Warum ist der Mindener Bahnhof an vielen Stellen noch immer eine Baustelle? Anja Peper,Monika Jäger Minden. Für den neuen Rhein-Ruhr-Express (RRX) hat die Bahn am Mindener Bahnhof zwei Bahnsteige verlängert. Eigentlich sollten die 2019 begonnenen Arbeiten abgeschlossen sein. Doch nach wie vor stehen diverse Absperrgitter herum und Anzeigetafeln sind noch nicht in Betrieb. Unabhängig davon sind die Planungen der Stadt Minden zur eventuellen Übernahme des historischen Empfangsgebäudes gerade gestoppt. Denn die Bahn denkt noch einmal darüber nach, welche Flächen sie künftig vielleicht doch selbst noch braucht. Stellenweise sehe der Bahnhof weiterhin wie eine Baustelle aus: Ein MT-Leser möchte wissen, welche Arbeiten noch ausstehen. „Aktuell laufen noch Restarbeiten an den Bahnsteigen, dazu zählen neue Sitzbänke, Vitrinen, Geländer oder Abfallkörbe“, erläutert ein Sprecher der Bahn. „Darum wird es auch in naher Zukunft noch etwas nach Baustelle aussehen.“ Im Grunde seien die Bahnhöfe vergleichbar mit dem Kölner Dom, was den Sanierungsbedarf betrifft: „Es muss ständig etwas gemacht werden.“ Die Restarbeiten an den Bahngleisen sollen im dritten Quartal 2021 beendet werden. Anschließend soll noch die Unterführung unterm Bahnhof renoviert werden: „Mehr Licht und Farbe“, kündigt der Bahnsprecher an. Auch ein neuer Aufzug sei geplant. Details dazu gebe es jedoch noch nicht. Im Zuge der Einführung des Rhein-Ruhr-Express hat die Bahn in den vergangenen Jahren mehrere Bahnhöfe umgebaut und modernisiert. Rund sechs Millionen Euro hat der Konzern nach eigenen Angaben in Minden investiert. Unter anderem wurden die Bahnsteige 1 und 2 auf eine Länge von 220 Metern und einer Höhe von 76 Zentimetern ausgebaut, damit die Fahrgäste barrierefrei ein- und aussteigen können. Auch am Bahnhof in Porta Westfalica wurden die Gleise verlängert. Unklar ist aktuell, wie und wann es mit dem Bahnhofsgebäude und einer Umgestaltung des Umfeldes weitergeht. Die Stadt will in den nächsten Jahren die Viktoriastraße umbauen und in dem Zusammenhang auch die Ostseite des Areals stärken. Mitte Dezember 2020 hatte der Mindener Hauptausschuss entschieden, den Ankauf des Mindener Bahnhofsgebäudes mit Vorplatz weiter voranzutreiben. Die Bahnflächen Entwicklungsgesellschaft (BEG) hatte den Erwerb von Bahnhof und Vorplatz zu günstigem Preis angeboten. Doch wie teuer die Sanierung werden könnte und wie das große historische Gebäude zu nutzen sein wird, ist alles noch zu klären. Möglich wären hier Büros, Arztpraxen, aber auch eine Nutzung im Zusammenhang mit dem Rail Campus. Für diesen neuen deutschen Technologie-, Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt könnte hier eine Art „Showroom“ entstehen, der über dessen Projekte Auskunft gibt, so erste Überlegungen. Die Stadt will nun ein Nutzungskonzept für Bahnhof und Umfeld entwickeln und vor allem Gutachten in Auftrag geben, die den Gesamtzustand erheben. Wie Bau-Beigeordneter Lars Bursian aber jetzt im Klimaschutzausschuss erklärte, denkt die Bahn im Zusammenhang mit ihrem Programm „Starke Schiene“ wohl nochmals über eigene Lösungen nach. Sie prüft, ob wirklich all die Flächen, die eigentlich nicht mehr als betriebsnotwendig gesehen wurden, verkauft werden sollten. Denn unter anderem durch mobiles Arbeiten ändern sich die Anforderungen an den Öffentlichen Personenverkehr. Da sich die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft nun mit der „Mobilitätsstation Bahnhof“ noch mal neu beschäftige, könne die Stadt Minden auch nicht auf Fördermittel zugreifen, die sie für die Planung erwartet hatte. Diese habe die Bahn noch nicht freigegeben. Auch wegen möglicher Entscheidungen zur Bahnverbindung zwischen Bielefeld und Hannover solle seitens der Bahn nochmals auf dieses Thema geschaut werden, so Bursian gegenüber dem MT. Doch er ist zuversichtlich, dass dieser Prozess im Zusammenhang mit dem aktuellen OWL-Standortwettbewerb „Regionale“ abgekürzt werden kann. Hier möchte der Rail-Campus ein Vorzeigeprojekt werden.

Warum ist der Mindener Bahnhof an vielen Stellen noch immer eine Baustelle?

Damit die langen RRX-Züge barrierefrei erreicht werden können, hat die Deutsche Bahn die Gleise modernisiert. Aktuell stehen noch einige Restarbeiten im Zuge der Modernisierung aus. MT-Foto: Malina Reckordt © Malina Reckordt

Minden. Für den neuen Rhein-Ruhr-Express (RRX) hat die Bahn am Mindener Bahnhof zwei Bahnsteige verlängert. Eigentlich sollten die 2019 begonnenen Arbeiten abgeschlossen sein. Doch nach wie vor stehen diverse Absperrgitter herum und Anzeigetafeln sind noch nicht in Betrieb.

Unabhängig davon sind die Planungen der Stadt Minden zur eventuellen Übernahme des historischen Empfangsgebäudes gerade gestoppt. Denn die Bahn denkt noch einmal darüber nach, welche Flächen sie künftig vielleicht doch selbst noch braucht.

Stellenweise sehe der Bahnhof weiterhin wie eine Baustelle aus: Ein MT-Leser möchte wissen, welche Arbeiten noch ausstehen. „Aktuell laufen noch Restarbeiten an den Bahnsteigen, dazu zählen neue Sitzbänke, Vitrinen, Geländer oder Abfallkörbe“, erläutert ein Sprecher der Bahn. „Darum wird es auch in naher Zukunft noch etwas nach Baustelle aussehen.“


Im Grunde seien die Bahnhöfe vergleichbar mit dem Kölner Dom, was den Sanierungsbedarf betrifft: „Es muss ständig etwas gemacht werden.“ Die Restarbeiten an den Bahngleisen sollen im dritten Quartal 2021 beendet werden. Anschließend soll noch die Unterführung unterm Bahnhof renoviert werden: „Mehr Licht und Farbe“, kündigt der Bahnsprecher an. Auch ein neuer Aufzug sei geplant. Details dazu gebe es jedoch noch nicht.

Im Zuge der Einführung des Rhein-Ruhr-Express hat die Bahn in den vergangenen Jahren mehrere Bahnhöfe umgebaut und modernisiert. Rund sechs Millionen Euro hat der Konzern nach eigenen Angaben in Minden investiert. Unter anderem wurden die Bahnsteige 1 und 2 auf eine Länge von 220 Metern und einer Höhe von 76 Zentimetern ausgebaut, damit die Fahrgäste barrierefrei ein- und aussteigen können. Auch am Bahnhof in Porta Westfalica wurden die Gleise verlängert.

Unklar ist aktuell, wie und wann es mit dem Bahnhofsgebäude und einer Umgestaltung des Umfeldes weitergeht. Die Stadt will in den nächsten Jahren die Viktoriastraße umbauen und in dem Zusammenhang auch die Ostseite des Areals stärken.

Mitte Dezember 2020 hatte der Mindener Hauptausschuss entschieden, den Ankauf des Mindener Bahnhofsgebäudes mit Vorplatz weiter voranzutreiben. Die Bahnflächen Entwicklungsgesellschaft (BEG) hatte den Erwerb von Bahnhof und Vorplatz zu günstigem Preis angeboten. Doch wie teuer die Sanierung werden könnte und wie das große historische Gebäude zu nutzen sein wird, ist alles noch zu klären.

Möglich wären hier Büros, Arztpraxen, aber auch eine Nutzung im Zusammenhang mit dem Rail Campus. Für diesen neuen deutschen Technologie-, Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt könnte hier eine Art „Showroom“ entstehen, der über dessen Projekte Auskunft gibt, so erste Überlegungen.

Die Stadt will nun ein Nutzungskonzept für Bahnhof und Umfeld entwickeln und vor allem Gutachten in Auftrag geben, die den Gesamtzustand erheben.

Wie Bau-Beigeordneter Lars Bursian aber jetzt im Klimaschutzausschuss erklärte, denkt die Bahn im Zusammenhang mit ihrem Programm „Starke Schiene“ wohl nochmals über eigene Lösungen nach. Sie prüft, ob wirklich all die Flächen, die eigentlich nicht mehr als betriebsnotwendig gesehen wurden, verkauft werden sollten. Denn unter anderem durch mobiles Arbeiten ändern sich die Anforderungen an den Öffentlichen Personenverkehr.

Da sich die Bahnflächenentwicklungsgesellschaft nun mit der „Mobilitätsstation Bahnhof“ noch mal neu beschäftige, könne die Stadt Minden auch nicht auf Fördermittel zugreifen, die sie für die Planung erwartet hatte. Diese habe die Bahn noch nicht freigegeben. Auch wegen möglicher Entscheidungen zur Bahnverbindung zwischen Bielefeld und Hannover solle seitens der Bahn nochmals auf dieses Thema geschaut werden, so Bursian gegenüber dem MT. Doch er ist zuversichtlich, dass dieser Prozess im Zusammenhang mit dem aktuellen OWL-Standortwettbewerb „Regionale“ abgekürzt werden kann. Hier möchte der Rail-Campus ein Vorzeigeprojekt werden.

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