Zu viele Störstoffe im Biomüll: „Im nächsten Jahr wird es Kontrollen geben“ Sebastian Radermacher Minden (rad). Im Bioabfall landet vieles, was dort nicht hingehört. Wie Minden-Lübbecke dieses Problem lösen möchte, erklärt Wilfried Buhre von der Kreis-Abfall-Verwertungs-Gesellschaft (KAVG). Herr Buhre, welche Qualität hat der Bioabfall in Minden? Wir haben 2019 den angelieferten Bioabfall aus dem gesamten Kreis über zwei Wochen analysiert. Für Minden ergibt sich ein gemischtes Bild: Teilweise ist die Qualität gut, teilweise könnte sie deutlich besser sein. Das gilt aber auch für den ländlichen Raum. Insgesamt müssen wir für den gesamten Kreis festhalten: Die Qualität ist nicht gut genug. Was sind die häufigsten Störstoffe im Bioabfall? Das ist sehr unterschiedlich. Es können Folien, Tüten, Plastikverpackungen oder auch Altglas sein. Mit das größte Problem sind Produkte, die im Handel als kompostierbar beworben werden – zum Beispiel Müllbeutel oder Grillbesteck. Diese zersetzen sich zwar, aber viel zu langsam. Die Störstoffe bereiten unserer Biologischen Abfallbehandlungsanlage Probleme und machen die Kompostierung viel aufwendiger. Wie hoch ist der Anteil der Störstoffe? Im Schnitt liegt er bei drei bis vier Prozent. Von 100 Kilogramm drei Kilo Verunreinigung, das hört sich zunächst einmal wenig an. Wenn man aber bedenkt, dass Bioabfall viel schwerer ist als zum Beispiel Plastikverpackungen, wird das Problem mehr als deutlich. Daran muss sich dringend etwas ändern! Wie möchten Sie das Problem in den Griff bekommen? Wir verfahren nach einem vierstufigen Modell: definieren, informieren, kontrollieren, sanktionieren. Die ersten beiden Säulen haben wir in Angriff genommen: Wir haben die Qualität des Abfalls analysiert und definiert. Und wir versuchen, die Bürger aufzuklären und sie für das Thema Mülltrennung zu sensibilisieren. Dazu haben wir uns unter anderem der Kampagne „Wir für Bio“ angeschlossen. Wir werden das 2021 fortsetzen, denn Corona hat den persönlichen Austausch in diesem Jahr verhindert. Was ist mit den beiden letzten Säulen des Modells? Im nächsten Jahr wird es Kontrollen der Biotonnen geben – wahrscheinlich stichprobenartig. Behälter mit zu vielen Störstoffen sollen dann nicht geleert und bei „Wiederholungstätern“ notfalls komplett eingezogen werden. Wir stimmen uns zurzeit mit den Kommunen über das genaue Vorgehen ab. Lesen Sie auch Kipper-Debüt: Unterwegs mit der Müllabfuhr in der Mindener Innenstadt

Zu viele Störstoffe im Biomüll: „Im nächsten Jahr wird es Kontrollen geben“

Minden (rad). Im Bioabfall landet vieles, was dort nicht hingehört. Wie Minden-Lübbecke dieses Problem lösen möchte, erklärt Wilfried Buhre von der Kreis-Abfall-Verwertungs-Gesellschaft (KAVG).

Wilfried Buhre von der KAVG. Foto: privat - © privat
Wilfried Buhre von der KAVG. Foto: privat - © privat

Herr Buhre, welche Qualität hat der Bioabfall in Minden?

Wir haben 2019 den angelieferten Bioabfall aus dem gesamten Kreis über zwei Wochen analysiert. Für Minden ergibt sich ein gemischtes Bild: Teilweise ist die Qualität gut, teilweise könnte sie deutlich besser sein. Das gilt aber auch für den ländlichen Raum. Insgesamt müssen wir für den gesamten Kreis festhalten: Die Qualität ist nicht gut genug.

Was sind die häufigsten Störstoffe im Bioabfall?

Das ist sehr unterschiedlich. Es können Folien, Tüten, Plastikverpackungen oder auch Altglas sein. Mit das größte Problem sind Produkte, die im Handel als kompostierbar beworben werden – zum Beispiel Müllbeutel oder Grillbesteck. Diese zersetzen sich zwar, aber viel zu langsam. Die Störstoffe bereiten unserer Biologischen Abfallbehandlungsanlage Probleme und machen die Kompostierung viel aufwendiger.

Wie hoch ist der Anteil der Störstoffe?

Im Schnitt liegt er bei drei bis vier Prozent. Von 100 Kilogramm drei Kilo Verunreinigung, das hört sich zunächst einmal wenig an. Wenn man aber bedenkt, dass Bioabfall viel schwerer ist als zum Beispiel Plastikverpackungen, wird das Problem mehr als deutlich. Daran muss sich dringend etwas ändern!

Wie möchten Sie das Problem in den Griff bekommen?

Wir verfahren nach einem vierstufigen Modell: definieren, informieren, kontrollieren, sanktionieren. Die ersten beiden Säulen haben wir in Angriff genommen: Wir haben die Qualität des Abfalls analysiert und definiert. Und wir versuchen, die Bürger aufzuklären und sie für das Thema Mülltrennung zu sensibilisieren. Dazu haben wir uns unter anderem der Kampagne „Wir für Bio“ angeschlossen. Wir werden das 2021 fortsetzen, denn Corona hat den persönlichen Austausch in diesem Jahr verhindert.

Was ist mit den beiden letzten Säulen des Modells?

Im nächsten Jahr wird es Kontrollen der Biotonnen geben – wahrscheinlich stichprobenartig. Behälter mit zu vielen Störstoffen sollen dann nicht geleert und bei „Wiederholungstätern“ notfalls komplett eingezogen werden. Wir stimmen uns zurzeit mit den Kommunen über das genaue Vorgehen ab.

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