Verzicht ohne Entzugserscheinungen: Kaffee begleitet den MT-Redakteur seit frühester Jugend durch den Tag Jürgen Langenkämper Minden. Die ersten Tage ohne Kaffee – ich war auf das Schlimmste gefasst. Entzugserscheinungen, Zittern, Unruhe, Kopfschmerzen, Fahrigkeit, Schläfrigkeit und so etwas wie körperliche Schmerzen – und ... nichts! Am meisten beschäftigte mich die notwendige Reinigung des Kaffeeautomaten. Es geht mir gut, aber das ist fast auch schon alles. Denn es geht mir auch nicht besser. Und das hatte ich erwartet, erhofft zumindest. Ich kann nicht besser schlafen – aber auch nicht schlechter, leider auch nicht eher. Und am Morgen bin ich nicht früher fit als sonst. Aber erstaunlicherweise macht es meinem Körper offenbar noch nicht allzu viel aus, wenn ich ihm nicht gleich nach dem Aufstehen von Hand – im guten alten Melitta-Porzellanfilter – eine Tasse Bohnenkaffee brühe, um den Blutdruck aus dem Keller zu holen. Auch am Nachmittag setzte nicht der berüchtigte Kaffeedurst, dann in Form von mehreren Tassen Café Crema, ein. Und selbst am späten Nachmittag, wenn ich oft einen Tiefpunkt habe, bei dem ich beim Lesen in Büchern gern mal sanft einschlafe, kam bislang nichts – aber vielleicht ist das ja schon ein kleiner Unterschied. Dass mir der Ausstieg aus dem Kaffeekonsum non stop wenigstens in den ersten Tagen so leicht zu gelingen scheint, überrascht mich. Vielleicht liegt es am Homeoffice – raus aus den Gewohnheiten des Redaktionsalltags. Zu Hause gibt es aber auch ein breites Getränkeangebot als Alternative zur Alltagsdroge Kaffee. Softdrinks gehören für mich nicht dazu und Alkohol auch nicht (eine Kiste Bier stand seit einem Geburtstag ein halbes Jahr rum, und dann kam keiner mehr zu Besuch. Ich habe die letzten Flaschen nur getrunken, weil ich das Pfandgeld wiederhaben wollte. Also Leitungswasser und Tee, aber kein schwarzer oder grüner Tee wegen des Koffeins – darauf haben meine lieben Kolleg*innen bestanden. Inzwischen habe ich fast alle Sorten in unserem Haushalt durch: Pfefferminz, Kamille, Hagebutte, sogar Fenchel und Bronchial. Nur an „Träum schön“ habe ich mich noch nicht rangewagt. Ich muss beim Wochenendeinkauf mal schauen, was es sonst noch so gibt in der Welt der Früchtetees. Hoffentlich hat Tee in Massen statt in Maßen nicht üble Nebenwirkungen. Hauptsache, es gibt in den nächsten Wochen keine Rückrufaktionen für irgendwelche gifthaltigen Teebeutel. Sonst werde ich als Kaffeeliebhaber rückfällig.

Verzicht ohne Entzugserscheinungen: Kaffee begleitet den MT-Redakteur seit frühester Jugend durch den Tag

Die Tasse bleibt leer – sonst bleibt aber eigentlich alles wie vorher. Foto: Imago Images © imago/Panthermedia

Minden. Die ersten Tage ohne Kaffee – ich war auf das Schlimmste gefasst. Entzugserscheinungen, Zittern, Unruhe, Kopfschmerzen, Fahrigkeit, Schläfrigkeit und so etwas wie körperliche Schmerzen – und ... nichts! Am meisten beschäftigte mich die notwendige Reinigung des Kaffeeautomaten.

Es geht mir gut, aber das ist fast auch schon alles. Denn es geht mir auch nicht besser. Und das hatte ich erwartet, erhofft zumindest.

Ich kann nicht besser schlafen – aber auch nicht schlechter, leider auch nicht eher. Und am Morgen bin ich nicht früher fit als sonst. Aber erstaunlicherweise macht es meinem Körper offenbar noch nicht allzu viel aus, wenn ich ihm nicht gleich nach dem Aufstehen von Hand – im guten alten Melitta-Porzellanfilter – eine Tasse Bohnenkaffee brühe, um den Blutdruck aus dem Keller zu holen.

Auch am Nachmittag setzte nicht der berüchtigte Kaffeedurst, dann in Form von mehreren Tassen Café Crema, ein. Und selbst am späten Nachmittag, wenn ich oft einen Tiefpunkt habe, bei dem ich beim Lesen in Büchern gern mal sanft einschlafe, kam bislang nichts – aber vielleicht ist das ja schon ein kleiner Unterschied.

Dass mir der Ausstieg aus dem Kaffeekonsum non stop wenigstens in den ersten Tagen so leicht zu gelingen scheint, überrascht mich. Vielleicht liegt es am Homeoffice – raus aus den Gewohnheiten des Redaktionsalltags.

Zu Hause gibt es aber auch ein breites Getränkeangebot als Alternative zur Alltagsdroge Kaffee. Softdrinks gehören für mich nicht dazu und Alkohol auch nicht (eine Kiste Bier stand seit einem Geburtstag ein halbes Jahr rum, und dann kam keiner mehr zu Besuch. Ich habe die letzten Flaschen nur getrunken, weil ich das Pfandgeld wiederhaben wollte. Also Leitungswasser und Tee, aber kein schwarzer oder grüner Tee wegen des Koffeins – darauf haben meine lieben Kolleg*innen bestanden.

Inzwischen habe ich fast alle Sorten in unserem Haushalt durch: Pfefferminz, Kamille, Hagebutte, sogar Fenchel und Bronchial. Nur an „Träum schön“ habe ich mich noch nicht rangewagt. Ich muss beim Wochenendeinkauf mal schauen, was es sonst noch so gibt in der Welt der Früchtetees.

Hoffentlich hat Tee in Massen statt in Maßen nicht üble Nebenwirkungen. Hauptsache, es gibt in den nächsten Wochen keine Rückrufaktionen für irgendwelche gifthaltigen Teebeutel. Sonst werde ich als Kaffeeliebhaber rückfällig.

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