Zeichen der Anerkennung: Das sind die Preisträger des Mindener Ehrenamtspreises Minden (mt/rad). In sehr kleinem Kreis hat die Stadt Minden jetzt die Preise für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement für das Jahr 2020 verliehen. 18 Vorschläge waren dafür eingegangen, die Jurysitzung musste coronabedingt mehrfach verschoben werden, im Februar schließlich trafen sich die Juroren, um die Preisträger auszuwählen, teilt die Stadt Minden mit. Der Preis ist als „Zeichen der Anerkennung und Förderung ehrenamtlicher und freiwilliger Tätigkeit" mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 500 Euro ausgestattet. Die Verleihung sollte eigentlich im Rahmen des Neujahrsempfanges Anfang Januar stattfinden, der aber coronabedingt abgesagt werden musste. Auch ein kleiner Festakt mit wenigen Gästen ließ sich nicht zeitnah umsetzen. Daher überreichte Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) die Auszeichnungen nun im Regierungsgebäude am Weserglacis mit Abstand und Maske lediglich an die beiden Preisträger – im Beisein einer Bürgerin, die die Gruppe vorgeschlagen hatte. Der Einzelpreis Ulrike Weber-Krumwiede, Vorsitzende der Brustkrebshilfe OWL, erhielt den Einzelpreis 2020. Vorgeschlagen hatte sie Anja Wester-Strübe aus Petershagen. In seiner Laudatio lobte der Bürgermeister das langjährige Engagement der Mindenerin für Frauen, die die Diagnose Brustkrebs erhalten haben. „Es ist unendlich wertvoll, sich in einer solch schweren Zeit mit Betroffenen austauschen zu können. Die Gespräche, Trost spenden und Hoffnung geben – das allein hilft schon immens", strich Jäcke heraus. Die Frauen bekommen in der Gruppe neben Tipps und Zugang zu einem Netzwerk aus Medizin-Spezialisten, aus der Pharmazie, der Therapie und der Beratung auch insgesamt Zuspruch. Darüber hinaus gibt es im Verein einen regelmäßigen Austausch und Sportangebote an der frischen Luft. Sehr wichtig sei allen der regelmäßige Austausch, der momentan nur als Videokonferenz laufen könne, unterstrich die Preisträgerin. Unter dem Motto „Wissen hilft – Gemeinschaft stärkt" habe sie den Verein nach einer eigenen Brustkrebserkrankung gegründet und ist hier auf eine Lücke gestoßen. Sie als Betroffene habe sich „durch alle Irrungen und Wirrungen dieser Krankheit, ihrer Folgen und Erfordernisse unserer Gesellschaft und ihr Gesundheitssystem" gemüht. Als es ihr wieder besser ging, wollte sie das Erfahrene gerne auch an andere Frauen weitergeben, sagte Ulrike Weber-Krumwiede. Der Gruppenpreis Den Preis in der Kategorie Institution/Gruppe nahmen Jörg „Monte" Klein, Andreas Schöneberg und Peter Koch entgegen, die sich als private Initiative „Minden hilft" für Flüchtlinge engagieren. Die drei hatten zuletzt im März 2020 im griechischen Lager Moria auf Lesbos Kindern und Jugendlichen Spenden aus Minden überreicht. Als Preisträger vorgeschlagen wurden die drei von Heike Wiegmann aus Minden. Bei der Gruppe handelt es sich um „eine Initiative aus dem Moment geboren", sagte Michael Jäcke in seiner Laudatio. Angefangen habe alles im Jahr 2000, als ein Transport mit Hilfsgütern für ein TBC-Kinderkrankenhaus in Rumänien organisiert wurde. Die nächste Aktion wurde mit dem Tsunami in Südostasien Weihnachten 2004 geboren. Nach einer Veranstaltung in der Obermarktpassage wurden 21.000 Euro gesammelt und an die Flutopfer weitergeleitet. 2016 brachten die erschreckenden Bilder aus den Lagern in Griechenland erneut den Stein ins Rollen. Im April 2016 fuhren Jörg Klein, Andreas Schöneberg und Peter Koch mit einem Transporter nach Nordgriechenland, um Geflüchtete zu unterstützen. Im März 2020 folgte schließlich die Tour nach Lesbos. Die Freude bei den Kindern und Jugendlichen sei riesig gewesen, als T-Shirts, Schuhe und Rucksäcke mit Hygieneartikeln, Spielzeug und Stofftieren übergeben wurden, berichteten die Mindener. Die drei wollen mit ihren Aktionen helfen, aber auch auf Missstände hinweisen. „Minden hilft!" stehe für Spontanität und kurze Planungszeiträume. Frei nach dem Motto „Wo die Not groß ist, werden Spenden gesammelt und persönlich abgeliefert", so Jäcke. Die Gruppe habe in den vergangenen 20 Jahren Spenden im Wert von rund 75.000 Euro gesammelt und verteilt. „,Minden hilft‘ hat uns noch mal ganz deutlich vor Augen geführt, wie die Zustände in den Lagern sind, wie groß die Not ist und wie verzweifelt die Menschen waren und immer noch sind", so der Bürgermeister abschließend in seiner Laudatio. Wie Andreas Schöneberg berichtete, gibt es noch immer rund 12.000 Geflüchtete in den Lagern auf Lesbos. „Minden hilft" habe gezielt dort geholfen, wo die Unterstützung der großen Hilfsorganisationen aufhört, die die Grundbedürfnisse absichern, aber zu mehr oft nicht in der Lage seien. „Wir haben etwas erreicht und Kinder für einen Moment glücklich gemacht. Das war uns wichtig", unterstrich Jörg Klein. Mit dem jährlich verliehenen städtischen Preis können sowohl eine Institution als auch eine Einzelperson geehrt werden. Damit soll stellvertretend für die vielen Engagierten der Einsatz einzelner Personen, Gruppen oder Institutionen, die sich durch besonderes ehrenamtliches und freiwilliges Engagement ausgezeichnet haben, gewürdigt werden.

Zeichen der Anerkennung: Das sind die Preisträger des Mindener Ehrenamtspreises

Peter Koch (von links), Andreas Schöneberg und Jörg Klein von „Minden hilft“ sowie Ulrike Weber-Krumwiede, Vorsitzende der Brustkrebshilfe OWL, wurden von Bürgermeister Michael Jäcke geehrt. Foto: © Stadt Minden

Minden (mt/rad). In sehr kleinem Kreis hat die Stadt Minden jetzt die Preise für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement für das Jahr 2020 verliehen. 18 Vorschläge waren dafür eingegangen, die Jurysitzung musste coronabedingt mehrfach verschoben werden, im Februar schließlich trafen sich die Juroren, um die Preisträger auszuwählen, teilt die Stadt Minden mit. Der Preis ist als „Zeichen der Anerkennung und Förderung ehrenamtlicher und freiwilliger Tätigkeit" mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 500 Euro ausgestattet.

Die Verleihung sollte eigentlich im Rahmen des Neujahrsempfanges Anfang Januar stattfinden, der aber coronabedingt abgesagt werden musste. Auch ein kleiner Festakt mit wenigen Gästen ließ sich nicht zeitnah umsetzen. Daher überreichte Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) die Auszeichnungen nun im Regierungsgebäude am Weserglacis mit Abstand und Maske lediglich an die beiden Preisträger – im Beisein einer Bürgerin, die die Gruppe vorgeschlagen hatte.

Der Einzelpreis

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Ulrike Weber-Krumwiede bei der Preisverleihung mit Mindens Bürgermeister Michael Jäcke. Foto: - © Stadt Minden
Ulrike Weber-Krumwiede bei der Preisverleihung mit Mindens Bürgermeister Michael Jäcke. Foto: - © Stadt Minden

Ulrike Weber-Krumwiede, Vorsitzende der Brustkrebshilfe OWL, erhielt den Einzelpreis 2020. Vorgeschlagen hatte sie Anja Wester-Strübe aus Petershagen. In seiner Laudatio lobte der Bürgermeister das langjährige Engagement der Mindenerin für Frauen, die die Diagnose Brustkrebs erhalten haben. „Es ist unendlich wertvoll, sich in einer solch schweren Zeit mit Betroffenen austauschen zu können. Die Gespräche, Trost spenden und Hoffnung geben – das allein hilft schon immens", strich Jäcke heraus. Die Frauen bekommen in der Gruppe neben Tipps und Zugang zu einem Netzwerk aus Medizin-Spezialisten, aus der Pharmazie, der Therapie und der Beratung auch insgesamt Zuspruch. Darüber hinaus gibt es im Verein einen regelmäßigen Austausch und Sportangebote an der frischen Luft.

Sehr wichtig sei allen der regelmäßige Austausch, der momentan nur als Videokonferenz laufen könne, unterstrich die Preisträgerin. Unter dem Motto „Wissen hilft – Gemeinschaft stärkt" habe sie den Verein nach einer eigenen Brustkrebserkrankung gegründet und ist hier auf eine Lücke gestoßen. Sie als Betroffene habe sich „durch alle Irrungen und Wirrungen dieser Krankheit, ihrer Folgen und Erfordernisse unserer Gesellschaft und ihr Gesundheitssystem" gemüht. Als es ihr wieder besser ging, wollte sie das Erfahrene gerne auch an andere Frauen weitergeben, sagte Ulrike Weber-Krumwiede.

Der Gruppenpreis

"Minden hilft" wurde mit dem Gruppenpreis für ihre sozialen Engagement gewürdigt. Foto: - © Stadt Minden
"Minden hilft" wurde mit dem Gruppenpreis für ihre sozialen Engagement gewürdigt. Foto: - © Stadt Minden

Den Preis in der Kategorie Institution/Gruppe nahmen Jörg „Monte" Klein, Andreas Schöneberg und Peter Koch entgegen, die sich als private Initiative „Minden hilft" für Flüchtlinge engagieren. Die drei hatten zuletzt im März 2020 im griechischen Lager Moria auf Lesbos Kindern und Jugendlichen Spenden aus Minden überreicht. Als Preisträger vorgeschlagen wurden die drei von Heike Wiegmann aus Minden.

Bei der Gruppe handelt es sich um „eine Initiative aus dem Moment geboren", sagte Michael Jäcke in seiner Laudatio. Angefangen habe alles im Jahr 2000, als ein Transport mit Hilfsgütern für ein TBC-Kinderkrankenhaus in Rumänien organisiert wurde. Die nächste Aktion wurde mit dem Tsunami in Südostasien Weihnachten 2004 geboren. Nach einer Veranstaltung in der Obermarktpassage wurden 21.000 Euro gesammelt und an die Flutopfer weitergeleitet.

2016 brachten die erschreckenden Bilder aus den Lagern in Griechenland erneut den Stein ins Rollen. Im April 2016 fuhren Jörg Klein, Andreas Schöneberg und Peter Koch mit einem Transporter nach Nordgriechenland, um Geflüchtete zu unterstützen. Im März 2020 folgte schließlich die Tour nach Lesbos. Die Freude bei den Kindern und Jugendlichen sei riesig gewesen, als T-Shirts, Schuhe und Rucksäcke mit Hygieneartikeln, Spielzeug und Stofftieren übergeben wurden, berichteten die Mindener. Die drei wollen mit ihren Aktionen helfen, aber auch auf Missstände hinweisen.

„Minden hilft!" stehe für Spontanität und kurze Planungszeiträume. Frei nach dem Motto „Wo die Not groß ist, werden Spenden gesammelt und persönlich abgeliefert", so Jäcke. Die Gruppe habe in den vergangenen 20 Jahren Spenden im Wert von rund 75.000 Euro gesammelt und verteilt. „,Minden hilft‘ hat uns noch mal ganz deutlich vor Augen geführt, wie die Zustände in den Lagern sind, wie groß die Not ist und wie verzweifelt die Menschen waren und immer noch sind", so der Bürgermeister abschließend in seiner Laudatio. Wie Andreas Schöneberg berichtete, gibt es noch immer rund 12.000 Geflüchtete in den Lagern auf Lesbos. „Minden hilft" habe gezielt dort geholfen, wo die Unterstützung der großen Hilfsorganisationen aufhört, die die Grundbedürfnisse absichern, aber zu mehr oft nicht in der Lage seien. „Wir haben etwas erreicht und Kinder für einen Moment glücklich gemacht. Das war uns wichtig", unterstrich Jörg Klein.

Mit dem jährlich verliehenen städtischen Preis können sowohl eine Institution als auch eine Einzelperson geehrt werden. Damit soll stellvertretend für die vielen Engagierten der Einsatz einzelner Personen, Gruppen oder Institutionen, die sich durch besonderes ehrenamtliches und freiwilliges Engagement ausgezeichnet haben, gewürdigt werden.

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