Wohnungsnot in Minden: Der Stadt fehlen Know-how und Personal Minden (nik). Rein statistisch ist Minden für Mieter ein Paradies. Im Förderlotsen des Landes NRW wird der Kreisstadt ein „geringes Mietniveau“ attestiert. Im Mietspiegel tauchen Preise zwischen fünf und zehn Euro pro Quadratmeter auf – mit den Ballungszentren kaum vergleichbar. Thorsten Bornemann, Vorsitzender des Mindener Mietervereins, beobachtet aber seit Längerem, dass es so einfach nicht ist. Besonders die kleinen, günstigen Wohnungen, die Hartz-IV-Empfänger, Studenten und Niedrigverdiener gleichermaßen suchen, sind gefragt. Auch Senioren wollen in kleine, altersgerechte Wohnungen ziehen. Außerdem hat die Stadt Minden insgesamt 340 Wohnungen für Flüchtlinge angemietet, das verknappt das Angebot weiter. Davon stehen zwar 70 leer, „es stehen aber noch Anträge von 266 Personen auf Familiennachzug aus“, sagt Stadt-Sprecherin Susann Lewerenz. Sollten die bewilligt werden, seien die Wohnungen voll. Einige müssen wegen des schlechten Zustands vor Einzug ohnehin erst saniert werden. Sie zur Verfügung zu stellen, sei daher nicht möglich. Und sie fügt hinzu: „Auch wir bekommen derzeit keine Wohnungen mehr angeboten.“ Das ist besonders pikant, weil die Verwaltung teilweise offenbar auch bei ihrer ehemaligen Wohnungsbaugesellschaft abblitzt. 2006 veräußerte die Stadt die Mindener Wohnhaus GmbH mit ihren 3000 Wohnungen an ein privates Unternehmen, das sollte den ohnehin maroden Haushalt entlasten. Die Kommunikation ist seitdem offenbar schwierig. „Nach mehreren Gesprächen mit dem Bürgermeister und dem Beigeordneten haben wir jetzt Wohnungen dort angemietet“, so Lewerenz. Wohnhaus-Geschäftsführer Eugen Pankratz sieht diese Probleme nicht. „Wir pflegen einen guten Kontakt zur Stadtverwaltung und können alle Themen vernünftig besprechen und lösen“, teilte er gestern auf Anfrage mit. Auch Anwalt Thorsten Bornemann ist nicht gut auf die Wohnhaus zu sprechen. Seiner Meinung nach sind die Wohnungen zu teuer, verlangte Zuschläge für Ausblick oder Lage teilweise ohne jede Berechtigung. Wohnungen stünden leer, statt sie zu vermieten. Pankratz sagt dazu: „Die Wohnhaus hat im vergangenen Jahr über 70 kleine Wohnungen nach Kernsanierung neu vermietet.“ Damit habe man auf die Bedürfnisse der Mindener reagiert. Die Sanierung von kleinen Wohnungen sei aber im Verhältnis teurer. Der Mietspiegel berücksichtige das nicht. „Selbstverständlich halten wir uns bei unserer Vermietung an geltendes Recht.“ Bornemann sieht bei der Wohnungsnot jetzt die Stadt in der Pflicht. „Es findet kein öffentlich geförderter Wohnungsbau mehr statt.“ Das müsse sich ändern. Die Stadt erkennt das, will aber nicht direkt eingreifen. „Wir haben das Know-how und die Fachleute gar nicht mehr“, sagt Lewerenz. Es sei unwahrscheinlich, dass man selbst Wohnraum schaffe. Stattdessen sollen Partner für unterschiedliche Projekte gewonnen werden. Beigeordneter Lars Bursian verweist in diesem Zuge auf das „Handlungskonzept Wohnen“, dass die Stadt Anfang 2017 vorstellte. Aus ihm sollen Projekte entwickelt werden, die auch die Schaffung von Wohnraum für Leistungsempfänger und Menschen mit geringem Einkommen zum Ziel haben. dabei helfen.

Wohnungsnot in Minden: Der Stadt fehlen Know-how und Personal

In Minden gibt es zu wenig günstigen Wohnraum. Symbolfoto: Philipp Brandstädter/dpa © Philipp Brandstädter

Minden (nik). Rein statistisch ist Minden für Mieter ein Paradies. Im Förderlotsen des Landes NRW wird der Kreisstadt ein „geringes Mietniveau“ attestiert. Im Mietspiegel tauchen Preise zwischen fünf und zehn Euro pro Quadratmeter auf – mit den Ballungszentren kaum vergleichbar.

Thorsten Bornemann, Vorsitzender des Mindener Mietervereins, beobachtet aber seit Längerem, dass es so einfach nicht ist. Besonders die kleinen, günstigen Wohnungen, die Hartz-IV-Empfänger, Studenten und Niedrigverdiener gleichermaßen suchen, sind gefragt. Auch Senioren wollen in kleine, altersgerechte Wohnungen ziehen. Außerdem hat die Stadt Minden insgesamt 340 Wohnungen für Flüchtlinge angemietet, das verknappt das Angebot weiter. Davon stehen zwar 70 leer, „es stehen aber noch Anträge von 266 Personen auf Familiennachzug aus“, sagt Stadt-Sprecherin Susann Lewerenz. Sollten die bewilligt werden, seien die Wohnungen voll.

Einige müssen wegen des schlechten Zustands vor Einzug ohnehin erst saniert werden. Sie zur Verfügung zu stellen, sei daher nicht möglich. Und sie fügt hinzu: „Auch wir bekommen derzeit keine Wohnungen mehr angeboten.“

Das ist besonders pikant, weil die Verwaltung teilweise offenbar auch bei ihrer ehemaligen Wohnungsbaugesellschaft abblitzt. 2006 veräußerte die Stadt die Mindener Wohnhaus GmbH mit ihren 3000 Wohnungen an ein privates Unternehmen, das sollte den ohnehin maroden Haushalt entlasten. Die Kommunikation ist seitdem offenbar schwierig. „Nach mehreren Gesprächen mit dem Bürgermeister und dem Beigeordneten haben wir jetzt Wohnungen dort angemietet“, so Lewerenz. Wohnhaus-Geschäftsführer Eugen Pankratz sieht diese Probleme nicht. „Wir pflegen einen guten Kontakt zur Stadtverwaltung und können alle Themen vernünftig besprechen und lösen“, teilte er gestern auf Anfrage mit.

Auch Anwalt Thorsten Bornemann ist nicht gut auf die Wohnhaus zu sprechen. Seiner Meinung nach sind die Wohnungen zu teuer, verlangte Zuschläge für Ausblick oder Lage teilweise ohne jede Berechtigung. Wohnungen stünden leer, statt sie zu vermieten. Pankratz sagt dazu: „Die Wohnhaus hat im vergangenen Jahr über 70 kleine Wohnungen nach Kernsanierung neu vermietet.“ Damit habe man auf die Bedürfnisse der Mindener reagiert. Die Sanierung von kleinen Wohnungen sei aber im Verhältnis teurer. Der Mietspiegel berücksichtige das nicht. „Selbstverständlich halten wir uns bei unserer Vermietung an geltendes Recht.“

Bornemann sieht bei der Wohnungsnot jetzt die Stadt in der Pflicht. „Es findet kein öffentlich geförderter Wohnungsbau mehr statt.“ Das müsse sich ändern. Die Stadt erkennt das, will aber nicht direkt eingreifen. „Wir haben das Know-how und die Fachleute gar nicht mehr“, sagt Lewerenz. Es sei unwahrscheinlich, dass man selbst Wohnraum schaffe. Stattdessen sollen Partner für unterschiedliche Projekte gewonnen werden.

Beigeordneter Lars Bursian verweist in diesem Zuge auf das „Handlungskonzept Wohnen“, dass die Stadt Anfang 2017 vorstellte. Aus ihm sollen Projekte entwickelt werden, die auch die Schaffung von Wohnraum für Leistungsempfänger und Menschen mit geringem Einkommen zum Ziel haben.

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