Weihnachten in der Krise - Wie die Zeit vergeht Carsten Korfesmeyer Früher habe ich Spaziergänge gehasst. Ich empfand sie als langweilig und mir wären zig andere Dinge eingefallen, die mir an so manchen Sonntagnachmittagen mehr zugesagt hätten. Früher – das liegt in meinem Fall nun doch schon ein paar Jahre zurück. Und wie so viele Ansichten von damals, betrachte ich auch die Spaziergänge heute ganz anders. Sie haben auf mich inzwischen einen beruhigenden und inspirierenden Einfluss bekommen. Sie geben mir Zeit, über Dies und Das im Alltag nachzudenken und obendrein bin ich dabei auch noch in Bewegung. Vor ein paar Tagen habe ich einen – für mich gesehen – ganz spannenden Spaziergang durch meinen Heimatort Barkhausen gemacht. Ich kam dabei an einem Haus mit Weihnachtsbeleuchtung vorbei, wie ich sie dort bereits als Zehnjähriger gesehen habe. Nur die Bäume drumherum sind größer geworden, ansonsten sah alles noch exakt so aus, wie ich es in meiner Erinnerung vor Augen hatte. Das war für mich ein Stück Beständigkeit in meiner Umgebung, die sich in den vergangenen Jahrzehnten gewaltig verändert hat. Das schoss mir dabei sofort durch den Kopf und ich begann mir vorzustellen, was ich vor vier Jahrzehnten auf meinem Spaziergang alles gesehen hätte. Ich ging unter anderem die Portastraße entlang und blickte am Flurweg auf die heutige Pizzeria, die damals noch „Grill Stübchen“ hieß. Früher hatte ich dort so manches halbe Hähnchen gegessen. Ein paar Meter weiter steht heute eine Tankstelle, die war seinerzeit noch eine Gartenfläche. Und wo heute das Business-Center steht, gab es einen Aldi. Das Römerlager war noch vor wenigen Jahren eine Pferdewiese, an der Ecke zur Goethestraße gab es eine Drogerie und in deren unmittelbarer Nachbarschaft ein Schuhgeschäft sowie einen Blumenladen mit separatem Zeitschriftenverkauf. Gravierend auch, was sich gerade an der Barkhauser Kreuzung getan hat. Die Gaststätte „Lindenhof“ ist dort längst Geschichte, die Filiale der Spar- und Darlehnskasse auch und die beiden Lebensmittelgeschäfte sowie der Antiquitätenladen sind ebenfalls nicht mehr da. Das gesamte Ortsbild ist in einer vergleichbar kurzen Zeit nahezu vollkommen umgekrempelt. Die Welt um mich herum hat sich verändert und ich bin mitgegangen, ohne es wirklich groß zu merken. Die Beständigkeit hat angesichts dieser vielen Veränderungen für mich an Bedeutung gewonnen. Ich musste erst einen Spaziergang durch den Ort unternehmen, um das zu erkennen. Die Zeit rast gefühlt und ich habe mir vorgenommen, sie in Zukunft noch besser zu nutzen. In den nächsten Tagen und besonders in der Zeit der Feiertage habe ich mir weitere Spaziergänge durch Barkhausen vorgenommen. Bestimmt stoße ich dann noch auf viele weitere Veränderungen und bestimmt auch auf das ein oder andere Stück Beständigkeit. Und eines davon steht sogar für Beides: das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Das steht fast 125 Jahre am Platz und hat in dieser langen Zeit so manche Veränderungen im Ort gesehen.

Weihnachten in der Krise - Wie die Zeit vergeht

© Alexander Lehn

Früher habe ich Spaziergänge gehasst. Ich empfand sie als langweilig und mir wären zig andere Dinge eingefallen, die mir an so manchen Sonntagnachmittagen mehr zugesagt hätten. Früher – das liegt in meinem Fall nun doch schon ein paar Jahre zurück. Und wie so viele Ansichten von damals, betrachte ich auch die Spaziergänge heute ganz anders. Sie haben auf mich inzwischen einen beruhigenden und inspirierenden Einfluss bekommen. Sie geben mir Zeit, über Dies und Das im Alltag nachzudenken und obendrein bin ich dabei auch noch in Bewegung.

Vor ein paar Tagen habe ich einen – für mich gesehen – ganz spannenden Spaziergang durch meinen Heimatort Barkhausen gemacht. Ich kam dabei an einem Haus mit Weihnachtsbeleuchtung vorbei, wie ich sie dort bereits als Zehnjähriger gesehen habe. Nur die Bäume drumherum sind größer geworden, ansonsten sah alles noch exakt so aus, wie ich es in meiner Erinnerung vor Augen hatte.

Das war für mich ein Stück Beständigkeit in meiner Umgebung, die sich in den vergangenen Jahrzehnten gewaltig verändert hat. Das schoss mir dabei sofort durch den Kopf und ich begann mir vorzustellen, was ich vor vier Jahrzehnten auf meinem Spaziergang alles gesehen hätte. Ich ging unter anderem die Portastraße entlang und blickte am Flurweg auf die heutige Pizzeria, die damals noch „Grill Stübchen“ hieß. Früher hatte ich dort so manches halbe Hähnchen gegessen. Ein paar Meter weiter steht heute eine Tankstelle, die war seinerzeit noch eine Gartenfläche. Und wo heute das Business-Center steht, gab es einen Aldi.

Das Römerlager war noch vor wenigen Jahren eine Pferdewiese, an der Ecke zur Goethestraße gab es eine Drogerie und in deren unmittelbarer Nachbarschaft ein Schuhgeschäft sowie einen Blumenladen mit separatem Zeitschriftenverkauf. Gravierend auch, was sich gerade an der Barkhauser Kreuzung getan hat. Die Gaststätte „Lindenhof“ ist dort längst Geschichte, die Filiale der Spar- und Darlehnskasse auch und die beiden Lebensmittelgeschäfte sowie der Antiquitätenladen sind ebenfalls nicht mehr da. Das gesamte Ortsbild ist in einer vergleichbar kurzen Zeit nahezu vollkommen umgekrempelt. Die Welt um mich herum hat sich verändert und ich bin mitgegangen, ohne es wirklich groß zu merken.

Die Beständigkeit hat angesichts dieser vielen Veränderungen für mich an Bedeutung gewonnen. Ich musste erst einen Spaziergang durch den Ort unternehmen, um das zu erkennen. Die Zeit rast gefühlt und ich habe mir vorgenommen, sie in Zukunft noch besser zu nutzen. In den nächsten Tagen und besonders in der Zeit der Feiertage habe ich mir weitere Spaziergänge durch Barkhausen vorgenommen. Bestimmt stoße ich dann noch auf viele weitere Veränderungen und bestimmt auch auf das ein oder andere Stück Beständigkeit. Und eines davon steht sogar für Beides: das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Das steht fast 125 Jahre am Platz und hat in dieser langen Zeit so manche Veränderungen im Ort gesehen.

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