Wohnen mit Zukunft: Neues Haus für ambulant betreutes Wohnen entsteht Monika Jäger Minden. Eigentlich versammeln sich bei einem neuen Bauprojekt von einiger Wichtigkeit alle Beteiligten vor Ort, es gibt Reden und Grußworte, Glückwünsche und dann mehrere Damen und Herren, die in Kostüm und Anzug je einen Spaten in den Boden drücken. Wegen der Corona-Pandemie verzichtete die Diakonie Stiftung Salem schon zum zweiten Mal auf dieses Ritual. Stattdessen trafen sich die Teilnehmenden zur Videokonferenz. Die Glückwünsche fielen jedoch nicht minder herzlich aus. Wie zuvor bereits an der alten Dützer Grundschule wird die Diakonie Stiftung Salem in Königstor ein besonderes Wohnangebot schaffen. Zwei ambulant betreute Wohngruppen für je zwölf Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, dazu 26 barrierearme zwischen 40 und 76 Quadratmeter große Appartements zum Vermieten: Das entspricht genau der Strategie der Stadt Minden. Diese setzt aufs Verbleiben der Menschen in ihrem angestammten Quartier und darauf, dass dann auch jüngere Familien in die frei werdenden Häuser ziehen können. Als Investor hat die Diakonie Stiftung Salem Clemens Betzemeier gewonnen, der betonte, er habe sich schnell und per „Bauchgefühl“ auf die Partnerschaft eingelassen. Leider seien erste ähnliche Planungen in Dankersen wegen benachbarter Emissionen nicht zum Tragen gekommen. Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) erinnerte auch an die ersten Widerstände aus der Nachbarschaft und betonte: „Da muss man dann auch mal Kante zeigen.“ Anwohner hatten für die Entwicklung des Gebietes deutlich mehr Verkehr und zu hohe Bauten befürchtet. Jäcke: Die Stadt solle nicht an ihren Rändern ausfransen, sondern beim Bauen verdichtet werden. „Wir planen solche Einrichtungen in der Mitte der Gesellschaft.“ Niemand solle sich aussortiert fühlen. Landrätin Anna Bölling (CDU) hatte das Projekt zuvor in einen größeren Zusammenhang gestellt. Im Kreis Minden-Lübbecke lebten etwa 16.500 Menschen, die pflegebedürftig sind, mit steigender Tendenz. 13.000 von ihnen zirka würden zuhause versorgt. „Das wird zunehmen, und wir werden uns dem demografischen Wandel stellen müssen.“ Dabei sei es wichtig, dem gerecht zu werden, was die Menschen dann tatsächlich wollen. Denn familiäre Netzwerke würden immer weniger tragfähig, und klassische Pflegeheime seien nicht für alle Betroffenen Wunsch oder Perspektive. Ein Haus wie dieses trage dem Inklusionsgedanken voll Rechnung. Die Bauzeit soll 18 Monate betragen, wie in Dützen wird es zwar von einem Investor errichtet, die Diakonie Stiftung Salem wird es aber betreiben und die ambulante Pflege und nach Bedarf die Betreuung übernehmen.

Wohnen mit Zukunft: Neues Haus für ambulant betreutes Wohnen entsteht

So soll die geplante Wohnanlage am Grundbach einmal aussehen. Grafik: GS Projektbau © GS Projektbau

Minden. Eigentlich versammeln sich bei einem neuen Bauprojekt von einiger Wichtigkeit alle Beteiligten vor Ort, es gibt Reden und Grußworte, Glückwünsche und dann mehrere Damen und Herren, die in Kostüm und Anzug je einen Spaten in den Boden drücken. Wegen der Corona-Pandemie verzichtete die Diakonie Stiftung Salem schon zum zweiten Mal auf dieses Ritual. Stattdessen trafen sich die Teilnehmenden zur Videokonferenz. Die Glückwünsche fielen jedoch nicht minder herzlich aus.

Wie zuvor bereits an der alten Dützer Grundschule wird die Diakonie Stiftung Salem in Königstor ein besonderes Wohnangebot schaffen. Zwei ambulant betreute Wohngruppen für je zwölf Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, dazu 26 barrierearme zwischen 40 und 76 Quadratmeter große Appartements zum Vermieten: Das entspricht genau der Strategie der Stadt Minden. Diese setzt aufs Verbleiben der Menschen in ihrem angestammten Quartier und darauf, dass dann auch jüngere Familien in die frei werdenden Häuser ziehen können.

Als Investor hat die Diakonie Stiftung Salem Clemens Betzemeier gewonnen, der betonte, er habe sich schnell und per „Bauchgefühl“ auf die Partnerschaft eingelassen. Leider seien erste ähnliche Planungen in Dankersen wegen benachbarter Emissionen nicht zum Tragen gekommen.

Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) erinnerte auch an die ersten Widerstände aus der Nachbarschaft und betonte: „Da muss man dann auch mal Kante zeigen.“ Anwohner hatten für die Entwicklung des Gebietes deutlich mehr Verkehr und zu hohe Bauten befürchtet. Jäcke: Die Stadt solle nicht an ihren Rändern ausfransen, sondern beim Bauen verdichtet werden. „Wir planen solche Einrichtungen in der Mitte der Gesellschaft.“ Niemand solle sich aussortiert fühlen.

Landrätin Anna Bölling (CDU) hatte das Projekt zuvor in einen größeren Zusammenhang gestellt. Im Kreis Minden-Lübbecke lebten etwa 16.500 Menschen, die pflegebedürftig sind, mit steigender Tendenz. 13.000 von ihnen zirka würden zuhause versorgt. „Das wird zunehmen, und wir werden uns dem demografischen Wandel stellen müssen.“ Dabei sei es wichtig, dem gerecht zu werden, was die Menschen dann tatsächlich wollen. Denn familiäre Netzwerke würden immer weniger tragfähig, und klassische Pflegeheime seien nicht für alle Betroffenen Wunsch oder Perspektive. Ein Haus wie dieses trage dem Inklusionsgedanken voll Rechnung.

Die Bauzeit soll 18 Monate betragen, wie in Dützen wird es zwar von einem Investor errichtet, die Diakonie Stiftung Salem wird es aber betreiben und die ambulante Pflege und nach Bedarf die Betreuung übernehmen.

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