Unterricht mit kleinen Päckchen: So lernen Grundschüler im Lockdown Stefan Koch,Christine Riechmann Per Mail und über digitale Pinnwände erhalten die Grundschüler in der Regel ihre Aufgaben. Zusätzlich gibt es an den Schulen Stationen, an denen das Arbeitsmaterial ausliegt und von den Eltern abgeholt werden kann. Die Wochenaufgaben werden dann zu Hause bearbeitet und entweder digital an die Lehrer zurückgesandt oder an der Schule zu vereinbarten Zeiten abgegeben. „Wir versuchen, den schulischen Alltag möglichst auch im Distanzunterricht zu erhalten, damit Gewohnheiten nicht verloren gehen“, erklärt Mareike Netzeband das Konzept. Das mache den Kindern das Arbeiten zu Hause leichter. Angewiesen seien die Lehrer in dieser für alle schwierigen Situation auf die Motivation der Eltern. „Sie müssen uns unterstützen“, meint die Lehrerin. Eine wichtige Säule des Distanzunterrichts sei der Kontakt zu den Schülern, ist Alexandra Mohrhoff, Rektorin am Grundschulverbund Eldagsen-Friedewalde überzeugt. Dazu würden die Kollegen selbstaufgenommene Erklärvideos rumschicken oder die Kinder auch mal anrufen. An der Grundschule Hausberge fahren sie, wenn nötig, auch zu den Schülern nach Hause und bringen das Arbeitsmaterial bis vor die Haustür. „So stellen wir sicher, dass wir alle erreichen“, sagt Rektorin Silke Meyer-Pampel. Und obwohl das alles gut klappe, sei der Distanzunterricht nur eine Notlösung. Besonders Grundschülern fiele es noch schwer, digital zu arbeiten. Ein großes Problem sieht Alexandra Mohrhoff darin, dass die digitale Ausstattung der Lehrer noch völlig unzureichend ist. „Wir müssen immer noch mit unseren privaten Rechnern arbeiten“, kritisiert die Rektorin. Und auch die rechtliche Lage sei in digitalen Angelegenheiten noch völlig ungeklärt. Nur wenig Kinder nehmen in Hille, Porta Westfalica und Petershagen die Notbetreuung der Schulen wahr. Dort werden die Kinder beim Erledigen der Wochenaufgaben von Lehrern oder Ganztagsmitarbeitern betreut und können auch – soweit vorhanden – an schuleigenen Laptops arbeiten. Von den knapp 400 Schülern der Domschule in Minden, erscheinen in der Regel etwa zehn bis zwanzig Prozent zur Notbetreuung. Rektorin Marita Stein-Willemsen erklärt, dass die Teilnahme an diesem Angebot von der täglichen Beanspruchung der Eltern abhinge. „Einige kommen nur einmal pro Woche, andere sind fast täglich da – das hängt vom Einzelfall ab.“ Zum Glück stünden für die Notbetreuung rund 30 Mitarbeiter des ohnehin personell gut aufgestellten offenen Ganztags zur Verfügung. Zudem helfen Vertretungslehrkräfte aus. Für den überwiegenden Teil der Schüler, die nun zuhause lernen müssen, gibt es Materialpakete, die sie fern der Schule durcharbeiten müssen. Wöchentlich gehen diese Aufgaben an die Klassenlehrer zurück, die im Homeoffice alles korrigieren. Außerdem verteilt die Domschule Feedback-Bögen, in denen Schüler und Eltern nach ihren Erfahrungen mit der Beschulung außerhalb des Präsenzunterrichtes befragt werden. Festzustellen sei im Kollegenkreis, dass es bisher viele positive Rückmeldungen gegeben habe. Deutlich werde aber auch die Belastung der Eltern, wenn sie beispielsweise nicht der deutschen Sprache folgen könnten oder weitere Familienangehörige erkrankt seien. Während die Domschule auf digitale Angebote verzichtet, hat die Hohenstaufenschule in Minden für die Daheimgebliebenen der dritten und vierten Jahrgänge den Kontakt zu den Klassenlehrern über das Videokonferenzsystem iServ vorgesehen. Wie Rektorin Katrin Kosiek mitteilt, nutzten die Schüler dazu Smartphones. „Das funktioniert bei 90 Prozent.“ Die Kinder der ersten und zweiten Klassen bekämen dagegen Anrufe von ihren Lehrern. Auch die Hohenstaufenschule verteilt einmal in der Woche Materialsammlungen. Von den 469 Schülern werden zudem rund 60 in Notgruppen beschult. „Ich bin froh, wenn wir wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren und Sport und Schwimmen anbieten können“, meint Kosiek. Sie hofft, dass wenigstens die Zeit der Osterferien genutzt werden könne, um Versäumtes aufzuarbeiten.

Unterricht mit kleinen Päckchen: So lernen Grundschüler im Lockdown

Die Mindener Domschule versorgt ihre Schüler derzeit mit Materialpaketen. Foto: privat © privat

Per Mail und über digitale Pinnwände erhalten die Grundschüler in der Regel ihre Aufgaben. Zusätzlich gibt es an den Schulen Stationen, an denen das Arbeitsmaterial ausliegt und von den Eltern abgeholt werden kann. Die Wochenaufgaben werden dann zu Hause bearbeitet und entweder digital an die Lehrer zurückgesandt oder an der Schule zu vereinbarten Zeiten abgegeben.

„Wir versuchen, den schulischen Alltag möglichst auch im Distanzunterricht zu erhalten, damit Gewohnheiten nicht verloren gehen“, erklärt Mareike Netzeband das Konzept. Das mache den Kindern das Arbeiten zu Hause leichter. Angewiesen seien die Lehrer in dieser für alle schwierigen Situation auf die Motivation der Eltern. „Sie müssen uns unterstützen“, meint die Lehrerin.

Eine wichtige Säule des Distanzunterrichts sei der Kontakt zu den Schülern, ist Alexandra Mohrhoff, Rektorin am Grundschulverbund Eldagsen-Friedewalde überzeugt. Dazu würden die Kollegen selbstaufgenommene Erklärvideos rumschicken oder die Kinder auch mal anrufen.

An der Grundschule Hausberge fahren sie, wenn nötig, auch zu den Schülern nach Hause und bringen das Arbeitsmaterial bis vor die Haustür. „So stellen wir sicher, dass wir alle erreichen“, sagt Rektorin Silke Meyer-Pampel. Und obwohl das alles gut klappe, sei der Distanzunterricht nur eine Notlösung. Besonders Grundschülern fiele es noch schwer, digital zu arbeiten.

Ein großes Problem sieht Alexandra Mohrhoff darin, dass die digitale Ausstattung der Lehrer noch völlig unzureichend ist. „Wir müssen immer noch mit unseren privaten Rechnern arbeiten“, kritisiert die Rektorin. Und auch die rechtliche Lage sei in digitalen Angelegenheiten noch völlig ungeklärt.

Nur wenig Kinder nehmen in Hille, Porta Westfalica und Petershagen die Notbetreuung der Schulen wahr. Dort werden die Kinder beim Erledigen der Wochenaufgaben von Lehrern oder Ganztagsmitarbeitern betreut und können auch – soweit vorhanden – an schuleigenen Laptops arbeiten.

Von den knapp 400 Schülern der Domschule in Minden, erscheinen in der Regel etwa zehn bis zwanzig Prozent zur Notbetreuung. Rektorin Marita Stein-Willemsen erklärt, dass die Teilnahme an diesem Angebot von der täglichen Beanspruchung der Eltern abhinge. „Einige kommen nur einmal pro Woche, andere sind fast täglich da – das hängt vom Einzelfall ab.“ Zum Glück stünden für die Notbetreuung rund 30 Mitarbeiter des ohnehin personell gut aufgestellten offenen Ganztags zur Verfügung. Zudem helfen Vertretungslehrkräfte aus.

Für den überwiegenden Teil der Schüler, die nun zuhause lernen müssen, gibt es Materialpakete, die sie fern der Schule durcharbeiten müssen. Wöchentlich gehen diese Aufgaben an die Klassenlehrer zurück, die im Homeoffice alles korrigieren.

Außerdem verteilt die Domschule Feedback-Bögen, in denen Schüler und Eltern nach ihren Erfahrungen mit der Beschulung außerhalb des Präsenzunterrichtes befragt werden. Festzustellen sei im Kollegenkreis, dass es bisher viele positive Rückmeldungen gegeben habe. Deutlich werde aber auch die Belastung der Eltern, wenn sie beispielsweise nicht der deutschen Sprache folgen könnten oder weitere Familienangehörige erkrankt seien.

Während die Domschule auf digitale Angebote verzichtet, hat die Hohenstaufenschule in Minden für die Daheimgebliebenen der dritten und vierten Jahrgänge den Kontakt zu den Klassenlehrern über das Videokonferenzsystem iServ vorgesehen. Wie Rektorin Katrin Kosiek mitteilt, nutzten die Schüler dazu Smartphones. „Das funktioniert bei 90 Prozent.“ Die Kinder der ersten und zweiten Klassen bekämen dagegen Anrufe von ihren Lehrern. Auch die Hohenstaufenschule verteilt einmal in der Woche Materialsammlungen.

Von den 469 Schülern werden zudem rund 60 in Notgruppen beschult. „Ich bin froh, wenn wir wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren und Sport und Schwimmen anbieten können“, meint Kosiek. Sie hofft, dass wenigstens die Zeit der Osterferien genutzt werden könne, um Versäumtes aufzuarbeiten.

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