Weiterer Dämpfer für Tierschützer: Kreis will keine Kastrationspflicht einführen Doris Christoph Minden. Die Tierheime der Region sind seit Wochen voll mit Katzen. Viele haben deswegen einen Aufnahmestopp erlassen und fordern zusammen mit Tierschutzorganisationen eine Kastrationspflicht für Freigänger. Wie der Kreis Minden-Lübbecke nun auf Nachfrage mitteilt, will aber auch er derzeit keine solche Vorgabe einführen. Er verweist auf die jeweiligen Kommunen. „Eine Regelung auf ordnungsrechtlicher Basis wäre eine schnelle und konkrete Lösung für die jeweiligen Städte und Gemeinden, die von den Kommune direkt angeordnet werden müsste“, schreibt die Kreis-Pressestelle. Sie verweist auf die Städte Petershagen, Bad Oeynhausen und Porta Westfalica mit einer solchen Pflicht. In Rahden hatte sich der Rat gegen einen Antrag der SPD zur Kastrationspflicht ausgesprochen. Bei wem die Zuständigkeit liegt – beim Kreis oder den Kommunen – ist allerdings umstritten. Die Stadt Minden lehnt eine Änderung der sogenannten Gefahrenabwehrverordnung beispielsweise ab, weil sie dies für rechtswidrig hält. Als Grund teilte die Pressestelle Anfang November mit, dass in der Verordnung nur Regelungen zum Schutz vor einer von den Katzen ausgehenden Gefahr aufgenommen würden. „Hierzu liegen der Stadtverwaltung jedoch keinerlei Anhaltspunkte vor.“Stadt sieht den Kreis in der Verantwortung „Bei der Diskussion um die Kastrationspflicht geht es vielmehr um die Abwehr einer Gefahr für die Katzen, die sich aus der Verwilderung und gegebenenfalls Mangelernährung ergeben“, teilte die Stadt weiter mit. Dann seien laut Tierschutzgesetz die Kreisordnungsbehörden zuständig.Aus der Pressestelle des Kreises heißt es weiter: Ein Problem bestehe nicht in jeder kreisangehörigen Kommune gleichermaßen. „Es gibt keine allgemeine Meldepflicht für Katzen, so dass keine hinreichende Grundlage dafür besteht, von einem kreisweiten Handlungsbedarf auszugehen.“ Entsprechende Anträge lägen derzeit auch nicht vor.Damit erhält die Hoffnung der Tierschützer einen weiteren Dämpfer. Anfang des Monats hatten sich Vertreterinnen von Tierheimen aus Minden, Kalletal, Stadthagen und Bückeburg sowie Tierschutzorganisationen in Minden getroffen, um sich für die Kastrationspflicht einzusetzen. Überall herrschte das gleiche Bild: Es landeten so viele Kitten oder trächtige Katzen in den Einrichtungen, und das oft in so einem schlechten Zustand, dass die Aufnahmekapazitäten, die finanziellen Mittel und die Mitarbeiter erschöpft waren. Zahl der Tiere ist leicht gesunken In Minden waren Anfang November rund 130 Katzen untergebracht, 30 weitere lebten bei Pflegestellen. Die Zahl ist mittlerweile leicht gesunken: Zurzeit leben noch 105 Katzen in Päpinghausen, 18 bei Pflegestellen. Einige der Kitten seien gestorben, zudem seien inzwischen 20 Tiere vermittelt worden, berichtet Petra Yarwood, Sprecherin des Tierschutzvereins Minden. Er ist Träger des Tierheims.Entspannung sei nicht in Sicht, immer noch würden weitere junge Tiere kommen. „Es gibt keine Jahreszeit mehr, in der es keine Kitten gibt“, sagt Yarwood. Der Aufnahmestopp bestehe weiter. Der Tierschutzverein hat nun für Anfang Dezember ein Treffen mit Mindener Politikern organisiert, um ihnen die Situation deutlich zu machen und sie als Unterstützer für eine Kastrationspflicht zu gewinnen.

Weiterer Dämpfer für Tierschützer: Kreis will keine Kastrationspflicht einführen

Rund 130 Katzen wurden Anfang des Monats im Tierheim Minden versorgt. Mittlerweile sind es 105 Tiere. Foto: pixabay

Minden. Die Tierheime der Region sind seit Wochen voll mit Katzen. Viele haben deswegen einen Aufnahmestopp erlassen und fordern zusammen mit Tierschutzorganisationen eine Kastrationspflicht für Freigänger. Wie der Kreis Minden-Lübbecke nun auf Nachfrage mitteilt, will aber auch er derzeit keine solche Vorgabe einführen. Er verweist auf die jeweiligen Kommunen.

„Eine Regelung auf ordnungsrechtlicher Basis wäre eine schnelle und konkrete Lösung für die jeweiligen Städte und Gemeinden, die von den Kommune direkt angeordnet werden müsste“, schreibt die Kreis-Pressestelle. Sie verweist auf die Städte Petershagen, Bad Oeynhausen und Porta Westfalica mit einer solchen Pflicht. In Rahden hatte sich der Rat gegen einen Antrag der SPD zur Kastrationspflicht ausgesprochen.

Bei wem die Zuständigkeit liegt – beim Kreis oder den Kommunen – ist allerdings umstritten. Die Stadt Minden lehnt eine Änderung der sogenannten Gefahrenabwehrverordnung beispielsweise ab, weil sie dies für rechtswidrig hält. Als Grund teilte die Pressestelle Anfang November mit, dass in der Verordnung nur Regelungen zum Schutz vor einer von den Katzen ausgehenden Gefahr aufgenommen würden. „Hierzu liegen der Stadtverwaltung jedoch keinerlei Anhaltspunkte vor.“

Stadt sieht den Kreis in der Verantwortung

Malina Reckordt

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„Bei der Diskussion um die Kastrationspflicht geht es vielmehr um die Abwehr einer Gefahr für die Katzen, die sich aus der Verwilderung und gegebenenfalls Mangelernährung ergeben“, teilte die Stadt weiter mit. Dann seien laut Tierschutzgesetz die Kreisordnungsbehörden zuständig.

Aus der Pressestelle des Kreises heißt es weiter: Ein Problem bestehe nicht in jeder kreisangehörigen Kommune gleichermaßen. „Es gibt keine allgemeine Meldepflicht für Katzen, so dass keine hinreichende Grundlage dafür besteht, von einem kreisweiten Handlungsbedarf auszugehen.“ Entsprechende Anträge lägen derzeit auch nicht vor.

Damit erhält die Hoffnung der Tierschützer einen weiteren Dämpfer. Anfang des Monats hatten sich Vertreterinnen von Tierheimen aus Minden, Kalletal, Stadthagen und Bückeburg sowie Tierschutzorganisationen in Minden getroffen, um sich für die Kastrationspflicht einzusetzen. Überall herrschte das gleiche Bild: Es landeten so viele Kitten oder trächtige Katzen in den Einrichtungen, und das oft in so einem schlechten Zustand, dass die Aufnahmekapazitäten, die finanziellen Mittel und die Mitarbeiter erschöpft waren.

Zahl der Tiere ist leicht gesunken

In Minden waren Anfang November rund 130 Katzen untergebracht, 30 weitere lebten bei Pflegestellen. Die Zahl ist mittlerweile leicht gesunken: Zurzeit leben noch 105 Katzen in Päpinghausen, 18 bei Pflegestellen. Einige der Kitten seien gestorben, zudem seien inzwischen 20 Tiere vermittelt worden, berichtet Petra Yarwood, Sprecherin des Tierschutzvereins Minden. Er ist Träger des Tierheims.

Entspannung sei nicht in Sicht, immer noch würden weitere junge Tiere kommen. „Es gibt keine Jahreszeit mehr, in der es keine Kitten gibt“, sagt Yarwood. Der Aufnahmestopp bestehe weiter. Der Tierschutzverein hat nun für Anfang Dezember ein Treffen mit Mindener Politikern organisiert, um ihnen die Situation deutlich zu machen und sie als Unterstützer für eine Kastrationspflicht zu gewinnen.

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