Windpark Hahlen: Windturbinen sollen höher und effizienter werden Monika Jäger Minden. Sechs Windturbinen stehen im Windpark Hahlen – und weil diese Maschinen in die Jahre gekommen sind, sollen sie ersetzt werden. Seit 2018 wird daran geplant und gearbeitet. 2022 könnten die neuen Turbinen ans Netz gehen. Das Areal in Hahlen ist das einzige Vorranggebiet für Windkraftanlagen, das im Flächennutzungsplan der Stadt steht. Die sechs Windräder sind zwischen 1998 und 2003 errichtet worden und fallen nach und nach aus der 20-jährigen Förderung. Die Frage, ob im Stadtgebiet weitere Flächen ausgewiesen werden können und sollen, war 2016 und 2017 ein politisch durchaus umstrittenes Thema. Am Ende stand ein Ratsbeschluss. Die in Hahlen stehenden Anlagen sollten dringend auf ihr Potenzial hin überprüft werden. Seit 2017 wurde mit den Eigentümervertretern im Windpark Hahlen darüber diskutiert, wie diese Flächen repowert werden könnten. Minden schafft dazu neue Rechtsgrundlagen, bei denen es unter anderem auch um den Abstand zwischen Anlagen und Häusern geht. Wichtig ist dabei, dass es nicht um einen Neubau geht, sondern um Verbesserung des Bestehenden. Das Bremer Unternehmen „Energiequelle" präsentierte den jeweils aktuellen Stand bereits mehrfach im Fachausschuss, und inzwischen hat dieser die dafür notwendigen Planungsschritte angeschoben. Dazu gehört auch, den bestehenden Bebauungsplan von 2002 aufzuheben und einen neuen zu verabschieden. Die Aufstellung des neuen Plans wurde bereits im September 2020 auf den Weg gebracht, jetzt ist auch die Außerkraftsetzung des alten angestoßen. In der Diskussion ging es der Politik schon 2020 um die Frage, wie laut die Anlagen sind und welchen Schattenwurf sie haben. Dazu gibt es jetzt Gutachten. Die im alten Regelwerk festgehaltenen Standorte und Höhen für Windenergieanlagen sind inzwischen nicht mehr zeitgemäß: Moderne Windräder sind zwar viel effizienter, aber auch deutlich höher. Nicht mehr zeitgemäß, das heißt unter anderem: Die vorhandenen drei Enercon E-40 Anlagen und drei NEG Micon NM60/1000 Anlagen sollen durch drei neue ersetzt werden, die modernen Anforderungen entsprechen. Diese sollen 200 statt wie bisher 100 Meter hoch sein – die Nabenhöhe ist mit 125 Metern angesetzt, und das ist mit ein Grund, weshalb auch der Bebauungsplan zu ändern ist. Erst ab 200 Metern sei die Wirtschaftlichkeit gegeben, so die Energiequelle-Vertreter. Die neuen Standorte hätten auf jeden Fall mindestens 550 Meter Abstand zu den Häusern im Umland. Welche Folgen diese höheren Anlagen für die Bewohner ringsum haben, sollten mehrere Fachgutachten feststellen. Licht und Lärm sind die Punkte, die in diesem Zusammenhang angesprochen wurden. Das Ergebnis: „Nachts reduzieren sich die Immissionen im Mittel um 0,7 Dezibel, Tags erhöhen sie sich um 2,1 Dezibel", sagte Projektentwickler Jan Schrobsdorf im Ausschuss. Damit seien die Werte deutlich innerhalb der Grenzwerte. Zur Einordnung nennt er den Vergleich: Zehn Dezibel entsprächen Blätterrauschen in 200 Metern Entfernung. Insgesamt ergebe sich eine Effizienzsteigerung um 570 Prozent, die Zahl der Anlagen wird halbiert. So, wie das Verfahren bisher geplant ist, könnten – wenn alle Genehmigungen vorliegen – der Baubeginn im dritten Quartal 2022 und die Inbetriebnahme im ersten Quartal 2023 sein. Die NRW-Landesregierung hat im Dezember einen Gesetzentwurf vorgelegt und diesen am 20 April beschlossen, nach dem Windenergieanlagen künftig einen Mindestabstand von 1000 Meter zu Wohngebäuden in bestimmten Gebieten einhalten sollen. Es gehe um Ausgleich und gesellschaftlichen Konsens zwischen den berechtigten Interessen der Wohnbevölkerung und dem Erforderlichen Ausbau der Windenergie, so das Ministerium dazu. Gleichzeitig wurde die kommunale Planungshoheit gestärkt. Und so könne Minden mit dem Bebauungsplan die 1000 Meter Grenze unterschreiten, erklärte auch Bau-Beigeordneter Lars Bursian im Ausschuss. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte in einer Pressemitteilung : „Mit einem Schutzabstand von 1.000 Metern wollen wir den Rahmen der Bundesgesetzgebung, die auf Initiative Nordrhein-Westfalens zustande gekommen ist, für unsere Bürgerinnen und Bürger in Anspruch nehmen." Darüber hinaus bleibe, wo eine Kommune dies wünsche und eine entsprechende Bauleitplanung treffe, der Ausbau der Windenergie bis zu den bisherigen Grenzen des Immissionsschutzrechts möglich. „So entsteht Planungssicherheit für Wind und Raum für Wohnen." In Nordrhein-Westfalen waren Ende 2019 3.708 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 5.937 Megawatt installiert.

Windpark Hahlen: Windturbinen sollen höher und effizienter werden

Die sechs alten Windkraftanlagen in Hahlen sollen durch drei modernere ersetzt werden. Foto: Alex Lehn (Archiv) © lehn

Minden. Sechs Windturbinen stehen im Windpark Hahlen – und weil diese Maschinen in die Jahre gekommen sind, sollen sie ersetzt werden. Seit 2018 wird daran geplant und gearbeitet. 2022 könnten die neuen Turbinen ans Netz gehen.

Das Areal in Hahlen ist das einzige Vorranggebiet für Windkraftanlagen, das im Flächennutzungsplan der Stadt steht. Die sechs Windräder sind zwischen 1998 und 2003 errichtet worden und fallen nach und nach aus der 20-jährigen Förderung. Die Frage, ob im Stadtgebiet weitere Flächen ausgewiesen werden können und sollen, war 2016 und 2017 ein politisch durchaus umstrittenes Thema. Am Ende stand ein Ratsbeschluss. Die in Hahlen stehenden Anlagen sollten dringend auf ihr Potenzial hin überprüft werden. Seit 2017 wurde mit den Eigentümervertretern im Windpark Hahlen darüber diskutiert, wie diese Flächen repowert werden könnten.

Minden schafft dazu neue Rechtsgrundlagen, bei denen es unter anderem auch um den Abstand zwischen Anlagen und Häusern geht. Wichtig ist dabei, dass es nicht um einen Neubau geht, sondern um Verbesserung des Bestehenden.

- © MT-Grafik: Jörg Barner
© MT-Grafik: Jörg Barner

Das Bremer Unternehmen „Energiequelle" präsentierte den jeweils aktuellen Stand bereits mehrfach im Fachausschuss, und inzwischen hat dieser die dafür notwendigen Planungsschritte angeschoben. Dazu gehört auch, den bestehenden Bebauungsplan von 2002 aufzuheben und einen neuen zu verabschieden.

Die Aufstellung des neuen Plans wurde bereits im September 2020 auf den Weg gebracht, jetzt ist auch die Außerkraftsetzung des alten angestoßen. In der Diskussion ging es der Politik schon 2020 um die Frage, wie laut die Anlagen sind und welchen Schattenwurf sie haben. Dazu gibt es jetzt Gutachten.

Die im alten Regelwerk festgehaltenen Standorte und Höhen für Windenergieanlagen sind inzwischen nicht mehr zeitgemäß: Moderne Windräder sind zwar viel effizienter, aber auch deutlich höher.

Nicht mehr zeitgemäß, das heißt unter anderem: Die vorhandenen drei Enercon E-40 Anlagen und drei NEG Micon NM60/1000 Anlagen sollen durch drei neue ersetzt werden, die modernen Anforderungen entsprechen. Diese sollen 200 statt wie bisher 100 Meter hoch sein – die Nabenhöhe ist mit 125 Metern angesetzt, und das ist mit ein Grund, weshalb auch der Bebauungsplan zu ändern ist.

Erst ab 200 Metern sei die Wirtschaftlichkeit gegeben, so die Energiequelle-Vertreter. Die neuen Standorte hätten auf jeden Fall mindestens 550 Meter Abstand zu den Häusern im Umland.

Welche Folgen diese höheren Anlagen für die Bewohner ringsum haben, sollten mehrere Fachgutachten feststellen. Licht und Lärm sind die Punkte, die in diesem Zusammenhang angesprochen wurden. Das Ergebnis: „Nachts reduzieren sich die Immissionen im Mittel um 0,7 Dezibel, Tags erhöhen sie sich um 2,1 Dezibel", sagte Projektentwickler Jan Schrobsdorf im Ausschuss. Damit seien die Werte deutlich innerhalb der Grenzwerte. Zur Einordnung nennt er den Vergleich: Zehn Dezibel entsprächen Blätterrauschen in 200 Metern Entfernung.

Insgesamt ergebe sich eine Effizienzsteigerung um 570 Prozent, die Zahl der Anlagen wird halbiert. So, wie das Verfahren bisher geplant ist, könnten – wenn alle Genehmigungen vorliegen – der Baubeginn im dritten Quartal 2022 und die Inbetriebnahme im ersten Quartal 2023 sein.

Die NRW-Landesregierung hat im Dezember einen Gesetzentwurf vorgelegt und diesen am 20 April beschlossen, nach dem Windenergieanlagen künftig einen Mindestabstand von 1000 Meter zu Wohngebäuden in bestimmten Gebieten einhalten sollen.

Es gehe um Ausgleich und gesellschaftlichen Konsens zwischen den berechtigten Interessen der Wohnbevölkerung und dem Erforderlichen Ausbau der Windenergie, so das Ministerium dazu. Gleichzeitig wurde die kommunale Planungshoheit gestärkt. Und so könne Minden mit dem Bebauungsplan die 1000 Meter Grenze unterschreiten, erklärte auch Bau-Beigeordneter Lars Bursian im Ausschuss.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte in einer Pressemitteilung : „Mit einem Schutzabstand von 1.000 Metern wollen wir den Rahmen der Bundesgesetzgebung, die auf Initiative Nordrhein-Westfalens zustande gekommen ist, für unsere Bürgerinnen und Bürger in Anspruch nehmen."

Darüber hinaus bleibe, wo eine Kommune dies wünsche und eine entsprechende Bauleitplanung treffe, der Ausbau der Windenergie bis zu den bisherigen Grenzen des Immissionsschutzrechts möglich. „So entsteht Planungssicherheit für Wind und Raum für Wohnen."

In Nordrhein-Westfalen waren Ende 2019 3.708 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 5.937 Megawatt installiert.

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