Wo sind die Dörfer mit Ideen? Kreis vergibt zwei neue Preise zur Stärkung des ländlichen Raums Sebastian Radermacher Minden (mt). Ein Dorf-Auto, das Anwohner von A nach B fährt, eine Smartphone-App, die über Aktivitäten und das Leben in der Ortschaft informiert, die Neugestaltung eines leerstehenden Gebäudes als Treffpunkt für die Nachbarschaft – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das Leben im ländlichen Raum attraktiver zu machen. Und bestimmt schlummern auch im Kreis Minden-Lübbecke etliche solcher Ideen in den Dorfgemeinschaften, Vereinen und sonstigen Institutionen. Der Kreis Minden-Lübbecke möchte dieses Potenzial in Zukunft besser nutzen und die Aktiven bei ihren Vorhaben unterstützen. Gemeinsam mit Vertretern der Politik, vor allem aber mit den Menschen, die am besten wissen, wie man das Leben in „ihrem“ Dorf bereichern kann, hat die Verwaltung ein neues Konzept zur Stärkung des ländlichen Raums erarbeitet. Herausgekommen sind zwei Preise, die der Kreis 2019 erstmals auslobt: Die Auszeichnung „Dörfer mit Ideen“ verleiht er für Projekte, die in der Planung, aber noch nicht umgesetzt worden sind. Der „Heimatpreis Minden-Lübbecke“ richtet sich an Aktive, die bereits konkrete Maßnahmen realisiert haben. „Ich bin mir sicher, dass wir dadurch ein interessantes Angebot schaffen“, sagte Landrat Dr. Ralf Niermann gestern bei der Vorstellung des Konzepts. Zwar gab es schon lange den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, doch das Interesse hatte in den vergangenen Jahren stetig, zuletzt sogar stark nachgelassen. Beteiligten sich im Jahr 2008 noch 36 Dörfer im Mühlenkreis an der Aktion, schrumpfte die Zahl 2014 auf 16 und 2017 auf nur noch neun Teilnehmer. Deshalb sei eine Neuausrichtung notwendig geworden. „Das Engagement verändert sich. Wir brauchten neue Ansätze, um die Menschen wieder zu motivieren“, erklärte Niermann. Der Preis „Dörfer mit Ideen“ ersetzt die Aktion „Unser Dorf hat Zukunft“, den Heimatpreis hat das Land NRW vor Kurzem ins Leben gerufen. Der Kreis Minden-Lübbecke nutzte die Gunst der Stunde und verknüpfte beide miteinander. Die neuen Preise seien stark projektorientiert, die Teilnahme für die Dorfgemeinschaften und Vereine mit wenig Aufwand verbunden, betonte Kreiswirtschaftsförderer Oliver Gubela. „Es reichen kurze Angaben und Fotos zur Projektidee und ein paar Informationen zu den Aktiven“, ergänzte Regionalmanagerin Pia Steffenhagen-Koch. Wichtig ist, dass die Ideen einen der vorgegebenen Themenschwerpunkte abdecken: Mobilität, Digitale Versorgung (zum Beispiel Social-Media-Ideen), Intelligente Gebäude (Mehr-Generationen-Wohnen, Smart Home, energetische Sanierung) oder sogenannte Querschnittsthemen (Jugend, Ökologie). Eine Jury wird die Projekte und Ideen bewerten. Haben sie Beispielcharakter für das Kreisgebiet? Sind sie innovativ, nachhaltig und partizipativ? Was macht das Projekt so besonders? Diese und weitere Kriterien stehen bei der Bewertung im Mittelpunkt. Alle Ideen werden bei den „Holztagen“ auf der Pohlschen Heide am 6. und 7. April 2019 der Öffentlichkeit präsentiert. Am zweiten Tag des Regionalforums werden die Preisträger gekürt. Außerdem sollen die eingereichten Projekte im Standort-Portal veröffentlicht werden, da sie womöglich auch in anderen Dörfern umgesetzt werden könnten. „Der Austausch untereinander ist uns wichtig“, betonte Steffenhagen-Koch. Worauf die Organisatoren ebenfalls Wert legen: Auch wenn es weiterhin Geldpreise zu gewinnen gibt, soll künftig nicht mehr nur ausschließlich der Wettbewerbsgedanke im Fokus stehen. Deshalb dürfen sich alle Bewerber sicher sein, dass sie bei der Umsetzung ihrer Ideen fortlaufend beraten, begleitet und unterstützt werden, auch wenn sie nicht zu den Preisträgern gehören. „Wir sind optimistisch, dass das Angebot gut angenommen wird. Eine Garantie haben wir aber natürlich nicht“, sagte Gubela. Der Autor ist erreichbar unter (05 71) 882 201 oder Sebastian.Radermacher@MT.de

Wo sind die Dörfer mit Ideen? Kreis vergibt zwei neue Preise zur Stärkung des ländlichen Raums

Regionalmanagerin Pia Steffenhagen-Koch, Kreiswirtschaftsförderer Oliver Gubela und Landrat Dr. Ralf Niermann (rechts) stellten die beiden neuen Projekte vor. MT- © Foto: Sebastian Radermacher

Minden (mt). Ein Dorf-Auto, das Anwohner von A nach B fährt, eine Smartphone-App, die über Aktivitäten und das Leben in der Ortschaft informiert, die Neugestaltung eines leerstehenden Gebäudes als Treffpunkt für die Nachbarschaft – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das Leben im ländlichen Raum attraktiver zu machen. Und bestimmt schlummern auch im Kreis Minden-Lübbecke etliche solcher Ideen in den Dorfgemeinschaften, Vereinen und sonstigen Institutionen.

Der Kreis Minden-Lübbecke möchte dieses Potenzial in Zukunft besser nutzen und die Aktiven bei ihren Vorhaben unterstützen. Gemeinsam mit Vertretern der Politik, vor allem aber mit den Menschen, die am besten wissen, wie man das Leben in „ihrem“ Dorf bereichern kann, hat die Verwaltung ein neues Konzept zur Stärkung des ländlichen Raums erarbeitet. Herausgekommen sind zwei Preise, die der Kreis 2019 erstmals auslobt: Die Auszeichnung „Dörfer mit Ideen“ verleiht er für Projekte, die in der Planung, aber noch nicht umgesetzt worden sind. Der „Heimatpreis Minden-Lübbecke“ richtet sich an Aktive, die bereits konkrete Maßnahmen realisiert haben.

Ein gutes Beispiel für die Stärkung des ländlichen Raumes: Die Dorfgemeinschaft aus Petershagen-Windheim – hier die Ehrenamtlichen Ursula Hess und Dr. Jörg Philipps – hat 2017 eine „Mitfahrerbank“ aufgestellt. So können Bürger, die nicht mobil sind, mit einer Fahrgemeinschaft von A nach B kommen. Archivfoto: Ulrich Westermann - © Ulrich Westermann
Ein gutes Beispiel für die Stärkung des ländlichen Raumes: Die Dorfgemeinschaft aus Petershagen-Windheim – hier die Ehrenamtlichen Ursula Hess und Dr. Jörg Philipps – hat 2017 eine „Mitfahrerbank“ aufgestellt. So können Bürger, die nicht mobil sind, mit einer Fahrgemeinschaft von A nach B kommen. Archivfoto: Ulrich Westermann - © Ulrich Westermann

„Ich bin mir sicher, dass wir dadurch ein interessantes Angebot schaffen“, sagte Landrat Dr. Ralf Niermann gestern bei der Vorstellung des Konzepts. Zwar gab es schon lange den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, doch das Interesse hatte in den vergangenen Jahren stetig, zuletzt sogar stark nachgelassen. Beteiligten sich im Jahr 2008 noch 36 Dörfer im Mühlenkreis an der Aktion, schrumpfte die Zahl 2014 auf 16 und 2017 auf nur noch neun Teilnehmer. Deshalb sei eine Neuausrichtung notwendig geworden. „Das Engagement verändert sich. Wir brauchten neue Ansätze, um die Menschen wieder zu motivieren“, erklärte Niermann.

Der Preis „Dörfer mit Ideen“ ersetzt die Aktion „Unser Dorf hat Zukunft“, den Heimatpreis hat das Land NRW vor Kurzem ins Leben gerufen. Der Kreis Minden-Lübbecke nutzte die Gunst der Stunde und verknüpfte beide miteinander. Die neuen Preise seien stark projektorientiert, die Teilnahme für die Dorfgemeinschaften und Vereine mit wenig Aufwand verbunden, betonte Kreiswirtschaftsförderer Oliver Gubela. „Es reichen kurze Angaben und Fotos zur Projektidee und ein paar Informationen zu den Aktiven“, ergänzte Regionalmanagerin Pia Steffenhagen-Koch. Wichtig ist, dass die Ideen einen der vorgegebenen Themenschwerpunkte abdecken: Mobilität, Digitale Versorgung (zum Beispiel Social-Media-Ideen), Intelligente Gebäude (Mehr-Generationen-Wohnen, Smart Home, energetische Sanierung) oder sogenannte Querschnittsthemen (Jugend, Ökologie).

Eine Jury wird die Projekte und Ideen bewerten. Haben sie Beispielcharakter für das Kreisgebiet? Sind sie innovativ, nachhaltig und partizipativ? Was macht das Projekt so besonders? Diese und weitere Kriterien stehen bei der Bewertung im Mittelpunkt. Alle Ideen werden bei den „Holztagen“ auf der Pohlschen Heide am 6. und 7. April 2019 der Öffentlichkeit präsentiert. Am zweiten Tag des Regionalforums werden die Preisträger gekürt. Außerdem sollen die eingereichten Projekte im Standort-Portal veröffentlicht werden, da sie womöglich auch in anderen Dörfern umgesetzt werden könnten. „Der Austausch untereinander ist uns wichtig“, betonte Steffenhagen-Koch.

Worauf die Organisatoren ebenfalls Wert legen: Auch wenn es weiterhin Geldpreise zu gewinnen gibt, soll künftig nicht mehr nur ausschließlich der Wettbewerbsgedanke im Fokus stehen. Deshalb dürfen sich alle Bewerber sicher sein, dass sie bei der Umsetzung ihrer Ideen fortlaufend beraten, begleitet und unterstützt werden, auch wenn sie nicht zu den Preisträgern gehören. „Wir sind optimistisch, dass das Angebot gut angenommen wird. Eine Garantie haben wir aber natürlich nicht“, sagte Gubela.

Der Autor ist erreichbar unter (05 71) 882 201 oder Sebastian.Radermacher@MT.de

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