Vorbereitet durch die Krise: Wechsel an der Spitze von Rose und Krieger in Minden Henning Wandel Minden. Eine Krise kurz nach dem Start und eine zum Abschied – wer sich eine Laufbahn als Geschäftsführer malen könnte, würde sicher einen anderen Rahmen wählen. Hartmut Hoffmann wirkt kurz vor seinem Abschied bei Rose und Krieger dennoch entspannt. Vielleicht auch, weil das Geschäft wieder spürbar anzieht. Es sei ein guter Zeitpunkt für den Wechsel, sagt Hoffmann wenige Tage vor seinem Ruhestand: „Wir sind gut aufgestellt, aber es gibt auch noch genug zu tun." Am 30. Juni ist sein letzter Tag in der Potsdamer Straße, wo Rose und Krieger zu Hause ist. Dann übernimmt Dr. Gregor Langer das Ruder, der schon seit einem Vierteljahr mit an Bord ist. Im Coronajahr 2020 ist auch bei dem Hersteller von Verbindungs- und Positionierungssystemen der Umsatz deutlich eingebrochen, das Minus lag bei etwa 18 Prozent, wie Hoffmann sagt. Schon seit Februar habe das Geschäft aber wieder angezogen – so sehr, dass inzwischen die Rohstoffe knapp würden. Die Lieferzeit bei Aluprofilen, also bei der Basis für zahlreiche R+K-Produkte, liege inzwischen bei einem halben Jahr. Gleichzeitig explodierten die Kosten. Dass Hartmut Hoffmann und seine 230 Mitarbeiter in Minden dennoch stabil durch die Krise gekommen sind, liegt auch an der Erfahrung von 2009. Damals hatte der Absturz der Finanzmärkte erst die Banken und dann die Weltwirtschaft in den Abgrund gerissen. Auch Rose und Krieger litt unter der Entwicklung, der Umsatz brach um 30 Prozent ein. „2009 war weitaus schwieriger als 2020", sagt Hoffmann. Damals hätten Geschäftsführung und Betriebsrat gute Lösungen gefunden, eine flexible Kurzarbeitsregelung etwa. „Wir hatten drei Ziele: Kein Verlust, keine Entlassungen und kein Geld von der Konzernmutter", so Hoffmann. Seit 1988 gehört das Unternehmen zu Phoenix Mecano. Alle Ziele habe man gemeinsam erreicht. Und das gelte auch für 2020. Als es nach der Finanzkrise wieder bergauf ging, seien die Prozesse gemeinsam mit den Mitarbeitern überarbeitet worden. Schon damals war Hoffmann überzeugt, dass eine nächste Krise kommen würde, „aber wir haben gelernt damit umzugehen". Ohnehin scheint ein gutes Maß Gelassenheit für den Job nötig zu sein, denn der Anteil an langfristigen Aufträgen ist vergleichsweise gering: In einem guten Monat liege der Umsatz bei etwa 4,5 Millionen Euro. „Die Hälfte davon ist fix, der Rest muss reinkommen", sagt Hoffmann. Als die Pandemie kam, habe die Belegschaft „mit nicht zu erwartender Ruhe" reagiert, sagt der scheidende Geschäftsführer und spricht gleichsam von„beeindruckenden und offenen Gesprächen mit dem Betriebsrat". Geholfen hat sicher auch, dass der größte Teil des Teams schon 2009 mit dabei war. Ab Donnerstag übernimmt Gregor Langer Hoffmanns Posten. Der promovierte Diplomingenieur war zuletzt als Geschäftsführer beim Automobilzulieferer Kendrion tätig, wo er den Bereich „Industrial Drive Systems" verantwortete. Bei Rose und Krieger wolle er „weiterhin nachhaltiges, profitables Wachstum" schaffen, wie es in einer Pressemitteilung zum Wechsel in der Geschäftsführung heißt. Hartmut Hoffmann derweil geht nicht so ganz. Zunächst für ein halbes Jahr bleibt der 67-Jährige als Geschäftsführer für eine Tochtergesellschaft aktiv. Und so wirklich zur Ruhe setzen mag er sich sowieso nicht. Der gelernte Elektromechaniker und Ingenieur für Feinwerktechnik war schon in der Luftfahrtbranche an der Entwicklung des Eurofighters beteiligt und war später Geschäftsführer in einem Unternehmen für Getriebetechnik, bevor er den Weg nach Minden fand. „Ich hatte das Glück, viel lernen zu dürfen", sagt er, „und ich hoffe, es kommt noch was dazu".

Vorbereitet durch die Krise: Wechsel an der Spitze von Rose und Krieger in Minden

Dr. Gregor Langer (rechts) folgt als Geschäftsführer bei Rose und Krieger auf Hartmut Hoffmann, der nach 13 Jahren in den Ruhestand geht. Foto: Privat © RK Rose+Krieger GmbH

Minden. Eine Krise kurz nach dem Start und eine zum Abschied – wer sich eine Laufbahn als Geschäftsführer malen könnte, würde sicher einen anderen Rahmen wählen. Hartmut Hoffmann wirkt kurz vor seinem Abschied bei Rose und Krieger dennoch entspannt. Vielleicht auch, weil das Geschäft wieder spürbar anzieht. Es sei ein guter Zeitpunkt für den Wechsel, sagt Hoffmann wenige Tage vor seinem Ruhestand: „Wir sind gut aufgestellt, aber es gibt auch noch genug zu tun." Am 30. Juni ist sein letzter Tag in der Potsdamer Straße, wo Rose und Krieger zu Hause ist. Dann übernimmt Dr. Gregor Langer das Ruder, der schon seit einem Vierteljahr mit an Bord ist.

Im Coronajahr 2020 ist auch bei dem Hersteller von Verbindungs- und Positionierungssystemen der Umsatz deutlich eingebrochen, das Minus lag bei etwa 18 Prozent, wie Hoffmann sagt. Schon seit Februar habe das Geschäft aber wieder angezogen – so sehr, dass inzwischen die Rohstoffe knapp würden. Die Lieferzeit bei Aluprofilen, also bei der Basis für zahlreiche R+K-Produkte, liege inzwischen bei einem halben Jahr. Gleichzeitig explodierten die Kosten.

Dass Hartmut Hoffmann und seine 230 Mitarbeiter in Minden dennoch stabil durch die Krise gekommen sind, liegt auch an der Erfahrung von 2009. Damals hatte der Absturz der Finanzmärkte erst die Banken und dann die Weltwirtschaft in den Abgrund gerissen. Auch Rose und Krieger litt unter der Entwicklung, der Umsatz brach um 30 Prozent ein. „2009 war weitaus schwieriger als 2020", sagt Hoffmann. Damals hätten Geschäftsführung und Betriebsrat gute Lösungen gefunden, eine flexible Kurzarbeitsregelung etwa. „Wir hatten drei Ziele: Kein Verlust, keine Entlassungen und kein Geld von der Konzernmutter", so Hoffmann. Seit 1988 gehört das Unternehmen zu Phoenix Mecano. Alle Ziele habe man gemeinsam erreicht. Und das gelte auch für 2020.


Als es nach der Finanzkrise wieder bergauf ging, seien die Prozesse gemeinsam mit den Mitarbeitern überarbeitet worden. Schon damals war Hoffmann überzeugt, dass eine nächste Krise kommen würde, „aber wir haben gelernt damit umzugehen". Ohnehin scheint ein gutes Maß Gelassenheit für den Job nötig zu sein, denn der Anteil an langfristigen Aufträgen ist vergleichsweise gering: In einem guten Monat liege der Umsatz bei etwa 4,5 Millionen Euro. „Die Hälfte davon ist fix, der Rest muss reinkommen", sagt Hoffmann. Als die Pandemie kam, habe die Belegschaft „mit nicht zu erwartender Ruhe" reagiert, sagt der scheidende Geschäftsführer und spricht gleichsam von„beeindruckenden und offenen Gesprächen mit dem Betriebsrat". Geholfen hat sicher auch, dass der größte Teil des Teams schon 2009 mit dabei war.

Ab Donnerstag übernimmt Gregor Langer Hoffmanns Posten. Der promovierte Diplomingenieur war zuletzt als Geschäftsführer beim Automobilzulieferer Kendrion tätig, wo er den Bereich „Industrial Drive Systems" verantwortete. Bei Rose und Krieger wolle er „weiterhin nachhaltiges, profitables Wachstum" schaffen, wie es in einer Pressemitteilung zum Wechsel in der Geschäftsführung heißt.

Hartmut Hoffmann derweil geht nicht so ganz. Zunächst für ein halbes Jahr bleibt der 67-Jährige als Geschäftsführer für eine Tochtergesellschaft aktiv. Und so wirklich zur Ruhe setzen mag er sich sowieso nicht. Der gelernte Elektromechaniker und Ingenieur für Feinwerktechnik war schon in der Luftfahrtbranche an der Entwicklung des Eurofighters beteiligt und war später Geschäftsführer in einem Unternehmen für Getriebetechnik, bevor er den Weg nach Minden fand. „Ich hatte das Glück, viel lernen zu dürfen", sagt er, „und ich hoffe, es kommt noch was dazu".

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden