Zurück auf die Bühne: Das Theater bereitet sich auf neue Spielzeit vor Anja Peper Minden. So eine Zitterpartie vor Saisonstart gab's noch nie. Mit dem Zentimetermaß hat Intendantin Andrea Krauledat den Zuschauerraum vermessen, dabei jederzeit die vorgeschriebenen anderthalb Meter Mindestabstand vor Augen. Von den 540 Plätzen bleiben so 150 übrig, die besetzt werden dürfen. Und das ist nur ein Punkt aus einer sehr langen Liste: Das komplette Hygienekonzept zum Schutz vor der Corona-Infektion umfasst schon jetzt mehr als 30 Din-A4-Seiten. Unter komplett neuen Rahmenbedingungen startet das Stadttheater Minden im September in die Spielzeit 20/21. 40 Aufführungen sind seit Mitte März ausgefallen. Das Verbot von Großveranstaltungen endet am 31. August. Landauf, landab sehnen die Kulturschaffenden den Tag herbei, an dem die Bühnen wieder freigegeben sind. Dass seit Mitte März alle Veranstaltungen gestrichen werden mussten, hat übrigens nicht dazu geführt, dass das Team vom Theater weniger zu tun gehabt hätte – im Gegenteil: Tagtäglich stand Andrea Krauledat in Kontakt mit den Künstleragenturen, um abzuklären: Wie gehen wir jetzt damit um? „Die meisten Verträge waren längst gemacht. Das passiert mit einem Vorlauf von zwei bis drei Jahren." Die Abonnenten wollten wissen, wann einzelne Veranstaltungen nachgeholt werden. So war die Verwaltung drei Monate lang unter Dampf. Die Techniker haben die Corona-Zwangspause genutzt, Scheinwerfer zu reinigen und ähnliches. Jetzt sind die Hausaufgaben erledigt und die Vorfreude steigt: Ein Flyer mit der Saison in Stichworten liegt am Freitag, 19. Juni, dem MT bei. Besonders gespannt ist Andrea Krauledat auf das Schauspiel „Gott" gleich zu Beginn der Saison. „Es gehört zu den wichtigsten neuen Stücken der kommenden Spielzeit." Der Münchner Strafverteidiger Ferdinand von Schirach hat nach „Terror" sein zweites Stück geschrieben. Diesmal tagt – erneut unter Einbeziehung des Publikums – kein Gericht, sondern der Deutsche Ethikrat: Ein körperlich und geistig gesunder Mann will seit dem Tod seiner Frau nicht mehr leben. Er verlangt nach einem Medikament, das ihn tötet. An diesem Beispiel berät der Ethikrat die Frage um die Rechtmäßigkeit von Sterbehilfe und damit nach dem Recht auf einen selbstbestimmten Tod. Ein kontroverses und hoch aktuelles Thema. Vormerken können sich Theaterfans schon jetzt die Eigenproduktion des Jugendclubs t3 des Stadttheaters: „Ehre genommen" (Regie: Andrea Krauledat und Viola Schneider). Diese Premiere musste verschoben werden: „Auch hier hatten die Corona-Beschränkungen zu einem plötzlichen Stopp der Proben geführt." Nun erwartet die Zuschauer eine etwas andere, sehr aktuelle Corona-Version des ursprünglich geplanten Stücks. Eigentlich sollte in diesem Jahr viel gefeiert werden: Genau zehn Jahre sind Theaterpädagogin Viola Schneider und Intendantin Andrea Krauledat am Stadttheater. Darum sollte es eigentlich Anfang September ein großes Theaterfest mit Curse und und dem Takeover-Ensemble geben. Wegen der Corona-bedingten Auflagen und Beschränkungen wird dieses Fest nun auf den 1. und 2. Mai 2021 verschoben – „in der Hoffnung, dass bis dahin wieder Normalität in unser aller Leben eingekehrt ist." Das Team des Stadttheaters wünscht sich, dass es gelingt, das Vertrauen der letzten Jahre zu erhalten. Es wird eine „ganz andere" Spielzeit 20/21 geben, bei der die zwölf Abo-Ringe ein Jahr lang ruhen. Tickets für alle Veranstaltungen werden im freien Verkauf zu erwerben sein. Die Gutscheine der ausgefallenen 40 Vorstellungen können eingesetzt werden. Sowohl Nachholtermine als auch das neue Format „Theatertalk" (statt Einführung im Café) sind im Programm rot markiert. Neu in der kommenden Spielzeit ist das „Corona-Ticketing" des Stadttheaters. Verkaufsstart am 20. Juni  Ein vorgezogener Verkaufsstart für ausgewählte Veranstaltungen beginnt am Samstag, 20. Juni, von 10 bis 14 Uhr im express-Ticketservice, Obermarktstraße 26-30, Minden. Dieser beinhaltet unter anderem die fünf Aufführungen von „Gott" nach Ferdinand von Schirach (Mindener Premiere am 17. September). An diesem Vorverkaufstag, der Inhabern der Theater-Card vorbehalten ist, gehen aber zum Beispiel auch die Verleihung des Mindener Stichlingspreis am 6. November oder die 16. Mindener Kabaretttage (ab 11. Februar) in den Vorverkauf. Ab Montag, 22. Juni, wieder von 10 bis 14 Uhr, können dann alle Interessierten Karten für diese Veranstaltungen erwerben. Der Vorverkauf für alle anderen Veranstaltungen der Theatersaison 2020/2021 ist für Samstag, 1. August (TheaterCard-Inhaber), 10 bis 14 Uhr, beziehungsweise Montag, 3. August (alle), 10 bis 18 Uhr, erneut beim express-Ticketservice, terminiert. Aufgrund der besonderen Veranstaltungssituation in Corona-Zeiten muss eine Besucher-Nachverfolgung möglich sein. Das heißt: Ausschließlich personalisierte Tickets werden verkauft. Online-Buchungen über Portale wie Eventim sind nicht möglich. Telefonische Reservierungen werden zeitlich begrenzt, die Tickets müssten in dem Fall persönlich einige Tage später abgeholt werden. „Insbesondere die Personalisierung der Tickets kann zum Vorverkaufsstart zu Verzögerungen führen." Das Stadttheater und der express-Ticketservice bitten um Verständnis.

Zurück auf die Bühne: Das Theater bereitet sich auf neue Spielzeit vor

Lust auf Märchen? „Grimms sämtliche Werke – leicht gekürzt“ sind in der Spielzeit 20/21 am Stadttheater Minden zu sehen. Dieses Motiv schmückt auch die aktuelle Theater-Card 25. © Foto: pr

Minden. So eine Zitterpartie vor Saisonstart gab's noch nie. Mit dem Zentimetermaß hat Intendantin Andrea Krauledat den Zuschauerraum vermessen, dabei jederzeit die vorgeschriebenen anderthalb Meter Mindestabstand vor Augen. Von den 540 Plätzen bleiben so 150 übrig, die besetzt werden dürfen. Und das ist nur ein Punkt aus einer sehr langen Liste: Das komplette Hygienekonzept zum Schutz vor der Corona-Infektion umfasst schon jetzt mehr als 30 Din-A4-Seiten. Unter komplett neuen Rahmenbedingungen startet das Stadttheater Minden im September in die Spielzeit 20/21.

40 Aufführungen sind seit Mitte März ausgefallen. Das Verbot von Großveranstaltungen endet am 31. August. Landauf, landab sehnen die Kulturschaffenden den Tag herbei, an dem die Bühnen wieder freigegeben sind. Dass seit Mitte März alle Veranstaltungen gestrichen werden mussten, hat übrigens nicht dazu geführt, dass das Team vom Theater weniger zu tun gehabt hätte – im Gegenteil: Tagtäglich stand Andrea Krauledat in Kontakt mit den Künstleragenturen, um abzuklären: Wie gehen wir jetzt damit um? „Die meisten Verträge waren längst gemacht. Das passiert mit einem Vorlauf von zwei bis drei Jahren." Die Abonnenten wollten wissen, wann einzelne Veranstaltungen nachgeholt werden. So war die Verwaltung drei Monate lang unter Dampf. Die Techniker haben die Corona-Zwangspause genutzt, Scheinwerfer zu reinigen und ähnliches.

Jetzt sind die Hausaufgaben erledigt und die Vorfreude steigt: Ein Flyer mit der Saison in Stichworten liegt am Freitag, 19. Juni, dem MT bei. Besonders gespannt ist Andrea Krauledat auf das Schauspiel „Gott" gleich zu Beginn der Saison. „Es gehört zu den wichtigsten neuen Stücken der kommenden Spielzeit." Der Münchner Strafverteidiger Ferdinand von Schirach hat nach „Terror" sein zweites Stück geschrieben. Diesmal tagt – erneut unter Einbeziehung des Publikums – kein Gericht, sondern der Deutsche Ethikrat: Ein körperlich und geistig gesunder Mann will seit dem Tod seiner Frau nicht mehr leben. Er verlangt nach einem Medikament, das ihn tötet. An diesem Beispiel berät der Ethikrat die Frage um die Rechtmäßigkeit von Sterbehilfe und damit nach dem Recht auf einen selbstbestimmten Tod. Ein kontroverses und hoch aktuelles Thema.

Vormerken können sich Theaterfans schon jetzt die Eigenproduktion des Jugendclubs t3 des Stadttheaters: „Ehre genommen" (Regie: Andrea Krauledat und Viola Schneider). Diese Premiere musste verschoben werden: „Auch hier hatten die Corona-Beschränkungen zu einem plötzlichen Stopp der Proben geführt." Nun erwartet die Zuschauer eine etwas andere, sehr aktuelle Corona-Version des ursprünglich geplanten Stücks.

Eigentlich sollte in diesem Jahr viel gefeiert werden: Genau zehn Jahre sind Theaterpädagogin Viola Schneider und Intendantin Andrea Krauledat am Stadttheater. Darum sollte es eigentlich Anfang September ein großes Theaterfest mit Curse und und dem Takeover-Ensemble geben. Wegen der Corona-bedingten Auflagen und Beschränkungen wird dieses Fest nun auf den 1. und 2. Mai 2021 verschoben – „in der Hoffnung, dass bis dahin wieder Normalität in unser aller Leben eingekehrt ist."

Das Team des Stadttheaters wünscht sich, dass es gelingt, das Vertrauen der letzten Jahre zu erhalten. Es wird eine „ganz andere" Spielzeit 20/21 geben, bei der die zwölf Abo-Ringe ein Jahr lang ruhen. Tickets für alle Veranstaltungen werden im freien Verkauf zu erwerben sein. Die Gutscheine der ausgefallenen 40 Vorstellungen können eingesetzt werden. Sowohl Nachholtermine als auch das neue Format „Theatertalk" (statt Einführung im Café) sind im Programm rot markiert. Neu in der kommenden Spielzeit ist das „Corona-Ticketing" des Stadttheaters.

Verkaufsstart am 20. Juni 

Ein vorgezogener Verkaufsstart für ausgewählte Veranstaltungen beginnt am Samstag, 20. Juni, von 10 bis 14 Uhr im express-Ticketservice, Obermarktstraße 26-30, Minden. Dieser beinhaltet unter anderem die fünf Aufführungen von „Gott" nach Ferdinand von Schirach (Mindener Premiere am 17. September). An diesem Vorverkaufstag, der Inhabern der Theater-Card vorbehalten ist, gehen aber zum Beispiel auch die Verleihung des Mindener Stichlingspreis am 6. November oder die 16. Mindener Kabaretttage (ab 11. Februar) in den Vorverkauf. Ab Montag, 22. Juni, wieder von 10 bis 14 Uhr, können dann alle Interessierten Karten für diese Veranstaltungen erwerben.

Der Vorverkauf für alle anderen Veranstaltungen der Theatersaison 2020/2021 ist für Samstag, 1. August (TheaterCard-Inhaber), 10 bis 14 Uhr, beziehungsweise Montag, 3. August (alle), 10 bis 18 Uhr, erneut beim express-Ticketservice, terminiert.

Aufgrund der besonderen Veranstaltungssituation in Corona-Zeiten muss eine Besucher-Nachverfolgung möglich sein. Das heißt: Ausschließlich personalisierte Tickets werden verkauft. Online-Buchungen über Portale wie Eventim sind nicht möglich. Telefonische Reservierungen werden zeitlich begrenzt, die Tickets müssten in dem Fall persönlich einige Tage später abgeholt werden. „Insbesondere die Personalisierung der Tickets kann zum Vorverkaufsstart zu Verzögerungen führen." Das Stadttheater und der express-Ticketservice bitten um Verständnis.

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