Riesenansturm nach WhatsApp-Aufruf: Gesundheitszentrum sagt Impfaktion am Freitag ab Ursula Koch Minden. Die per Whatsapp für Freitag angekündigte und aufsehenerregende Impfaktion mit Astrazenca im Gesundheitszentrum Kutenhausen ist abgeblasen. „Wir sind alle ganz traurig“, sagt Dr. Michael Kühne. Mit der Einladung über den Messenger-Dienst hätten sie eine Lawine losgetreten, die nicht mehr zu stoppen sei. Jetzt befürchtet der 69-jährige Mediziner, dass er und sein Team den Ansturm nicht beherrschen können. „Dabei wollten wir etwas Gutes tun. Es gibt nichts befriedigenderes, als die Leute zu impfen“, sagt Kühne. Und die Patienten, die geimpft werden, seien ebenfalls dankbar. Die Ankündigung der Impfaktion habe viel Freude bei den Menschen ausgelöst, in der Praxis allerdings auch viel Stress und Ärger. Der befürchtete Ansturm ist ein Grund für die Absage, ein zweiter ist, dass die Kassenärztliche Vereinigung ihm untersagt habe, Patienten anderer Hausärzte zu impfen. Das sei aber auch nie sein Ziel gewesen. Der missglückte Aufruf über die sozialen Medien sei eigentlich nur für die Patienten und Angehörige der zwölf in der Praxis arbeitenden Kassenärzte gedacht gewesen. „Wir haben 110.000 Patienten in unserer Kartei. Im Quartal kommen etwa 10.000 Patienten in unsere Praxis“, erläutert Kühne. Für das reguläre Impfen nach den Priorisierungs-Vorgaben hätten die Mitarbeiter Listen ausgedruckt und die Patienten angerufen, berichtet der Arzt weiter. Den Impfstoff Astrazeneca unters Volk zu bringen, sei allerdings aufgrund der Berichte über Nebenwirkungen nicht ganz einfach. Dafür hätten sich etwa 50 der eigenen Patienten gemeldet, aber hunderte anderer aus ganz Deutschland. Die rund 200 Dosen, die aufgrund der Absage des Sondertermins im Gesundheitszentrum Kutenhausen nicht verimpft werden, gingen zurück an das Impfzentrum. Er habe seine Mitarbeiter angewiesen, die Personen, denen sie die Nachricht der Impfaktion geschickt hatten, persönlich über die Absage zu informieren. Das werde nicht wieder über Whatsapp passieren. „Wir wollen nicht die nächste Lawine lostreten.“ Die Tatsache, dass bereits von Patienten Gesundheitskarten eingelesen worden seien, die nun keine Impfung erhalten werden, nennt Kühne unproblematisch. „Das wird einfach gelöscht. Es ist ja noch keine Leistung erfolgt. Davon wird keine Abrechnung bei der KV auftauchen“, versichert er. 20 Euro pro verabreichter Impfung, die von der KV gezahlt werden, reichten nicht aus, um die Kosten für den ganzen bürokratischen Aufwand zu decken, meint Kühne. Die ganze Aktion habe seiner Praxis eine Menge Papierkram und Arbeit beschert. Trotzdem habe die Aktion innerhalb seines Teams eine große Solidarität erlebt: „Alle wollten mitziehen und Zusatzarbeit leisten.“ Das Impfen in Hausarztpraxen belaste den Arbeitsalltag. Kühne berichtet, dass sie statt einer aktuell drei Telefonistinnen einsetzen: „Trotzdem laufen die Leitungen heiß.“

Riesenansturm nach WhatsApp-Aufruf: Gesundheitszentrum sagt Impfaktion am Freitag ab

Das Gesundheitszentrum Kutenhausen hat die Sonder-Impfaktion mit Astrazeneca abgesagt. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. Die per Whatsapp für Freitag angekündigte und aufsehenerregende Impfaktion mit Astrazenca im Gesundheitszentrum Kutenhausen ist abgeblasen. „Wir sind alle ganz traurig“, sagt Dr. Michael Kühne. Mit der Einladung über den Messenger-Dienst hätten sie eine Lawine losgetreten, die nicht mehr zu stoppen sei. Jetzt befürchtet der 69-jährige Mediziner, dass er und sein Team den Ansturm nicht beherrschen können.

„Dabei wollten wir etwas Gutes tun. Es gibt nichts befriedigenderes, als die Leute zu impfen“, sagt Kühne. Und die Patienten, die geimpft werden, seien ebenfalls dankbar. Die Ankündigung der Impfaktion habe viel Freude bei den Menschen ausgelöst, in der Praxis allerdings auch viel Stress und Ärger.

Der befürchtete Ansturm ist ein Grund für die Absage, ein zweiter ist, dass die Kassenärztliche Vereinigung ihm untersagt habe, Patienten anderer Hausärzte zu impfen. Das sei aber auch nie sein Ziel gewesen. Der missglückte Aufruf über die sozialen Medien sei eigentlich nur für die Patienten und Angehörige der zwölf in der Praxis arbeitenden Kassenärzte gedacht gewesen.


„Wir haben 110.000 Patienten in unserer Kartei. Im Quartal kommen etwa 10.000 Patienten in unsere Praxis“, erläutert Kühne. Für das reguläre Impfen nach den Priorisierungs-Vorgaben hätten die Mitarbeiter Listen ausgedruckt und die Patienten angerufen, berichtet der Arzt weiter.

Den Impfstoff Astrazeneca unters Volk zu bringen, sei allerdings aufgrund der Berichte über Nebenwirkungen nicht ganz einfach. Dafür hätten sich etwa 50 der eigenen Patienten gemeldet, aber hunderte anderer aus ganz Deutschland. Die rund 200 Dosen, die aufgrund der Absage des Sondertermins im Gesundheitszentrum Kutenhausen nicht verimpft werden, gingen zurück an das Impfzentrum. Er habe seine Mitarbeiter angewiesen, die Personen, denen sie die Nachricht der Impfaktion geschickt hatten, persönlich über die Absage zu informieren. Das werde nicht wieder über Whatsapp passieren. „Wir wollen nicht die nächste Lawine lostreten.“

Die Tatsache, dass bereits von Patienten Gesundheitskarten eingelesen worden seien, die nun keine Impfung erhalten werden, nennt Kühne unproblematisch. „Das wird einfach gelöscht. Es ist ja noch keine Leistung erfolgt. Davon wird keine Abrechnung bei der KV auftauchen“, versichert er. 20 Euro pro verabreichter Impfung, die von der KV gezahlt werden, reichten nicht aus, um die Kosten für den ganzen bürokratischen Aufwand zu decken, meint Kühne.

Die ganze Aktion habe seiner Praxis eine Menge Papierkram und Arbeit beschert. Trotzdem habe die Aktion innerhalb seines Teams eine große Solidarität erlebt: „Alle wollten mitziehen und Zusatzarbeit leisten.“ Das Impfen in Hausarztpraxen belaste den Arbeitsalltag. Kühne berichtet, dass sie statt einer aktuell drei Telefonistinnen einsetzen: „Trotzdem laufen die Leitungen heiß.“

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden