Volksbank schließt jede dritte Filiale Von Monika Jäger Minden (mt). „Wir müssen uns und unsere Angebote vom Kunden her sehen“, sagt Peter Scherf, Vorstand der Volksbank Mindener Land. Auf den ersten Blick überraschendes Ergebnis: Das Netz der Filialen in Hille, Petershagen und Porta Westfalica wird weitmaschiger. Aus 34 Standorten werden 22 Geschäftsstellen. Nicht überall sind die Geldautomaten und Geschäftsstellen der Volksbank Mindener Land Frequenzbringer. Die Menschen sind mobiler geworden, und so nutzen sie verstärkt Filialen, die an Durchgangs- oder Ausfallstraßen liegen, oder wo Einzelhandel in der Nähe ist und wo sie zum Einkaufen sowieso hinfahren. Oder sie suchen Hauptgeschäftsstellen auf und nutzen deren komfortables Angebot an mehr Mitarbeitern, mehr Technik oder auch einschätzbaren Öffnungszeiten. Und immer mehr gehen gar nicht mehr zur Bank, sondern wickeln die Geschäfte online ab.„Wir lösen uns jetzt von den einzelnen Ortschaften“, erklärt Jens Kopietz, Bereichsleiter Vertriebsbank; „wir sehen stattdessen aufs Ganze und haben uns gefragt: Wo müssen Standorte sein, um das jeweilige Gebiet optimal zu versorgen.“ Er hat in den vergangenen Monaten mit seinem Team genau überlegt, wie das neue Filialnetz aussehen könnte. Motto: „Keine Salamitaktik, sondern ein ganzheitliches Konzept.“ Jede Geschäftsstelle solle künftig gut erreichbar sein und ein möglichst gutes Angebot für die Kunden vorhalten. Prinzip: zukunftsweisend. „Wir wollen so auf Jahrzehnte hin unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern.“Rund neun Millionen Euro will die Volksbank Mindener Land bis 2017 in Neu- und Umbauten investieren; Personal werde nicht reduziert, betont Scherf: „Das ist kein Kostensenkungsprogramm.“ Durch die Konzentration sollen die Kunden mehr von ihrer Bank haben: Bessere Laufwege (weil sie die Geschäftsstelle direkt an einer Hauptstraße finden), mehr Beratungsqualität durch bessere technische und persönliche Ausstattung, Kunden sollen im Idealfall mit ihrem Berater von „ihrer“ jetzigen Geschäftsstelle zur neuen wechseln. Zudem wird es keine tageweise wechselnden Öffnungszeiten zwischen zwei nahe gelegenen Filialen mehr geben, die sich laut Scherf sowieso nicht jeder Kunde gemerkt hat.Kritik wird es dennoch geben – und die ist , sagt Scherf, erwünscht. Die Mitarbeiter, der Betriebsrat, alle Gremien wie Beirat und Vertreter, sind informiert, und für die ersten Umstrukturierungen soll es noch vor den Sommerferien Gesprächsrunden geben, bei denen auch Multiplikatoren aus dem Umfeld, etwa die Ortsvorsteher, eingeladen werden sollen.Denn dass Bürger in bestimmten Bereichen nicht erfreut sein werden, wenn alteingesessene Bankfilialen schließen – etwa in Holzhausen II oder Haddenhausen -, zusammengelegt werden oder umziehen, ist Scherf klar. Darum sagt er: Das hier sei das Konzept der Bank, aber gute, bessere und andere Ideen sollen bei den Runden vor Ort diskutiert und wenn sinnvoll auch eingearbeitet werden.Zum 30. September sollen dann die ersten Schritte umgesetzt sein: In 2014 sollen die Geschäftststellen Haddenhausen (Schließung), Holzhausen II (Schließung), Südfelde, Stemmer und Friedewalde (Schließung von Südfelde und Stemmer und Zusammenlegung an der Lavelsloher Straße in Friedewalde) angepackt werden.Und was ist mit den Menschen, die nicht so mobil sind? „Zu denen“, sagt Scherf“, kommen die Mitarbeiter dann nach Hause.“ Dieses Angebot gebe es auch jetzt schon. Genutzt werde es allerdings nicht. Bisher.MELDUNG DES BUNDESVERBANDS DEUTSCHER BANKEN:"Auch die Zahl der Filialen von privaten Banken ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Gab es 2003 noch mehr als 16.000 Filialen privater Banken in Deutschland, sind es heute weniger als 10.000. Der Grund liegt zum einen darin, dass es in gerade Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr viele Kreditinstitute mit einem breiten Filialnetz gab.Deshalb werden Filialen - beispielsweise nach Fusionen von Kreditinstituten - geschlossen oder auch zusammengelegt. Zum anderen nutzen die Kunden heute vielfältige Wege für ihre Bankgeschäfte, so dass die klassische Bankfiliale einen Bedeutungswandel vollzogen hat. Den größten Einfluss hat dabei das Internet mit den Möglichkeiten der digitalen Technik: In Deutschland gibt es aktuell mehr als 50 Millionen Online-Konten. Online bzw. auch Mobile Banking ist bequem - die Bankgeschäfte lassen sich inzwischen überall rund um die Uhr erledigen.Nach einer repräsentativen Umfrage des Bankenverbandes erledigt schon fast jeder zweite Deutsche (45 Prozent) seine Bankgeschäfte online. Die Bank-Filiale, der persönliche Kontakt zum Bankberater ist aber vielen Kunden gerade für komplexere Bankgeschäfte - wie zum Beispiel für die Aufnahme eine Immobilienkredites oder für die Anlageberatung - weiterhin wichtig. "

Volksbank schließt jede dritte Filiale

© Foto: Alex Lehn

Minden (mt). „Wir müssen uns und unsere Angebote vom Kunden her sehen“, sagt Peter Scherf, Vorstand der Volksbank Mindener Land. Auf den ersten Blick überraschendes Ergebnis: Das Netz der Filialen in Hille, Petershagen und Porta Westfalica wird weitmaschiger. Aus 34 Standorten werden 22 Geschäftsstellen.

Nicht überall sind die Geldautomaten und Geschäftsstellen der Volksbank Mindener Land Frequenzbringer. Die Menschen sind mobiler geworden, und so nutzen sie verstärkt Filialen, die an Durchgangs- oder Ausfallstraßen liegen, oder wo Einzelhandel in der Nähe ist und wo sie zum Einkaufen sowieso hinfahren. Oder sie suchen Hauptgeschäftsstellen auf und nutzen deren komfortables Angebot an mehr Mitarbeitern, mehr Technik oder auch einschätzbaren Öffnungszeiten. Und immer mehr gehen gar nicht mehr zur Bank, sondern wickeln die Geschäfte online ab.

„Wir lösen uns jetzt von den einzelnen Ortschaften“, erklärt Jens Kopietz, Bereichsleiter Vertriebsbank; „wir sehen stattdessen aufs Ganze und haben uns gefragt: Wo müssen Standorte sein, um das jeweilige Gebiet optimal zu versorgen.“ Er hat in den vergangenen Monaten mit seinem Team genau überlegt, wie das neue Filialnetz aussehen könnte. Motto: „Keine Salamitaktik, sondern ein ganzheitliches Konzept.“ Jede Geschäftsstelle solle künftig gut erreichbar sein und ein möglichst gutes Angebot für die Kunden vorhalten. Prinzip: zukunftsweisend. „Wir wollen so auf Jahrzehnte hin unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern.“

Rund neun Millionen Euro will die Volksbank Mindener Land bis 2017 in Neu- und Umbauten investieren; Personal werde nicht reduziert, betont Scherf: „Das ist kein Kostensenkungsprogramm.“ Durch die Konzentration sollen die Kunden mehr von ihrer Bank haben: Bessere Laufwege (weil sie die Geschäftsstelle direkt an einer Hauptstraße finden), mehr Beratungsqualität durch bessere technische und persönliche Ausstattung, Kunden sollen im Idealfall mit ihrem Berater von „ihrer“ jetzigen Geschäftsstelle zur neuen wechseln. Zudem wird es keine tageweise wechselnden Öffnungszeiten zwischen zwei nahe gelegenen Filialen mehr geben, die sich laut Scherf sowieso nicht jeder Kunde gemerkt hat.

Kritik wird es dennoch geben – und die ist , sagt Scherf, erwünscht. Die Mitarbeiter, der Betriebsrat, alle Gremien wie Beirat und Vertreter, sind informiert, und für die ersten Umstrukturierungen soll es noch vor den Sommerferien Gesprächsrunden geben, bei denen auch Multiplikatoren aus dem Umfeld, etwa die Ortsvorsteher, eingeladen werden sollen.

Denn dass Bürger in bestimmten Bereichen nicht erfreut sein werden, wenn alteingesessene Bankfilialen schließen – etwa in Holzhausen II oder Haddenhausen -, zusammengelegt werden oder umziehen, ist Scherf klar. Darum sagt er: Das hier sei das Konzept der Bank, aber gute, bessere und andere Ideen sollen bei den Runden vor Ort diskutiert und wenn sinnvoll auch eingearbeitet werden.

Zum 30. September sollen dann die ersten Schritte umgesetzt sein: In 2014 sollen die Geschäftststellen Haddenhausen (Schließung), Holzhausen II (Schließung), Südfelde, Stemmer und Friedewalde (Schließung von Südfelde und Stemmer und Zusammenlegung an der Lavelsloher Straße in Friedewalde) angepackt werden.

Und was ist mit den Menschen, die nicht so mobil sind? „Zu denen“, sagt Scherf“, kommen die Mitarbeiter dann nach Hause.“ Dieses Angebot gebe es auch jetzt schon. Genutzt werde es allerdings nicht. Bisher.

MELDUNG DES BUNDESVERBANDS DEUTSCHER BANKEN:

"Auch die Zahl der Filialen von privaten Banken ist in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Gab es 2003 noch mehr als 16.000 Filialen privater Banken in Deutschland, sind es heute weniger als 10.000. Der Grund liegt zum einen darin, dass es in gerade Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sehr viele Kreditinstitute mit einem breiten Filialnetz gab.

Deshalb werden Filialen - beispielsweise nach Fusionen von Kreditinstituten - geschlossen oder auch zusammengelegt. Zum anderen nutzen die Kunden heute vielfältige Wege für ihre Bankgeschäfte, so dass die klassische Bankfiliale einen Bedeutungswandel vollzogen hat. Den größten Einfluss hat dabei das Internet mit den Möglichkeiten der digitalen Technik: In Deutschland gibt es aktuell mehr als 50 Millionen Online-Konten. Online bzw. auch Mobile Banking ist bequem - die Bankgeschäfte lassen sich inzwischen überall rund um die Uhr erledigen.

Nach einer repräsentativen Umfrage des Bankenverbandes erledigt schon fast jeder zweite Deutsche (45 Prozent) seine Bankgeschäfte online. Die Bank-Filiale, der persönliche Kontakt zum Bankberater ist aber vielen Kunden gerade für komplexere Bankgeschäfte - wie zum Beispiel für die Aufnahme eine Immobilienkredites oder für die Anlageberatung - weiterhin wichtig. "

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