"Zurück als Volkspartei" CDU feiert Wahlergebnisse in OWL / SPD: Können uns sehen lassen Von Henning Wandel und Bernhard Hänel Minden (mt/nw). Vor einem Jahr noch machte die CDU in Ostwestfalen-Lippe bei der Landtagswahl lange Gesichter - jetzt hat sie die Region mit vier von sieben Direktmandaten zurückerobert. Und auch bei den Zweitstimmen liegen die Christdemokraten über dem Bundesdurchschnitt. "Die CDU in Ostwestfalen-Lippe ist wieder da", freut sich denn auch der neue CDU-Regionalchef und Nachfolger von Elmar Brok, Steffen Kampeter. Selbst ging er mit gutem Beispiel voran und gewann seinen Wahlkreis deutlich gegen seinen SPD-Herausforderer Achim Post. Das Ergebnis bedeute auch Rückenwind für den Landesvorsitzenden Armin Laschet und den Umbau der CDU in Nordrhein-Westfalen, sagt Kampeter. Er ist auch zuversichtlich, über die Liste mit allen OWL-Kandidaten ins Berliner Parlament einziehen zu können. "Gerade in NRW haben wir im Vergleich zur letzten Bundestagswahl eine deutliche Schippe draufgelegt", spricht Kampeter von einem enormen Zuwachs. Spätestens jetzt sei die CDU zurück als echte Volkspartei.Ernst-Wilhelm Rahe ist mit dem Ergebnis seiner SPD nicht glücklich, aber auch nicht völlig unzufrieden. "Es ist nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben", sagt der SPD-Bezirkschef, aber: "Wir haben eine gute Chance, mit vier Vertretern in den Bundestag einzuziehen. Die Sozialdemokraten in OWL haben toll gekämpft und auch Achim Post kann sich mit 40 Prozent sehen lassen". Mit der Mehrheit im Bundesrat werde die Partei konstruktiv umgehen, betonte Rahe, dasselbe gelte für die Arbeit in der Opposition. Rahe geht davon aus, dass die SPD nicht an einer Regierung beteiligt sein wird.Die Grünen-Bezirksvorsitzende Sigrid Beer spricht von einem bitteren Ergebnis, zumal mit großer Wahrscheinlichkeit auch das Mandat von Ute Koczy verloren gegangen ist. "Dabei sind Energiewende und Massentierhaltung wichtige Themen in Ostwestfalen-Lippe", sagt Beer. "Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen und überlegen, wie wir die Menschen erreichen. Das ist uns nicht gelungen", zieht Beer ein ernüchterndes Fazit. Die Grünen würden die Wahl genau analysieren und sich für die Zukunft neu aufstellen. Wie genau das aussehen kann, werde sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen.Schäffler mit scharfer Kritik an eigener ParteiDer FDP-Eurokritiker Frank Schäffler geht nach der "niederschmetternden Niederlage" hart mit seiner Partei ins Gericht: "Das ist eine Katastrophe. Und die Gründe dafür liegen in der Regierungspolitik der FDP", schickt Schäffler deutliche Worte nach Berlin. Nicht eingelöste Steuerreform, verpatzte Energiewende und Europolitik zählt der Herforder FDP-Bezirksvorsitzende die größten Fehler der vergangenen Legislaturperiode auf. "Und der Höhepunkt war die Leihstimmenkampagne, die auch noch die letzten liberalen Wähler verscheucht hat." Das starke Abschneiden der AfD gibt Schäffler gewissermaßen recht. Darauf angesprochen erinnert er an den Mitgliederentscheid zum Euro. Damals konnte sich die Parteispitze nur knapp gegen die Kritiker der Eurorettung und deren prominentesten Vertreter Frank Schäffler durchsetzen. Doch nach dem Mitgliederentscheid "hat uns die Parteispitze links liegen gelassen. Es war ein schwerer Fehler, uns nicht einzubinden," sagt er mit Blick auf das knappe Eurovotum der Parteibasis.Auch Schäfflers Vorgängerin und innerparteiliche Gegnerin Gudrun Kopp redet Klartext. "Wir haben die Höchststrafe bekommen", sagt sie unverblümt. Es werde tiefschneidende Veränderungen geben, meint Kopp. Tröstlich sei aber zumindest, dass Schäfflers Anti-Euro-Kurs nicht verfangen habe: "Mit dieser Position haben wir nichts zu gewinnen.""Unsere konsequente Opposition hat sich ausgezahlt", sagt Inge Höger von der Linken, die erneut in den Bundestag gewählt wurde. "Selbst wenn SPD und Grüne in die Opposition gehen - wir bleiben die wirkliche Opposition gegen die Bankenrettung, die Euro-Politik und gegen Sozialabbau", sagt Höger.

"Zurück als Volkspartei"

Minden (mt/nw). Vor einem Jahr noch machte die CDU in Ostwestfalen-Lippe bei der Landtagswahl lange Gesichter - jetzt hat sie die Region mit vier von sieben Direktmandaten zurückerobert. Und auch bei den Zweitstimmen liegen die Christdemokraten über dem Bundesdurchschnitt.

"Die CDU in Ostwestfalen-Lippe ist wieder da", freut sich denn auch der neue CDU-Regionalchef und Nachfolger von Elmar Brok, Steffen Kampeter. Selbst ging er mit gutem Beispiel voran und gewann seinen Wahlkreis deutlich gegen seinen SPD-Herausforderer Achim Post. Das Ergebnis bedeute auch Rückenwind für den Landesvorsitzenden Armin Laschet und den Umbau der CDU in Nordrhein-Westfalen, sagt Kampeter. Er ist auch zuversichtlich, über die Liste mit allen OWL-Kandidaten ins Berliner Parlament einziehen zu können. "Gerade in NRW haben wir im Vergleich zur letzten Bundestagswahl eine deutliche Schippe draufgelegt", spricht Kampeter von einem enormen Zuwachs. Spätestens jetzt sei die CDU zurück als echte Volkspartei.

Ernst-Wilhelm Rahe ist mit dem Ergebnis seiner SPD nicht glücklich, aber auch nicht völlig unzufrieden. "Es ist nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben", sagt der SPD-Bezirkschef, aber: "Wir haben eine gute Chance, mit vier Vertretern in den Bundestag einzuziehen. Die Sozialdemokraten in OWL haben toll gekämpft und auch Achim Post kann sich mit 40 Prozent sehen lassen". Mit der Mehrheit im Bundesrat werde die Partei konstruktiv umgehen, betonte Rahe, dasselbe gelte für die Arbeit in der Opposition. Rahe geht davon aus, dass die SPD nicht an einer Regierung beteiligt sein wird.

Die Grünen-Bezirksvorsitzende Sigrid Beer spricht von einem bitteren Ergebnis, zumal mit großer Wahrscheinlichkeit auch das Mandat von Ute Koczy verloren gegangen ist. "Dabei sind Energiewende und Massentierhaltung wichtige Themen in Ostwestfalen-Lippe", sagt Beer. "Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen und überlegen, wie wir die Menschen erreichen. Das ist uns nicht gelungen", zieht Beer ein ernüchterndes Fazit. Die Grünen würden die Wahl genau analysieren und sich für die Zukunft neu aufstellen. Wie genau das aussehen kann, werde sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen.

Schäffler mit scharfer Kritik an eigener Partei

Der FDP-Eurokritiker Frank Schäffler geht nach der "niederschmetternden Niederlage" hart mit seiner Partei ins Gericht: "Das ist eine Katastrophe. Und die Gründe dafür liegen in der Regierungspolitik der FDP", schickt Schäffler deutliche Worte nach Berlin. Nicht eingelöste Steuerreform, verpatzte Energiewende und Europolitik zählt der Herforder FDP-Bezirksvorsitzende die größten Fehler der vergangenen Legislaturperiode auf. "Und der Höhepunkt war die Leihstimmenkampagne, die auch noch die letzten liberalen Wähler verscheucht hat." Das starke Abschneiden der AfD gibt Schäffler gewissermaßen recht. Darauf angesprochen erinnert er an den Mitgliederentscheid zum Euro. Damals konnte sich die Parteispitze nur knapp gegen die Kritiker der Eurorettung und deren prominentesten Vertreter Frank Schäffler durchsetzen. Doch nach dem Mitgliederentscheid "hat uns die Parteispitze links liegen gelassen. Es war ein schwerer Fehler, uns nicht einzubinden," sagt er mit Blick auf das knappe Eurovotum der Parteibasis.

Auch Schäfflers Vorgängerin und innerparteiliche Gegnerin Gudrun Kopp redet Klartext. "Wir haben die Höchststrafe bekommen", sagt sie unverblümt. Es werde tiefschneidende Veränderungen geben, meint Kopp. Tröstlich sei aber zumindest, dass Schäfflers Anti-Euro-Kurs nicht verfangen habe: "Mit dieser Position haben wir nichts zu gewinnen."

"Unsere konsequente Opposition hat sich ausgezahlt", sagt Inge Höger von der Linken, die erneut in den Bundestag gewählt wurde. "Selbst wenn SPD und Grüne in die Opposition gehen - wir bleiben die wirkliche Opposition gegen die Bankenrettung, die Euro-Politik und gegen Sozialabbau", sagt Höger.

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