"Von Wilhelm zu Widukind": Majestätischer Ausblick in die Geschichte Wittekindsberg für zwei Tage lang in die größte Bühne der Region Von Dorothee Meinhardt Porta Westfalica (mei). Nun ist er angekommen: Der Kaiser schreitet über den roten Teppich die Treppen zum Denkmal hinauf. Die Herren nehmen den Hut ab, die Damen verneigen sich leicht. "Hurra"-Rufe schallen über den Berg und markieren die offizielle Eröffnung der Zeitreise "Von Wilhelm zu Widukind - 1000 Jahre Geschichte zu Fuß". Willkommen im Jahr 1896, als der tatsächliche Kaiser Wilhelm II. am 18. Oktober eigens zur Denkmaleinweihung an die Porta reist. Damit die Inszenierung möglichst authentisch ist, sind Passagen aus den Originalreden ausgesucht und lediglich sprachlich etwas angepasst worden. "Wir sind wie eine lebende Vitrine", sagt Dr. Ullrich Brand-Schwarz. Er spielt den Begleiter des Kaisers und Vertreter des Preußischen Provinziallandtages. Gemeinsam mit seinen Kollegen und den Beteiligten am Wittekindsberg vermittelt er lebendige Geschichte durch die möglichst detailgetreue Nachstellung historischer Ereignisse und des Alltagslebens.Zehn Stationen entlang der eindrucksvollen Denkmäler und Fundorte auf dem Wittekindsberg geben einen Einblick in mehr als 1000 Jahre menschliche Geschichte und können zu Fuß erkundet werden. Neben Kaiser Wilhelm II. ist auch Sachsenherzog Widukind auf dem Berg vertreten. Auf seinem Schimmel bringt er, wie in der Sage überliefert, das Wasser der Wittekindsquelle zum Sprudeln.Am Kammweg lebt das Römerlager auf, dessen Überreste Archäologen in Barkhausen gefunden haben. Drei Zelte sind aufgebaut, über dem Feuer köchelt es. Die Marschpause wird genutzt, um Rüstungen auszubessern und wieder auf Hochglanz zu polieren. Die Vorführungen der Scorpio-Schussanlage, die bis zu drei Bolzen pro Minute abfeuern kann, eröffnen einen Einblick in das Waffenarsenal der Legionen.Entlang der alten Wallanlage geht die Reise noch ein Stück weiter in die Vergangenheit. Hier werden zum Beispiel steinzeitliche Feuer- und Jagdtechniken gezeigt. Auf der Lichtung neben der Margarethenkapelle ist unterschiedliches Handwerk zu bewundern. Ein eisenzeitlicher Schmied zeigt seinen Arbeitsalltag, die Frage, wie man eigentlich Pergament herstellt wird beantwortet. Die an Ort und Stelle hergestellten Holzkohlen aus dem Kohlenmeiler werden geerntet und direkt zum Befeuern des Grills verwendet.Inmitten des handwerklichen Tagesgeschäfts finden Besucher hier einen Platz, um die Eindrücke auf sich wirken zu lassen, dem musikalischen Programm in der Margarethenkapelle zu lauschen oder die nächsten Etappen ihrer Reise durch 1000 Jahre Geschichte zu planen. Lediglich die Anreise mit dem Shuttle-Bus auf den Berg gestaltete sich für Besucher aufgrund der nur alle 30 bis 40 Minuten getakteten Busse schwierig.Weiterer Bericht in der morgigen Ausgabe.Videos und Fotostrecke auf MT-Online

"Von Wilhelm zu Widukind": Majestätischer Ausblick in die Geschichte

Porta Westfalica (mei). Nun ist er angekommen: Der Kaiser schreitet über den roten Teppich die Treppen zum Denkmal hinauf. Die Herren nehmen den Hut ab, die Damen verneigen sich leicht. "Hurra"-Rufe schallen über den Berg und markieren die offizielle Eröffnung der Zeitreise "Von Wilhelm zu Widukind - 1000 Jahre Geschichte zu Fuß".

Zwei Tage Vergangenheit - © PORTA
Zwei Tage Vergangenheit - © PORTA

Willkommen im Jahr 1896, als der tatsächliche Kaiser Wilhelm II. am 18. Oktober eigens zur Denkmaleinweihung an die Porta reist. Damit die Inszenierung möglichst authentisch ist, sind Passagen aus den Originalreden ausgesucht und lediglich sprachlich etwas angepasst worden. "Wir sind wie eine lebende Vitrine", sagt Dr. Ullrich Brand-Schwarz. Er spielt den Begleiter des Kaisers und Vertreter des Preußischen Provinziallandtages. Gemeinsam mit seinen Kollegen und den Beteiligten am Wittekindsberg vermittelt er lebendige Geschichte durch die möglichst detailgetreue Nachstellung historischer Ereignisse und des Alltagslebens.

Kaiser Wilhelm II. und seine Begleiter schreiten bei der Eröffnung des Denkmals die letzten Stufen zur Statue empor. - © Fotos: Alex Lehn
Kaiser Wilhelm II. und seine Begleiter schreiten bei der Eröffnung des Denkmals die letzten Stufen zur Statue empor. - © Fotos: Alex Lehn

Zehn Stationen entlang der eindrucksvollen Denkmäler und Fundorte auf dem Wittekindsberg geben einen Einblick in mehr als 1000 Jahre menschliche Geschichte und können zu Fuß erkundet werden. Neben Kaiser Wilhelm II. ist auch Sachsenherzog Widukind auf dem Berg vertreten. Auf seinem Schimmel bringt er, wie in der Sage überliefert, das Wasser der Wittekindsquelle zum Sprudeln.

Am Kammweg lebt das Römerlager auf, dessen Überreste Archäologen in Barkhausen gefunden haben. Drei Zelte sind aufgebaut, über dem Feuer köchelt es. Die Marschpause wird genutzt, um Rüstungen auszubessern und wieder auf Hochglanz zu polieren. Die Vorführungen der Scorpio-Schussanlage, die bis zu drei Bolzen pro Minute abfeuern kann, eröffnen einen Einblick in das Waffenarsenal der Legionen.

Entlang der alten Wallanlage geht die Reise noch ein Stück weiter in die Vergangenheit. Hier werden zum Beispiel steinzeitliche Feuer- und Jagdtechniken gezeigt. Auf der Lichtung neben der Margarethenkapelle ist unterschiedliches Handwerk zu bewundern. Ein eisenzeitlicher Schmied zeigt seinen Arbeitsalltag, die Frage, wie man eigentlich Pergament herstellt wird beantwortet. Die an Ort und Stelle hergestellten Holzkohlen aus dem Kohlenmeiler werden geerntet und direkt zum Befeuern des Grills verwendet.

Inmitten des handwerklichen Tagesgeschäfts finden Besucher hier einen Platz, um die Eindrücke auf sich wirken zu lassen, dem musikalischen Programm in der Margarethenkapelle zu lauschen oder die nächsten Etappen ihrer Reise durch 1000 Jahre Geschichte zu planen. Lediglich die Anreise mit dem Shuttle-Bus auf den Berg gestaltete sich für Besucher aufgrund der nur alle 30 bis 40 Minuten getakteten Busse schwierig.

Weiterer Bericht in der morgigen Ausgabe.

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