von einer vielschichtigen Problemstellung. "Wir können nicht das gesamte Stadtgebiet verändern, sondern nur flexible Änderungen vornehmen. Hiermit möchte ich das Signal geben, Mut zu haben und auf uns zu- zukommen", sagte Gerald Schüler.

Was den Straßenbau und die Ampeln angeht, sieht Schüler die aktuelle Situation als ausreichend an. "Das können wir nur so weiterführen und eventuell an die aktuelle Bedarfslage anpassen."

"Im Bereich Gebäudewirtschaft driften Wunsch und Wirklichkeit meist am weitesten auseinander", so Schüler. Um die umfangreichen Aufgaben auf "mehrere Schultern" zu verteilen, wurden gezielte Ansprechpartner benannt. "Für eine Person alleine wäre die Aufgabe zu vielschichtig", sagte Rüter.

Nun teilen sich drei Personen von der Stadt Minden den Aufgabenbereich. "Für Gebäude ist Günther Hick, für Straßen Helmut Rodenbeck und für die Planung und Genehmigung Ernst Meistrell zuständig."

In Zukunft wollen der Beirat für Menschen mit Behinderungen und die Städtischen Betriebe Minden verstärkt zusammenarbeiten und mehr kommunizieren. Dann sollen regelmäßige Treffen mit der Arbeitsgemeinschaft Bau des Beirates stattfinden.

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