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Vortrag von Bischof Anba Damian in Minden: Terror hat weiter zugenommen Bericht über koptische Christen in Ägypten Minden (mt/ela). Bischof Anba Damian hielt jetzt im Haus am Dom einen Vortrag mit dem Thema "Die Lage der koptischen Christen in Ägypten in der aktuellen politischen Situation". Bischof Anba Damian ist Bischof der koptischen Kirche und verantwortlich für die koptischen Christen in Deutschland. Katholisches Bildungswerk und Evangelisches Erwachsenenbildungswerk hatten zu der Veranstaltung eingeladen. Bischof Damian begann seinen Vortrag mit einer Einführung in die Geschichte der koptischen (= ägyptischen) Kirche. Sie führe sich auf den Evangelisten Markus zurück, der im Jahr 41 n. Chr. nach Alexandria gekommen sei und Ägypten missioniert habe.Durch Vertreibung und Flucht weltweit vertretenÄgypten sei bis zur Machtübernahme des Islam (635) ein christliches Land gewesen. Nach einer kurzen toleranten Phase habe die Unterdrückung des Christentums durch den Islam begonnen. Inzwischen sei das Verhältnis von Muslimen zu Christen 80 zu 20 Prozent. Die Auswanderung beziehungsweise Flucht der Christen habe die koptische Kirche weltweit werden lassen, ihre Heimat aber sei Ägypten.Unter Muhammad Anwar as-Sadat sei Ägypten ein islamischer Staat nach Maßgabe des Korans und der Scharia geworden. Das habe die Unterdrückung der Christen verschärft. So sei nach dem Koran die Tötung eines Ungläubigen straffrei: Kein Richter in Ägypten werde einen Täter verurteilen, weil er einen Christen getötet habe.Mit liberalen Muslimen gemeinsam demonstriertSeit 2010 habe es einen regelrechten Staatsterror gegen die Christen gegeben: Nachdem am 1. Januar 2011 in Alexandria ein Anschlag auf eine christliche Kirche mit vielen Toten und Verletzten verübt worden sei, seien koptische Christen zusammen mit liberalen Muslimen auf die Straße gegangen: die Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz, bei denen Muslime und Christen gemeinsam agiert und gegenseitig ihre Gottesdienste geschützt hätten. Das habe Anlass zu Hoffnung gegeben. Nach der - laut Bischof Damian - manipulierten Wahl habe der Terror gegen die koptischen Christen weiter zugenommen: Innerhalb von vier Tagen seien 46 christliche Kirchen und Einrichtungen angegriffen worden. Auch sei die wirtschaftliche Lage in Ägypten so desolat geworden, dass das Volk das Militär um Schutz gebeten habe.Medienberichte zufolge, es habe sich bei der Machtübernahme des Militärs um einen Putsch gehandelt, träfen nicht zu. Dass das Militär auch einen hohen koptischen Würdenträger in die Kommission berufen habe, die über eine neue Verfassung für Ägypten beraten solle, lasse hoffen. Für die Zukunft wünschten sich die koptischen Christen eine Verfassung, die Religionsfreiheit garantiere.

Vortrag von Bischof Anba Damian in Minden: Terror hat weiter zugenommen

Minden (mt/ela). Bischof Anba Damian hielt jetzt im Haus am Dom einen Vortrag mit dem Thema "Die Lage der koptischen Christen in Ägypten in der aktuellen politischen Situation". Bischof Anba Damian ist Bischof der koptischen Kirche und verantwortlich für die koptischen Christen in Deutschland.

Katholisches Bildungswerk und Evangelisches Erwachsenenbildungswerk hatten zu der Veranstaltung eingeladen. Bischof Damian begann seinen Vortrag mit einer Einführung in die Geschichte der koptischen (= ägyptischen) Kirche. Sie führe sich auf den Evangelisten Markus zurück, der im Jahr 41 n. Chr. nach Alexandria gekommen sei und Ägypten missioniert habe.

Durch Vertreibung und Flucht weltweit vertreten

Ägypten sei bis zur Machtübernahme des Islam (635) ein christliches Land gewesen. Nach einer kurzen toleranten Phase habe die Unterdrückung des Christentums durch den Islam begonnen. Inzwischen sei das Verhältnis von Muslimen zu Christen 80 zu 20 Prozent. Die Auswanderung beziehungsweise Flucht der Christen habe die koptische Kirche weltweit werden lassen, ihre Heimat aber sei Ägypten.

Unter Muhammad Anwar as-Sadat sei Ägypten ein islamischer Staat nach Maßgabe des Korans und der Scharia geworden. Das habe die Unterdrückung der Christen verschärft. So sei nach dem Koran die Tötung eines Ungläubigen straffrei: Kein Richter in Ägypten werde einen Täter verurteilen, weil er einen Christen getötet habe.

Mit liberalen Muslimen gemeinsam demonstriert

Seit 2010 habe es einen regelrechten Staatsterror gegen die Christen gegeben: Nachdem am 1. Januar 2011 in Alexandria ein Anschlag auf eine christliche Kirche mit vielen Toten und Verletzten verübt worden sei, seien koptische Christen zusammen mit liberalen Muslimen auf die Straße gegangen: die Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz, bei denen Muslime und Christen gemeinsam agiert und gegenseitig ihre Gottesdienste geschützt hätten. Das habe Anlass zu Hoffnung gegeben. Nach der - laut Bischof Damian - manipulierten Wahl habe der Terror gegen die koptischen Christen weiter zugenommen: Innerhalb von vier Tagen seien 46 christliche Kirchen und Einrichtungen angegriffen worden. Auch sei die wirtschaftliche Lage in Ägypten so desolat geworden, dass das Volk das Militär um Schutz gebeten habe.

Medienberichte zufolge, es habe sich bei der Machtübernahme des Militärs um einen Putsch gehandelt, träfen nicht zu. Dass das Militär auch einen hohen koptischen Würdenträger in die Kommission berufen habe, die über eine neue Verfassung für Ägypten beraten solle, lasse hoffen. Für die Zukunft wünschten sich die koptischen Christen eine Verfassung, die Religionsfreiheit garantiere.

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