Vor der Haustür gibt es viel zu entdecken: Ausflugstipps für die Sommerferien Ursula Koch,Christine Riechmann,Claudia Hyna,Thomas Lieske Minden. Die Ferien sind zur Hälfte rum – da kann es mit den Ideen, was man noch so unternehmen könnte, schon mal knapp werden. Die Redaktion hat ein paar Vorschläge aus unterschiedlichen Perspektiven zusammengetragen. Kinderspaß Scheint die Sonne bei 30 Grad vom wolkenlosen Himmel, ist die Feriengestaltung mit Kindern recht simpel: Freibad von morgens bis abends. In Minden und Umgebung gibt es da eine Vielzahl an Möglichkeiten: Sommerbad, Melittabad, das Freibad in Porta Westfalica-Holzhausen oder Petershagen-Lahde, das Bergbad in Bückeburg oder das Schwimmbad in Uchte. Wer es klein und fein mag, ist im Fritz-Homann-Bad gut aufgehoben. Das Traditions-Freibad im Stemmeraner Ortskern, das in den 60er Jahren den Betrieb aufgenommen hat, verfügt zwar nur über ein kleines Becken und eine ebenso kleine Liegewiese, hat dafür aber eine Rutsche und einen Drei-Meter-Sprungturm, der schon dem Mindener Kabarettisten Bernd Gieseking als Vorlage für sein Programm „Köpper vom Dreier“ diente. Im sehr übersichtlichen „Fritze“ kennt eigentlich jeder jeden und somit passen alle mit auf. Gut zu wissen, wenn die etwas größeren Kinder mal alleine schwimmen gehen. Ist das Wetter durchwachsen, wird es mit der Freizeitplanung anspruchsvoller – aber längst nicht unmöglich. Ein neuer Trampolin-Park im Gesellenweg lässt auch Regentage gar nicht mehr trüb aussehen. Dort können sich Kinder auf verschiedenen Trampolinen, im Ninja-Parcours oder an der Kletterwand austoben. Geöffnet ist dienstags bis donnerstags von 11 bis 19 Uhr, freitags von 11 bis 21 Uhr und samstags, sonntags und an Feiertagen von 9 bis 21 Uhr. Für Kinder bis sechs Jahren ist speziell von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von 11 bis 13 Uhr und am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 11 Uhr geöffnet. Auch beim Minigolf spielen stört ein bewölkter Himmel überhaupt nicht. Auf dem Platz an der Weserpromenade kann nach der Runde noch ein Eis oder am Sonntag selbst gebackener Kuchen gegessen werden. Ein kleiner Spielplatz auf der Anlage macht kleinen Kindern große Freude. Geöffnet ist täglich, bis auf montags, von 13 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 20 Uhr. Wer sich für den Mindener Freizeit-Klassiker „Potts Park“ entscheidet (täglich von 10 bis 18 Uhr), hat den Spaß für Kinder ab drei Jahren garantiert. Einige neue Attraktionen machen den Besuch nach der Corona-Pause auch für Stammgänger abwechslungsreich. Wer größere Kinder allein dort hinschicken will, muss allerdings bedenken, dass der Einlass ohne erwachsene Begleitung erst ab 14 Jahren gestattet ist. Ein großes Vergnügen für Eltern und Kinder ist ein Besuch im Hofgarten am Kloster Möllenbeck. Hausgemachter Kuchen, herzhafte Brote, Flammkuchen und andere Kleinigkeiten schmecken unter den großen Bäumen des malerischen Biergartens besonders gut. Kleinere Kinder haben viel Spaß auf dem dazugehörigen liebevoll angelegten Naturspielplatz mit Wasserläufen, Schaukeln, viel Sand und einer Bobbycar-Rennstrecke. Wandern auf den Spuren von Wilhelm Busch Mehr als 35 Jahre lebte der Zeichner, Maler und Dichter Wilhelm Busch in Wiedensahl. Hier entstanden viele seiner Bildergeschichten. Wer sich auf die Spuren des berühmtesten Sohns des Dorfes machen möchte, der findet am Busch-Geburtshaus einen Flyer für einen Dorfspaziergang. Dieser führt auf 3,5 Kilometern durch das Dorf zu den markantesten Orten, auf Wegen, auf denen schon Busch wanderte. Die Länge ist variabel: der Rundgang dauert entweder eine halbe Stunde oder mit Rast an schönen Stellen zwei Stunden. Zu einer Einkehr laden der Busch-Keller (geöffnet Samstag/Sonntag) oder das Dörp Kaffee (Donnerstag bis Sonntag) ein. Wiedensahl erinnert an Dörfer aus alten Zeiten. Der Weg führt den Spaziergänger vorbei an der alten Schule, am Busch-Denkmal, am ehemaligen Bahnhof, der Nicolai-Kirche, dem Pfarrhaus (mit Museum) und am Teich (Sahl) inmitten des Dorfes. „Ich gehe wieder den Fußweg durch das Feld, ich streife mit der Hand die herandrängenden Ähren“, so beschrieb Busch damals – und das gilt bis heute. Hier ein Misthaufen, dort eine Hühnerwiese, eine alte Mauer, ein historischer Brunnen, der vor nicht allzu langer Zeit entdeckt wurde und nicht zu vergessen die Brücke, die Schneider Böck zum Verhängnis wurde. Wenig bekannt ist, dass die Dynastie der Unternehmensgruppe Dr. Oetker in einer Wiedensahler Hofstelle ihre Wurzeln hat. Der Ur-Ur-Großvater des in Obernkirchen geborenen Firmengründers und Backpulver-Erfinders Dr. August Oetker (1862–1918), der Schuhmachermeister Johann Christian Oetker stammte vom Hof der Gaststätte Boltens Deele. Wer die Landschaft mit dem Rad erkunden möchte, kann dies auf 25 Kilometern rund um Wiedensahl. Das Mindener Land samt Umgebung hat wesentlich mehr Wanderwege zu bieten. Dorfspaziergänge gibt es auf Petershäger Gebiet unter anderem für Schlüsselburg, Döhren und Eldagsen. Wer sich abseits von Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Heisterholz und Hiller Moor auf Tour begeben will, findet Strecken unter anderem im Oppenweher Moor, am Blauen See in Schnathorst oder rund um die Wallücke im Wiehengebirge. Spannung und Abkühlung Spannung und Spaß für Familien verbindet ein Besuch auf der Freilichtbühne Porta. Marco Knille hat dort mit der Spielergemeinschaft „Neues vom Räuber Hotzenplotz“ als überdrehtes Kasperle-Theater mit menschlichen Darstellern inszeniert. Neben zwei Stunden kurzweiliger Unterhaltung, an der auch Erwachsene Spaß haben können, bietet die Bühne mit der Felswand des ehemaligen Steinbruchs eine atemberaubende Kulisse. Die überdachte Tribüne bietet den Zuschauern Schutz vor Sonnenstrahlen und Regen. Ein paar Meter höher im Wittekindsberg bietet der Wittekindsweg zwischen dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal und der Wittekindsburg einige Entdeckungen auf zwei Kilometern Strecke. Neben dem Besucherzentrum am Denkmal ist der Moltketurm auf der höchsten Stelle des Berges einen Stopp wert. Er wurde 1828/29 als Aussichtsturm errichtet, der zugleich als Punkt für die Landesvermessung diente. Die Terrasse an der ehemaligen Ausflugsgaststätte Wittekindsburg ermöglicht einen guten Blick auf das Wesertal. Außerdem starten dort von einer Rampe die Drachenflieger. Wenige Meter weiter ist die Margarethenkapelle aus dem 13. Jahrhundert im romanischen Stil zu finden. An ihr vorbei geht es zu den in den 1990er Jahre entdeckten Grundmauern der „Kreuzkirche“ aus dem zehnten Jahrhundert. Außergewöhnlich ist der Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes, vier quadratische Räume um einen ebenfalls quadratischen Zentralraum. In Europa sind aus der selben Zeit nur vier vergleichbare Bauwerke bekannt – in Prag, Krakau, Schuttern und Trier, von denen nur noch die Heiligkreuz-Kapelle in Trier existiert. Noch mehr Kultur unter freiem Himmel bietet das Fort A in Minden. Es ist Teil der ehemaligen preußischen Bahnhofsfestung. Im Innenhof des hufeisenförmigen Gebäudes hat die Tucholsky-Bühne ihre Spielstätte, auf der sie ihre Theaterstücke aufführt, aber auch Gastkünstler auftreten lässt. Auf der Seite www.tucholsky-buehne.de ist das Programm zu finden. Abkühlung an heißen Sommertagen kann das Besucherbergwerk und Museum in Kleinenbremen bieten. Dienstags bis sonntags werden jeweils drei Einfahrten (11.30, 13 und 14.30 Uhr) in das Bergwerk mit der Lorenbahn angeboten. Bei den Rundgängen wird die Arbeit der Bergleute erläutert. Egal, wie heiß es draußen ist, tief im Berg beträgt die Temperatur das ganze Jahr über konstant zehn Grad. Also unbedingt eine Jacke mitnehmen und feste Schuhe. Abkühlung kann auch das Mindener Museum mit seinen klimatisierten Räumen bieten. Die Ausstellung „Mechanische Tierwelten“ zeigt eine umfangreiche Sammlung an Blechspielzeug, überwiegend aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Ausflug auf vier Pfoten Was machen, wenn der heimische Garten langweilig wird und der Hund lieber buddelt anstatt darin zu spielen? Auch für die vierbeinige Begleitung gibt es zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten im Mühlenkreis. Seinem Namen alle Ehre macht dabei etwa das Vogelparadies in Porta Westfalica. Allerdings nicht nur für Vögel, sondern tatsächlich auch für Hunde. Das weitestgehend naturbelassene Areal zwischen der Bahntrasse und der Weser in Holzhausen ist dabei aus Rücksicht zu den zahlreichen dort lebenden Tieren eher etwas für die Schleppleine und den wohl erzogenen Hund. Denn ein erhöhtes vierbeiniges Verkehrsaufkommen fordert, dass der eigene Hund gut abrufbar ist. Wer es dagegen eher ruhig und abgelegen mag, für den dürften die Nammer Klippen oder die Wanderwege unterhalb der Klippen etwas sein. Viel Waldfläche bietet Hunden zahlreiche Möglichkeiten, im hohen Lauf zu spielen und sich auszutoben. An der langen Schleppleine sollte das kein Problem sein. Und ganz nebenbei gibt’s für Frauchen und Herrchen eine atemberaubende Naturkulisse zu bestaunen. Die zeigt sich übrigens auch – für diejenigen, die das platte Land mögen – im Bereich Petershagen-Südfelde. Die zahlreichen Wirtschaftswege sind nur selten befahren, bieten weitläufige Flächen für den Hund und haben oft sogar Rundweg-Charakter. Begleitet sind die Wege oft von idyllischen Bachläufen. Und wer es verwunschen mag, der kann mit dem Hund auch durch das Hiller Moor wandern. Das ist dann allerdings eher etwas für die Ausdauer-Tiere, die gut und gerne auch mal zwei oder drei Stunden am Stück laufen können. Wird’s richtig warm, dann suchen die Vierbeiner gern Abkühlung im Wasser. Doch Vorsicht: Die Weser ist zwar an vielen Stellen im Uferbereich flach. Doch die zahlreichen Strömungen und Strudel sind nichts für Hunde – und vielfach auch nicht für Menschen. Wer seinen Hund baden lassen will, kann zum Beispiel eine flache Stelle an den stillgelegten Kiesteichen im Bereich Neesen aufsuchen. Soziale Interaktion ist auf den Hundefreilaufflächen im Mühlenkreis garantiert. Oberstes Gebot: Der Vierbeiner sollte sozial verträglich mit anderen Hunden sein. In Minden an der Weser oder in Hille-Eickhorst, aber auch im nicht ganz so weit entfernten Bünde gibt es Auslaufflächen, die gern von Hundehaltern genutzt werden, um das Haustier mal so richtig auszupowern. Es muss ja nicht immer die freie Natur sein. Übrigens: Auf den Auslaufflächen ist es explizit erwünscht, den Hund ohne Leine laufen zu lassen. Nur so können die Vierbeiner gefahrlos miteinander spielen.

Vor der Haustür gibt es viel zu entdecken: Ausflugstipps für die Sommerferien

Bei Sonnenschein und 30 Grad bieten sich die Freibäder an, wie das in Stemmer. © Christine Riechmann

Minden. Die Ferien sind zur Hälfte rum – da kann es mit den Ideen, was man noch so unternehmen könnte, schon mal knapp werden. Die Redaktion hat ein paar Vorschläge aus unterschiedlichen Perspektiven zusammengetragen.

Kinderspaß

Scheint die Sonne bei 30 Grad vom wolkenlosen Himmel, ist die Feriengestaltung mit Kindern recht simpel: Freibad von morgens bis abends. In Minden und Umgebung gibt es da eine Vielzahl an Möglichkeiten: Sommerbad, Melittabad, das Freibad in Porta Westfalica-Holzhausen oder Petershagen-Lahde, das Bergbad in Bückeburg oder das Schwimmbad in Uchte. Wer es klein und fein mag, ist im Fritz-Homann-Bad gut aufgehoben. Das Traditions-Freibad im Stemmeraner Ortskern, das in den 60er Jahren den Betrieb aufgenommen hat, verfügt zwar nur über ein kleines Becken und eine ebenso kleine Liegewiese, hat dafür aber eine Rutsche und einen Drei-Meter-Sprungturm, der schon dem Mindener Kabarettisten Bernd Gieseking als Vorlage für sein Programm „Köpper vom Dreier“ diente. Im sehr übersichtlichen „Fritze“ kennt eigentlich jeder jeden und somit passen alle mit auf. Gut zu wissen, wenn die etwas größeren Kinder mal alleine schwimmen gehen.


Ist das Wetter durchwachsen, wird es mit der Freizeitplanung anspruchsvoller – aber längst nicht unmöglich. Ein neuer Trampolin-Park im Gesellenweg lässt auch Regentage gar nicht mehr trüb aussehen. Dort können sich Kinder auf verschiedenen Trampolinen, im Ninja-Parcours oder an der Kletterwand austoben. Geöffnet ist dienstags bis donnerstags von 11 bis 19 Uhr, freitags von 11 bis 21 Uhr und samstags, sonntags und an Feiertagen von 9 bis 21 Uhr. Für Kinder bis sechs Jahren ist speziell von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von 11 bis 13 Uhr und am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 11 Uhr geöffnet.

Die Nicolai-Kirche Wiedensahl liegt idyllisch gegenüber dem Teich. - © Claudia Hyna
Die Nicolai-Kirche Wiedensahl liegt idyllisch gegenüber dem Teich. - © Claudia Hyna

Auch beim Minigolf spielen stört ein bewölkter Himmel überhaupt nicht. Auf dem Platz an der Weserpromenade kann nach der Runde noch ein Eis oder am Sonntag selbst gebackener Kuchen gegessen werden. Ein kleiner Spielplatz auf der Anlage macht kleinen Kindern große Freude. Geöffnet ist täglich, bis auf montags, von 13 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 20 Uhr.

Das Hiller Moor ist ein Ausflugsziel für wohlerzogene Hunde an der Schleppleine, die über ein wenig Ausdauer verfügen. MT-Foto: Thomas Lieske - © Thomas Lieske
Das Hiller Moor ist ein Ausflugsziel für wohlerzogene Hunde an der Schleppleine, die über ein wenig Ausdauer verfügen. MT-Foto: Thomas Lieske - © Thomas Lieske

Wer sich für den Mindener Freizeit-Klassiker „Potts Park“ entscheidet (täglich von 10 bis 18 Uhr), hat den Spaß für Kinder ab drei Jahren garantiert. Einige neue Attraktionen machen den Besuch nach der Corona-Pause auch für Stammgänger abwechslungsreich. Wer größere Kinder allein dort hinschicken will, muss allerdings bedenken, dass der Einlass ohne erwachsene Begleitung erst ab 14 Jahren gestattet ist.

In „Mechanische Tierwelten“ entführt das Mindener Museum mit buntem Blechspielzeug. - © Ursula Koch
In „Mechanische Tierwelten“ entführt das Mindener Museum mit buntem Blechspielzeug. - © Ursula Koch

Ein großes Vergnügen für Eltern und Kinder ist ein Besuch im Hofgarten am Kloster Möllenbeck. Hausgemachter Kuchen, herzhafte Brote, Flammkuchen und andere Kleinigkeiten schmecken unter den großen Bäumen des malerischen Biergartens besonders gut. Kleinere Kinder haben viel Spaß auf dem dazugehörigen liebevoll angelegten Naturspielplatz mit Wasserläufen, Schaukeln, viel Sand und einer Bobbycar-Rennstrecke.

Kasperl macht auf der Freilichtbühne Porta den Räuber Hotzenplotz dingfest. - © Ursula Koch
Kasperl macht auf der Freilichtbühne Porta den Räuber Hotzenplotz dingfest. - © Ursula Koch

Wandern auf den Spuren von Wilhelm Busch

Mehr als 35 Jahre lebte der Zeichner, Maler und Dichter Wilhelm Busch in Wiedensahl. Hier entstanden viele seiner Bildergeschichten. Wer sich auf die Spuren des berühmtesten Sohns des Dorfes machen möchte, der findet am Busch-Geburtshaus einen Flyer für einen Dorfspaziergang. Dieser führt auf 3,5 Kilometern durch das Dorf zu den markantesten Orten, auf Wegen, auf denen schon Busch wanderte. Die Länge ist variabel: der Rundgang dauert entweder eine halbe Stunde oder mit Rast an schönen Stellen zwei Stunden. Zu einer Einkehr laden der Busch-Keller (geöffnet Samstag/Sonntag) oder das Dörp Kaffee (Donnerstag bis Sonntag) ein. Wiedensahl erinnert an Dörfer aus alten Zeiten. Der Weg führt den Spaziergänger vorbei an der alten Schule, am Busch-Denkmal, am ehemaligen Bahnhof, der Nicolai-Kirche, dem Pfarrhaus (mit Museum) und am Teich (Sahl) inmitten des Dorfes.

Spaß für Kinder ab drei Jahren ist in Potts Park garantiert – hier das 14 Meter hohe Turmfahrgeschäft Potzi-Blick. - © Christine Riechmann
Spaß für Kinder ab drei Jahren ist in Potts Park garantiert – hier das 14 Meter hohe Turmfahrgeschäft Potzi-Blick. - © Christine Riechmann

„Ich gehe wieder den Fußweg durch das Feld, ich streife mit der Hand die herandrängenden Ähren“, so beschrieb Busch damals – und das gilt bis heute. Hier ein Misthaufen, dort eine Hühnerwiese, eine alte Mauer, ein historischer Brunnen, der vor nicht allzu langer Zeit entdeckt wurde und nicht zu vergessen die Brücke, die Schneider Böck zum Verhängnis wurde. Wenig bekannt ist, dass die Dynastie der Unternehmensgruppe Dr. Oetker in einer Wiedensahler Hofstelle ihre Wurzeln hat.

Der Ur-Ur-Großvater des in Obernkirchen geborenen Firmengründers und Backpulver-Erfinders Dr. August Oetker (1862–1918), der Schuhmachermeister Johann Christian Oetker stammte vom Hof der Gaststätte Boltens Deele.

Wer die Landschaft mit dem Rad erkunden möchte, kann dies auf 25 Kilometern rund um Wiedensahl. Das Mindener Land samt Umgebung hat wesentlich mehr Wanderwege zu bieten. Dorfspaziergänge gibt es auf Petershäger Gebiet unter anderem für Schlüsselburg, Döhren und Eldagsen. Wer sich abseits von Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Heisterholz und Hiller Moor auf Tour begeben will, findet Strecken unter anderem im Oppenweher Moor, am Blauen See in Schnathorst oder rund um die Wallücke im Wiehengebirge.

Spannung und Abkühlung

Spannung und Spaß für Familien verbindet ein Besuch auf der Freilichtbühne Porta. Marco Knille hat dort mit der Spielergemeinschaft „Neues vom Räuber Hotzenplotz“ als überdrehtes Kasperle-Theater mit menschlichen Darstellern inszeniert. Neben zwei Stunden kurzweiliger Unterhaltung, an der auch Erwachsene Spaß haben können, bietet die Bühne mit der Felswand des ehemaligen Steinbruchs eine atemberaubende Kulisse. Die überdachte Tribüne bietet den Zuschauern Schutz vor Sonnenstrahlen und Regen.

Ein paar Meter höher im Wittekindsberg bietet der Wittekindsweg zwischen dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal und der Wittekindsburg einige Entdeckungen auf zwei Kilometern Strecke. Neben dem Besucherzentrum am Denkmal ist der Moltketurm auf der höchsten Stelle des Berges einen Stopp wert. Er wurde 1828/29 als Aussichtsturm errichtet, der zugleich als Punkt für die Landesvermessung diente. Die Terrasse an der ehemaligen Ausflugsgaststätte Wittekindsburg ermöglicht einen guten Blick auf das Wesertal. Außerdem starten dort von einer Rampe die Drachenflieger. Wenige Meter weiter ist die Margarethenkapelle aus dem 13. Jahrhundert im romanischen Stil zu finden. An ihr vorbei geht es zu den in den 1990er Jahre entdeckten Grundmauern der „Kreuzkirche“ aus dem zehnten Jahrhundert. Außergewöhnlich ist der Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes, vier quadratische Räume um einen ebenfalls quadratischen Zentralraum. In Europa sind aus der selben Zeit nur vier vergleichbare Bauwerke bekannt – in Prag, Krakau, Schuttern und Trier, von denen nur noch die Heiligkreuz-Kapelle in Trier existiert.

Noch mehr Kultur unter freiem Himmel bietet das Fort A in Minden. Es ist Teil der ehemaligen preußischen Bahnhofsfestung. Im Innenhof des hufeisenförmigen Gebäudes hat die Tucholsky-Bühne ihre Spielstätte, auf der sie ihre Theaterstücke aufführt, aber auch Gastkünstler auftreten lässt. Auf der Seite www.tucholsky-buehne.de ist das Programm zu finden.

Abkühlung an heißen Sommertagen kann das Besucherbergwerk und Museum in Kleinenbremen bieten. Dienstags bis sonntags werden jeweils drei Einfahrten (11.30, 13 und 14.30 Uhr) in das Bergwerk mit der Lorenbahn angeboten. Bei den Rundgängen wird die Arbeit der Bergleute erläutert. Egal, wie heiß es draußen ist, tief im Berg beträgt die Temperatur das ganze Jahr über konstant zehn Grad. Also unbedingt eine Jacke mitnehmen und feste Schuhe. Abkühlung kann auch das Mindener Museum mit seinen klimatisierten Räumen bieten. Die Ausstellung „Mechanische Tierwelten“ zeigt eine umfangreiche Sammlung an Blechspielzeug, überwiegend aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ein Ausflug auf vier Pfoten

Was machen, wenn der heimische Garten langweilig wird und der Hund lieber buddelt anstatt darin zu spielen? Auch für die vierbeinige Begleitung gibt es zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten im Mühlenkreis. Seinem Namen alle Ehre macht dabei etwa das Vogelparadies in Porta Westfalica. Allerdings nicht nur für Vögel, sondern tatsächlich auch für Hunde. Das weitestgehend naturbelassene Areal zwischen der Bahntrasse und der Weser in Holzhausen ist dabei aus Rücksicht zu den zahlreichen dort lebenden Tieren eher etwas für die Schleppleine und den wohl erzogenen Hund. Denn ein erhöhtes vierbeiniges Verkehrsaufkommen fordert, dass der eigene Hund gut abrufbar ist.

Wer es dagegen eher ruhig und abgelegen mag, für den dürften die Nammer Klippen oder die Wanderwege unterhalb der Klippen etwas sein. Viel Waldfläche bietet Hunden zahlreiche Möglichkeiten, im hohen Lauf zu spielen und sich auszutoben. An der langen Schleppleine sollte das kein Problem sein. Und ganz nebenbei gibt’s für Frauchen und Herrchen eine atemberaubende Naturkulisse zu bestaunen.

Die zeigt sich übrigens auch – für diejenigen, die das platte Land mögen – im Bereich Petershagen-Südfelde. Die zahlreichen Wirtschaftswege sind nur selten befahren, bieten weitläufige Flächen für den Hund und haben oft sogar Rundweg-Charakter. Begleitet sind die Wege oft von idyllischen Bachläufen. Und wer es verwunschen mag, der kann mit dem Hund auch durch das Hiller Moor wandern. Das ist dann allerdings eher etwas für die Ausdauer-Tiere, die gut und gerne auch mal zwei oder drei Stunden am Stück laufen können.

Wird’s richtig warm, dann suchen die Vierbeiner gern Abkühlung im Wasser. Doch Vorsicht: Die Weser ist zwar an vielen Stellen im Uferbereich flach. Doch die zahlreichen Strömungen und Strudel sind nichts für Hunde – und vielfach auch nicht für Menschen. Wer seinen Hund baden lassen will, kann zum Beispiel eine flache Stelle an den stillgelegten Kiesteichen im Bereich Neesen aufsuchen.

Soziale Interaktion ist auf den Hundefreilaufflächen im Mühlenkreis garantiert. Oberstes Gebot: Der Vierbeiner sollte sozial verträglich mit anderen Hunden sein. In Minden an der Weser oder in Hille-Eickhorst, aber auch im nicht ganz so weit entfernten Bünde gibt es Auslaufflächen, die gern von Hundehaltern genutzt werden, um das Haustier mal so richtig auszupowern. Es muss ja nicht immer die freie Natur sein. Übrigens: Auf den Auslaufflächen ist es explizit erwünscht, den Hund ohne Leine laufen zu lassen. Nur so können die Vierbeiner gefahrlos miteinander spielen.

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