Wird das Rampenloch abgerissen? Stefan Koch Minden (mt). Mit dem am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beschlossenen Kauf der Bordellstraße Rampenloch wird die Stadt Minden nicht automatisch zum Bordellbetreiber. Wie zu erfahren war, soll das Objekt zwar zeitnah, aber in entmietetem Zustand in kommunalen Besitz übergehen. Der bisherige Eigentümer hatte sich aus wirtschaftlichen Gründen von der Straße mit der Häuserzeile getrennt, deren Baugeschichte bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Eine Folge des Besitzerwechsels wird voraussichtlich sein, dass die Gebäude weitgehend abgerissen werden können. Lediglich die Pflasterung und ein Haus stehen unter Denkmalschutz. Seit Jahrzehnten wurde nicht in die Substanzerhaltung investiert, so dass ein hoher Sanierungsstau entstanden ist. Das Areal um das Rampenloch und das Objekt selbst haben eine hohe Bedeutung für die Entwicklung der Obereren Altstadt, die zunächst auf das Gebiet Königswall, Kampstraße und Pöttcherstaße beschränkt ist. Wie Lars Bursian, Baubeigeordneter der Mindener Stadtverwaltung, im öffentlichen Teil der Ausschusssitzung erklärte, wolle die Stadt das von ihr beschlossene Handlungskonzept Wohnen mit dem nun beschlossenen Kauf von mehreren zusammenhängenden Grundstücken umsetzen. Laut Bursian bestehe ein großes öffentliches Interesse an der Entwicklung der Oberen Altstadt, wie die Beteiligungsveranstaltung zur Rahmenplanung im Februar gezeigt hatte. Neben vielen Anwohnern hatten auch Investoren und Politiker an dem Bürgerworkshop teilgenommen. Viele Problemzonen wurden vorgestellt und auch Ideen und Anregungen gesammelt. Unter anderem war York Prinz zu Schaumburg-Lippe dabei, der in das abgebrannte Palais an der Hahler Straße investierte. Den am Bürgerworkshop beteiligten Stadtplanern zufolge soll der Charakter des Viertels erhalten bleiben, das sich durch vielfältige Gebäude, kleinteilige Bebauung und eine Mischung von Wohnen, Handel und Dienstleistungen auszeichnet. Wie Bursian im Ausschuss erklärte, sollen im März die Ergebnisse dieser Bestandsanalyse unter Bürgerbeteiligung vorgestellt werden. Auch das Rampenloch war im Februar Thema, als Bürger und Experten vor Ort feststellten, dass Wohnbebauung gut in das Quartier passt. Deutlich wurde, dass eine weitere Nutzung als Bordellbetrieb einer familienfreundlichen Entwicklung des Areals entgegen steht. Deshalb diskutierten die Anwesenden, ob ein Fortbestand der bisherigen Nutzung sinnvoll sei, der allerdings auch aus wirtschaftlichen Gründen keine Zukunft hat, wie Bursian am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss erklärte. Bursian zu der Kaufentscheidung des Rampenlochs und anderen Parzellen in der Oberen Altstadt: „Wir haben jetzt die Chance, das Quartier durch den Kauf dieser Schlüsselgrundstücke weiter nach vorne zu bringen.“ Außerdem könne der Nutzerkonflikt zwischen Wohnen und Bordellbetrieb aufgelöst werden. „Wir wollen hier eine hochwertige Lösung für neues Wohnen in der Altstadt erreichen.“

Wird das Rampenloch abgerissen?

Nur ein Haus der Bordellstraße steht unter Denkmalschutz. Der Rest könnte für die Entwicklung des Wohnquartiers abgerissen werden. © Foto: MT-Archiv

Minden (mt). Mit dem am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses beschlossenen Kauf der Bordellstraße Rampenloch wird die Stadt Minden nicht automatisch zum Bordellbetreiber. Wie zu erfahren war, soll das Objekt zwar zeitnah, aber in entmietetem Zustand in kommunalen Besitz übergehen.

Der bisherige Eigentümer hatte sich aus wirtschaftlichen Gründen von der Straße mit der Häuserzeile getrennt, deren Baugeschichte bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurückreicht. Eine Folge des Besitzerwechsels wird voraussichtlich sein, dass die Gebäude weitgehend abgerissen werden können. Lediglich die Pflasterung und ein Haus stehen unter Denkmalschutz. Seit Jahrzehnten wurde nicht in die Substanzerhaltung investiert, so dass ein hoher Sanierungsstau entstanden ist.

Das Areal um das Rampenloch und das Objekt selbst haben eine hohe Bedeutung für die Entwicklung der Obereren Altstadt, die zunächst auf das Gebiet Königswall, Kampstraße und Pöttcherstaße beschränkt ist. Wie Lars Bursian, Baubeigeordneter der Mindener Stadtverwaltung, im öffentlichen Teil der Ausschusssitzung erklärte, wolle die Stadt das von ihr beschlossene Handlungskonzept Wohnen mit dem nun beschlossenen Kauf von mehreren zusammenhängenden Grundstücken umsetzen. Laut Bursian bestehe ein großes öffentliches Interesse an der Entwicklung der Oberen Altstadt, wie die Beteiligungsveranstaltung zur Rahmenplanung im Februar gezeigt hatte. Neben vielen Anwohnern hatten auch Investoren und Politiker an dem Bürgerworkshop teilgenommen. Viele Problemzonen wurden vorgestellt und auch Ideen und Anregungen gesammelt.

Unter anderem war York Prinz zu Schaumburg-Lippe dabei, der in das abgebrannte Palais an der Hahler Straße investierte. Den am Bürgerworkshop beteiligten Stadtplanern zufolge soll der Charakter des Viertels erhalten bleiben, das sich durch vielfältige Gebäude, kleinteilige Bebauung und eine Mischung von Wohnen, Handel und Dienstleistungen auszeichnet. Wie Bursian im Ausschuss erklärte, sollen im März die Ergebnisse dieser Bestandsanalyse unter Bürgerbeteiligung vorgestellt werden.

Auch das Rampenloch war im Februar Thema, als Bürger und Experten vor Ort feststellten, dass Wohnbebauung gut in das Quartier passt. Deutlich wurde, dass eine weitere Nutzung als Bordellbetrieb einer familienfreundlichen Entwicklung des Areals entgegen steht. Deshalb diskutierten die Anwesenden, ob ein Fortbestand der bisherigen Nutzung sinnvoll sei, der allerdings auch aus wirtschaftlichen Gründen keine Zukunft hat, wie Bursian am Donnerstag im Haupt- und Finanzausschuss erklärte. Bursian zu der Kaufentscheidung des Rampenlochs und anderen Parzellen in der Oberen Altstadt: „Wir haben jetzt die Chance, das Quartier durch den Kauf dieser Schlüsselgrundstücke weiter nach vorne zu bringen.“ Außerdem könne der Nutzerkonflikt zwischen Wohnen und Bordellbetrieb aufgelöst werden. „Wir wollen hier eine hochwertige Lösung für neues Wohnen in der Altstadt erreichen.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden