Vertrautes Terrain - Jörg Meder, der neue Leiter der Musikschule, kennt Minden von früheren Konzertauftritten Ursula Koch Minden. Zwar ist Jörg Meder erst in diesem Jahr nach Minden gezogen, unbekannt ist die Stadt für den neuen Leiter der Musikschule, die unter MusikMinden firmiert, allerdings nicht. Mit seinem Stellvertreter Andreas Neuhaus hat er schon Konzerte in Wuppertal gespielt, mit der Flötistin Wiebke Müller ist er aufgetreten und mit Joachim Haling, der bei Rainer Winkel im Westfälischen Kammerchor gesungen hat, hat er zusammen in Hannover studiert. Der Spezialist für Streichbassinstrumente ist im Taunus geboren. Er studierte in Frankfurt Theaterpädagogik, danach Viola da gamba an den Musikhochschulen in Hannover und Hamburg. Der heute 54-Jährige ist ein Spezialist für Alte Musik, er gründete das Ensembles United Continuo Service und trat mit verschiedenen Orchestern auf. Konzerttourneen führten ihn bis in die USA und nach Mexiko. „Nach den vielen Reisen als Musiker möchte ich kontinuierlich an einer festen Institution in der kulturellen Bildung arbeiten“, sagt Meder auf die Frage, was ihn daran gereizt habe, die Musikschule zu übernehmen. Er wolle kreativer arbeiten, als einfach nur ein Instrument zu unterrichten und mit dem Team neue Unterrichtsformen entwickeln. „Ich habe in Minden einen hervorragenden Ort gefunden“, sagt Meder, der zuletzt als Dozent an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig tätig war. Die Musikschule sei breit aufgestellt. Er selber wird nicht nur die Geschäfte der Musikschule führen, sondern auch unterrichten. Die Ensemble- und Bandarbeit möchte er ausbauen, ein Musikschul-Orchester aufbauen. Wie sein Mindener Vorgänger Jürgen Morche bringt er Theatererfahrung mit. Nach dem Studium hatte er unter anderem mit Christoph Marthaler am Schauspielhaus Stuttgart gearbeitet. „Ihn zu erleben war etwas Besonderes. Er hat eine sehr freie Art Inszenierungen anzugehen“, erinnert sich Meder. Dazu sei er im Umgang sehr positiv und freundlich. An der Staatsoper Stuttgart leitete Meder unter anderem Workshops für Oper und Musiktheater. Diese Erfahrungen möchte er auch in seine Arbeit in Minden einbeziehen. Eine Kooperation mit dem Stadttheater sei im Gespräch. Er möchte mit einer Brennpunktschule Musiktheater machen. „Darin sehe ich großes Potenzial, um die Musikschule weiter zu entwickeln.“ Ein weiteres Feld ist für ihn das Audio-Recording. Er möchte Schüler dazu anregen, Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln und ihnen beibringen, wie man sich auf der Bühne bewegt und mit Aufregung umgeht. Sein großes langfristiges Ziel ist der Aufbau eines regelmäßigen Austausches mit Partnern in Griechenland. „Das ist ein Herzensprojekt“, sagt der 54-Jährige, der Mitte der 90er-Jahre ein Jahr lang am Kodaly-Conservatory in Athen unterrichtet hat und weitere zwei Jahre an der Ionian-University auf Corfu. Jetzt plant er einen Austausch mit einer Musikschule in der Nähe von Thessaloniki. Dort gebe es neben der musikalischen Arbeit tolle Freizeitmöglichkeiten und ein kleines, selbst gebautes Amphitheater. Der Austausch sei eine gute Gelegenheit um die belastete Vergangenheit zwischen Griechenland und Deutschland aus dem Zweiten Weltkrieg aufzuarbeiten. 25 junge Musiker aus Minden sollen mit 25 griechischen Jugendlichen musizieren. Dafür habe er Anträge auf finanzielle Unterstützung gestellt. Er wohnt im Marienglacis. „Das ist ein wunderbarer Arbeitsweg mit dem Fahrrad“, schwärmt Meder. Die Stadt sei überschaubar, biete aber trotzdem immer wieder Neues. Er schätzt die Lage am Fluss. „Auf das fließende Wasser zu schauen bringt Entspannung“, sagt er.

Vertrautes Terrain - Jörg Meder, der neue Leiter der Musikschule, kennt Minden von früheren Konzertauftritten

Jörg Meder leitet seit Juli die Musikschule Minden. Foto: pr

Minden. Zwar ist Jörg Meder erst in diesem Jahr nach Minden gezogen, unbekannt ist die Stadt für den neuen Leiter der Musikschule, die unter MusikMinden firmiert, allerdings nicht. Mit seinem Stellvertreter Andreas Neuhaus hat er schon Konzerte in Wuppertal gespielt, mit der Flötistin Wiebke Müller ist er aufgetreten und mit Joachim Haling, der bei Rainer Winkel im Westfälischen Kammerchor gesungen hat, hat er zusammen in Hannover studiert.

Der Spezialist für Streichbassinstrumente ist im Taunus geboren. Er studierte in Frankfurt Theaterpädagogik, danach Viola da gamba an den Musikhochschulen in Hannover und Hamburg. Der heute 54-Jährige ist ein Spezialist für Alte Musik, er gründete das Ensembles United Continuo Service und trat mit verschiedenen Orchestern auf. Konzerttourneen führten ihn bis in die USA und nach Mexiko.

„Nach den vielen Reisen als Musiker möchte ich kontinuierlich an einer festen Institution in der kulturellen Bildung arbeiten“, sagt Meder auf die Frage, was ihn daran gereizt habe, die Musikschule zu übernehmen. Er wolle kreativer arbeiten, als einfach nur ein Instrument zu unterrichten und mit dem Team neue Unterrichtsformen entwickeln. „Ich habe in Minden einen hervorragenden Ort gefunden“, sagt Meder, der zuletzt als Dozent an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig tätig war. Die Musikschule sei breit aufgestellt. Er selber wird nicht nur die Geschäfte der Musikschule führen, sondern auch unterrichten. Die Ensemble- und Bandarbeit möchte er ausbauen, ein Musikschul-Orchester aufbauen.

Malina Reckordt

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Wie sein Mindener Vorgänger Jürgen Morche bringt er Theatererfahrung mit. Nach dem Studium hatte er unter anderem mit Christoph Marthaler am Schauspielhaus Stuttgart gearbeitet. „Ihn zu erleben war etwas Besonderes. Er hat eine sehr freie Art Inszenierungen anzugehen“, erinnert sich Meder. Dazu sei er im Umgang sehr positiv und freundlich. An der Staatsoper Stuttgart leitete Meder unter anderem Workshops für Oper und Musiktheater. Diese Erfahrungen möchte er auch in seine Arbeit in Minden einbeziehen. Eine Kooperation mit dem Stadttheater sei im Gespräch. Er möchte mit einer Brennpunktschule Musiktheater machen. „Darin sehe ich großes Potenzial, um die Musikschule weiter zu entwickeln.“

Ein weiteres Feld ist für ihn das Audio-Recording. Er möchte Schüler dazu anregen, Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln und ihnen beibringen, wie man sich auf der Bühne bewegt und mit Aufregung umgeht. Sein großes langfristiges Ziel ist der Aufbau eines regelmäßigen Austausches mit Partnern in Griechenland. „Das ist ein Herzensprojekt“, sagt der 54-Jährige, der Mitte der 90er-Jahre ein Jahr lang am Kodaly-Conservatory in Athen unterrichtet hat und weitere zwei Jahre an der Ionian-University auf Corfu. Jetzt plant er einen Austausch mit einer Musikschule in der Nähe von Thessaloniki. Dort gebe es neben der musikalischen Arbeit tolle Freizeitmöglichkeiten und ein kleines, selbst gebautes Amphitheater. Der Austausch sei eine gute Gelegenheit um die belastete Vergangenheit zwischen Griechenland und Deutschland aus dem Zweiten Weltkrieg aufzuarbeiten. 25 junge Musiker aus Minden sollen mit 25 griechischen Jugendlichen musizieren. Dafür habe er Anträge auf finanzielle Unterstützung gestellt.

Er wohnt im Marienglacis. „Das ist ein wunderbarer Arbeitsweg mit dem Fahrrad“, schwärmt Meder. Die Stadt sei überschaubar, biete aber trotzdem immer wieder Neues. Er schätzt die Lage am Fluss. „Auf das fließende Wasser zu schauen bringt Entspannung“, sagt er.

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