„Wir liegen vor dem Zeitplan“: Kreis ist zufrieden mit dem Internetausbau durch Greenfiber Sebastian Radermacher Minden. Der Breitbandausbau der Firma Greenfiber im Kreis Minden-Lübbecke schreitet erfreulich gut voran – das betonte Minden-Lübbeckes Wirtschaftsförderer Oliver Gubela im jüngsten Ausschuss für Strukturförderung: „Wir liegen weiterhin vor dem Zeitplan. Es wird bislang schneller ausgebaut, als es geplant war. Wenn es so weitergeht, sind wir sehr zufrieden.“ Ein Überblick. Der Ausbau Rund 21.200 Haushalte in Minden-Lübbecke profitieren von dem neuen Turbo-Internet. Insgesamt wird das Greenfiber-Glasfasernetz durchs Kreisgebiet rund 1.500 Kilometer lang sein. Mit Stand Ende Dezember sind laut Gubela bereits 900 Kilometer an Leerrohren verlegt worden. Mittlerweile seien 450 Kunden im Westen des Kreisgebietes bereits ans neue Netz angeschlossen, berichtete Gubela den Politikern. Welche Bereiche in welcher Reihenfolge an der Reihe sind, entscheidet aber nicht der Kreis, auf diese Klarstellung legte der Wirtschaftsförderer noch einmal Wert. Das sei die Entscheidung von Greenfiber (ehemals Internexio). Das Unternehmen habe festgelegt, sich in Minden-Lübbecke von Westen nach Osten vorzuarbeiten, was zum Beispiel die Menschen in Petershagen getroffen habe, da die Stadt laut ursprünglicher Planung eigentlich direkt zu Beginn an der Reihe sein sollte. Die Änderung sei eine wirtschaftliche Entscheidung von Greenfiber gewesen. Mittlerweile werde ja auch in Petershagen gearbeitet – „und eine Verzögerung zeichnet sich nicht ab“, sagte Gubela. Was ihn beim Blick auf den Baufortschritt besonders freut: In den vergangenen Monaten habe Greenfiber insgesamt 845 zusätzliche Adressen in den Ausbau nachträglich noch mit aufnehmen können. Etwa 300 Kilometer würden zusätzlich ausgebaut. Vor allem Haushalte in Petershagen hätten doch noch berücksichtigt werden können. Aber auch andere Bereiche des Kreisgebietes, zum Beispiel in Neubaugebieten oder Haushalte, die eigentlich nicht als unterversorgt galten, sind noch ans Greenfiber-Netz angeschlossen worden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich nun alle Bürger, die noch weiterhin im Schneckentempo durchs Netz surfen, auf baldiges High-Speed-Internet freuen dürfen, verdeutlichte Gubela. Greenfiber habe lediglich jene Haushalte noch in die Planung aufgenommen, für die kein großer zusätzlicher Aufwand notwendig war und – ganz wichtig – für die das zuständige Telekommunikationsunternehmen nachträglich die Unterversorgung bestätigt habe. Es handelte sich also Anschlüsse mit einer Bandbreite von weniger als 30 Mbit pro Sekunde. Gubela sprach von Einzelfallentscheidungen. Wer gilt als unterversorgt? In seinem Breitband-Masterplan hatte der Kreis festgelegt, dass alle Anschlüsse mit weniger als 30 Megabit als unterversorgt („weiße Flecken“) gelten und ins Ausbauprogramm aufgenommen werden. Es gab 2016 ein sogenanntes Markterkundungsverfahren, das Grundlage für die Eckpunkte des Plans war. Die Regeln waren vom Fördergeber festgesetzt worden. Der Kreis musste bei den Telekommunikationsunternehmen abfragen, welche Bandbreiten sie in den Städten und Gemeinden zum damaligen Stand anboten und welche Ausbaupläne sie in den folgenden drei Jahren hätten. Diese Eigenauskünfte der Anbieter mussten, so erklärte es der Kreis bereits in der Vergangenheit, als „gesetzt“ angesehen werden – unabhängig davon, ob der Ausbau innerhalb der nächsten drei Jahre tatsächlich erfolgt oder nicht. Hat ein Anbieter zum Beispiel 2016 angekündigt, bis 2019 in einem unterversorgten Bereich das Netz auf 50 Mbit/Sekunde auszubauen, fiel dieser Bereich aus dem Masterplan und damit auch aus dem aktuellen Ausbauprojekt heraus. In vielen Bereichen hat sich bislang nichts getan – und die Haushalte bleiben außen vor. Wie geht es weiter? Für die Zukunft sieht Gubela aber durchaus Chancen, um die restlichen „weißen Flecken“ im Mühlenkreis zu versorgen. Zum einen könnten Telekommunikationsunternehmen in den Kommunen selbst aktiv werden und eigenwirtschaftlich ausbauen, was aktuell zum Beispiel in Pr. Oldendorf der Fall sei. Zum anderen soll schon bald eine nächste Förderphase für weitere Breitband-Projekte beginnen. Der aktuell laufende Ausbau durch Greenfiber muss – so steht es in den Förderrichtlinien – spätestens Ende 2023 fertiggestellt sein. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits angekündigt, bis Mitte 2023 alle Arbeiten zu beenden. Oliver Gubela ist optimistisch, dass dieser Zeitplan am Ende eingehalten wird. Die Kosten Der bislang zügige Fortschritt ist auch der Grund dafür, weshalb der Kreistag Ende des vergangenen Jahres beschließen musste, dass kurzfristig mehr Haushaltsmittel für das Breitband-Projekt bereitgestellt werden. Gubela erklärte noch einmal den Ablauf: Der Kreis müsse erst den Ausbau bezahlen, hole sich dann die Summe von den Fördergebern zurück. „Vor der Zahlung lassen wir die Rechnungen vom Bund überprüfen, damit wir auf der sicheren Seite sind.“ Bislang habe es dabei keine Probleme gegeben. Für den Ausbau sind Gesamtkosten von rund 100 Millionen Euro veranschlagt. 90 Prozent davon übernehmen Bund und Land, der Rest ist durch Anteile der Kommunen beziehungsweise künftige Einnahmen gedeckt.

„Wir liegen vor dem Zeitplan“: Kreis ist zufrieden mit dem Internetausbau durch Greenfiber

In Minden-Lübbecke schreitet der Glasfaserausbau durch die Firma Greenfiber voran. Doch nicht alle „weißen Flecken“ können berücksichtigt werden – das bedauert auch der Kreis. Symbolfoto: Arnulf Hettrich/imago © imago/Arnulf Hettrich

Minden. Der Breitbandausbau der Firma Greenfiber im Kreis Minden-Lübbecke schreitet erfreulich gut voran – das betonte Minden-Lübbeckes Wirtschaftsförderer Oliver Gubela im jüngsten Ausschuss für Strukturförderung: „Wir liegen weiterhin vor dem Zeitplan. Es wird bislang schneller ausgebaut, als es geplant war. Wenn es so weitergeht, sind wir sehr zufrieden.“ Ein Überblick.

Der Ausbau

Rund 21.200 Haushalte in Minden-Lübbecke profitieren von dem neuen Turbo-Internet. Insgesamt wird das Greenfiber-Glasfasernetz durchs Kreisgebiet rund 1.500 Kilometer lang sein. Mit Stand Ende Dezember sind laut Gubela bereits 900 Kilometer an Leerrohren verlegt worden. Mittlerweile seien 450 Kunden im Westen des Kreisgebietes bereits ans neue Netz angeschlossen, berichtete Gubela den Politikern.

Welche Bereiche in welcher Reihenfolge an der Reihe sind, entscheidet aber nicht der Kreis, auf diese Klarstellung legte der Wirtschaftsförderer noch einmal Wert. Das sei die Entscheidung von Greenfiber (ehemals Internexio). Das Unternehmen habe festgelegt, sich in Minden-Lübbecke von Westen nach Osten vorzuarbeiten, was zum Beispiel die Menschen in Petershagen getroffen habe, da die Stadt laut ursprünglicher Planung eigentlich direkt zu Beginn an der Reihe sein sollte. Die Änderung sei eine wirtschaftliche Entscheidung von Greenfiber gewesen. Mittlerweile werde ja auch in Petershagen gearbeitet – „und eine Verzögerung zeichnet sich nicht ab“, sagte Gubela.

Was ihn beim Blick auf den Baufortschritt besonders freut: In den vergangenen Monaten habe Greenfiber insgesamt 845 zusätzliche Adressen in den Ausbau nachträglich noch mit aufnehmen können. Etwa 300 Kilometer würden zusätzlich ausgebaut. Vor allem Haushalte in Petershagen hätten doch noch berücksichtigt werden können. Aber auch andere Bereiche des Kreisgebietes, zum Beispiel in Neubaugebieten oder Haushalte, die eigentlich nicht als unterversorgt galten, sind noch ans Greenfiber-Netz angeschlossen worden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich nun alle Bürger, die noch weiterhin im Schneckentempo durchs Netz surfen, auf baldiges High-Speed-Internet freuen dürfen, verdeutlichte Gubela. Greenfiber habe lediglich jene Haushalte noch in die Planung aufgenommen, für die kein großer zusätzlicher Aufwand notwendig war und – ganz wichtig – für die das zuständige Telekommunikationsunternehmen nachträglich die Unterversorgung bestätigt habe. Es handelte sich also Anschlüsse mit einer Bandbreite von weniger als 30 Mbit pro Sekunde. Gubela sprach von Einzelfallentscheidungen.

Wer gilt als unterversorgt?

In seinem Breitband-Masterplan hatte der Kreis festgelegt, dass alle Anschlüsse mit weniger als 30 Megabit als unterversorgt („weiße Flecken“) gelten und ins Ausbauprogramm aufgenommen werden. Es gab 2016 ein sogenanntes Markterkundungsverfahren, das Grundlage für die Eckpunkte des Plans war. Die Regeln waren vom Fördergeber festgesetzt worden.

Der Kreis musste bei den Telekommunikationsunternehmen abfragen, welche Bandbreiten sie in den Städten und Gemeinden zum damaligen Stand anboten und welche Ausbaupläne sie in den folgenden drei Jahren hätten. Diese Eigenauskünfte der Anbieter mussten, so erklärte es der Kreis bereits in der Vergangenheit, als „gesetzt“ angesehen werden – unabhängig davon, ob der Ausbau innerhalb der nächsten drei Jahre tatsächlich erfolgt oder nicht. Hat ein Anbieter zum Beispiel 2016 angekündigt, bis 2019 in einem unterversorgten Bereich das Netz auf 50 Mbit/Sekunde auszubauen, fiel dieser Bereich aus dem Masterplan und damit auch aus dem aktuellen Ausbauprojekt heraus. In vielen Bereichen hat sich bislang nichts getan – und die Haushalte bleiben außen vor.

Wie geht es weiter?

Für die Zukunft sieht Gubela aber durchaus Chancen, um die restlichen „weißen Flecken“ im Mühlenkreis zu versorgen. Zum einen könnten Telekommunikationsunternehmen in den Kommunen selbst aktiv werden und eigenwirtschaftlich ausbauen, was aktuell zum Beispiel in Pr. Oldendorf der Fall sei. Zum anderen soll schon bald eine nächste Förderphase für weitere Breitband-Projekte beginnen.

Der aktuell laufende Ausbau durch Greenfiber muss – so steht es in den Förderrichtlinien – spätestens Ende 2023 fertiggestellt sein. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits angekündigt, bis Mitte 2023 alle Arbeiten zu beenden. Oliver Gubela ist optimistisch, dass dieser Zeitplan am Ende eingehalten wird.

Die Kosten

Der bislang zügige Fortschritt ist auch der Grund dafür, weshalb der Kreistag Ende des vergangenen Jahres beschließen musste, dass kurzfristig mehr Haushaltsmittel für das Breitband-Projekt bereitgestellt werden. Gubela erklärte noch einmal den Ablauf: Der Kreis müsse erst den Ausbau bezahlen, hole sich dann die Summe von den Fördergebern zurück. „Vor der Zahlung lassen wir die Rechnungen vom Bund überprüfen, damit wir auf der sicheren Seite sind.“ Bislang habe es dabei keine Probleme gegeben. Für den Ausbau sind Gesamtkosten von rund 100 Millionen Euro veranschlagt. 90 Prozent davon übernehmen Bund und Land, der Rest ist durch Anteile der Kommunen beziehungsweise künftige Einnahmen gedeckt.

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