"Westfälische Mausefalle" bereitet neue Aufführung vor Ursula Koch Minden. Auf der Bühne gibt es in diesem Jahr reichlich angeschnittene Bälle und gekonnte Returns. Das Amateur-Theater „Westfälische Mausefalle“ bereitet sich auf die Aufführungen der Komödie „Extrawurst“ vor und die verlangt einiges an sportlichem Ehrgeiz. Das Ensemble verwandelt sich dafür in einen Tennisverein. Zur Jahreshauptversammlung trifft der sich in der Alten Schule Meißen, wo eigentlich auch schon im vergangenen Jahr gespielt werden sollte. Das Publikum wird zu Vereinsmitgliedern und bestimmt mit seinem Votum am Ende, wie das Schauspiel ausgeht. Der Streit entzündet sich an der Anschaffung eines neue Grills für die Vereinsfeiern. Doch der Verein hat einen gläubigen Muslim unter seinen Mitgliedern. Der kann sein Fleisch nicht von einem Grill essen, auf dem auch Schweinefleisch liegt. Darum schlägt seine Doppel-Partnerin vor, dass er einen eigenen Grill erhält. Eigentlich eine ganz pragmatische Entscheidung. Aber dann geht es ums Prinzip. Fünf Schauspieler liefern sich auf der Bühne den verbalen Schlagabtausch. „Kiyasettin Eldeniz hat glücklicherweise in diesem Winter Zeit“, begründet Stahlhut die Auswahl des 2018 uraufgeführten Schauspiels. Das Werk von Dietmar Jacobs und Stichlings-Preisträger Moritz Netenjakob sei daher fest für dieses Jahr eingeplant gewesen. Einem Deutschen einen schwarzen Bart anzukleben und als Türken auftreten zu lassen, das kann sich Stahlhut angesichts der aktuellen Debatten gar nicht vorstellen. Außerdem habe sich das Thema zum 60. Geburtstag des Vertrags zwischen Deutschland und der Türkei angeboten. „Das Stück passt außerdem sehr gut zum Raum“, findet Stahlhut. Und die Aula wiederum gut zur aktuellen Corona-Lage, weil sie sich mit Fenstern an beiden Seiten gut lüften lasse. Platz bietet der Raum für 199 Zuschauer. Die Mausefalle wird aber nur 100 Stühle aufstellen. Stahlhut und seine Truppe sind gespannt, wie ihr Publikum den Wechsel vom Kleinen Theater am Weingarten nach Meißen annehme. Ein Tourneetheater hätte die Komödie im Frühjahr unter anderem auch in Minden spielen wollen. Die Vorstellung musste allerdings abgesagt werden. Darum erhielt die Mausefalle überhaupt die Rechte. Für Eldeniz ist es der dritte Einsatz bei der Mausefalle. Er spielte in „Frau Müller muss weg“ vor fünf Jahren und in „Der Aufguss“ mit. Sarah Kilian, die seit vielen Jahren bei der Mausefalle spielt, will nur noch in jeder zweiten Saison auftreten. Sie arbeitet in der Pflege und das bedeutet eben auch Wochenenddienste. „Die Hälfte meines Jahresurlaubs geht für die Saison drauf. Zum Glück wollen nicht so viele Kolleginnen im Januar Urlaub machen“, erzählt sie. Die für vergangenen Winter geplante Produktion „Die Niere“ verschiebt das Amateur-Theater auf 2022. „Eine der Darstellerinnen ist gerade Mutter geworden. Das nenne ich Spielplan kompatible Familienplanung“, scherzt Stahlhut.In der alten Schule Meißen wird im Anschluss an die Mausefalle auch die Portabühne spielen. Die stellt die Podeste für die Zuschauertribüne sowie Traversen und Scheinwerfer zur Verfügung. Die „Extrawurst“ feiert am Dienstag, 28. Dezember, um 18 Uhr Premiere in der alten Schule Meißen, Forststraße 23. Karten für diese und 15 weitere Vorstellungen sind erhältlich ab Sonntag, 28. November, um 8.30 Uhr bei der Calpam-Tankstelle Stephan Kropa, Kutenhauser Dorfstraße 8, Telefon (05 71) 4 44 84. Ein zweites Telefon, (01 51)58 16 19 25, ist in der Zeit von 8.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr besetzt. Reservierungen werden nur im persönlichen Gespräch angenommen, SMS und Mailbox-Nachrichten werden nicht bearbeitet.

"Westfälische Mausefalle" bereitet neue Aufführung vor

Die Jahreshauptversammlung beim Tennisverein verläuft anders als erwartet: KIyasettin Eldeniz, Sarah Kilian, Alexander Heidenreich, Baruch Hoffart-Le-Guellec und Ernst Stahlhut (von links) streiten um die „Extrawurst“. MT-Foto: Ursula Koch

Minden. Auf der Bühne gibt es in diesem Jahr reichlich angeschnittene Bälle und gekonnte Returns. Das Amateur-Theater „Westfälische Mausefalle“ bereitet sich auf die Aufführungen der Komödie „Extrawurst“ vor und die verlangt einiges an sportlichem Ehrgeiz.

Das Ensemble verwandelt sich dafür in einen Tennisverein. Zur Jahreshauptversammlung trifft der sich in der Alten Schule Meißen, wo eigentlich auch schon im vergangenen Jahr gespielt werden sollte. Das Publikum wird zu Vereinsmitgliedern und bestimmt mit seinem Votum am Ende, wie das Schauspiel ausgeht. Der Streit entzündet sich an der Anschaffung eines neue Grills für die Vereinsfeiern. Doch der Verein hat einen gläubigen Muslim unter seinen Mitgliedern. Der kann sein Fleisch nicht von einem Grill essen, auf dem auch Schweinefleisch liegt. Darum schlägt seine Doppel-Partnerin vor, dass er einen eigenen Grill erhält. Eigentlich eine ganz pragmatische Entscheidung. Aber dann geht es ums Prinzip.

Fünf Schauspieler liefern sich auf der Bühne den verbalen Schlagabtausch. „Kiyasettin Eldeniz hat glücklicherweise in diesem Winter Zeit“, begründet Stahlhut die Auswahl des 2018 uraufgeführten Schauspiels. Das Werk von Dietmar Jacobs und Stichlings-Preisträger Moritz Netenjakob sei daher fest für dieses Jahr eingeplant gewesen. Einem Deutschen einen schwarzen Bart anzukleben und als Türken auftreten zu lassen, das kann sich Stahlhut angesichts der aktuellen Debatten gar nicht vorstellen. Außerdem habe sich das Thema zum 60. Geburtstag des Vertrags zwischen Deutschland und der Türkei angeboten. „Das Stück passt außerdem sehr gut zum Raum“, findet Stahlhut. Und die Aula wiederum gut zur aktuellen Corona-Lage, weil sie sich mit Fenstern an beiden Seiten gut lüften lasse. Platz bietet der Raum für 199 Zuschauer. Die Mausefalle wird aber nur 100 Stühle aufstellen. Stahlhut und seine Truppe sind gespannt, wie ihr Publikum den Wechsel vom Kleinen Theater am Weingarten nach Meißen annehme.

Malina Reckordt

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Ein Tourneetheater hätte die Komödie im Frühjahr unter anderem auch in Minden spielen wollen. Die Vorstellung musste allerdings abgesagt werden. Darum erhielt die Mausefalle überhaupt die Rechte. Für Eldeniz ist es der dritte Einsatz bei der Mausefalle. Er spielte in „Frau Müller muss weg“ vor fünf Jahren und in „Der Aufguss“ mit. Sarah Kilian, die seit vielen Jahren bei der Mausefalle spielt, will nur noch in jeder zweiten Saison auftreten. Sie arbeitet in der Pflege und das bedeutet eben auch Wochenenddienste. „Die Hälfte meines Jahresurlaubs geht für die Saison drauf. Zum Glück wollen nicht so viele Kolleginnen im Januar Urlaub machen“, erzählt sie. Die für vergangenen Winter geplante Produktion „Die Niere“ verschiebt das Amateur-Theater auf 2022. „Eine der Darstellerinnen ist gerade Mutter geworden. Das nenne ich Spielplan kompatible Familienplanung“, scherzt Stahlhut.

In der alten Schule Meißen wird im Anschluss an die Mausefalle auch die Portabühne spielen. Die stellt die Podeste für die Zuschauertribüne sowie Traversen und Scheinwerfer zur Verfügung. Die „Extrawurst“ feiert am Dienstag, 28. Dezember, um 18 Uhr Premiere in der alten Schule Meißen, Forststraße 23. Karten für diese und 15 weitere Vorstellungen sind erhältlich ab Sonntag, 28. November, um 8.30 Uhr bei der Calpam-Tankstelle Stephan Kropa, Kutenhauser Dorfstraße 8, Telefon (05 71) 4 44 84. Ein zweites Telefon, (01 51)58 16 19 25, ist in der Zeit von 8.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr besetzt. Reservierungen werden nur im persönlichen Gespräch angenommen, SMS und Mailbox-Nachrichten werden nicht bearbeitet.

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