Verein sammelt Spenden für soziale Einrichtungen: Die Sterntaler aus Minden Jan Henning Rogge Minden. So wie im Märchen „Die Sterntaler“ der Gebrüder Grimm geht es im Leben leider selten zu. Jemand, der etwas gibt, bekommt auch etwas zurück: Diese Erfahrung haben Giesela Rohlfing und Annette Miede-Bredemeier nun schon häufiger gemacht. Vor rund fünf Jahren haben sie gemeinsam mit Freunden den Verein „Sterntaler – Bürger helfen Bürgern“ gegründet. Seitdem haben sie verschiedene Einrichtungen und Vereine unterstützt, darunter Senioreneinrichtungen, das Frauenhaus, Einrichtungen für Obdachlose und nun die Mindener Tafel. Das Prinzip ist simpel: Der Verein sammelt Geld, zum einen über Mitgliedsbeiträge, zum anderen bei Aktionen. „Manchmal gibt es aber auch gute Seelen, die uns einfach so etwas spenden“, sagt die Vereinsvorsitzende Gisela Rohlfing. Dann entscheiden die Mitglieder gemeinsam, wen oder was sie fördern. „Hauptsächlich wollen wir ältere Menschen helfen, im letzten Jahr haben wir aber auch das Jugendhaus Alte Schmiede unterstützt.“ Meist sind es dann konkrete Projekte, für die das Geld benötigt wird: Eine Industriewaschmaschine und ein Trockner für die Wärmestube oder ein Ergo-Trainingsgerät für ein Seniorenheim zum Beispiel. Der Verein kauft dann aber nicht selbst die benötigten Dinge sondern stellt der Einrichtung das Geld zur Verfügung. Um die Mittel aufzutreiben haben die Vereinsmitglieder inzwischen verschiedene Aktionen ausprobiert. Besonders erfolgreich war ein Second-Hand-Basar im Vereinsheim des Kleingartenvereins an der Johansenstraße im vergangenen Jahr. „Insgesamt konnten wir durch Corona weniger Veranstaltungen machen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Annette Miede-Bredemeier. Umso mehr freuen sich beide, dass wenigstens diese Veranstaltung ein voller Erfolg war – erfolgreicher sogar als viele, die sie zuvor durchgeführt haben, darunter zum Beispiel amerikanische Versteigerungen. Verkauft wurden beim Basar Kleidung, Schuhe, Taschen und Gemälde, die von den Vereinsmitgliedern und Freunden gesammelt wurden. Überhaupt ist Freundschaft ein wichtiges Thema: Gegründet hatte sich der Verein aus einem Freundeskreis. Damals war eine Person aus dem Umfeld der Gründungsmitglieder in finanzielle Not geraten. Die Freunde halfen unbürokratisch – und bemerkten, wie viel Freude es bereiten kann, anderen Menschen zu helfen. Sie gründeten den Verein und aus sieben Gründungsmitgliedern sind inzwischen 23 Vereinsmitglieder geworden und gerne würde der Verein weiter wachsen. „Wir freuen uns über jeden, der beitritt oder uns finanziell unterstützt“, sagt Rohlfing. Beim klassische Charity-Klischee winken die beiden Frauen ab – ihnen geht es darum, das Vereinsmotto „Bürger helfen Bürger“ mit Leben zu füllen. „Wenn wir uns in einem Lokal treffen würden, alle mit einem schicken Essen, um dann dort bei einer Versammlung Geld zu sammeln, können wir das Geld dafür auch direkt spenden“, sagt die Vereinsvorsitzende. Stattdessen wollen sie auch in diesem Jahr wieder auf den Basar setzen. „Das war eine ganz entspannte schöne Situation, zu der auch viele Menschen gekommen sind, die einfach nur dort vorbeigekommen sind“, sagt Miede-Bredemeier. Nicht zuletzt wegen des Erfolges wollen sie auch in diesem Jahr wieder auf einen solchen Basar setzen – wenn es die Corona-Pandemie zulässt. Ein erstes Hilfsprojekt für 2022 steht schon fest: In den nächsten Tagen erhält die Mindener Tafel 3000 Euro. „Die werden uns sehr helfen“, sagt Jan-Dirk Lücke, erster Vorsitzender des Vereins, der hilfsbedürftige Menschen mit gespendeten Lebensmitteln versorgt. „Wie viele andere haben wir durch die gestiegenen Energiekosten gerade höhere Ausgaben im laufenden Betrieb.“Wer Kontakt zum Verein sucht, findet die Gruppe im Internet unter Sterntaler-Minden.de. Derzeit wird die Seite überarbeitet, die Kontaktdaten sind aber aktuell. Was das Jahr nun bringt, lassen die beiden Frauen aber erstmal auf sich zukommen. Klar ist: Sie wollen weiter helfen – denn ganz so, wie es dem Weisenkind im Grimmschen Märchen ergeht, bekommen auch sie viel zurück. „Die Dankbarkeit ist rührend“, sagt Rohlfing. Und: „Es gibt so viele Leute, die Hilfe brauchen – und wir können das mit kleinem Aufwand machen. Und es gibt so viele Leute, die Hilfsbereit sind, wenn man sie anspricht.“

Verein sammelt Spenden für soziale Einrichtungen: Die Sterntaler aus Minden

Annette Miede-Bredemeier (links) und Gisela Rohlfing engagieren sich mit dem Verein „Sterntaler“ überwiegend für ältere Menschen. MT-Foto: Jan Henning Rogge

Minden. So wie im Märchen „Die Sterntaler“ der Gebrüder Grimm geht es im Leben leider selten zu. Jemand, der etwas gibt, bekommt auch etwas zurück: Diese Erfahrung haben Giesela Rohlfing und Annette Miede-Bredemeier nun schon häufiger gemacht. Vor rund fünf Jahren haben sie gemeinsam mit Freunden den Verein „Sterntaler – Bürger helfen Bürgern“ gegründet. Seitdem haben sie verschiedene Einrichtungen und Vereine unterstützt, darunter Senioreneinrichtungen, das Frauenhaus, Einrichtungen für Obdachlose und nun die Mindener Tafel.

Das Prinzip ist simpel: Der Verein sammelt Geld, zum einen über Mitgliedsbeiträge, zum anderen bei Aktionen. „Manchmal gibt es aber auch gute Seelen, die uns einfach so etwas spenden“, sagt die Vereinsvorsitzende Gisela Rohlfing. Dann entscheiden die Mitglieder gemeinsam, wen oder was sie fördern. „Hauptsächlich wollen wir ältere Menschen helfen, im letzten Jahr haben wir aber auch das Jugendhaus Alte Schmiede unterstützt.“ Meist sind es dann konkrete Projekte, für die das Geld benötigt wird: Eine Industriewaschmaschine und ein Trockner für die Wärmestube oder ein Ergo-Trainingsgerät für ein Seniorenheim zum Beispiel. Der Verein kauft dann aber nicht selbst die benötigten Dinge sondern stellt der Einrichtung das Geld zur Verfügung.

Um die Mittel aufzutreiben haben die Vereinsmitglieder inzwischen verschiedene Aktionen ausprobiert. Besonders erfolgreich war ein Second-Hand-Basar im Vereinsheim des Kleingartenvereins an der Johansenstraße im vergangenen Jahr. „Insgesamt konnten wir durch Corona weniger Veranstaltungen machen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Annette Miede-Bredemeier. Umso mehr freuen sich beide, dass wenigstens diese Veranstaltung ein voller Erfolg war – erfolgreicher sogar als viele, die sie zuvor durchgeführt haben, darunter zum Beispiel amerikanische Versteigerungen.

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Patrick Schwemmling

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Verkauft wurden beim Basar Kleidung, Schuhe, Taschen und Gemälde, die von den Vereinsmitgliedern und Freunden gesammelt wurden. Überhaupt ist Freundschaft ein wichtiges Thema: Gegründet hatte sich der Verein aus einem Freundeskreis. Damals war eine Person aus dem Umfeld der Gründungsmitglieder in finanzielle Not geraten. Die Freunde halfen unbürokratisch – und bemerkten, wie viel Freude es bereiten kann, anderen Menschen zu helfen. Sie gründeten den Verein und aus sieben Gründungsmitgliedern sind inzwischen 23 Vereinsmitglieder geworden und gerne würde der Verein weiter wachsen. „Wir freuen uns über jeden, der beitritt oder uns finanziell unterstützt“, sagt Rohlfing.

Beim klassische Charity-Klischee winken die beiden Frauen ab – ihnen geht es darum, das Vereinsmotto „Bürger helfen Bürger“ mit Leben zu füllen. „Wenn wir uns in einem Lokal treffen würden, alle mit einem schicken Essen, um dann dort bei einer Versammlung Geld zu sammeln, können wir das Geld dafür auch direkt spenden“, sagt die Vereinsvorsitzende. Stattdessen wollen sie auch in diesem Jahr wieder auf den Basar setzen. „Das war eine ganz entspannte schöne Situation, zu der auch viele Menschen gekommen sind, die einfach nur dort vorbeigekommen sind“, sagt Miede-Bredemeier. Nicht zuletzt wegen des Erfolges wollen sie auch in diesem Jahr wieder auf einen solchen Basar setzen – wenn es die Corona-Pandemie zulässt.

Ein erstes Hilfsprojekt für 2022 steht schon fest: In den nächsten Tagen erhält die Mindener Tafel 3000 Euro. „Die werden uns sehr helfen“, sagt Jan-Dirk Lücke, erster Vorsitzender des Vereins, der hilfsbedürftige Menschen mit gespendeten Lebensmitteln versorgt. „Wie viele andere haben wir durch die gestiegenen Energiekosten gerade höhere Ausgaben im laufenden Betrieb.“

Wer Kontakt zum Verein sucht, findet die Gruppe im Internet unter Sterntaler-Minden.de. Derzeit wird die Seite überarbeitet, die Kontaktdaten sind aber aktuell. Was das Jahr nun bringt, lassen die beiden Frauen aber erstmal auf sich zukommen. Klar ist: Sie wollen weiter helfen – denn ganz so, wie es dem Weisenkind im Grimmschen Märchen ergeht, bekommen auch sie viel zurück. „Die Dankbarkeit ist rührend“, sagt Rohlfing. Und: „Es gibt so viele Leute, die Hilfe brauchen – und wir können das mit kleinem Aufwand machen. Und es gibt so viele Leute, die Hilfsbereit sind, wenn man sie anspricht.“

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