Warum sind an der Kreuzung Ringstraße/Marienstraße zwei Abbiegespuren gesperrt? Sebastian Radermacher Minden. Seit mehr als einem Jahr ist die Ampelanlage an der Kreuzung Ringstraße/Marienstraße in Minden komplett abgeschaltet. Der Verkehr konnte mit reduzierter Geschwindigkeit – erlaubt ist maximal Tempo 30 – in alle Richtungen fließen. Bis jetzt. Denn vor Kurzem hat die Stadt Minden zwei Linksabbiegespuren gesperrt. Aktuell ist es nicht mehr möglich, von der Marienstraße aus der Innenstadt kommend nach links auf die Ringstraße abzubiegen. Und von der Nordbrücke aus ist das Linksfahren auf die Marienstraße Richtung City ebenfalls verboten. Baken versperren die Durchfahrt. Begründung Wie Katharina Heß, Sprecherin der Stadt Minden, auf MT-Anfrage erklärt, geht diese Maßnahme zurück auf einen Beschluss der Unfallkommission, die sich aus Vertretern der Polizei, der Bezirksregierung, des Straßenverkehrsamtes des Kreises Minden-Lübbecke sowie der Stadt Minden zusammensetzt. „Der Knotenpunkt wurde von der Polizei als Unfallhäufungsstelle eingeordnet, nachdem sich in 2020 mehrere gleichartige Unfälle ergeben hatten“, schreibt Heß. Dabei habe es sich hauptsächlich um Unfälle mit Abbiegenden gehandelt, die von der Ringstraße nach links auf die Marienstraße in Richtung Norden unterwegs waren. Konkret gab es laut Heß im vergangenen Jahr in der Kreuzung elf Unfälle, darunter zwei mit Leichtverletzten, vier mit schwerwiegendem Sachschaden sowie fünf mit leichtem Sachschaden. Die Hauptfahrbeziehung in der Kreuzung ist die Verbindung zwischen der Ring- und der Marienstraße in Richtung Petershagen, beide sind als Bundesstraße 61 klassifiziert. Diese Route dient auch dem überregionalen Verkehr, sagt Heß: „Es wurden also Maßnahmen getroffen, die das Linksabbiegen erleichtern sollen.“ Verkehrszählung Zur Beurteilung des Verkehrsaufkommens in den einzelnen Ästen der Kreuzung ließ die Stadt am 9. Oktober 2020 im morgendlichen Berufsverkehr zwischen 7 und 8 Uhr die abbiegenden Fahrzeuge zählen, teilt die Sprecherin mit. Die Hauptfahrbeziehung der B 61 wurde dabei nicht gezählt, weil eine Sperrung dieser Strecke nicht in Betracht gekommen sei. Ergebnis: Die meisten Fahrzeuge (178) bogen von der Marienstraße aus Norden kommend nach links ab Richtung Nordbrücke. 90 Autos fuhren von der Marienstraße stadtauswärts nach links auf die Ringstraße und die wenigsten (28) kamen von der Nordbrücke und wollten nach links auf die Marienstraße fahren. Wie viele Fahrzeuge insgesamt den Knotenpunkt täglich passieren, dazu liegen der Stadt laut Heß keine Zahlen vor. Um das Linksabbiegen von der Ringstraße auf die Marienstraße in Richtung Norden zu erleichtern, entschied die Stadt, jene beiden Abbiegespuren zu sperren, die in der Verkehrszählung vergleichsweise wenig befahren wurden und für die sich „geeignete Alternativstrecken in unmittelbarer Nähe befinden“. Alternativrouten Wer jetzt von der Marienstraße aus dem Zentrum kommend in Richtung Ringstraße möchte, könne bereits über die Immanuelstraße oder die Paulinenstraße und dann über die Stiftstraße zur Ringstraße fahren, erklärt die Stadtsprecherin. Verkehrsteilnehmer mit dem Ziel Kutenhauser Straße oder Stiftsallee könnten auch über den Saarring und Hessenring fahren. Zahlreiche Wendemanöver („U-Turn“) auf der Marienstraße in Höhe der Kreispolizeibehörde seien bislang nicht beobachtet worden. Wer von der Nordbrücke kommend in Richtung Stadtzentrum fahren möchte, könne entweder über die Nordrampe, Werfstraße und Hermannstraße oder über die Stiftstraße fahren. Laut Heß werden keine neuen, separaten Schilder aufgestellt, die auf die gesperrten Abbiegespuren hinweisen. Die Änderungen seien auf den vorhandenen Wegweisern entsprechend gekennzeichnet worden. An der Marienstraße stadtauswärts seien zum Beispiel auf dem Schild hinter der Wilhelmstraße die Ziele nach links zur Ringstraße ausgekreuzt worden, so Heß. Ob Autofahrer das aus der Entfernung wahrnehmen? Fraglich. Die Stadt will zeitnah die vorhandenen Absperrungen im Kreuzungsbereich durch kleinere Baken ersetzen, um die Sichtverhältnisse zu verbessern, kündigt die Sprecherin an. Die Busbetriebe und die Feuerwehr seien vor der Sperrung der beiden Spuren über die Maßnahme informiert worden. „Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Linienbusverkehr beziehungsweise die Fahrpläne.“ In der Vergangenheit hatte das Mindener Tageblatt von Lesern unterschiedliche Rückmeldungen zum Verkehrsaufkommen in der Kreuzung erhalten – es war von längeren Staus und Wartezeiten die Rede, aber auch von fließendem Verkehr trotz des Engpasses und der abgeschalteten Ampeln. Kritische Stimmen äußerten vor allem Radfahrer: Viele berichteten von Problemen, den Knotenpunkt gefahrlos überqueren zu können. Dauer der Sperrungen Und wie lange sollen die Abbiegespuren nun gesperrt bleiben? „Sofern sich die Änderungen als geeignetes Mittel zur Unfallvermeidung erweisen, werden sie bleiben, bis die Kreuzung beschrankt und mit einer neuen Signalanlage ausgestattet worden ist“, erklärt Katharina Heß. Und damit spricht sie den Punkt an, der diesen Knotenpunkt komplex macht. Denn die viel befahrene Kreuzung ist nicht nur wegen der mehrspurigen Fahrbahnen unübersichtlich, sondern zusätzlich auch wegen der Bahnstrecke der Mindener Kreisbahnen (MKB), die dort verläuft. Die Ampelanlage der Straßen ist technisch mit der Signalanlage der MKB gekoppelt, schon seit mehreren Jahren gab es immer wieder Störungen und Probleme. Letztendlich entschied die Stadt, die Ampelanlage abzuschalten. Projekt Bahnübergang Der MKB-Bahnübergang an der Marienstraße soll künftig mit Lichtzeichen und sogenannten Halbschranken – diese reichen im heruntergelassenen Zustand nur bis zur Straßenmitte – gesichert werden. Diese neue Anlage muss mit der Ampel der Kreuzung verknüpft werden. Die bisherige Technik am Bahnübergang stammt aus den 1970er-Jahren und entspricht laut Auskunft der MKB nicht mehr dem Standard. Gleichzeitig hätten sich die Anforderungen und Auflagen mittlerweile enorm geändert, hatte Prokurist Jens Foppe bereits im vergangenen Jahr gegenüber dem MT erklärt. An der Gesamtplanung hat sich seitdem nichts geändert, teilt Foppe nun mit. Die Vorplanung ist aufgrund der Komplexität des Projektes aufwendig und zeitintensiv. So müssten dort zum Beispiel Fundamente über Wasserleitungen gebaut werden. Ziel der MKB sei, möglichst vorab alle Details zu klären, um zu verhindern, dass Probleme erst beim Bau der Anlage bekannt werden und es dann zu Verzögerungen kommt, hatte Foppe erklärt. Aktuell habe man die Schlussphase der Vorbereitungen zur technischen Erneuerung des Bahnübergangs erreicht. Bis der Bau des neuen Übergangs beginnt, wird es aber noch einige Zeit dauern. Und so lange wird auch die Ampelanlage außer Betrieb bleiben. Die MKB haben einen Baubeginn für Anfang 2022 vorgesehen. Der MKB-Prokurist schätzt die Kosten für das Projekt auf eine bis 1,5 Millionen Euro. Bis etwas passiert... Ein Kommentar von Sebastian Radermacher Eine Kreuzung zweier stark befahrener Straßen mit zehn (!) verschiedenen Fahrtmöglichkeiten für Autofahrer und fast genau so vielen Querungen für Radfahrer und Fußgänger – und das ohne Ampelschaltung? Das allein ist schon ein Unding. Und dass aus dieser provisorischen nun eine Dauerlösung von wahrscheinlich mehr als zwei Jahren wird, noch viel mehr. Die Verantwortlichen im Rathaus haben es verpasst, den Knotenpunkt Ringstraße/Marienstraße frühzeitig in ein Gesamtkonzept zu packen und komplett zu überplanen. Und zwar zu dem Zeitpunkt, als die ersten Störungen auftraten und den Experten klar wurde, dass die Technik überholt ist. Stattdessen wechselten sich über Jahre Störungen und Reparaturen ab – bis die Ampeln abgeschaltet und die Verkehrsteilnehmer sich selbst überlassen wurden. Nun kann man argumentieren, dass der Verkehr dort in der Regel auch ohne Ampel fließt. Das mag außerhalb der Stoßzeiten der Fall sein. Aber elf Unfälle innerhalb eines Jahres sind ein deutliches Signal: Es besteht Handlungsbedarf. Und zwar unverzüglich und nicht erst, wenn ein Radfahrer oder Fußgänger auf der Motorhaube eines Autos landet und es nicht bei leichten Verletzungen oder Blechschäden bleibt.

Warum sind an der Kreuzung Ringstraße/Marienstraße zwei Abbiegespuren gesperrt?

Wer von der Marienstraße stadtauswärts kommt, kann nicht mehr nach links auf die Ringstraße abbiegen. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. Seit mehr als einem Jahr ist die Ampelanlage an der Kreuzung Ringstraße/Marienstraße in Minden komplett abgeschaltet. Der Verkehr konnte mit reduzierter Geschwindigkeit – erlaubt ist maximal Tempo 30 – in alle Richtungen fließen. Bis jetzt. Denn vor Kurzem hat die Stadt Minden zwei Linksabbiegespuren gesperrt. Aktuell ist es nicht mehr möglich, von der Marienstraße aus der Innenstadt kommend nach links auf die Ringstraße abzubiegen. Und von der Nordbrücke aus ist das Linksfahren auf die Marienstraße Richtung City ebenfalls verboten. Baken versperren die Durchfahrt.

Begründung

Wie Katharina Heß, Sprecherin der Stadt Minden, auf MT-Anfrage erklärt, geht diese Maßnahme zurück auf einen Beschluss der Unfallkommission, die sich aus Vertretern der Polizei, der Bezirksregierung, des Straßenverkehrsamtes des Kreises Minden-Lübbecke sowie der Stadt Minden zusammensetzt. „Der Knotenpunkt wurde von der Polizei als Unfallhäufungsstelle eingeordnet, nachdem sich in 2020 mehrere gleichartige Unfälle ergeben hatten“, schreibt Heß. Dabei habe es sich hauptsächlich um Unfälle mit Abbiegenden gehandelt, die von der Ringstraße nach links auf die Marienstraße in Richtung Norden unterwegs waren. Konkret gab es laut Heß im vergangenen Jahr in der Kreuzung elf Unfälle, darunter zwei mit Leichtverletzten, vier mit schwerwiegendem Sachschaden sowie fünf mit leichtem Sachschaden.

Wer von der Nordbrücke kommt, kann seit Kurzem nicht mehr nach links in die Marienstraße Richtung Zentrum abbiegen. MT-Foto: Alex Lehn - © Alex Lehn
Wer von der Nordbrücke kommt, kann seit Kurzem nicht mehr nach links in die Marienstraße Richtung Zentrum abbiegen. MT-Foto: Alex Lehn - © Alex Lehn

Die Hauptfahrbeziehung in der Kreuzung ist die Verbindung zwischen der Ring- und der Marienstraße in Richtung Petershagen, beide sind als Bundesstraße 61 klassifiziert. Diese Route dient auch dem überregionalen Verkehr, sagt Heß: „Es wurden also Maßnahmen getroffen, die das Linksabbiegen erleichtern sollen.“

Verkehrszählung

Zur Beurteilung des Verkehrsaufkommens in den einzelnen Ästen der Kreuzung ließ die Stadt am 9. Oktober 2020 im morgendlichen Berufsverkehr zwischen 7 und 8 Uhr die abbiegenden Fahrzeuge zählen, teilt die Sprecherin mit. Die Hauptfahrbeziehung der B 61 wurde dabei nicht gezählt, weil eine Sperrung dieser Strecke nicht in Betracht gekommen sei. Ergebnis: Die meisten Fahrzeuge (178) bogen von der Marienstraße aus Norden kommend nach links ab Richtung Nordbrücke. 90 Autos fuhren von der Marienstraße stadtauswärts nach links auf die Ringstraße und die wenigsten (28) kamen von der Nordbrücke und wollten nach links auf die Marienstraße fahren. Wie viele Fahrzeuge insgesamt den Knotenpunkt täglich passieren, dazu liegen der Stadt laut Heß keine Zahlen vor.

Um das Linksabbiegen von der Ringstraße auf die Marienstraße in Richtung Norden zu erleichtern, entschied die Stadt, jene beiden Abbiegespuren zu sperren, die in der Verkehrszählung vergleichsweise wenig befahren wurden und für die sich „geeignete Alternativstrecken in unmittelbarer Nähe befinden“.

Alternativrouten

Wer jetzt von der Marienstraße aus dem Zentrum kommend in Richtung Ringstraße möchte, könne bereits über die Immanuelstraße oder die Paulinenstraße und dann über die Stiftstraße zur Ringstraße fahren, erklärt die Stadtsprecherin. Verkehrsteilnehmer mit dem Ziel Kutenhauser Straße oder Stiftsallee könnten auch über den Saarring und Hessenring fahren. Zahlreiche Wendemanöver („U-Turn“) auf der Marienstraße in Höhe der Kreispolizeibehörde seien bislang nicht beobachtet worden. Wer von der Nordbrücke kommend in Richtung Stadtzentrum fahren möchte, könne entweder über die Nordrampe, Werfstraße und Hermannstraße oder über die Stiftstraße fahren.

Laut Heß werden keine neuen, separaten Schilder aufgestellt, die auf die gesperrten Abbiegespuren hinweisen. Die Änderungen seien auf den vorhandenen Wegweisern entsprechend gekennzeichnet worden. An der Marienstraße stadtauswärts seien zum Beispiel auf dem Schild hinter der Wilhelmstraße die Ziele nach links zur Ringstraße ausgekreuzt worden, so Heß. Ob Autofahrer das aus der Entfernung wahrnehmen? Fraglich.

Die Stadt will zeitnah die vorhandenen Absperrungen im Kreuzungsbereich durch kleinere Baken ersetzen, um die Sichtverhältnisse zu verbessern, kündigt die Sprecherin an. Die Busbetriebe und die Feuerwehr seien vor der Sperrung der beiden Spuren über die Maßnahme informiert worden. „Die Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Linienbusverkehr beziehungsweise die Fahrpläne.“

In der Vergangenheit hatte das Mindener Tageblatt von Lesern unterschiedliche Rückmeldungen zum Verkehrsaufkommen in der Kreuzung erhalten – es war von längeren Staus und Wartezeiten die Rede, aber auch von fließendem Verkehr trotz des Engpasses und der abgeschalteten Ampeln. Kritische Stimmen äußerten vor allem Radfahrer: Viele berichteten von Problemen, den Knotenpunkt gefahrlos überqueren zu können.

Dauer der Sperrungen

Und wie lange sollen die Abbiegespuren nun gesperrt bleiben? „Sofern sich die Änderungen als geeignetes Mittel zur Unfallvermeidung erweisen, werden sie bleiben, bis die Kreuzung beschrankt und mit einer neuen Signalanlage ausgestattet worden ist“, erklärt Katharina Heß. Und damit spricht sie den Punkt an, der diesen Knotenpunkt komplex macht. Denn die viel befahrene Kreuzung ist nicht nur wegen der mehrspurigen Fahrbahnen unübersichtlich, sondern zusätzlich auch wegen der Bahnstrecke der Mindener Kreisbahnen (MKB), die dort verläuft. Die Ampelanlage der Straßen ist technisch mit der Signalanlage der MKB gekoppelt, schon seit mehreren Jahren gab es immer wieder Störungen und Probleme. Letztendlich entschied die Stadt, die Ampelanlage abzuschalten.

Projekt Bahnübergang

Der MKB-Bahnübergang an der Marienstraße soll künftig mit Lichtzeichen und sogenannten Halbschranken – diese reichen im heruntergelassenen Zustand nur bis zur Straßenmitte – gesichert werden. Diese neue Anlage muss mit der Ampel der Kreuzung verknüpft werden. Die bisherige Technik am Bahnübergang stammt aus den 1970er-Jahren und entspricht laut Auskunft der MKB nicht mehr dem Standard. Gleichzeitig hätten sich die Anforderungen und Auflagen mittlerweile enorm geändert, hatte Prokurist Jens Foppe bereits im vergangenen Jahr gegenüber dem MT erklärt.

An der Gesamtplanung hat sich seitdem nichts geändert, teilt Foppe nun mit. Die Vorplanung ist aufgrund der Komplexität des Projektes aufwendig und zeitintensiv. So müssten dort zum Beispiel Fundamente über Wasserleitungen gebaut werden. Ziel der MKB sei, möglichst vorab alle Details zu klären, um zu verhindern, dass Probleme erst beim Bau der Anlage bekannt werden und es dann zu Verzögerungen kommt, hatte Foppe erklärt. Aktuell habe man die Schlussphase der Vorbereitungen zur technischen Erneuerung des Bahnübergangs erreicht.

Bis der Bau des neuen Übergangs beginnt, wird es aber noch einige Zeit dauern. Und so lange wird auch die Ampelanlage außer Betrieb bleiben. Die MKB haben einen Baubeginn für Anfang 2022 vorgesehen. Der MKB-Prokurist schätzt die Kosten für das Projekt auf eine bis 1,5 Millionen Euro.

Bis etwas passiert...

Ein Kommentar von Sebastian Radermacher

Eine Kreuzung zweier stark befahrener Straßen mit zehn (!) verschiedenen Fahrtmöglichkeiten für Autofahrer und fast genau so vielen Querungen für Radfahrer und Fußgänger – und das ohne Ampelschaltung? Das allein ist schon ein Unding. Und dass aus dieser provisorischen nun eine Dauerlösung von wahrscheinlich mehr als zwei Jahren wird, noch viel mehr.

Die Verantwortlichen im Rathaus haben es verpasst, den Knotenpunkt Ringstraße/Marienstraße frühzeitig in ein Gesamtkonzept zu packen und komplett zu überplanen. Und zwar zu dem Zeitpunkt, als die ersten Störungen auftraten und den Experten klar wurde, dass die Technik überholt ist. Stattdessen wechselten sich über Jahre Störungen und Reparaturen ab – bis die Ampeln abgeschaltet und die Verkehrsteilnehmer sich selbst überlassen wurden.

Nun kann man argumentieren, dass der Verkehr dort in der Regel auch ohne Ampel fließt. Das mag außerhalb der Stoßzeiten der Fall sein. Aber elf Unfälle innerhalb eines Jahres sind ein deutliches Signal: Es besteht Handlungsbedarf. Und zwar unverzüglich und nicht erst, wenn ein Radfahrer oder Fußgänger auf der Motorhaube eines Autos landet und es nicht bei leichten Verletzungen oder Blechschäden bleibt.

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