„Wir boostern!“ Riesiger Ansturm auf die erste Mindener Impfaktion in der Kampa-Halle Anja Peper Minden. Ansturm auf die erste Mindener Impfaktion in der Kampa-Halle: Von 14 bis 18 Uhr können sich die Menschen an diesem Freitag die Spritze gegen Corona abholen – ohne Anmeldung. Schon eine Stunde vorher ist die Warteschlange unübersichtlich lang: Sie zieht sich vom Seiteneingang der Kampa-Halle über den Vorplatz entlang der Hahler Straße bis zur Kreuzung und von da aus noch einmal mehrere hundert Meter den Bayernring hinauf. Einige machen bei dem Anblick der vielen wartenden Menschen sofort wieder kehrt. Die meisten haben Wartezeit einkalkuliert, einige sogar einen Klappstuhl eingepackt. „Hauptsache, es bleibt trocken!“ Den Satz hört man in der Schlange öfter. Der Himmel ist bedeckt. Aber angesichts der vierten Pandemiewelle, die Deutschland gerade mit Wucht überrollt, gerät das Thema Wetter doch mal in den Hintergrund. Viele stellen sich für die Auffrischungsimpfung an: „Wir boostern!“, sagt Else Jäger, die mit ihrem Mann Helmut und Sohn Matthias gekommen ist. Sie ist nach einem Oberschenkelhalsbruch auf den Rollstuhl angewiesen. Die stundenlange Warterei an der stark befahrenen Hahler Straße könnte sie als Belastung empfinden. Tut sie aber nicht: „Es geht mir gut, ich bin warm angezogen.“ Es gab sogar Leute, die sie freundlicherweise vorgelassen haben in der langen Schlange. Das war zwar die Ausnahme, aber immerhin. Eine Booster-Impfung könnte den Schutz um das 20-Fache erhöhen. Jeder, den man fragt, hat einen guten Grund für die Auffrischung. Ein Ehepaar aus Petershagen möchte zum Beispiel weiterhin unbesorgt auf die drei Enkel aufpassen können. „Und in Kitas und Schulen geht ja doch viel rum.“ Vor dem Ehepaar stehen Jacqueline Kielgas (26) und ihre Kollegin Janina Fuhs (33) an. Sie arbeiten zusammen in einer Mindener Zahnarztpraxis. Auch sie wollen sich die dritte Impfung gegen Corona abholen. „Wir haben jeden Tag mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun.“ Es liegt in der Natur der Sache, dass jeder, der auf dem Behandlungsstuhl Platz nimmt, seine Maske abnehmen muss. Das heißt für das Personal: Den ganzen Tag über die dichte FFP2-Maske tragen, manchmal zusätzlich Schutzbrille und Visier. Denn die Möglichkeit einer Infektion durch Erreger im feinen Sprühnebel lässt sich nicht ausschließen. Wichtig ist für die beiden Kolleginnen auch, die Angehörigen zu schützen: „Meine Oma ist schwer lungenkrank. Mit ihr möchte ich weiter Kontakt haben können“, sagt Jacqueline Kielgas. Lauter gute Gründe, sich in die wirklich lange Warteschlange einzureihen. Die Beiden lassen ihre Blicke über die Köpfe schweifen und meinen: „Ist doch eigentlich schön, dass es so viele sind.“ Andere wünschen sich für etwaige weitere Impfaktionen ein anderes Konzept. Ein Leser hat sich ans Gesundheitsamt gewandt mit der folgenden E-Mail: „Der Präsident des RKI, Wieler, hat empfohlen, Großveranstaltungen abzusagen. Aus meiner Sicht ist die Impfaktion in der Kampa-Halle aber genau das, eine Großveranstaltung! Vielleicht ändern Sie beim nächsten Mal das Konzept.“ Für den heutigen Samstag (20. November) ist von 14 bis 18 Uhr im Werre Park Bad Oeynhausen ebenfalls eine Impfaktion ohne Anmeldung angekündigt. Bin ich ausreichend gegen das Corona-Virus geschützt? Diese Frage stellen sich aktuell viele Menschen, die getestet oder genesen sind und über eine Booster-Impfung nachdenken. Seit Montag dieser Woche bieten die Mühlenkreiskliniken Immuntests an. Das Interesse ist groß: „Bis 25. November sind alle Termine in Minden vergeben“, so MKK-Pressesprecher Christian Busse. Alternativ könne man sich im Testzentrum an der Oststraße in Herford untersuchen lassen oder auf weitere freie Termine in Minden warten. Eine Terminbuchung unter muehlenkreiskliniken.de/testzentrum ist zwingend erforderlich. Der Test auf neutralisierende Antikörper kostet 18 Euro, die T-Zellen Bestimmung ist deutlich aufwendiger und kostet 40 Euro.

„Wir boostern!“ Riesiger Ansturm auf die erste Mindener Impfaktion in der Kampa-Halle

Die Länge der Warteschlange an der Kampa-Halle ist von unten nicht zu erfassen. Der Drohnenpilot verschafft sich einen Eindruck aus der Vogelperspektive. © Anja Peper

Minden. Ansturm auf die erste Mindener Impfaktion in der Kampa-Halle: Von 14 bis 18 Uhr können sich die Menschen an diesem Freitag die Spritze gegen Corona abholen – ohne Anmeldung. Schon eine Stunde vorher ist die Warteschlange unübersichtlich lang: Sie zieht sich vom Seiteneingang der Kampa-Halle über den Vorplatz entlang der Hahler Straße bis zur Kreuzung und von da aus noch einmal mehrere hundert Meter den Bayernring hinauf. Einige machen bei dem Anblick der vielen wartenden Menschen sofort wieder kehrt. Die meisten haben Wartezeit einkalkuliert, einige sogar einen Klappstuhl eingepackt. „Hauptsache, es bleibt trocken!“ Den Satz hört man in der Schlange öfter. Der Himmel ist bedeckt. Aber angesichts der vierten Pandemiewelle, die Deutschland gerade mit Wucht überrollt, gerät das Thema Wetter doch mal in den Hintergrund.

Matthias Jäger begleitet seine Eltern zum Impfen. Mutter Else ist nach einem Oberschenkelhalsbruch auf den Rollstuhl angewiesen. - © Anja Peper
Matthias Jäger begleitet seine Eltern zum Impfen. Mutter Else ist nach einem Oberschenkelhalsbruch auf den Rollstuhl angewiesen. - © Anja Peper

Viele stellen sich für die Auffrischungsimpfung an: „Wir boostern!“, sagt Else Jäger, die mit ihrem Mann Helmut und Sohn Matthias gekommen ist. Sie ist nach einem Oberschenkelhalsbruch auf den Rollstuhl angewiesen. Die stundenlange Warterei an der stark befahrenen Hahler Straße könnte sie als Belastung empfinden. Tut sie aber nicht: „Es geht mir gut, ich bin warm angezogen.“ Es gab sogar Leute, die sie freundlicherweise vorgelassen haben in der langen Schlange. Das war zwar die Ausnahme, aber immerhin.

Malina Reckordt

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Eine Booster-Impfung könnte den Schutz um das 20-Fache erhöhen. Jeder, den man fragt, hat einen guten Grund für die Auffrischung. Ein Ehepaar aus Petershagen möchte zum Beispiel weiterhin unbesorgt auf die drei Enkel aufpassen können. „Und in Kitas und Schulen geht ja doch viel rum.“ Vor dem Ehepaar stehen Jacqueline Kielgas (26) und ihre Kollegin Janina Fuhs (33) an. Sie arbeiten zusammen in einer Mindener Zahnarztpraxis. Auch sie wollen sich die dritte Impfung gegen Corona abholen. „Wir haben jeden Tag mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun.“ Es liegt in der Natur der Sache, dass jeder, der auf dem Behandlungsstuhl Platz nimmt, seine Maske abnehmen muss. Das heißt für das Personal: Den ganzen Tag über die dichte FFP2-Maske tragen, manchmal zusätzlich Schutzbrille und Visier. Denn die Möglichkeit einer Infektion durch Erreger im feinen Sprühnebel lässt sich nicht ausschließen. Wichtig ist für die beiden Kolleginnen auch, die Angehörigen zu schützen: „Meine Oma ist schwer lungenkrank. Mit ihr möchte ich weiter Kontakt haben können“, sagt Jacqueline Kielgas. Lauter gute Gründe, sich in die wirklich lange Warteschlange einzureihen. Die Beiden lassen ihre Blicke über die Köpfe schweifen und meinen: „Ist doch eigentlich schön, dass es so viele sind.“

Jacqueline Kielgas (26, links) und ihre Kollegin Janina Fuhs (33) arbeiten zusammen in einer Mindener Zahnarztpraxis.

MT-Fotos: Anja Peper - © Anja Peper
Jacqueline Kielgas (26, links) und ihre Kollegin Janina Fuhs (33) arbeiten zusammen in einer Mindener Zahnarztpraxis.
MT-Fotos: Anja Peper - © Anja Peper

Andere wünschen sich für etwaige weitere Impfaktionen ein anderes Konzept. Ein Leser hat sich ans Gesundheitsamt gewandt mit der folgenden E-Mail: „Der Präsident des RKI, Wieler, hat empfohlen, Großveranstaltungen abzusagen. Aus meiner Sicht ist die Impfaktion in der Kampa-Halle aber genau das, eine Großveranstaltung! Vielleicht ändern Sie beim nächsten Mal das Konzept.“ Für den heutigen Samstag (20. November) ist von 14 bis 18 Uhr im Werre Park Bad Oeynhausen ebenfalls eine Impfaktion ohne Anmeldung angekündigt.

Bin ich ausreichend gegen das Corona-Virus geschützt? Diese Frage stellen sich aktuell viele Menschen, die getestet oder genesen sind und über eine Booster-Impfung nachdenken. Seit Montag dieser Woche bieten die Mühlenkreiskliniken Immuntests an. Das Interesse ist groß: „Bis 25. November sind alle Termine in Minden vergeben“, so MKK-Pressesprecher Christian Busse. Alternativ könne man sich im Testzentrum an der Oststraße in Herford untersuchen lassen oder auf weitere freie Termine in Minden warten. Eine Terminbuchung unter muehlenkreiskliniken.de/testzentrum ist zwingend erforderlich. Der Test auf neutralisierende Antikörper kostet 18 Euro, die T-Zellen Bestimmung ist deutlich aufwendiger und kostet 40 Euro.

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