Wegen Betrugsvorwurfs vor Gericht: Angeblicher Dachdeckermeister aus Minden freigesprochen Minden/Oranienburg (mt/ lkp). Umherreisende auswärtige Handwerker, die überteuerte und oftmals überflüssige Dienstleistungen anbieten, verunsichern nicht nur heimische Hausbesitzer. Es geht auch andersherum. Ein Dachdeckermeister aus Minden stand jetzt vor dem Amtsgericht Oranienburg und musste sich wegen Vorwurfs des Betruges verantworten. Um es vorwegzunehmen: Er wurde freigesprochen. Einem Bericht der Märkischen Allgemeinen zufolge warf die Staatsanwaltschaft dem 50-Jährigen vor, sich bei einer Frau in dem Örtchen Schwante nördlich von Berlin einen Auftrag erschlichen zu haben. Die Ausführung sei überteuert gewesen. Die Tat selbst lag fast zwei Jahre zurück. Am 17. August, einem Freitag, hatte der Mindener in Begleitung von zwei Männern bei der 70-jährigen Hausbesitzerin in dem 2200-Seelen-Ortsteil von Oberkrämer im Landkreis Oberhavel geklingelt. Er habe gerade am Dachboden ihres Hauses einen Marder gesehen, erzählte er der Frau. Er könne sie aber von der Plage befreien, indem er die Dämmwolle am Dachboden austausche und Lücken schließe, damit der Marder nicht mehr eindringen könne. 2.300 Euro sollten die Arbeiten kosten. Nach einem Handschlag nahmen die drei Männer unverzüglich die Arbeiten auf, während die Hausbesitzerin zur Bank fuhr, um, wie verlangt, bar zu zahlen. Außerdem leistete sie 500 Euro Anzahlung für weitere Reparaturen am Dach, die am Montag fortgesetzt werden sollten. Am Samstag jedoch nahm ein Nachbar die Arbeiten in Augenschein, die nach seiner Auffassung überteuert waren. Der Mann, ein Kriminalbeamter, argwöhnte Betrug, weil ihn die Geschichte mit dem Marder ebenso stutzig machte wie das Geschäft an der Haustür gegen Barzahlung. Außerdem hatte der Transporter der Mindener Firma für Holz- und Bautenschutz keine Aufschrift getragen. Der Nachbar, der als Zeuge vor Gericht geladen war, riet dazu, die Polizei einzuschalten. Die Rentnerin ließ sich durch die Bedenken verunsichern, zumal sie keine Quittung und auch kein schriftliches Angebot von dem Mindener erhalten hatte. Die noch am selben Tag alarmierte Polizei kam trotz des Wochenendes, dokumentierte die Sachlage und nahm eine Anzeige auf. Zum Erstaunen der Frau und ihrer Nachbarn erschien am Montag die Handwerkertruppe aus dem 350 Kilometer entfernten Westfalen und wollte die Arbeit wie vereinbart fortsetzen. Die Hausbesitzerin ließ sie jedoch nicht mehr auf ihr Grundstück. Vor Gericht gab sie zu, dass die Firma aus Minden Arbeiten ausgeführt hatte. Der Dachdeckermeister habe sich auch mit seinem Gewerbepass ausgewiesen. Aus Sicht des Richters war die Art und Weise, wie der Mindener an seinen Auftrag gekommen war, ebenso wenig strafrechtlich relevant wie die Höhe der Bezahlung. Entscheidend sei gewesen, dass er die Arbeiten fortsetzen wollte und dazu qualifiziert war. Daher sprach er ihn frei. Gegen Mängel und Reklamationen müsste die Rentnerin zivilrechtlich vorgehen.

Wegen Betrugsvorwurfs vor Gericht: Angeblicher Dachdeckermeister aus Minden freigesprochen

Ein Dachdeckermeister aus Minden musste sich wegen Vorwurfs des Betruges verantworten. Symbolfoto: Pixabay

Minden/Oranienburg (mt/ lkp). Umherreisende auswärtige Handwerker, die überteuerte und oftmals überflüssige Dienstleistungen anbieten, verunsichern nicht nur heimische Hausbesitzer. Es geht auch andersherum. Ein Dachdeckermeister aus Minden stand jetzt vor dem Amtsgericht Oranienburg und musste sich wegen Vorwurfs des Betruges verantworten. Um es vorwegzunehmen: Er wurde freigesprochen.

Einem Bericht der Märkischen Allgemeinen zufolge warf die Staatsanwaltschaft dem 50-Jährigen vor, sich bei einer Frau in dem Örtchen Schwante nördlich von Berlin einen Auftrag erschlichen zu haben. Die Ausführung sei überteuert gewesen.

Die Tat selbst lag fast zwei Jahre zurück. Am 17. August, einem Freitag, hatte der Mindener in Begleitung von zwei Männern bei der 70-jährigen Hausbesitzerin in dem 2200-Seelen-Ortsteil von Oberkrämer im Landkreis Oberhavel geklingelt. Er habe gerade am Dachboden ihres Hauses einen Marder gesehen, erzählte er der Frau. Er könne sie aber von der Plage befreien, indem er die Dämmwolle am Dachboden austausche und Lücken schließe, damit der Marder nicht mehr eindringen könne. 2.300 Euro sollten die Arbeiten kosten.

Nach einem Handschlag nahmen die drei Männer unverzüglich die Arbeiten auf, während die Hausbesitzerin zur Bank fuhr, um, wie verlangt, bar zu zahlen. Außerdem leistete sie 500 Euro Anzahlung für weitere Reparaturen am Dach, die am Montag fortgesetzt werden sollten.

Am Samstag jedoch nahm ein Nachbar die Arbeiten in Augenschein, die nach seiner Auffassung überteuert waren. Der Mann, ein Kriminalbeamter, argwöhnte Betrug, weil ihn die Geschichte mit dem Marder ebenso stutzig machte wie das Geschäft an der Haustür gegen Barzahlung. Außerdem hatte der Transporter der Mindener Firma für Holz- und Bautenschutz keine Aufschrift getragen. Der Nachbar, der als Zeuge vor Gericht geladen war, riet dazu, die Polizei einzuschalten.

Die Rentnerin ließ sich durch die Bedenken verunsichern, zumal sie keine Quittung und auch kein schriftliches Angebot von dem Mindener erhalten hatte. Die noch am selben Tag alarmierte Polizei kam trotz des Wochenendes, dokumentierte die Sachlage und nahm eine Anzeige auf.

Zum Erstaunen der Frau und ihrer Nachbarn erschien am Montag die Handwerkertruppe aus dem 350 Kilometer entfernten Westfalen und wollte die Arbeit wie vereinbart fortsetzen. Die Hausbesitzerin ließ sie jedoch nicht mehr auf ihr Grundstück. Vor Gericht gab sie zu, dass die Firma aus Minden Arbeiten ausgeführt hatte. Der Dachdeckermeister habe sich auch mit seinem Gewerbepass ausgewiesen.

Aus Sicht des Richters war die Art und Weise, wie der Mindener an seinen Auftrag gekommen war, ebenso wenig strafrechtlich relevant wie die Höhe der Bezahlung. Entscheidend sei gewesen, dass er die Arbeiten fortsetzen wollte und dazu qualifiziert war. Daher sprach er ihn frei.

Gegen Mängel und Reklamationen müsste die Rentnerin zivilrechtlich vorgehen.

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