Werden die Brötchen teurer? Steigende Energiepreise machen heimischen Bäckern zu schaffen Der Anstieg der Energiepreise macht sich in den meisten Bäckereien bemerkbar.Viel mehr Probleme macht aber die Verpackung. Jan Henning Rogge Minden. Kleinere Brötchen müssen die Bäcker in der Region wohl in den nächsten Monaten nicht backen – aber auch ihnen machen die Preissteigerungen zu schaffen: Besonders der Anstieg der Energiepreise macht sich bemerkbar, denn in den meisten Bäckereien werden die Öfen mit Erdöl oder Strom befeuert. Die ebenfalls höheren Preise für Rohstoffe wie Mehl und andere Zutaten fallen dagegen nicht ganz so stark ins Gewicht. Probleme gibt es aber in einem ganz anderen Bereich: Bei der Verpackung. Die Pandemie hat viele Lieferketten durcheinandergebracht, dazu kommen Probleme durch fehlende Lastwagenfahrer nicht nur in Großbritannien, sondern auch bei uns. Doch sind ernsthafte Einschnitte bei der Lebensmittelversorgung zu befürchten? Nein, stellt der Handelsverbands Lebensmittel (BVLH) klar: „Es liegen keine Erkenntnisse über Lieferengpässe bei Lebensmitteln oder Gütern des täglichen Bedarfs vor. Versorgungsprobleme sehen wir bei diesen Warengruppen momentan nicht“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Der Grund: Die Mehrheit der im Lebensmittelhandel verkauften Produkte stammen aus Deutschland oder anderen Ländern der Europäischen Union. „Das schützt unser Nahrungsmittelversorgung bis zu einem gewissen Grad auch vor möglichen Verwerfungen auf den Weltmärkten.“ Versorgungsengpässe befürchten auch die heimischen Bäcker nicht. „Nachschubprobleme haben wir bisher nicht“, sagt Bäckermeister Markus Redeker. Er bezieht seine Rohstoffe seit 1991 von einem Großhändler in Münster – ausgefallen ist eine Lieferung da bisher erst einmal, in einem strengen Winter. „Natürlich kann es mal vorkommen, dass vielleicht ein Fahrer krank ist – aber Lieferschwierigkeiten haben wir noch nie gehabt“, sagt der Bäckermeister – und die erwartet er auch nicht. Spürbar seien aber die steigenden Preise für Rohstoffe.Würden Lieferungen aber doch ausbleiben, würde das für Redeker nicht bedeuten, dass seine Kunden auf Brot, Brötchen und Kuchen verzichten müssten: Seine Vorräte reichen in der Regel für mehrere Wochen. Besondere Zutaten, die kürzer haltbar sind, könnten dann allerdings ausgehen. „Aber dann backen wir eben etwas anderes.“ Das ist auch bei seinen Kollegen in der Innenstadt nicht anders. „Rohstoffe wie Mehl haben wir für rund zwei Monate“, sagt Bäckermeister Kay Battermann. Auch in dem Familienunternehmen wären es Spezialprodukte, die am ehesten ausgehen würden. Kurzfristige Preisschwankungen machen sich durch die längere Lagerhaltung nicht ganz so schnell bemerkbar, trotzdem sieht auch Battermann die Entwicklung mit Sorge. „Wir beobachten die Rohstoffpreise, die leider nach oben gehen, versuchen aber, die Preise zu halten.“ Viel mehr Probleme bereiten den beiden Bäckermeistern die Energiepreise: Beide Betriebe heizen ihre Öfen mit Erdöl – und das ist in den letzten Monaten deutlich teurer geworden. „Den Strom, den wir brauchen, produzieren wir mit unserer Solaranlage selbst“, sagt Battermann. Doch gegen die hohen Ölpreise hat er keine Handhabe.Von den Energiepreisen sind auch die heimischen Großbäcker betroffen: „Unsere Öfen im Einzelhandel werden mit Strom, die Öfen in unseren Werken werden mit Gas betrieben“, teilt eine Sprecherin der zur Edeka Minden-Hannover gehörenden Bäckerei Schäfers mit. „Was die Preisgestaltung betrifft, setzen wir alles daran, unsere Preise im Wettbewerbsvergleich für die Kunden entsprechend niedrig zu halten.“ Engpässe in der Produktion seien aber auch bei Schäfers nicht zu befürchten. Anders sieht es bei der Verpackung aus – denn unter der weltweiten Papierkrise haben offenbar auch die Druckereien zu leiden, bei denen Bäckereien ihre Brötchentüten bestellen. So kommt es immer wieder vor, dass Kundinnen und Kunden ihre Backwaren in eher ungewöhnlichen Papiertüten nach Hause tragen. „Was die Papiertüten betrifft, so arbeiten wir mit langjährigen Lieferanten zusammen, die uns auch heute noch kontinuierlich beliefern“, erklärt die Schäfers-Sprecherin. „Allerdings können wir nicht ausschließen, dass es bei Papiertüten gelegentlich auch schon zu Verzögerungen bei der Belieferung gekommen ist.“ Von einer Angestellten einer Bäckerei, die sich offiziell nicht zum Thema äußern wollte, ist zu hören, dass es immer wieder zu größeren Engpässen bei Brötchentüten kommen würde und es schwierig sei, Nachschub zu organisieren. Zumindest die Familienbäckerei Battermann sieht dem entspannt entgegen – wie auch beim Mehl ist das Vorratslager für Brötchentüten üppig gefüllt, winkt Betriebswirtin Katja Battermann ab: „Da haben wir genug – da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen!“

Werden die Brötchen teurer? Steigende Energiepreise machen heimischen Bäckern zu schaffen

Auch die Bäcker in der Region bekommen die steigenden Preise Rohstoffe und vor allem Energie zu spüren. Foto: Jens Büttner/dpa

Minden. Kleinere Brötchen müssen die Bäcker in der Region wohl in den nächsten Monaten nicht backen – aber auch ihnen machen die Preissteigerungen zu schaffen: Besonders der Anstieg der Energiepreise macht sich bemerkbar, denn in den meisten Bäckereien werden die Öfen mit Erdöl oder Strom befeuert. Die ebenfalls höheren Preise für Rohstoffe wie Mehl und andere Zutaten fallen dagegen nicht ganz so stark ins Gewicht. Probleme gibt es aber in einem ganz anderen Bereich: Bei der Verpackung.

Die Pandemie hat viele Lieferketten durcheinandergebracht, dazu kommen Probleme durch fehlende Lastwagenfahrer nicht nur in Großbritannien, sondern auch bei uns. Doch sind ernsthafte Einschnitte bei der Lebensmittelversorgung zu befürchten? Nein, stellt der Handelsverbands Lebensmittel (BVLH) klar: „Es liegen keine Erkenntnisse über Lieferengpässe bei Lebensmitteln oder Gütern des täglichen Bedarfs vor. Versorgungsprobleme sehen wir bei diesen Warengruppen momentan nicht“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Der Grund: Die Mehrheit der im Lebensmittelhandel verkauften Produkte stammen aus Deutschland oder anderen Ländern der Europäischen Union. „Das schützt unser Nahrungsmittelversorgung bis zu einem gewissen Grad auch vor möglichen Verwerfungen auf den Weltmärkten.“

Versorgungsengpässe befürchten auch die heimischen Bäcker nicht. „Nachschubprobleme haben wir bisher nicht“, sagt Bäckermeister Markus Redeker. Er bezieht seine Rohstoffe seit 1991 von einem Großhändler in Münster – ausgefallen ist eine Lieferung da bisher erst einmal, in einem strengen Winter. „Natürlich kann es mal vorkommen, dass vielleicht ein Fahrer krank ist – aber Lieferschwierigkeiten haben wir noch nie gehabt“, sagt der Bäckermeister – und die erwartet er auch nicht. Spürbar seien aber die steigenden Preise für Rohstoffe.

Würden Lieferungen aber doch ausbleiben, würde das für Redeker nicht bedeuten, dass seine Kunden auf Brot, Brötchen und Kuchen verzichten müssten: Seine Vorräte reichen in der Regel für mehrere Wochen. Besondere Zutaten, die kürzer haltbar sind, könnten dann allerdings ausgehen. „Aber dann backen wir eben etwas anderes.“

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Das ist auch bei seinen Kollegen in der Innenstadt nicht anders. „Rohstoffe wie Mehl haben wir für rund zwei Monate“, sagt Bäckermeister Kay Battermann. Auch in dem Familienunternehmen wären es Spezialprodukte, die am ehesten ausgehen würden. Kurzfristige Preisschwankungen machen sich durch die längere Lagerhaltung nicht ganz so schnell bemerkbar, trotzdem sieht auch Battermann die Entwicklung mit Sorge. „Wir beobachten die Rohstoffpreise, die leider nach oben gehen, versuchen aber, die Preise zu halten.“ Viel mehr Probleme bereiten den beiden Bäckermeistern die Energiepreise: Beide Betriebe heizen ihre Öfen mit Erdöl – und das ist in den letzten Monaten deutlich teurer geworden. „Den Strom, den wir brauchen, produzieren wir mit unserer Solaranlage selbst“, sagt Battermann. Doch gegen die hohen Ölpreise hat er keine Handhabe.

Von den Energiepreisen sind auch die heimischen Großbäcker betroffen: „Unsere Öfen im Einzelhandel werden mit Strom, die Öfen in unseren Werken werden mit Gas betrieben“, teilt eine Sprecherin der zur Edeka Minden-Hannover gehörenden Bäckerei Schäfers mit. „Was die Preisgestaltung betrifft, setzen wir alles daran, unsere Preise im Wettbewerbsvergleich für die Kunden entsprechend niedrig zu halten.“ Engpässe in der Produktion seien aber auch bei Schäfers nicht zu befürchten.

Anders sieht es bei der Verpackung aus – denn unter der weltweiten Papierkrise haben offenbar auch die Druckereien zu leiden, bei denen Bäckereien ihre Brötchentüten bestellen. So kommt es immer wieder vor, dass Kundinnen und Kunden ihre Backwaren in eher ungewöhnlichen Papiertüten nach Hause tragen. „Was die Papiertüten betrifft, so arbeiten wir mit langjährigen Lieferanten zusammen, die uns auch heute noch kontinuierlich beliefern“, erklärt die Schäfers-Sprecherin. „Allerdings können wir nicht ausschließen, dass es bei Papiertüten gelegentlich auch schon zu Verzögerungen bei der Belieferung gekommen ist.“

Von einer Angestellten einer Bäckerei, die sich offiziell nicht zum Thema äußern wollte, ist zu hören, dass es immer wieder zu größeren Engpässen bei Brötchentüten kommen würde und es schwierig sei, Nachschub zu organisieren. Zumindest die Familienbäckerei Battermann sieht dem entspannt entgegen – wie auch beim Mehl ist das Vorratslager für Brötchentüten üppig gefüllt, winkt Betriebswirtin Katja Battermann ab: „Da haben wir genug – da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen!“

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