Unbekannte zerfetzen Anti-Rassismus-Banner in Hahlen Doris Christoph Minden. Lange hat das Banner mit dem Spruch „Minden hat keinen Platz für Rassismus“ nicht überlebt: Am Dienstagnachmittag vergangener Woche hatte Hahlens Ortsvorsteher Werner Wesemann es zusammen mit zwei Helfern kurz hinter dem Kreisel an der Königstraße, direkt neben dem 700 Jahre Hahlen-Stein, aufgestellt. Am Mittwochmorgen war es bereits zerfetzt, offensichtlich wurde es mit einem Messer zerschnitten. Nun hat Wesemann Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Ob die Tat politisch motiviert war, wisse man nicht, ergänzt der zum MT-Termin hinzugerufene Thomas Darlath vom SPD-Ortsverein Hahlen. Tatsächlich hat die Mindener Polizei den Fall an den Staatsschutz in Bielefeld weitergeleitet. Ausgehend von der Aussage des zerstörten Banners bestehe der Verdacht, dass es sich um eine politisch motivierte Sachbeschädigung handele, erklärt dazu Polizeisprecher Ralf Steinmeyer. „So wird auch mit beschädigten Wahlplakaten verfahren. Darum gibt es zurzeit kreisweit relativ viele Anzeigen, die dem Staatsschutz gemeldet wurden.“ Das Banner in Hahlen scheint zurzeit das einzige zu sein, das beschädigt wurde. Karl-Heinz Ochs vom Lokalen Aktionsplan Minden (LAP) sind jedenfalls keine weiteren Beschädigungen bekannt. An mehr als 40 Standorten in Minden stehen ähnliche Exemplare, initiiert hat das der Verein „Minden – für Demokratie und Vielfalt“. Er ist Träger des LAP, der über das Programm des Bundesfamilienministeriums „Demokratie leben“ finanziert wird. Zu besonderen Anlässen und an speziellen Daten sollen die Transparente zu Toleranz mahnen, etwa am 8. Mai (Kriegsende) oder am 9. November (Reichspogromnacht). „Es soll immer wieder ein Schlaglicht setzen“, sagt Ochs. „Auch in Minden kommt Rassismus vor, der mehr oder minder stark ausgeprägt ist.“ Dieses Mal war die Kommunalwahl der Anlass, das Banner aufzustellen. „Es sollte eine Woche stehen bleiben“, sagt Werner Wesemann. Er und die anderen Ortsvorsteher haben sich der Aktion erst vor kurzem angeschlossen, sie sind auch auf dem Banner zu sehen. „Wir wollten zeigen, dass Rassismus in unserer Gesellschaft keinen Platz hat“, sagt Wesemann. Dahinter stünden auch alle Parteien aus Hahlen. In einer Pressemitteilung zur Kampagne hatte die Sprecherin der Ortsvorsteher, Renate Riechmann-Gäbler, vor ein paar Wochen berichtet: „Rassismus gibt es leider in allen Stadtteilen, daher wollen wir erinnern, um zu lernen. Auch wir werden beschimpft und angefeindet, doch wir können uns noch wehren. Das ist nicht immer so. Die Menschen sollen sehen, dass wir Ortsvorsteher gegen Menschenfeindlichkeit und Rassismus stehen.“ Zwar hat es auch in Hahlen schon Hakenkreuz-Schmierereien an Stromkästen oder dem Schützenhaus gegeben, die eine Anzeige zur Folge hatten. Aber Beleidigungen, wie von seiner Amtskollegin beschrieben, hat Wesemann noch nicht erlebt. In anderen Stadtteilen sehe es da ganz anders aus. „Aber es soll auch gar nicht so weit kommen. Dann haben wir nicht aufgepasst“, meint er. Das kaputte Banner hat er bewusst stehen lassen. Nun soll das 150 Euro teure Stück ersetzt werden. Eigentlich hatte Wesemann extra einen Platz in der Mitte des Ortes für das fünf mal 1,50 Meter große Plakat gesucht. Für die nächste Aktion sucht er einen Platz, der sicherer ist.

Unbekannte zerfetzen Anti-Rassismus-Banner in Hahlen

Thomas Darlath (links) und Werner Wesemann halten die Fetzen des zerstörten Banners hoch, das am Kreisel in Hahlen ein Zeichen gegen Rassismus setzen sollte. © MT-Foto: Doris Christoph

Minden. Lange hat das Banner mit dem Spruch „Minden hat keinen Platz für Rassismus“ nicht überlebt: Am Dienstagnachmittag vergangener Woche hatte Hahlens Ortsvorsteher Werner Wesemann es zusammen mit zwei Helfern kurz hinter dem Kreisel an der Königstraße, direkt neben dem 700 Jahre Hahlen-Stein, aufgestellt. Am Mittwochmorgen war es bereits zerfetzt, offensichtlich wurde es mit einem Messer zerschnitten. Nun hat Wesemann Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Ob die Tat politisch motiviert war, wisse man nicht, ergänzt der zum MT-Termin hinzugerufene Thomas Darlath vom SPD-Ortsverein Hahlen.

Tatsächlich hat die Mindener Polizei den Fall an den Staatsschutz in Bielefeld weitergeleitet. Ausgehend von der Aussage des zerstörten Banners bestehe der Verdacht, dass es sich um eine politisch motivierte Sachbeschädigung handele, erklärt dazu Polizeisprecher Ralf Steinmeyer. „So wird auch mit beschädigten Wahlplakaten verfahren. Darum gibt es zurzeit kreisweit relativ viele Anzeigen, die dem Staatsschutz gemeldet wurden.“

Das Banner in Hahlen scheint zurzeit das einzige zu sein, das beschädigt wurde. Karl-Heinz Ochs vom Lokalen Aktionsplan Minden (LAP) sind jedenfalls keine weiteren Beschädigungen bekannt. An mehr als 40 Standorten in Minden stehen ähnliche Exemplare, initiiert hat das der Verein „Minden – für Demokratie und Vielfalt“. Er ist Träger des LAP, der über das Programm des Bundesfamilienministeriums „Demokratie leben“ finanziert wird. Zu besonderen Anlässen und an speziellen Daten sollen die Transparente zu Toleranz mahnen, etwa am 8. Mai (Kriegsende) oder am 9. November (Reichspogromnacht). „Es soll immer wieder ein Schlaglicht setzen“, sagt Ochs. „Auch in Minden kommt Rassismus vor, der mehr oder minder stark ausgeprägt ist.“

Dieses Mal war die Kommunalwahl der Anlass, das Banner aufzustellen. „Es sollte eine Woche stehen bleiben“, sagt Werner Wesemann. Er und die anderen Ortsvorsteher haben sich der Aktion erst vor kurzem angeschlossen, sie sind auch auf dem Banner zu sehen. „Wir wollten zeigen, dass Rassismus in unserer Gesellschaft keinen Platz hat“, sagt Wesemann. Dahinter stünden auch alle Parteien aus Hahlen. In einer Pressemitteilung zur Kampagne hatte die Sprecherin der Ortsvorsteher, Renate Riechmann-Gäbler, vor ein paar Wochen berichtet: „Rassismus gibt es leider in allen Stadtteilen, daher wollen wir erinnern, um zu lernen. Auch wir werden beschimpft und angefeindet, doch wir können uns noch wehren. Das ist nicht immer so. Die Menschen sollen sehen, dass wir Ortsvorsteher gegen Menschenfeindlichkeit und Rassismus stehen.“

Zwar hat es auch in Hahlen schon Hakenkreuz-Schmierereien an Stromkästen oder dem Schützenhaus gegeben, die eine Anzeige zur Folge hatten. Aber Beleidigungen, wie von seiner Amtskollegin beschrieben, hat Wesemann noch nicht erlebt. In anderen Stadtteilen sehe es da ganz anders aus. „Aber es soll auch gar nicht so weit kommen. Dann haben wir nicht aufgepasst“, meint er.

Das kaputte Banner hat er bewusst stehen lassen. Nun soll das 150 Euro teure Stück ersetzt werden. Eigentlich hatte Wesemann extra einen Platz in der Mitte des Ortes für das fünf mal 1,50 Meter große Plakat gesucht. Für die nächste Aktion sucht er einen Platz, der sicherer ist.

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