Turmuhr bleibt bei Wind vorerst am Boden Erste Sanierungsarbeiten an Simeoniskirche abgeschlossen / Spenden dringend benötigt / Vorhaben abgebrochen Von Ulrike Mißbach Minden (mt). Es sollte der symbolische Abschluss der ersten Sanierungsarbeiten an der Simeoniskirche sein - das Einsetzen der Turmuhr. Doch starker Wind machte der Sache gestern einen Strich durch die Rechnung. Um punkt zwölf Uhr wurde das Zifferblatt mit einem Flaschenzug an der Westseite des Kirchturmes nach oben gezogen. Als die Uhr bereits einige Meter in der Luft hing, wurde sie von einer heftigen Windböe erfasst und gegen den Turm geschlagen."Ich hatte große Angst, dass das Zifferblatt durch den Schlag eine Delle bekommen hat", berichtet Pastor Andreas Brügmann, der das Geschehen von unten aus verfolgt hatte. Zum Glück sei die Uhr jedoch heile geblieben. Aus Sicherheitsgründen wurde das Vorhaben dennoch kurzerhand abgebrochen. "Wir werden die Uhr an einem windstilleren Tag einsetzen", erklärt Pastor Brügmann.Im Mai dieses Jahres war das Zifferblatt aus dem Turm entfernt worden, damit durch die entstandene Öffnung Baumaterial ins Innere des Turmes gehoben werden konnte. Eine Sanierung des Kirchturmes stand bereits seit einigen Jahren an, da sich am Fußpunktes des Turmdachstuhls große Risse im Mauerwerk gebildet hatten. Ursache dafür war eine im unteren Teil des Turmes fehlerhaft angebrachte Holzkonstruktion. Dadurch drückte der Wind jahrelang auf die Turmhaube, sodass diese wiederum auf die Steine gepresst wurde. Die Folge: Etliche Steine fielen aus dem Mauerwerk heraus. Um Kirchgänger vor herunterfallenden Steinen zu schützen, wurde der Haupteingang der Kirche schließlich gesperrt."Durch eine Verstärkung der vorhandenen Holzkonstruktion werden die Lasten nun umgeleitet, sodass sie von der vorhandenen Konstruktion sicher aufgenommen werden können", erläutert Statiker Hermann Waltke vom Architekturbüro Lax und Wolf. Die Schwierigkeit sei gewesen, die neue Konstruktion in die vorhandene dreidimensionale einzuarbeiten."Die gesamte Konstruktion muss zwar die Kräfte übertragen, aber gleichzeitig die Elastizität des Turmes zulassen", erläutert der Fachmann. "Wir sind sehr glücklich, dass der erste Teil der Sanierung der Kirche nun abgeschlossen ist", freut sich Pastor Andreas Brügmann. Möglich war die Sanierung, weil die St. Thomaskirche der Offenen Simeoniskirche, die keine eigene Gemeinde hat, einen Kredit in Höhe von 125000 Euro gewährte.Das Geld muss jedoch zurückgezahlt werden. Dazu werden dringend Spenden benötigt. Im vergangenen Jahr wurde deshalb ein Förder- und Freundeskreis gegründet, der die Kirche unterstützt. Einzelspenden können auf das Konto 57013179 der Sparkasse Minden-Lübbecke eingezahlt werden.In einem zweiten Teil soll die Fassade von St. Simeonis saniert werden. Für diese Arbeiten werden weitere 125000 Euro benötigt. Die Kirche hofft, dass alle Arbeiten bis 2014 abgeschlossen sind, denn dann blickt das Gotteshaus auf sein 800-jähriges Bestehen.

Turmuhr bleibt bei Wind vorerst am Boden

Minden (mt). Es sollte der symbolische Abschluss der ersten Sanierungsarbeiten an der Simeoniskirche sein - das Einsetzen der Turmuhr. Doch starker Wind machte der Sache gestern einen Strich durch die Rechnung.

Der erste Teil der Sanierung der Simeoniskirche ist abgeschlossen. Wegen starker Windböen konnte die Uhr gestern jedoch nicht in den Turm gezogen werden, sondern blieb bis auf Weiteres am Boden. Mit dabei: Henner Wolf (Architekt) Wolfgang Schäkel (Stahlbaufirma) Andreas Brügmann (Pastor) Hermann Waltke (Bauplanung). - © Foto: Alfred Loschen
Der erste Teil der Sanierung der Simeoniskirche ist abgeschlossen. Wegen starker Windböen konnte die Uhr gestern jedoch nicht in den Turm gezogen werden, sondern blieb bis auf Weiteres am Boden. Mit dabei: Henner Wolf (Architekt) Wolfgang Schäkel (Stahlbaufirma) Andreas Brügmann (Pastor) Hermann Waltke (Bauplanung). - © Foto: Alfred Loschen

Um punkt zwölf Uhr wurde das Zifferblatt mit einem Flaschenzug an der Westseite des Kirchturmes nach oben gezogen. Als die Uhr bereits einige Meter in der Luft hing, wurde sie von einer heftigen Windböe erfasst und gegen den Turm geschlagen.

"Ich hatte große Angst, dass das Zifferblatt durch den Schlag eine Delle bekommen hat", berichtet Pastor Andreas Brügmann, der das Geschehen von unten aus verfolgt hatte. Zum Glück sei die Uhr jedoch heile geblieben. Aus Sicherheitsgründen wurde das Vorhaben dennoch kurzerhand abgebrochen. "Wir werden die Uhr an einem windstilleren Tag einsetzen", erklärt Pastor Brügmann.

Im Mai dieses Jahres war das Zifferblatt aus dem Turm entfernt worden, damit durch die entstandene Öffnung Baumaterial ins Innere des Turmes gehoben werden konnte. Eine Sanierung des Kirchturmes stand bereits seit einigen Jahren an, da sich am Fußpunktes des Turmdachstuhls große Risse im Mauerwerk gebildet hatten. Ursache dafür war eine im unteren Teil des Turmes fehlerhaft angebrachte Holzkonstruktion. Dadurch drückte der Wind jahrelang auf die Turmhaube, sodass diese wiederum auf die Steine gepresst wurde. Die Folge: Etliche Steine fielen aus dem Mauerwerk heraus. Um Kirchgänger vor herunterfallenden Steinen zu schützen, wurde der Haupteingang der Kirche schließlich gesperrt.

"Durch eine Verstärkung der vorhandenen Holzkonstruktion werden die Lasten nun umgeleitet, sodass sie von der vorhandenen Konstruktion sicher aufgenommen werden können", erläutert Statiker Hermann Waltke vom Architekturbüro Lax und Wolf. Die Schwierigkeit sei gewesen, die neue Konstruktion in die vorhandene dreidimensionale einzuarbeiten.

"Die gesamte Konstruktion muss zwar die Kräfte übertragen, aber gleichzeitig die Elastizität des Turmes zulassen", erläutert der Fachmann. "Wir sind sehr glücklich, dass der erste Teil der Sanierung der Kirche nun abgeschlossen ist", freut sich Pastor Andreas Brügmann. Möglich war die Sanierung, weil die St. Thomaskirche der Offenen Simeoniskirche, die keine eigene Gemeinde hat, einen Kredit in Höhe von 125000 Euro gewährte.

Das Geld muss jedoch zurückgezahlt werden. Dazu werden dringend Spenden benötigt. Im vergangenen Jahr wurde deshalb ein Förder- und Freundeskreis gegründet, der die Kirche unterstützt. Einzelspenden können auf das Konto 57013179 der Sparkasse Minden-Lübbecke eingezahlt werden.

In einem zweiten Teil soll die Fassade von St. Simeonis saniert werden. Für diese Arbeiten werden weitere 125000 Euro benötigt. Die Kirche hofft, dass alle Arbeiten bis 2014 abgeschlossen sind, denn dann blickt das Gotteshaus auf sein 800-jähriges Bestehen.

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