Zwei Bauprojekte geplant: Warum wird in Minden immer mehr vorhandener Wohnraum verdichtet? Monika Jäger Minden. Wenn die Stadtverwaltung im Bauausschuss über aktuelle Projekte informiert, kommt oft aus der Politik der Hinweis, statt neue Gebiete auszuweisen, sollten lieber alte verdichtet werden. Um gleich zwei solcher Planungen ging es nun am vergangenen Mittwoch. Zum einen meldeten sich Anwohner zu Wort, in deren unmittelbarer Umgebung an der Viktoriastraße eine gemeinnützige Immobiliengesellschaft zwei Grundstücke erworben hat, die sie mit Mehrfamilienhäusern bebauen will. Diese wird sie dann an die Mitglieder des Vereins Mehrgenerationenwohnen vermieten. Zweigeschossige Mehrfamilienhäuser in unmittelbarer Umgebung? Das kritisierten die Nachbarn im Ausschuss deutlich. Sie hätten ihre Häuser seinerzeit als Seniorenbungalows erworben, die Stadt habe damals zugesagt, dass das Nachbargelände nicht und schon gar nicht mit höheren Häusern bebaut würde. Soziales Wohnen gebe es auf dem Rechten Weserufer zudem schon zur Genüge, und eine Anwohnerin sorgte sich auch wegen des gleich nebenan geplanten Spielplatzes. Doch jetzt wird erst einmal formell das Verfahren auf den Weg gebracht, bei dem dann die Öffentlichkeit auch beteiligt wird und ihre Einsprüche ebenfalls formell geltend machen kann. Bau-Beigeordneter Lars Bursian: Die Entscheidung sei für eine Hinterbebauung gefallen. „Wir brauchen mehr Wohnungsbau in Minden und müssen über Nachverdichtung nachdenken.“ Die bisherigen Pläne seine ein erster Entwurf, sagte er in Richtung der besorgten Anwohner. Und der Verein Mehrgenerationenwohnen sei sicher zu Gesprächen und zum Kennenlernen bereit Ein zweites Projekt stellte Bereichsleiterin Saniye Danabas-Höpker vor. Für die Hardenbergstraße sei Ende März eine Bauvoranfrage für ein Wohnquartier eingereicht worden, in dem unter anderem dreigeschossige Stadtvillen mit je vier Nutzungseinheiten sowie ein Mehrfamilienwohnhaus entstehen sollen. Das Projekt sei noch in Teilen in der Prüfung. Im Februar hatten hier Bürger protestiert, als auf dem Areal eine alte Blutbuche gefällt worden war.

Zwei Bauprojekte geplant: Warum wird in Minden immer mehr vorhandener Wohnraum verdichtet?

An der Hardenbergstraße soll ein größerer Wohnkomplex entstehen. Auch für die Viktoriastraße gibt es Neubaupläne. MT- © Foto: Monika Jäger

Minden. Wenn die Stadtverwaltung im Bauausschuss über aktuelle Projekte informiert, kommt oft aus der Politik der Hinweis, statt neue Gebiete auszuweisen, sollten lieber alte verdichtet werden.

Um gleich zwei solcher Planungen ging es nun am vergangenen Mittwoch. Zum einen meldeten sich Anwohner zu Wort, in deren unmittelbarer Umgebung an der Viktoriastraße eine gemeinnützige Immobiliengesellschaft zwei Grundstücke erworben hat, die sie mit Mehrfamilienhäusern bebauen will. Diese wird sie dann an die Mitglieder des Vereins Mehrgenerationenwohnen vermieten.

Zweigeschossige Mehrfamilienhäuser in unmittelbarer Umgebung? Das kritisierten die Nachbarn im Ausschuss deutlich. Sie hätten ihre Häuser seinerzeit als Seniorenbungalows erworben, die Stadt habe damals zugesagt, dass das Nachbargelände nicht und schon gar nicht mit höheren Häusern bebaut würde. Soziales Wohnen gebe es auf dem Rechten Weserufer zudem schon zur Genüge, und eine Anwohnerin sorgte sich auch wegen des gleich nebenan geplanten Spielplatzes.

Doch jetzt wird erst einmal formell das Verfahren auf den Weg gebracht, bei dem dann die Öffentlichkeit auch beteiligt wird und ihre Einsprüche ebenfalls formell geltend machen kann. Bau-Beigeordneter Lars Bursian: Die Entscheidung sei für eine Hinterbebauung gefallen. „Wir brauchen mehr Wohnungsbau in Minden und müssen über Nachverdichtung nachdenken.“ Die bisherigen Pläne seine ein erster Entwurf, sagte er in Richtung der besorgten Anwohner. Und der Verein Mehrgenerationenwohnen sei sicher zu Gesprächen und zum Kennenlernen bereit

Ein zweites Projekt stellte Bereichsleiterin Saniye Danabas-Höpker vor. Für die Hardenbergstraße sei Ende März eine Bauvoranfrage für ein Wohnquartier eingereicht worden, in dem unter anderem dreigeschossige Stadtvillen mit je vier Nutzungseinheiten sowie ein Mehrfamilienwohnhaus entstehen sollen. Das Projekt sei noch in Teilen in der Prüfung. Im Februar hatten hier Bürger protestiert, als auf dem Areal eine alte Blutbuche gefällt worden war.

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