Wanderausstellung im Mindener Museum zeigt Gegenstände aus Messing Ursula Koch Minden. Das Obergeschoss im Mindener Museum kann in Sachen Glanz der Sonne Konkurrenz machen. Überall funkelt es in Gold. Ursache sind Messingobjekte aus drei Jahrhunderten. „Es wärmt die Form, der Stoff, das Licht. Messingobjekte aus alter Zeit und ihr Wirken im Alltag der Menschen“ heißt diese Sonderausstellung, die vom Deutschen Messingmuseum für angewandte Kunst zusammengestellt wurde. Bis zum 12. September ist sie in Minden zu sehen. „Neben Messing geht es in der Ausstellung vor allem um Wärme“, erläutert Museumspädagogin Kristin Saretzki. Denn rund um den Kamin fanden sich in herrschaftlichen Häusern viele Objekte aus Messing, angefangen bei der Kiste für das Brennholz bis zu Kaminschirmen, die dafür sorgten, dass fliegende Funken nicht das Haus in Brand steckten. Zu den Sicherheitsvorkehrungen gehören auch die „Doofpötte“. Der Begriff stammt aus dem Niederländischen, erläutert Saretzki. Sie dienten zum Transport von glühender Holzkohle oder auch zur sicheren Aufbewahrung der Glut über Nacht. In einer großen Vitrine am Boden liegt all das aus, was man braucht, um das Feuer in Gang zu bringen oder sich nicht die Finger zu verbrennen. Egal, ob Blasebalg, Zange oder Glutbecken, viele der Objekte sind durch Punzierungen oder Stanzen aufwendig verziert. Kaffee- und Teekannen, dazu Stövchen bilden einen weiteren Schwerpunkt. Das Metall ist ein guter Wärmeleiter und eignet sich daher hervorragend, um heiße Getränke auf Temperatur zu halten. Eine Kranekanne mit drei Füßen und zwei Henkeln wurde bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts benutzt. „Davon leitet sich der Begriff der Dröppelminna ab“, berichtet Saretzki. Auch Beispiele für frühe Teemaschinen und Samoware umfasst die Sammlung. Ältestes Exponat ist eine Handwärmer-Kugel, die um 1700 gefertigt wurde. Eine kardanische Aufhängung im Inneren sorgt dafür, dass der kleine Behälter für das Holzkohlestückchen immer in horizontaler Lage bleibt. Handwärmer seien zunächst von Priestern benutzt worden, bevor sie ihren Weg in bürgerliche Haushalte fanden, sagt Saretzki. Auch Fußwärmer, Wärmflaschen und Bettpfannen sorgten dafür, dass es die Menschen kuschelig warm hatten. Das Museum hat dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Zutritt nur mit einer FFP2-Maske oder einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz. Eine Terminbuchung ist nicht erforderlich.

Wanderausstellung im Mindener Museum zeigt Gegenstände aus Messing

Sonderausstellung mit Messingobjekten im Mindener Museum. Foto: Ursula Koch © Ursula Koch

Minden. Das Obergeschoss im Mindener Museum kann in Sachen Glanz der Sonne Konkurrenz machen. Überall funkelt es in Gold. Ursache sind Messingobjekte aus drei Jahrhunderten. „Es wärmt die Form, der Stoff, das Licht. Messingobjekte aus alter Zeit und ihr Wirken im Alltag der Menschen“ heißt diese Sonderausstellung, die vom Deutschen Messingmuseum für angewandte Kunst zusammengestellt wurde. Bis zum 12. September ist sie in Minden zu sehen.

„Neben Messing geht es in der Ausstellung vor allem um Wärme“, erläutert Museumspädagogin Kristin Saretzki. Denn rund um den Kamin fanden sich in herrschaftlichen Häusern viele Objekte aus Messing, angefangen bei der Kiste für das Brennholz bis zu Kaminschirmen, die dafür sorgten, dass fliegende Funken nicht das Haus in Brand steckten. Zu den Sicherheitsvorkehrungen gehören auch die „Doofpötte“. Der Begriff stammt aus dem Niederländischen, erläutert Saretzki. Sie dienten zum Transport von glühender Holzkohle oder auch zur sicheren Aufbewahrung der Glut über Nacht.

In einer großen Vitrine am Boden liegt all das aus, was man braucht, um das Feuer in Gang zu bringen oder sich nicht die Finger zu verbrennen. Egal, ob Blasebalg, Zange oder Glutbecken, viele der Objekte sind durch Punzierungen oder Stanzen aufwendig verziert.


Kaffee- und Teekannen, dazu Stövchen bilden einen weiteren Schwerpunkt. Das Metall ist ein guter Wärmeleiter und eignet sich daher hervorragend, um heiße Getränke auf Temperatur zu halten. Eine Kranekanne mit drei Füßen und zwei Henkeln wurde bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts benutzt. „Davon leitet sich der Begriff der Dröppelminna ab“, berichtet Saretzki. Auch Beispiele für frühe Teemaschinen und Samoware umfasst die Sammlung.

Ältestes Exponat ist eine Handwärmer-Kugel, die um 1700 gefertigt wurde. Eine kardanische Aufhängung im Inneren sorgt dafür, dass der kleine Behälter für das Holzkohlestückchen immer in horizontaler Lage bleibt. Handwärmer seien zunächst von Priestern benutzt worden, bevor sie ihren Weg in bürgerliche Haushalte fanden, sagt Saretzki. Auch Fußwärmer, Wärmflaschen und Bettpfannen sorgten dafür, dass es die Menschen kuschelig warm hatten.

Das Museum hat dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Zutritt nur mit einer FFP2-Maske oder einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz. Eine Terminbuchung ist nicht erforderlich.

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