Verkehrschaos an der Grundschule Kutenhausen - Elterntaxis treffen auf Rettungswagen Anja Peper,Kirsten Elschner Minden. Verkehrsprobleme an der Grundschule Kutenhausen: Eltern finden, dass hier zu viele Autos zu schnell unterwegs sind. „Gerade in den Morgenstunden, bei schlechtem Wetter, Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen sehen wir im Bereich der Straßenquerung zur Grundschule ein erhebliches Gefährdungspotenzial“, schreibt Dr. Peter Maria Gromotka an die Stadtverwaltung Minden. Er hat als Vater eine Unterschriftensammlung an der Schule organisiert, um den Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung zu untermauern. Aber eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht: Schräg gegenüber der Schule liegt das Feuerwehrgerätehaus – und die Rettungswagen sollen auf der Hauptverkehrsstraße nicht behindert werden. Außerdem entstehen Verkehrsprobleme rund um Schulen auch durch ankommende und abfahrende „Elterntaxis“. Das Thema wird schon lange kontrovers diskutiert. Seit Ende 2014 ist die Fahrbahn auf Höhe der Bushaltestelle eingeengt, um das sichere Aussteigen aus den Bussen zu gewährleisten. Auf der schmaleren Spur können Fahrzeuge den haltenden Bus nicht überholen und müssen während des Aussteigens der Kinder hinter dem Bus warten. Dr. Gromotka zufolge reicht das nicht aus. Die verengte Fahrbahn wirke sich nur unmittelbar auf den Bereich der Haltestelle aus, nicht jedoch auf die übrigen Bereiche an der Straße, an denen die Kinder die Straße zur Schule überquerten. In dem Schreiben an den Bürgermeister fordert er gemeinsam mit den Unterzeichnern eine sichere Querung der Straße – entweder durch einen Zebrastreifen, eine Fußgängerampel, Temposchwellen oder Aufpflasterung, um die Autofahrer zu bremsen. „Viele Autofahrer halten sich nicht an das Tempolimit“, so Dr. Gromotka. So habe er schon mehrere „Beinahe-Unfälle“ beobachtet. Vor allem im täglichen Berufsverkehr sei die Straße stark befahren, auch Trecker und Pflüge seien dort unterwegs. „Auf jeden Fall“, heißt es abschließend im Antrag, „sind wir der Auffassung, dass hier dringend etwas passieren muss, bevor es zu einem Personenschaden kommt.“ Doch eine einfache und schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Denn schräg gegenüber der Schule liegt das Feuerwehrgerätehaus. Der ehemalige Feuerwehrchef Heino Nordmeyer – seit Beginn dieses Monats im Ruhestand – hat sich schon vor Jahren gegen eine weitere Verkehrsberuhigung an der Kutenhauser Dorfstraße ausgesprochen. Gerade Aufpflasterungen seien für Rettungswagen ein Problem, denn Patienten sollen nicht nur möglichst schnell, sondern auch schonend transportiert werden können. Inzwischen haben zwar viele Rettungswagen eine „Schwingtischfunktion“, aber die ist vor allem dafür gedacht, Erschütterungen durch Straßenschäden abzumildern. Aufpflasterungen kommen also aus Sicht der Feuerwehr nicht in Frage, schon gar nicht auf einer Hauptverkehrsstraße. Auch Zebrastreifen bieten gerade für Kinder oft nur eine trügerische Sicherheit. Ob eine Fußgängerampel in Frage kommt, werde geprüft. Wie so oft bei Verkehrsproblemen treffen auch hier unterschiedliche Interessen auf engem Raum aufeinander. Vor der Grundschule Kutenhausen wird auch ein Problem deutlich, das Schulen deutschlandweit beschäftigt: die so genannten Elterntaxis. Laut ADAC macht deren wachsende Zahl die Situation für alle Kinder gefährlicher. Wie sich die Lage an einem normalen Schultag darstellt, hat Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz bei der Stadt Minden, mit Fotos dokumentiert. Darauf zeigt sich: Viele Eltern parken oder halten im absoluten Halteverbot vor dem Feuerwehrgerätehaus und lassen ihre Kinder dort aussteigen. Dabei sollten die Anfahrtswege von Rettungskräften unbedingt frei gehalten werden – und das rund um die Uhr. Andere Eltern parken legal in der Seitenstraße Zum Diek. Von dort aus geht es über den hinteren Eingang zum Schulgelände. Ein Überqueren der Kutenhauser Dorfstraße ist so nicht erforderlich. Neben dem Problem der Elterntaxis steht noch eine weitere Frage ungelöst im Raum: Wo soll das neue Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppen Todtenhausen und Kutenhausen stehen? Das ist ein großes Thema für die zwei Löschgruppen – und schon fast so alt wie die Planungen für die „Feuerwehr 2020“. Mit diesem Konzept wurden vor rund zehn Jahren Ziele gesetzt, um die Feuerwehr für die Zukunft besser aufzustellen.

Verkehrschaos an der Grundschule Kutenhausen - Elterntaxis treffen auf Rettungswagen

Seit 2014 ist die Fahrbahn auf Höhe der Bushaltestelle eingeengt, um das sichere Aussteigen aus den Bussen zu gewährleisten. Autos können den haltenden Bus nicht mehr überholen. Foto: Stadt Minden © Stadt Minden

Minden. Verkehrsprobleme an der Grundschule Kutenhausen: Eltern finden, dass hier zu viele Autos zu schnell unterwegs sind. „Gerade in den Morgenstunden, bei schlechtem Wetter, Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen sehen wir im Bereich der Straßenquerung zur Grundschule ein erhebliches Gefährdungspotenzial“, schreibt Dr. Peter Maria Gromotka an die Stadtverwaltung Minden. Er hat als Vater eine Unterschriftensammlung an der Schule organisiert, um den Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung zu untermauern. Aber eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht: Schräg gegenüber der Schule liegt das Feuerwehrgerätehaus – und die Rettungswagen sollen auf der Hauptverkehrsstraße nicht behindert werden. Außerdem entstehen Verkehrsprobleme rund um Schulen auch durch ankommende und abfahrende „Elterntaxis“.

Das Thema wird schon lange kontrovers diskutiert. Seit Ende 2014 ist die Fahrbahn auf Höhe der Bushaltestelle eingeengt, um das sichere Aussteigen aus den Bussen zu gewährleisten. Auf der schmaleren Spur können Fahrzeuge den haltenden Bus nicht überholen und müssen während des Aussteigens der Kinder hinter dem Bus warten. Dr. Gromotka zufolge reicht das nicht aus. Die verengte Fahrbahn wirke sich nur unmittelbar auf den Bereich der Haltestelle aus, nicht jedoch auf die übrigen Bereiche an der Straße, an denen die Kinder die Straße zur Schule überquerten. In dem Schreiben an den Bürgermeister fordert er gemeinsam mit den Unterzeichnern eine sichere Querung der Straße – entweder durch einen Zebrastreifen, eine Fußgängerampel, Temposchwellen oder Aufpflasterung, um die Autofahrer zu bremsen.

„Viele Autofahrer halten sich nicht an das Tempolimit“, so Dr. Gromotka. So habe er schon mehrere „Beinahe-Unfälle“ beobachtet. Vor allem im täglichen Berufsverkehr sei die Straße stark befahren, auch Trecker und Pflüge seien dort unterwegs. „Auf jeden Fall“, heißt es abschließend im Antrag, „sind wir der Auffassung, dass hier dringend etwas passieren muss, bevor es zu einem Personenschaden kommt.“


Doch eine einfache und schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Denn schräg gegenüber der Schule liegt das Feuerwehrgerätehaus. Der ehemalige Feuerwehrchef Heino Nordmeyer – seit Beginn dieses Monats im Ruhestand – hat sich schon vor Jahren gegen eine weitere Verkehrsberuhigung an der Kutenhauser Dorfstraße ausgesprochen. Gerade Aufpflasterungen seien für Rettungswagen ein Problem, denn Patienten sollen nicht nur möglichst schnell, sondern auch schonend transportiert werden können. Inzwischen haben zwar viele Rettungswagen eine „Schwingtischfunktion“, aber die ist vor allem dafür gedacht, Erschütterungen durch Straßenschäden abzumildern. Aufpflasterungen kommen also aus Sicht der Feuerwehr nicht in Frage, schon gar nicht auf einer Hauptverkehrsstraße. Auch Zebrastreifen bieten gerade für Kinder oft nur eine trügerische Sicherheit. Ob eine Fußgängerampel in Frage kommt, werde geprüft.

Wie so oft bei Verkehrsproblemen treffen auch hier unterschiedliche Interessen auf engem Raum aufeinander. Vor der Grundschule Kutenhausen wird auch ein Problem deutlich, das Schulen deutschlandweit beschäftigt: die so genannten Elterntaxis. Laut ADAC macht deren wachsende Zahl die Situation für alle Kinder gefährlicher. Wie sich die Lage an einem normalen Schultag darstellt, hat Lars Bursian, Beigeordneter für Städtebau und Feuerschutz bei der Stadt Minden, mit Fotos dokumentiert. Darauf zeigt sich: Viele Eltern parken oder halten im absoluten Halteverbot vor dem Feuerwehrgerätehaus und lassen ihre Kinder dort aussteigen. Dabei sollten die Anfahrtswege von Rettungskräften unbedingt frei gehalten werden – und das rund um die Uhr. Andere Eltern parken legal in der Seitenstraße Zum Diek. Von dort aus geht es über den hinteren Eingang zum Schulgelände. Ein Überqueren der Kutenhauser Dorfstraße ist so nicht erforderlich.

Neben dem Problem der Elterntaxis steht noch eine weitere Frage ungelöst im Raum: Wo soll das neue Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppen Todtenhausen und Kutenhausen stehen? Das ist ein großes Thema für die zwei Löschgruppen – und schon fast so alt wie die Planungen für die „Feuerwehr 2020“. Mit diesem Konzept wurden vor rund zehn Jahren Ziele gesetzt, um die Feuerwehr für die Zukunft besser aufzustellen.

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