Umbau 2023: Stark befahrene Kreuzung Marienstraße soll mit Förderung vom Land radfreundlicher werden Anja Peper Minden. Wenn Minister pünktlich kommen, sind alle irritiert. In der Regel planen die zuständigen Empfangskomitees für Besucher aus Düsseldorf eine akademische Viertelstunde zusätzlich ein. Anders lief das gestern beim Besuch von NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes. Ein paar Minuten vor dem offiziellen Termin rollte die schwarze Limousine vor dem Nordfriedhof vor. Und wie angekündigt hatte sie einen Förderbescheid dabei: Exakt 606.600 Euro – in Buchstaben sechshundertsechstausendsechshundert Euro – bekommt die Stadt Minden für den radfreundlichen Umbau der Kreuzung Marienstraße/Saarring. Bürgermeister Michael Jäcke nahm den als „Zuwendungsbescheid Nr. 1“ deklarierten Brief dankend entgegen. Das Geld stammt aus dem Programm „Nahmobilität“ des Landes NRW. Die Planungen laufen, nächstes Jahr wird hier gebaut. Sowohl der Bürgermeister als auch Beigeordneter Peter Wansing (Städtische Betriebe) haben das freundliche Wetter und ihren Heimvorteil genutzt, um mit dem Rad zum Vor-Ort-Termin zu kommen. Beide kennen die Ecken der Stadt, die weder barrierefrei noch radfahrerfreundlich sind, aus der täglichen Praxis. Und die stark befahrene Kreuzung Marienstraße/Saarring hat ihre Tücken. Die Bordsteinkanten sind nicht abgesenkt, die Rad- und Fußwege sind zu eng und auch für Autofahrer ist die Strecke kein reines Vergnügen: Der Asphalt hat über die Jahre gelitten, es gibt einige Bodenwellen. Hinzu kommt: Zu den Stoßzeiten ist es hier rappelvoll, denn zu den Berufspendlern kommen noch die Menschen, die im WEZ und der Apotheke einkaufen wollen. Wie soll die Kreuzung in Zukunft aussehen? Damit sich die Ministerin ein Bild machen konnte, haben Mitarbeiter der Städtischen Betriebe die Pläne ausgedruckt und in Sichthöhe am Haupttor des Nordfriedhofes ausgehängt. Darauf sieht man: Im gesamten Kreuzungsbereich werden die Radwege verbreitert, rot gepflastert und zur Straße in den Übergängen abgesenkt. Die Fahrbahn muss etwa zwölf Zentimeter abgefräst werden. Der Gehweg an der Marienstraße wird stadteinwärts neu gebaut. So soll der Verkehr für alle sicherer werden. Auch Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren oder anderen Handicaps werden von dem Umbau profitieren, so Eckhard Rüter vom Beirat für Menschen mit Behinderungen. Er wies erneut darauf hin: „Barrierefreiheit ist für alle gut.“ Er begrüßt den anstehenden Umbau, weil die Wegeführung mehr Struktur bekommt und durch die Farbgebung besser sichtbar wird. Pendler müssen sich allerdings im nächsten Jahr auf Umwege einstellen, das bleibt nicht aus. Von Montag bis Freitag soll die Marienstraße nach Möglichkeit nur einspurig gesperrt werden. Deutlich schneller würden die Arbeiten vorangehen, wenn man die Kreuzung komplett dicht machen würde. Vollsperrungen sind nur für die Wochenenden vorgesehen. Das Verkehrsministerium fördert in diesem Jahr im ersten Teil des Nahmobilitätsprogramms 253 neue Projekte für einen besseren Fuß- und Radverkehr in Nordrhein-Westfalen. „Der Ausbau der Radwege geht voran“: Das ist die Nachricht des Ministeriums vor der Landtagswahl an diesem Sonntag. So war der Mindener Förderbescheid auch gestern nicht der einzige, den Ina Brandes persönlich übergeben hat. Auch Bielefeld, Lage und Hövelhof waren Stationen ihrer OWL-Tour. „Wir wollen, dass in Zukunft ein Viertel aller Wege mit dem Rad zurückgelegt wird.“ Dafür brauche es ein gut ausgebautes und sicheres Radwegenetz in und zwischen den Städten und Gemeinden. Der Förderbescheid für die Kreuzung ist Mitte April bei der Stadt Minden eingegangen. Für die Planungen sind rund 100.000 Euro an Mitteln im städtischen Haushalt für 2022 eingestellt. Die Umgestaltung wird insgesamt rund 762.000 Euro kosten. 20 Prozent der Kosten trägt die Stadt Minden, 80 Prozent kommen vom Land NRW.

Umbau 2023: Stark befahrene Kreuzung Marienstraße soll mit Förderung vom Land radfreundlicher werden

Vor-Ort-Termin am Nordfriedhof: NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes übergab Bürgermeister Michael Jäcke gestern den Förderbescheid. Mit dem Geld wird die Kreuzung Marienstraße/Saarring nächstes Jahr umgebaut. MT-Foto: Alex Lehn

Minden. Wenn Minister pünktlich kommen, sind alle irritiert. In der Regel planen die zuständigen Empfangskomitees für Besucher aus Düsseldorf eine akademische Viertelstunde zusätzlich ein. Anders lief das gestern beim Besuch von NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes. Ein paar Minuten vor dem offiziellen Termin rollte die schwarze Limousine vor dem Nordfriedhof vor. Und wie angekündigt hatte sie einen Förderbescheid dabei: Exakt 606.600 Euro – in Buchstaben sechshundertsechstausendsechshundert Euro – bekommt die Stadt Minden für den radfreundlichen Umbau der Kreuzung Marienstraße/Saarring. Bürgermeister Michael Jäcke nahm den als „Zuwendungsbescheid Nr. 1“ deklarierten Brief dankend entgegen. Das Geld stammt aus dem Programm „Nahmobilität“ des Landes NRW. Die Planungen laufen, nächstes Jahr wird hier gebaut.

Sowohl der Bürgermeister als auch Beigeordneter Peter Wansing (Städtische Betriebe) haben das freundliche Wetter und ihren Heimvorteil genutzt, um mit dem Rad zum Vor-Ort-Termin zu kommen. Beide kennen die Ecken der Stadt, die weder barrierefrei noch radfahrerfreundlich sind, aus der täglichen Praxis. Und die stark befahrene Kreuzung Marienstraße/Saarring hat ihre Tücken. Die Bordsteinkanten sind nicht abgesenkt, die Rad- und Fußwege sind zu eng und auch für Autofahrer ist die Strecke kein reines Vergnügen: Der Asphalt hat über die Jahre gelitten, es gibt einige Bodenwellen. Hinzu kommt: Zu den Stoßzeiten ist es hier rappelvoll, denn zu den Berufspendlern kommen noch die Menschen, die im WEZ und der Apotheke einkaufen wollen.

Wie soll die Kreuzung in Zukunft aussehen? Damit sich die Ministerin ein Bild machen konnte, haben Mitarbeiter der Städtischen Betriebe die Pläne ausgedruckt und in Sichthöhe am Haupttor des Nordfriedhofes ausgehängt. Darauf sieht man: Im gesamten Kreuzungsbereich werden die Radwege verbreitert, rot gepflastert und zur Straße in den Übergängen abgesenkt. Die Fahrbahn muss etwa zwölf Zentimeter abgefräst werden. Der Gehweg an der Marienstraße wird stadteinwärts neu gebaut. So soll der Verkehr für alle sicherer werden. Auch Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren oder anderen Handicaps werden von dem Umbau profitieren, so Eckhard Rüter vom Beirat für Menschen mit Behinderungen. Er wies erneut darauf hin: „Barrierefreiheit ist für alle gut.“ Er begrüßt den anstehenden Umbau, weil die Wegeführung mehr Struktur bekommt und durch die Farbgebung besser sichtbar wird.


Pendler müssen sich allerdings im nächsten Jahr auf Umwege einstellen, das bleibt nicht aus. Von Montag bis Freitag soll die Marienstraße nach Möglichkeit nur einspurig gesperrt werden. Deutlich schneller würden die Arbeiten vorangehen, wenn man die Kreuzung komplett dicht machen würde. Vollsperrungen sind nur für die Wochenenden vorgesehen.

Das Verkehrsministerium fördert in diesem Jahr im ersten Teil des Nahmobilitätsprogramms 253 neue Projekte für einen besseren Fuß- und Radverkehr in Nordrhein-Westfalen. „Der Ausbau der Radwege geht voran“: Das ist die Nachricht des Ministeriums vor der Landtagswahl an diesem Sonntag. So war der Mindener Förderbescheid auch gestern nicht der einzige, den Ina Brandes persönlich übergeben hat. Auch Bielefeld, Lage und Hövelhof waren Stationen ihrer OWL-Tour. „Wir wollen, dass in Zukunft ein Viertel aller Wege mit dem Rad zurückgelegt wird.“ Dafür brauche es ein gut ausgebautes und sicheres Radwegenetz in und zwischen den Städten und Gemeinden. Der Förderbescheid für die Kreuzung ist Mitte April bei der Stadt Minden eingegangen. Für die Planungen sind rund 100.000 Euro an Mitteln im städtischen Haushalt für 2022 eingestellt. Die Umgestaltung wird insgesamt rund 762.000 Euro kosten. 20 Prozent der Kosten trägt die Stadt Minden, 80 Prozent kommen vom Land NRW.

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