Wahl spezial: Unter Corona-Bedingungen läuft die Wahlparty im Kreishaus anders Anja Peper Minden. Einer der entspanntesten Gäste an diesem Wahlabend im Kreishaus ist vermutlich Noch-Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD): Weil er sich nicht erneut zur Wahl gestellt hat, kann er sich ganz locker die bunten Ergebnis-Balken auf der Leinwand ansehen. Seine Maske ist ein selbst gemachtes Unikat: Die beiden mit Abstand bekanntesten Herren in der Badewanne – Herr Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner – auf dem weißen Stoff sind ein Hingucker. „Die Loriot-Maske passt heute gut zu meiner Stimmung.“ Die Wahl von 2014 war für ihn definitiv anstrengender. An diesem Nachmittag hat er noch Tour die France geschaut. Wahl spezial: Kaum etwas ist an diesem Abend im Kreishaus an der Portastraße wie in den Jahrzehnten zuvor. Die Besucher mussten sich vorher online anmelden, es gelten die bekannten Corona-Hygienemaßnahmen. An das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung hält sich jeder, auch die Abstände werden eingehalten. Bei der offiziellen Wahlveranstaltung knallen die Korken ohnehin nicht. Die Stimmung ist zunächst mäßig, vielleicht ein bisschen öde, bis die ersten Prognosen für die Landratswahl eintreffen. Mit dem – zu diesem Zeitpunkt – recht deutlichen Vorsprung für die CDU-Kandidatin Anna Katharina Bölling (39) aus Minden hatte kaum jemand gerechnet. Sie selber offenbar auch nicht. Als gebürtige Ostwestfälin ist sie zurückhaltend mit voreiligem Jubel. „Das bisherige Ergebnis ist noch nicht aussagekräftig“, sagt die Sozialdezernentin beim Landkreis Uelzen gegen 19 Uhr. Sollte sie als Landrätin gewählt werden, will sie sich für Digitalisierung, den Gesundheitsstandort Mühlenkreis und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark machen. Auch ihr stärkster Konkurrent Ingo Ellerkamp (46, SPD) aus Petershagen ist zurückhaltend, dennoch ist ihm die Enttäuschung über die Tendenz anzumerken. „Morgen früh beginnt das Spiel von Neuem und in 14 Tagen haben wir eine Stichwahl.“ Er würde sich als Landrat vor allem einsetzen für mehr Lebensqualität, Standortentwicklung sowie das Miteinander von Kommunen und Kreis. Ebenfalls im Kreishaus dabei waren die beiden Landratskandidaten Siegfried Gutsche (67, Grüne) aus Lübbecke, sowie Thomas Röckemann (55, AfD) aus Minden. Die Zahl der Briefwähler hat sich in Minden fast verdoppelt. In den 33 Wahllokalen galten wegen der Corona-Pandemie spezielle Bestimmungen: Möglichst sollten alle Wähler einen eigenen Stift mitbringen, um ihre Kreuze zu machen. Weil das naturgemäß nicht immer klappte, hatten die Wahlhelfer einige Ersatz-Kugelschreiber parat. Der Andrang war von Wahllokal zu Wahllokal unterschiedlich. Wenig los ist nachmittags in der Edeka-Zentrale an der Wittelsbacher Allee. Dort sind viele größere Gewerbebetriebe drumherum, aber es ist nur ein kleiner Wahlbezirk. Von den knapp 850 Wahlberechtigten hatten im Vorfeld schon 200 ihre Stimme per Brief abgegeben. Eher schleppend ist der Wahlsonntag auch in Bärenkämpen (Bürgerzentrum) angelaufen. Bis 14 Uhr hatten hier nur etwa 240 Menschen – von 2.300 Wahlberechtigten – ihre Stimme abgegeben. Deutlich mehr los war zum Beispiel am Herder-Gymnasium, wo die Wähler mit Abstand auf dem Schulhof anstanden, sowie am Wahllokal Albert Schweitzer Haus in der Mindener Nordstadt. Alle Informationen zur Wahl finden Sie hier

Wahl spezial: Unter Corona-Bedingungen läuft die Wahlparty im Kreishaus anders

Einer der entspanntesten Gäste an diesem Wahlabend: Noch-Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD) mit einer Loriot-Maske: Herr Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner, die beiden bekanntesten Herren im Bad. © MT-Foto: Alex Lehn

Minden. Einer der entspanntesten Gäste an diesem Wahlabend im Kreishaus ist vermutlich Noch-Landrat Dr. Ralf Niermann (SPD): Weil er sich nicht erneut zur Wahl gestellt hat, kann er sich ganz locker die bunten Ergebnis-Balken auf der Leinwand ansehen. Seine Maske ist ein selbst gemachtes Unikat: Die beiden mit Abstand bekanntesten Herren in der Badewanne – Herr Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner – auf dem weißen Stoff sind ein Hingucker. „Die Loriot-Maske passt heute gut zu meiner Stimmung.“ Die Wahl von 2014 war für ihn definitiv anstrengender. An diesem Nachmittag hat er noch Tour die France geschaut.

Wahl spezial: Kaum etwas ist an diesem Abend im Kreishaus an der Portastraße wie in den Jahrzehnten zuvor. Die Besucher mussten sich vorher online anmelden, es gelten die bekannten Corona-Hygienemaßnahmen. An das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung hält sich jeder, auch die Abstände werden eingehalten. Bei der offiziellen Wahlveranstaltung knallen die Korken ohnehin nicht. Die Stimmung ist zunächst mäßig, vielleicht ein bisschen öde, bis die ersten Prognosen für die Landratswahl eintreffen. Mit dem – zu diesem Zeitpunkt – recht deutlichen Vorsprung für die CDU-Kandidatin Anna Katharina Bölling (39) aus Minden hatte kaum jemand gerechnet. Sie selber offenbar auch nicht. Als gebürtige Ostwestfälin ist sie zurückhaltend mit voreiligem Jubel. „Das bisherige Ergebnis ist noch nicht aussagekräftig“, sagt die Sozialdezernentin beim Landkreis Uelzen gegen 19 Uhr. Sollte sie als Landrätin gewählt werden, will sie sich für Digitalisierung, den Gesundheitsstandort Mühlenkreis und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark machen.

Auch ihr stärkster Konkurrent Ingo Ellerkamp (46, SPD) aus Petershagen ist zurückhaltend, dennoch ist ihm die Enttäuschung über die Tendenz anzumerken. „Morgen früh beginnt das Spiel von Neuem und in 14 Tagen haben wir eine Stichwahl.“ Er würde sich als Landrat vor allem einsetzen für mehr Lebensqualität, Standortentwicklung sowie das Miteinander von Kommunen und Kreis. Ebenfalls im Kreishaus dabei waren die beiden Landratskandidaten Siegfried Gutsche (67, Grüne) aus Lübbecke, sowie Thomas Röckemann (55, AfD) aus Minden.

Die Zahl der Briefwähler hat sich in Minden fast verdoppelt. In den 33 Wahllokalen galten wegen der Corona-Pandemie spezielle Bestimmungen: Möglichst sollten alle Wähler einen eigenen Stift mitbringen, um ihre Kreuze zu machen. Weil das naturgemäß nicht immer klappte, hatten die Wahlhelfer einige Ersatz-Kugelschreiber parat. Der Andrang war von Wahllokal zu Wahllokal unterschiedlich. Wenig los ist nachmittags in der Edeka-Zentrale an der Wittelsbacher Allee. Dort sind viele größere Gewerbebetriebe drumherum, aber es ist nur ein kleiner Wahlbezirk. Von den knapp 850 Wahlberechtigten hatten im Vorfeld schon 200 ihre Stimme per Brief abgegeben.

Eher schleppend ist der Wahlsonntag auch in Bärenkämpen (Bürgerzentrum) angelaufen. Bis 14 Uhr hatten hier nur etwa 240 Menschen – von 2.300 Wahlberechtigten – ihre Stimme abgegeben.

Deutlich mehr los war zum Beispiel am Herder-Gymnasium, wo die Wähler mit Abstand auf dem Schulhof anstanden, sowie am Wahllokal Albert Schweitzer Haus in der Mindener Nordstadt.

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