Wirtschaftlichkeit bleibt Hauptbedenken Bürgerversammlung zur Flächennutzungsplanänderung "Regioport Weser" / Maßnahmen gegen den Betriebslärm Von Stefan Koch Minden (mt). Durch kleinere Veränderungen wird die Lärmbelastung durch den Regioport Weser im zulässigen Bereich gehalten. Das stellte die Stadtverwaltung am Donnerstag anlässlich einer Bürgerversammlung zur Flächennutzungsplanänderung zum Containerumschlag dar. Weitere Bedenken des Publikums galten dem Hochwasserschutz - vor allem aber der Wirtschaftlichkeit. Im kommenden Jahr soll der Bau des Regioport Weser beginnen; Ende 2013 ist der erste Bauabschnitt des Containerumschlags abgeschlossen. Nachdem bereits vor einem Jahr der Öffentlichkeit ein Masterplan vorgestellt wurde, steht jetzt die Änderung des Flächennutzungsplans auf Mindener Stadtgebiet an. Ziel der Bürgerversammlung in der Cornelia-Funke-Schule in Dankersen war vorgestern die Sammlung von Belangen, die Einfluss auf die Bauleitplanung und Genehmigungsverfahren haben könnten.Zunächst aber stellte Bereichsleiter Achim Naujock Nachbesserungen zu Problemen vor, die in den vergangenen Monaten Anwohner des Gebietes Beerenbusch/Cammer bewegt hatten. So wird mit mehreren Maßnahmen dem wachsenden Betriebslärm Rechnung getragen. Dazu gehört die Erhöhung der Schallschutzwand an der B 482 im Bereich Reckhöfen, der Schallschutz für ein neues Betriebsgleis zum Hafen, eine geringere Güterabfertigung in der Nacht, eine Verminderung bei der Anzahl von Kühlcontainern sowie die nächtliche Betriebsruhe an den Schiffsliegeplätzen des Regioport.Mehr Licht macht nichtsNaujock machte deutlich, dass sich die zugrunde liegenden Immissionsrichtlinien auf den zu erwartenden Betriebs- nicht aber auf den Verkehrslärm beziehen. Hier bestehe kein Anspruch der Anwohnerschaft auf Sanierungsmaßnahmen. Als Trost erhielten die Reckhöfener die Auskunft, dass sich durch den verstärkten Schallschutz an der B 482 auch der Verkehrslärm vermindere.Auch die zu erwartende Steigerung des Lichtaufkommens wird aus Sicht der Planer keiner Nachbesserung bedürfen. Fachingenieur Ernst Brunken bezog sich bei seinem Vortrag auf die Vorgaben der seit 2000 bestehenden Lichtleitlinie für derartige Projekte. Hier wurden Raumaufhellung sowie die Blendungsintensivität berücksichtigt. Bei beidem sei keine Überschreitung der Richtlinie in Sicht. Der Experte musste allerdings auf Nachfrage aus dem Publikum einräumen, dass keine Aussagen über die Bewegung von Lichtquellen und die damit verbundene Störwirkung möglich seien.Zweifel wurde im Publikum geäußert, dass der Verkehrslärm tatsächlich in der Nacht reduziert werde, da das Binnenschiff in Konkurrenz zu anderen Verkehrsmitteln stünde und auf wirtschaftlichen und zügigen Betrieb angewiesen sei. Bemängelt wurde auch, dass durch den zu erwartenden Mehrverkehr durch Lkw der Bereich Reckhöfen in Mitleidenschaft gezogen werde - ohnehin seien dort schon jetzt die Grenzwerte überschritten.Zweifel wurde im Publikum geäußert, dass der Verkehrslärm tatsächlich in der Nacht reduziert werde, da das Binnenschiff in Konkurrenz zu anderen Verkehrsmitteln stünde und auf wirtschaftlichen und zügigen Betrieb angewiesen sei. Bemängelt wurde auch, dass durch den zu erwartenden Mehrverkehr durch Lkw der Bereich Reckhöfen in Mitleidenschaft gezogen werde - ohnehin seien dort schon jetzt die Grenzwerte überschritten.Das große Thema war am Donnerstag allerdings - so wie auch bei den öffentlichen Erörterungen des Masterplans im vergangenen Jahr - die Wirtschaftlichkeit des Projekts Regioport Weser. Joachim Schmidt, Geschäftsführer der Mindener Hafen GmbH, begründete die Notwendigkeit mit steigenden Umschlagszahlen, die in der Zukunft eine Verdreieinhalbfachung dessen erwarten ließen, was der Mindener Hafen jetzt leiste. Ein Zug pro Woche verkehre zwischen dem Mindener Terminal und Hamburg. So wie vor einem Jahr schon war wieder am Donnerstag die Beteiligung der Deutschen Bahn an dem Projekt Regioport eine offene Frage. Dennoch bleiben die Planer optimistisch. "Wir haben eine starke ostwestfälische Wirtschaft, die diesen Standort zunehmend in Anspruch nimmt", so Naujock.Auch die Umgestaltung der Bückeburger Aue in Verbindung mit Regioport-Planungen war ein Thema. So sollen für die rund 21 Hektar Containerhafen plus 8 Hektar Gewerbegebiet auf weiteren 57 Hektar Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen stattfinden. Die Überschwemmungen des Plangebietes nach dem Starkregen am 26. und 27. August vergangenen Jahres hinterließen bei Teilen der Versammlungsteilnehmer jedoch Skepsis. Malte Wittecker, bei der Stadt Minden für die Verfahrenkoordination zuständig, verwies hier auf eine geplante Flutmulde und die Errichtung weiterer Versickerungsflächen, um das Überschwemmungsproblem zu lösen.

Wirtschaftlichkeit bleibt Hauptbedenken

Minden (mt). Durch kleinere Veränderungen wird die Lärmbelastung durch den Regioport Weser im zulässigen Bereich gehalten. Das stellte die Stadtverwaltung am Donnerstag anlässlich einer Bürgerversammlung zur Flächennutzungsplanänderung zum Containerumschlag dar. Weitere Bedenken des Publikums galten dem Hochwasserschutz - vor allem aber der Wirtschaftlichkeit.

Vor dem Schaumburger Wald soll der Regioport entstehen. Links unten: die Anlagen des Hafens Beerenbusch. - © Foto: Edwin Dodd
Vor dem Schaumburger Wald soll der Regioport entstehen. Links unten: die Anlagen des Hafens Beerenbusch. - © Foto: Edwin Dodd

Im kommenden Jahr soll der Bau des Regioport Weser beginnen; Ende 2013 ist der erste Bauabschnitt des Containerumschlags abgeschlossen. Nachdem bereits vor einem Jahr der Öffentlichkeit ein Masterplan vorgestellt wurde, steht jetzt die Änderung des Flächennutzungsplans auf Mindener Stadtgebiet an. Ziel der Bürgerversammlung in der Cornelia-Funke-Schule in Dankersen war vorgestern die Sammlung von Belangen, die Einfluss auf die Bauleitplanung und Genehmigungsverfahren haben könnten.

Zunächst aber stellte Bereichsleiter Achim Naujock Nachbesserungen zu Problemen vor, die in den vergangenen Monaten Anwohner des Gebietes Beerenbusch/Cammer bewegt hatten. So wird mit mehreren Maßnahmen dem wachsenden Betriebslärm Rechnung getragen. Dazu gehört die Erhöhung der Schallschutzwand an der B 482 im Bereich Reckhöfen, der Schallschutz für ein neues Betriebsgleis zum Hafen, eine geringere Güterabfertigung in der Nacht, eine Verminderung bei der Anzahl von Kühlcontainern sowie die nächtliche Betriebsruhe an den Schiffsliegeplätzen des Regioport.

Mehr Licht macht nichts

Naujock machte deutlich, dass sich die zugrunde liegenden Immissionsrichtlinien auf den zu erwartenden Betriebs- nicht aber auf den Verkehrslärm beziehen. Hier bestehe kein Anspruch der Anwohnerschaft auf Sanierungsmaßnahmen. Als Trost erhielten die Reckhöfener die Auskunft, dass sich durch den verstärkten Schallschutz an der B 482 auch der Verkehrslärm vermindere.

Auch die zu erwartende Steigerung des Lichtaufkommens wird aus Sicht der Planer keiner Nachbesserung bedürfen. Fachingenieur Ernst Brunken bezog sich bei seinem Vortrag auf die Vorgaben der seit 2000 bestehenden Lichtleitlinie für derartige Projekte. Hier wurden Raumaufhellung sowie die Blendungsintensivität berücksichtigt. Bei beidem sei keine Überschreitung der Richtlinie in Sicht. Der Experte musste allerdings auf Nachfrage aus dem Publikum einräumen, dass keine Aussagen über die Bewegung von Lichtquellen und die damit verbundene Störwirkung möglich seien.

Zweifel wurde im Publikum geäußert, dass der Verkehrslärm tatsächlich in der Nacht reduziert werde, da das Binnenschiff in Konkurrenz zu anderen Verkehrsmitteln stünde und auf wirtschaftlichen und zügigen Betrieb angewiesen sei. Bemängelt wurde auch, dass durch den zu erwartenden Mehrverkehr durch Lkw der Bereich Reckhöfen in Mitleidenschaft gezogen werde - ohnehin seien dort schon jetzt die Grenzwerte überschritten.

Zweifel wurde im Publikum geäußert, dass der Verkehrslärm tatsächlich in der Nacht reduziert werde, da das Binnenschiff in Konkurrenz zu anderen Verkehrsmitteln stünde und auf wirtschaftlichen und zügigen Betrieb angewiesen sei. Bemängelt wurde auch, dass durch den zu erwartenden Mehrverkehr durch Lkw der Bereich Reckhöfen in Mitleidenschaft gezogen werde - ohnehin seien dort schon jetzt die Grenzwerte überschritten.

Das große Thema war am Donnerstag allerdings - so wie auch bei den öffentlichen Erörterungen des Masterplans im vergangenen Jahr - die Wirtschaftlichkeit des Projekts Regioport Weser. Joachim Schmidt, Geschäftsführer der Mindener Hafen GmbH, begründete die Notwendigkeit mit steigenden Umschlagszahlen, die in der Zukunft eine Verdreieinhalbfachung dessen erwarten ließen, was der Mindener Hafen jetzt leiste. Ein Zug pro Woche verkehre zwischen dem Mindener Terminal und Hamburg. So wie vor einem Jahr schon war wieder am Donnerstag die Beteiligung der Deutschen Bahn an dem Projekt Regioport eine offene Frage. Dennoch bleiben die Planer optimistisch. "Wir haben eine starke ostwestfälische Wirtschaft, die diesen Standort zunehmend in Anspruch nimmt", so Naujock.

Auch die Umgestaltung der Bückeburger Aue in Verbindung mit Regioport-Planungen war ein Thema. So sollen für die rund 21 Hektar Containerhafen plus 8 Hektar Gewerbegebiet auf weiteren 57 Hektar Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen stattfinden. Die Überschwemmungen des Plangebietes nach dem Starkregen am 26. und 27. August vergangenen Jahres hinterließen bei Teilen der Versammlungsteilnehmer jedoch Skepsis. Malte Wittecker, bei der Stadt Minden für die Verfahrenkoordination zuständig, verwies hier auf eine geplante Flutmulde und die Errichtung weiterer Versickerungsflächen, um das Überschwemmungsproblem zu lösen.

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